IWC-Konferenz Kompromiss zum Walfang gescheitert

Legaler Walfang unter strengen Auflagen – so hätte der Friedenspakt der Walfangkommission ausgesehen. Doch der Vorschlag wird nicht mehr diskutiert.

Grauwale, hier die Flosse eines Exemplars, stehen seit 1946 unter Schutz. Sie ernähren sich von kleinen Fischen und Krebsen

Grauwale, hier die Flosse eines Exemplars, stehen seit 1946 unter Schutz. Sie ernähren sich von kleinen Fischen und Krebsen

Der Kompromiss, über den die Teilnehmer der Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) im marokkanischen Agadir verhandeln sollten, ist bereits vom Tisch.

Wie der deutsche Delegationsleiter Gert Lindemann der ZEIT sagte, wurde das Kompromisspapier am Montag "von beiden Seiten, den Walfang befürwortenden und ablehnenden Teilnehmerstaaten, als so nicht akzeptabel abgelehnt".

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Der "Friedensplan" , den die Präsidentschaft der IWC vorgelegt hatte, sah offizielle Walfangquoten für Japan, Island und Norwegen vor. Bisher verbietet ein Internationales Moratorium seit 1986 den kommerziellen Walfang – die drei Staaten umgehen dieses Verbot. Der Kompromiss hätte für die Walfangnationen also einerseits eine Legalisierung ihres Walfangs bedeutet, andererseits hätten sich Japan, Island und Norwegen auf geringere Fangmengen einlassen müssen. Walschützer hatten im Vorfeld der Tagung in Agadir einen besseren Schutz bedrohter Walarten und generelle Fangverbote in Schutzgebieten gefordert.

Wie es auf der IWC-Jahrestagung weitergeht, ist nun ungewiss. Um den derzeitigen vorschlagslosen Zustand zu überwinden, finde bis Dienstagabend in kleinen regionalen Gruppen ein Meinungsaustausch statt. Diesen solle dann "eine Redaktionsgruppe aufgreifen und einen neuen Vorschlag erarbeiten". Erst dann werde man sehen, ob dieser annahmefähig sei, sagte der deutsche Delegationsleiter.

Gert Lindemann hält es für durchaus noch möglich, auf der Konferenz in Agadir zu einem Beschluss zu kommen. Allerdings pokerten Walfangbefürworter und -gegner hoch. Daher sei er "nicht sehr optimistisch, dass man so auf einen Nenner kommt".

 
Leser-Kommentare
  1. ... ob es für die japanische Walfangindustrie ein unterschied macht.
    Ob auf Quote oder zur Forschung. Wenn der Wal dabei nicht sterben würde, wäre es mir egal, wenn sie die gefilterten Schadstoffe aus dem Meer essen wollen.

    Wohl bekommst!

  2. Ich frage mich, warum ernsthaft mit Staaten verhandelt wird, die ein VERBOT umgehen? Wenn ich klaue, verhandelt mit mir auch keiner, dass ich nur im Wert von 10 Euro pro Tag klauen darf.
    Wenn überhaupt, dann sollte über Sanktionen und Bußgelder verhandelt werden. Für das Nichteinhalten von Verboten sollte jeder gleichermaßen bestraft werden.

  3. Ich habe mal in Bergen Walfleisch gegessen. Es ist der Mühe und dem Imageverlust nicht wert. Schade Japan.

  4. Warum jagen wir nicht einfach Japaner und Norweger? Im Gegensatz zu den Walen sind die ja wohl nicht vom Aussterben bedroht. Und natürlich tun wir das nur zu Forschungszwecken - schliesslich sind wir Wissenschaftler und keine Kannibalen. Und gegen die Forschung kann doch kein Mensch etwas haben.

  5. Selbst bei so einen Thema weiss die internationale Gemeinschaft sich nur mit Zugeständnissen zu helfen.

    Bei solch sturen Verhandlungspartnern sollte man sich Sanktionen überlegen.

    Japan braucht kein Walfleisch es ist weder notwendig noch hängt ein sehr großer Wirtschafstszweig dran

  6. abzusehen!

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