IWC-Konferenz Das Schlachten geht weiter
Die Internationale Walfangkommission hat erneut ihre Unfähigkeit bewiesen. Um die Jagd auf Wale zu stoppen, müssen die Staaten einen anderen Weg gehen. Von P. Kremers
Cristián Maquieira hat große Hoffnung in dieses Dokument gesteckt. Monatelang hatte der Präsident der Internationalen Walfangkommission (IWC) hinter verschlossenen Türen mit Gegnern und Befürwortern an dem Papier verhandelt. Ein Kompromiss, der den Streit um den Walfang endlich beenden könnte. 67 Seiten umfasst das Dokument mit dem sperrigen Titel IWC/62/7. Maquieira nannte es liebevoll seinen "Friedensplan ".
Doch der "Friedensplan" ist gescheitert. Und die Zukunft der IWC ungewisser als je zuvor.
Seit mehr als 20 Jahren ist die Kommission derart zerstritten, dass sie de facto handlungsunfähig ist. Auch auf der diesjährigen Konferenz in Marokko, die am Freitag zu Ende ging, konnte keine Einigung erzielt werden. Gegner und Befürworter des Walfangs stehen sich feindselig gegenüber. Was auch immer die eine Seite ändern möchte, wird von der anderen Seite blockiert. So verkommen die jährlichen Treffen der IWC zu einer diplomatischen Schlammschlacht.
Grund für den Streit ist ein Moratorium aus dem Jahr 1986. Obwohl es den kommerziellen Walfang verbietet, sterben vor den Küsten von Japan, Norwegen und Island hunderte Wale. Allein im vergangenen Jahr haben die drei Nationen zusammen mehr als 1500 Wale getötet – darunter auch solche, die laut Roter Liste stark gefährdet sind.
Norwegen und Island erkennen das Fangverbot erst gar nicht an. Japan beruft sich auf eine Ausnahmeregelung und behauptet, die Tiere für wissenschaftliche Zwecke zu töten. Trotzdem landet das Walfleisch auf den Tellern von japanischen Gourmet-Restaurants.

Meeresäuger auf der Schlachtbank. Bilder eines blutigen Geschäfts
Mit seinem "Friedensplan" wollte IWC-Präsident Maquieira den Dauerstreit beenden. Der Kompromiss sah vor, dass die drei Walfangnationen offizielle Fangquoten von der IWC erhalten. Für eine Übergangszeit von zehn Jahren hätten sie legal Wale fangen dürfen – allerdings unter strengen Kontrollen. Danach würde man weitersehen.
Der Kompromiss ist mittlerweile vom Tisch. Schnell war klar, dass für das Papier keine Mehrheit zustande kommen würde. "Alle Regierungen haben an ihren Positionen festgehalten", sagte der deutsche Delegationsleiter Gert Lindemann. Allerdings ist die Ablehnung des Papiers noch keine endgültige Entscheidung. Nach mindestens einem Jahr Besinnungspause werde man weiter verhandeln, kündigte Lindemann an.
Das diplomatische Klein-Klein ist symptomatisch für die Arbeit der IWC. In der Kommission sitzen zurzeit 88 Länder, von denen 46 gegen und 42 für den Walfang sind. Es ist kein Geheimnis, dass Japan zum Scheckbuch greift, um seinen Einfluss in der Kommission zu vergrößern. Das Land verteilt ungeniert Millionenbeträge an winzige Inselstaaten wie Antigua und Barbuda. In diesem Jahr soll Japan sogar versucht haben, den IWC-Vizepräsidenten Anthony Liverpool zu bestechen.
Die Gegner des Walfangs stehen sich mitunter gegenseitig im Weg. Erst drei Tage vor der Tagung konnten sich die Delegierten der EU-Länder auf eine gemeinsame Linie einigen – nach zähen Verhandlungen. Doch kaum waren die Delegierten in Marokko angekommen, sollen sie bereits damit begonnen haben, ihren gemeinsamen Standpunkt nachzuverhandeln. Das behaupten zumindest Vertreter von Tierschutzorganisationen, die vor Ort die Tagung beobachtet haben.
"Die IWC hat keine Kontrolle über den Walfang", gibt IWC-Präsident Maquieira zu. Mit seinem Kompromiss wollte er versuchen, das Töten der Wale zumindest zu kontrollieren, wenn er es schon nicht komplett verhindern kann. Gleichzeitig sollte das Papier dazu dienen, die IWC neu zu erfinden. Denn neben dem kommerziellen Walfang gibt es zahlreiche andere Probleme, mit denen sich die Kommission auseinander setzen möchte. Sie kommt bloß nicht dazu.
Mehr als 300.000 Wale, Delphine und Robben verenden jedes Jahr als Beifang in den Netzen von großen Fischereischiffen. Auch die internationale Schifffahrt ist für die Meeressäuger zu einer Gefahr geworden. Wale kollidieren mit Schiffen oder verletzen sich tödlich an den rotierenden Schiffsschrauben. Wissenschaftler gehen davon aus, dass immer wieder Wale stranden, weil ihre Sinne von den Sonargeräten der Schiffe irritiert werden. Die von BP verursachte Ölpest im Golf von Mexiko bedroht derzeit 19 verschiedene Walarten, schreibt der Spiegel.
Tierschützer haben längst erkannt, dass die IWC keine geeignete Plattform für den Schutz der Wale ist. "Wenn die Staaten den Walschutz ernst meinen, müssen sie endlich das Problem auf Ministerebene lösen", sagt Nicolas Entrup von der Whale and Dolphin Conservation Society (WDCS) .
Einen Vorstoß in diese Richtung hat jüngst die Regierung von Australien unternommen. Das Land verklagte Japan vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag wegen Missachtung des kommerziellen Walfangverbots. "Es hat sich herausgestellt, dass die jetzigen und vorgeschlagenen IWC-Prozesse den entscheidenden juristischen Streitpunkt zwischen Australien und Japan nicht lösen können", heißt es in der 15-seitigen Klageschrift.
Der Internationale Gerichtshof soll nun höchstrichterlich feststellen, dass Japan mit seinem Walfang gegen das Moratorium von 1986 verstößt. Die deutsche Regierung äußert sich vorsichtig zum Vorstoß von Australien. "Nach Eingang der Schriftsätze wird die Bundesregierung prüfen, ob sie der Klage beitreten wird", sagt ein Sprecher des zuständigen Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.
Für Nicolas Entrup von der WDCS ist der Vorstoß der australischen Regierung ein erster Schritt in die richtige Richtung. "Endlich wendet sich eine Regierung von der politischen Rhetorik ab und schreitet zur Tat", sagt der Tierschützer. Er hofft, dass sich möglichst viele Walschutznationen der Klage gegen Japan anschließen.
- Datum 25.06.2010 - 19:29 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Aber eins der am besten benutzbaren Themen der "Tierschützer".
Ja? Wie kommen Sie zu einer derart kontroversen Ansicht? Bitte um etwas mehr Details.
welches problem der wale sollte größer sein als das des finalen schusses?
wohnungseinrichtung, lackierte flossen... oder "BP-nix-passiert" etc?
so tragen alle an den @Reallasten dieser welt, die wale und die, deren horizont über ein sushi-brett hinausreicht.
Ja? Wie kommen Sie zu einer derart kontroversen Ansicht? Bitte um etwas mehr Details.
welches problem der wale sollte größer sein als das des finalen schusses?
wohnungseinrichtung, lackierte flossen... oder "BP-nix-passiert" etc?
so tragen alle an den @Reallasten dieser welt, die wale und die, deren horizont über ein sushi-brett hinausreicht.
Ja? Wie kommen Sie zu einer derart kontroversen Ansicht? Bitte um etwas mehr Details.
welches problem der wale sollte größer sein als das des finalen schusses?
wohnungseinrichtung, lackierte flossen... oder "BP-nix-passiert" etc?
so tragen alle an den @Reallasten dieser welt, die wale und die, deren horizont über ein sushi-brett hinausreicht.
... ein köstliches Essay, in dem gefordert wurde, alle Wale zu töten.
Begründung: Weil sie die Weltmeere zuscheissen, sind Wale Umweltverschmutzer. Und umbelehrbar sind die Biester obendrein auch noch.
Aktuell zeigen die überlegten Reaktionen der BP auf das kleine Mißgeschick im Golf von Mexiko, dass diese Position gut begründet ist und wo sich Wal und Mensch unterscheiden. Hat sich jemals auch nur ein einziger Wal einsichtig gezeigt, wenn man mit ihm über sein Dungproduktion reden wollte? Nein!
Deshalb kann jeder Versuch diese Lästlinge in Schutz zu nehmen, nur einer öko-teesockenmäßig verblendeten Gesinnung entspringen. Indiskutabel!
=;)
Alles Gute
Kai Hamann
Nur so nebenbei, sie wissen schon alle, dass die IWC nicht zum Schutz der Wale sondern zum Schutz der Walfangindustrie gegründet wurde? Allein darum ging (geht?) es! Der Walfang soll so reguliert werden, damit auch in Zukunft ein kommerzieller Walfang möglich ist.
Und mal ehrlich, wenn Norwegen jedes Jahr weniger als ein Prozent der Zwergwale im Nordatlantik fängt, dann ist das ein sehr nachhaltiger Umgang mit Ressourcen. Auf bestandsbedrohte Arten muss der Fang allerdings weiterhin verboten bleiben.
Walfleisch (Zwergwal) kann ich in Norwegen ohne schlechtes Gewissen essen, was man bei 99,9% des deutschen Rindfleisches, Schweinefleisches, Hühnerfleisches, etc. nicht kann.
Deswegen kann ich @Reallast zustimmen. Der Fang ist für Wale das geringste Problem. Luftverschmutzung, Meeresverschmutzung, Übernutzung, etc., das sind ernsthafte Probleme.
RETTET DIE WALE... indem sie zum Beispiel keinen Thunfisch mehr essen, keine Gore-Tex Jacken (PTFE) tragen, weniger Auto fahren und sich bewusst ernähren (Liste unvollständig)!
Es grüßt Grønberg!
Egal wofür dieses Gremium dort mal gegründet wurde, das Ausmaß der von Ihnen schon geschilderten anderen Gefährdungspotentiale und die Begehrlichkeiten lassen es einfach nicht mehr zu, die Wale industiell abzuschlachten.
Und was heißt hier nachhaltiger Umgang. Norwegen ist ja nur ein Land. Ein Teil der 41 anderen Staaten wird dann auch seinen Anteil fordern.
Insgesamt kann man sagen, dass in dieser globalisierten zutiefst diversifizierten Wirtschaft alles mit allem zusammenhängt. Vielleicht sollte Norwegen seine Öl- und Gasförderung in der Nordsee sowie im Nordatlantik einstellen. Ohne billiges Öl und Gas lohnt es sich auch nicht, dem letzten Wal hinterher zu jagen.
Man kann auch das eine lassen ohne das andere zu tun. Solche Manöver werden immer gerne genutzt, um von dem einen hier besprochenen Punkt der im Gegensatz zu den anderen viel leichter umzusetzen und zu kontrollieren ist, abzulenken.
Wenn man es wirklich ehrlich meint, müsste man das System, das sich dahinter verbirgt, abschaffen. Werden nämlich bestimmte Waren warum auch immer weniger verkonsumiert, werden die auf einem bestimmten Wege zusätzlich subventioniert, um die sich dahinter verbergende Wirtschaft nicht zu gefährden. Auf weniger Verbrauch ist in diesem System, wo man an jeder Ecke mit dem Schlagwort "mehr Wachstum" konfrontiert wird, nichts ausgelegt.
Egal wofür dieses Gremium dort mal gegründet wurde, das Ausmaß der von Ihnen schon geschilderten anderen Gefährdungspotentiale und die Begehrlichkeiten lassen es einfach nicht mehr zu, die Wale industiell abzuschlachten.
Und was heißt hier nachhaltiger Umgang. Norwegen ist ja nur ein Land. Ein Teil der 41 anderen Staaten wird dann auch seinen Anteil fordern.
Insgesamt kann man sagen, dass in dieser globalisierten zutiefst diversifizierten Wirtschaft alles mit allem zusammenhängt. Vielleicht sollte Norwegen seine Öl- und Gasförderung in der Nordsee sowie im Nordatlantik einstellen. Ohne billiges Öl und Gas lohnt es sich auch nicht, dem letzten Wal hinterher zu jagen.
Man kann auch das eine lassen ohne das andere zu tun. Solche Manöver werden immer gerne genutzt, um von dem einen hier besprochenen Punkt der im Gegensatz zu den anderen viel leichter umzusetzen und zu kontrollieren ist, abzulenken.
Wenn man es wirklich ehrlich meint, müsste man das System, das sich dahinter verbirgt, abschaffen. Werden nämlich bestimmte Waren warum auch immer weniger verkonsumiert, werden die auf einem bestimmten Wege zusätzlich subventioniert, um die sich dahinter verbergende Wirtschaft nicht zu gefährden. Auf weniger Verbrauch ist in diesem System, wo man an jeder Ecke mit dem Schlagwort "mehr Wachstum" konfrontiert wird, nichts ausgelegt.
@ 2 & 3
Glauben Sie ernsthaft, dass aktuell mehr Wale durch Walfang getötet werden (1500 p.a. laut dem Artikel) als durch sonstiges menschliches Tun?
Die Reaktion in Nr. 3 zeigt das übliche Niveau der Debatte.
Erklärt hat das Thema Groenberg in Nr. 5 dann schon ausreichend.
zeigen Sie trefflich auf: probleme dermaßen grundsätzlich angehen, dass allein die komplexität und die menge der beteiligten lösungen auf den st. nimmerleinstag verschiebt.
in der zwischenzeit werden die wale, die in den widrigen bedingungen bestehen bejagt bis zur ausrottung.
sie wollen erst den brunnen sanieren und dann das kind retten.
ist ja keine schlechte idee, den brunnen zu reparieren,
aber lassen sie uns erst das kind herausholen.
zeigen Sie trefflich auf: probleme dermaßen grundsätzlich angehen, dass allein die komplexität und die menge der beteiligten lösungen auf den st. nimmerleinstag verschiebt.
in der zwischenzeit werden die wale, die in den widrigen bedingungen bestehen bejagt bis zur ausrottung.
sie wollen erst den brunnen sanieren und dann das kind retten.
ist ja keine schlechte idee, den brunnen zu reparieren,
aber lassen sie uns erst das kind herausholen.
Egal wofür dieses Gremium dort mal gegründet wurde, das Ausmaß der von Ihnen schon geschilderten anderen Gefährdungspotentiale und die Begehrlichkeiten lassen es einfach nicht mehr zu, die Wale industiell abzuschlachten.
Und was heißt hier nachhaltiger Umgang. Norwegen ist ja nur ein Land. Ein Teil der 41 anderen Staaten wird dann auch seinen Anteil fordern.
Insgesamt kann man sagen, dass in dieser globalisierten zutiefst diversifizierten Wirtschaft alles mit allem zusammenhängt. Vielleicht sollte Norwegen seine Öl- und Gasförderung in der Nordsee sowie im Nordatlantik einstellen. Ohne billiges Öl und Gas lohnt es sich auch nicht, dem letzten Wal hinterher zu jagen.
Man kann auch das eine lassen ohne das andere zu tun. Solche Manöver werden immer gerne genutzt, um von dem einen hier besprochenen Punkt der im Gegensatz zu den anderen viel leichter umzusetzen und zu kontrollieren ist, abzulenken.
Wenn man es wirklich ehrlich meint, müsste man das System, das sich dahinter verbirgt, abschaffen. Werden nämlich bestimmte Waren warum auch immer weniger verkonsumiert, werden die auf einem bestimmten Wege zusätzlich subventioniert, um die sich dahinter verbergende Wirtschaft nicht zu gefährden. Auf weniger Verbrauch ist in diesem System, wo man an jeder Ecke mit dem Schlagwort "mehr Wachstum" konfrontiert wird, nichts ausgelegt.
http://www.youtube.com/ve...
http://www.youtube.com/wa...
See here and any discussion is obsolete!
Only the man who lost use any mass,
to such atrocities.
Dann auch richtig :
http://www.youtube.com/wa...
Dann auch richtig :
http://www.youtube.com/wa...
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