Ölpest Neuer Ölteppich im Golf von Mexiko
Vor der Küste des US-Bundesstaates Louisiana hat sich ein weiterer Unfall mit einer Ölplattform ereignet. Eine unbekannte Menge Öl strömt ins Meer.
© Chris Graythen/Getty Images

Stürme und Pannen behinderten immer wieder die Aufräumarbeiten im Golf von Mexiko. Hier ist der Ölteppich zu sehen, der durch das Ölleck von BP entstanden ist
Nach einem Schiffsunfall ist vor der Küste des US-Bundesstaates Louisiana eine stillgelegte Ölquelle aufgerissen. Ein Boot der Küstenwache rammte eine Ölplattform, danach strömte eine unbekannte Menge Öl in den Golf von Mexiko . Das Leck befindet sich in einer Bucht rund 100 Kilometer südlich von New Orleans. Der Ölteppich habe bislang eine Ausdehnung von 1,6 Kilometern und sei knapp 50 Meter breit, teilte die Küstenwache mit. Damit kommt es neben der Ölpest von BP zu einem weiteren Unfall im Golf von Mexiko.
Nach Angaben des Gouverneurs von Louisiana, Bobby Jindal, schoss aus dem neuen Leck eine 30 Meter hohe Fontäne mit orangebraunem Öl in die Höhe. Um die Unglücksstelle wurde eine Sicherheitszone eingerichtet, damit andere Schiffe das Öl nicht weiter ausbreiten. Das Bohrloch gehört dem Unternehmen Cedyco. Die Quelle wurde laut Medienberichten 2008 aufgegeben.
- Natur in Gefahr
-
Anfangs hieß es noch, dass aus den Lecks unter der explodierten Bohrinsel Deepwater Horizon nach Schätzungen des Ölkonzerns BP und der Behörden täglich rund 5000 Barrel Öl schießen würden. Das sind knapp 800.000 Liter der zähen schwarzen Masse. Mittlerweile hat die US-Regierung ihre Schätzung deutlich nach oben korrigiert. Sie liegt nun zwischen 35.000 und 60.000 Barrel pro Tag. Das wären bis zu 9,5 Millionen Liter. Seit Wochen weisen Forscher auf entsprechende Mengen hin.
Bedroht ist nicht nur die Küstenregion des amerikanischen Bundesstaates Louisiana, wo das Öl bereits auf Land getroffen ist. Nach Angaben der Wetter- und Ozeanografiebehörde der USA (NOOA) kommt es auch zu Auswirkungen für Tiere und Pflanzen entlang der Küsten der Nachbarstaaten Mississippi, Alabama und Florida. Derzeit schätzt NOOA, dass allein in Louisiana zehn Tierschutzgebiete betroffen sind.
Die Sumpflandschaften in der Region sind artenreiche Ökosysteme, die fast 40 Prozent der Feuchtgebiete der USA ausmachen.
- Meerestiere
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Louisianas Ministerium für Natur und Fischerei sieht 445 Fischarten, 45 Säugetierarten, 32 Amphibienarten und 134 Vogelarten unmittelbar durch den wabernden Ölteppich in Gefahr.
Meeressäuger, wie die Delfinart Großer Tümmler oder der Pottwall können sich im klebrigen Öl verfangen, wenn sie zum Luftholen auftauchen. Der Karibik-Manati, eine bereits gefährdete Seekuhart, wandert entlang der Golfküste in warme Gewässer.
Auch einige Schildkrötenarten könnten unter dem Öl leiden. Gerade beginnt die Zeit, in der sie ihre Eier an den Stränden ablegen und auf Futtersuche sind.
Einige Umweltschützer fürchten sogar, dass der Alligator Schwierigkeiten bekommen könnte, im brackigen Mündungsgebiet des Mississippi-Delta Nahrung zu finden. Viele Fischarten, die auf seinem Speiseplan stehen, könnten vom Öl eingefangen werden.
- Vögel
-
Eine Vielzahl an Vogelarten lebt und zieht an der Golfküste entlang, um hier Eier zu legen, Nester zu hüten und nach Futter zu suchen. Allein an der Küste Louisianas zählt man rund fünf Millionen Zugvögel in den Sumpfgebieten.
Der offizielle Vogel des Staates Louisiana, der Braunpelikan, hat gerade angefangen auf den Sandinseln, die parallel zur Küstenlinie verlaufen, zu brüten. Weitere rund hundert Zugvögelarten, darunter Schwalben, Ammern und Waldsänger, legen derzeit einen Zwischenstopp in der Region ein.
Hinzu kommen zahlreiche Vogelarten, die an den Stränden nisten.
- Pflanzen
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Besonders die weitverbreiteten Mangrovenwälder an der Küste des Golfs von Mexiko reagieren sehr empfindlich auf eine Ölverschmutzung. Sie sterben ab, sobald das Öl ihre Luftöffnungen in den Wurzeln verklebt.
Dies ist nicht nur ein ökologisches Problem. Die Mangroven spielen auch eine wichtige Rolle im Küstenschutz. Gerade in der Region vor Louisianas Küste kommt es immer wieder zu starken Hurrikans. Die Mangroven bieten als eine Art natürliche Barriere Schutz für das gesamte Mississippi-Delta.
Künftige Stürme könnten größere Schäden anrichten, weil Mangroven nur langsam nachwachsen.
- Fischerei
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Der Golf von Mexiko ist der einzige Ort, an dem der Blauflossenthun im Westatlantik seine Laichgründe hat. Die Laichzeit hat gerade begonnen und die Meerestiere sind ohnehin eine gefährdete Art. Ihre Eier schwimmen an der Wasseroberfläche und auch die Larven bleiben in den oberen Wasserschichten, die direkt vom Öl verseucht sind.
Auch der Menaden, eine Heringsart, ist direkt vom Öl betroffen. Die Fische ziehen ihre Nahrung aus dem Wasser, indem sie es filtern. So kann das Öl direkt in ihren Organismus gelangen.
In den Gewässern vor der US-Küste leben zudem riesige Mengen Austern, Krabben, Muscheln und weitere Fische.
Noch geht die örtliche Industrie zwar nicht von einem dramatischen Einfluss auf die Fischereibetriebe aus. Dennoch geht die Furcht um. Einige Krabbenfischer haben bereits BP, Transocean und die anderen an dem Bohrvorhaben beteiligten Konzerne Halliburton sowie Cameron wegen Fahrlässigkeit verklagt.
Die Küste von Louisiana ist in weiten Teilen bereits mit Öl verschmutzt, das in den vergangenen drei Monaten aus dem Leck der explodierten BP-Plattform Deepwater Horizon in mehr als 1500 Metern Tiefe ausgetreten war. Derzeit läuft die Versiegelung des Öllecks . Es bleibe beim angepeilten Datum, am 2. August Schlamm und Zement von oben in das Bohrloch zu pumpen, teilte Jindal mit. Fünf Tage später sei eine ähnliche Prozedur von unten am Ursprung der Quelle vier Kilometer unter dem Meeresgrund vorgesehen.
Im US-Senat verlangten die Demokraten inzwischen höhere Haftungen von Energiemultis bei Bohrungen im Meer. Am Dienstag stellten Abgeordnete einen Gesetzentwurf vor, nach dem Öl-Unternehmen die gesamten Kosten einer Ölpest übernehmen müssten. Die Demokraten wollen dafür die bisherige Deckelung der Haftung von 75 Millionen Dollar abschaffen, die sich auf wirtschaftliche Verluste bezieht. Dem Entwurf zufolge würde das Gesetz rückwirkend gelten und auch die im April losgetretene Ölpest im Golf vom Mexiko einschließen.
Ein weiterer Ölunfall ereignete sich zudem im Bundesstaat Michigan. Nach dem Bruch einer Pipeline
sind mehr als 2000 Tonnen Öl in den Kalamazoo-Fluss geflossen. Die Leitung zwischen dem Staat Illinois und Ontario in Kanada wurde inzwischen abgeschaltet, so dass kein Öl mehr ausströme, teilte der Betreiber Enbridge Energy Partners mit. Die Reinigungsarbeiten liefen auf Hochtouren.
- Datum 28.07.2010 - 08:35 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters
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Offensichtlich beherrschen einige Firmen im Golf von Mexico die schwierige Technik der Tiefseebohrung nicht.
Die sollten sich in anderen Ländern Rat und Ausrüstung einholen, bevor sie uns vollständig zugemüllt und vergiftet haben.
BP bohrt jetzt auch in Libyen. Da freuen wir uns doch schon auf unseren nächsten Urlaub am schwarzen Strand von Sizilien.
Und was die europäischen Politiker oder die der Amerikaner.
Die machen mit oder sind im Sommerloch verschwunden.
Es war schon IMMER so, und es wird bis zum Ende des Ölzeitalters auch immer so bleiben! Es wird nur gerade berichtet, weil man gerade sensibilisiert ist. Aber zu 'kleinen' Öllecks, Pipeline Brüchen, Verschmutzungen wird es stets kommen.
Wo gehobelt wird, fallen Späne...
Es war schon IMMER so, und es wird bis zum Ende des Ölzeitalters auch immer so bleiben! Es wird nur gerade berichtet, weil man gerade sensibilisiert ist. Aber zu 'kleinen' Öllecks, Pipeline Brüchen, Verschmutzungen wird es stets kommen.
Wo gehobelt wird, fallen Späne...
Liebe Redaktion,
der Artikel ist ein bisschen wirr geschrieben. Wie ist nun die Lage der Öl-Plattform, bei der jetzt neben der "BP-Plattform" Öl ausfließt(, oder nicht mehr)? Und in welchem Zusammenhang steht jetzt der Bruch einer Leitung damit? Dass dann die zwei Sätze:
"Es bleibe beim angepeilten Datum, am 2. August Schlamm und Zement von oben in das Bohrloch zu pumpen, teilte Jindal mit. Fünf Tage später sei eine ähnliche Prozedur von unten am Ursprung der Quelle vier Kilometer unter dem Meeresgrund vorgesehen."
, gleich zwei mal 1:1 im Text vorkommen wirft dann die Irritation auf. Der Artikel hat so viele Informationen, dass Zusammenhang und Beziehung unter den einzelnen Vorkommnissen nicht eindeutig sind.
Versteht mich nicht falsch, vielleicht bin ich auch noch ein bisschen verschlafen.
Liebe Grüße!
Lieber Banause,
Sie haben natürlich Recht. In der Meldung ging einiges durcheinander. Leider ist noch nicht bekannt, ob das neuerliche Ölleck bereits gestopft wurde.
Beim Bruch der Pipeline in Michigan handelt es sich um einen davon unabhängigen Unfall, der deutlich macht, wie häufig es zu Öllecks kommt.
Dieser Vorfall steht aber in keinem Zusammenhang mit der Ölpest im Golf von Mexiko.
Lieber Banause,
Sie haben natürlich Recht. In der Meldung ging einiges durcheinander. Leider ist noch nicht bekannt, ob das neuerliche Ölleck bereits gestopft wurde.
Beim Bruch der Pipeline in Michigan handelt es sich um einen davon unabhängigen Unfall, der deutlich macht, wie häufig es zu Öllecks kommt.
Dieser Vorfall steht aber in keinem Zusammenhang mit der Ölpest im Golf von Mexiko.
"Ein Boot der US-Küstenwache rammte eine Ölplattform"
Ja ne ist klar. Wie schlecht ist das denn bitte?
P.S. ich kann meinem Vorredner nur zustimmen, sehr wirr.
Lieber Banause,
Sie haben natürlich Recht. In der Meldung ging einiges durcheinander. Leider ist noch nicht bekannt, ob das neuerliche Ölleck bereits gestopft wurde.
Beim Bruch der Pipeline in Michigan handelt es sich um einen davon unabhängigen Unfall, der deutlich macht, wie häufig es zu Öllecks kommt.
Dieser Vorfall steht aber in keinem Zusammenhang mit der Ölpest im Golf von Mexiko.
Sehr geehrte Herr Stockrahm,
ich bin nun entwirrt und danke Ihnen für Ihre aufklärende Antwort. Es sollte noch hinzugefügt sein, dass bei fehlenden Informationen sowas bei solch aktuellen Meldungen verständlich ist.
Darüber hinaus will ich Ihnen danken, dass Sie sich Zeit für den Leser genommen haben.
Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Sommertag. :)
Sehr geehrte Herr Stockrahm,
ich bin nun entwirrt und danke Ihnen für Ihre aufklärende Antwort. Es sollte noch hinzugefügt sein, dass bei fehlenden Informationen sowas bei solch aktuellen Meldungen verständlich ist.
Darüber hinaus will ich Ihnen danken, dass Sie sich Zeit für den Leser genommen haben.
Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Sommertag. :)
Sehr geehrte Herr Stockrahm,
ich bin nun entwirrt und danke Ihnen für Ihre aufklärende Antwort. Es sollte noch hinzugefügt sein, dass bei fehlenden Informationen sowas bei solch aktuellen Meldungen verständlich ist.
Darüber hinaus will ich Ihnen danken, dass Sie sich Zeit für den Leser genommen haben.
Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Sommertag. :)
Es war schon IMMER so, und es wird bis zum Ende des Ölzeitalters auch immer so bleiben! Es wird nur gerade berichtet, weil man gerade sensibilisiert ist. Aber zu 'kleinen' Öllecks, Pipeline Brüchen, Verschmutzungen wird es stets kommen.
Wo gehobelt wird, fallen Späne...
Südamerika, Schottland und hier eine augenöffnende Liste
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_bedeutender_Ölunfälle
Mir fehlen grad die Worte...
Das wären dann 3 aktuelle Ölkatastrophen wenn ich nicht irre...
1 x China und 2 x USA
Viel, viel mehr! Die ganze Nordsee, und diese ist nur ein Beispiel von vielen, ist eine einzige Ölkatastrophe! Und nicht zu vergessen das, was seit JAHREN in Nigeria abläuft!
Und ich möchte gar nicht erst wissen, wie viele Pipelines in Russland und Alaska/Kanada und sonstwo auf der Welt täglich Millionen von Litern Öl verlieren...
BPs Loch im Golf ist nur die populärste, aber bei weitem(!!) nicht die einzige Ölkatastrophe. Und ich wage sogar zu behaupten, noch nicht einmal die schlimmste (Vergleiche z.B. Golfkrieg 1). Es ist allerdings auch schwer, diesen Superlativ hinsichtlich eines Unfalls zu verwenden.
Traurig, aber wahr.
Viel, viel mehr! Die ganze Nordsee, und diese ist nur ein Beispiel von vielen, ist eine einzige Ölkatastrophe! Und nicht zu vergessen das, was seit JAHREN in Nigeria abläuft!
Und ich möchte gar nicht erst wissen, wie viele Pipelines in Russland und Alaska/Kanada und sonstwo auf der Welt täglich Millionen von Litern Öl verlieren...
BPs Loch im Golf ist nur die populärste, aber bei weitem(!!) nicht die einzige Ölkatastrophe. Und ich wage sogar zu behaupten, noch nicht einmal die schlimmste (Vergleiche z.B. Golfkrieg 1). Es ist allerdings auch schwer, diesen Superlativ hinsichtlich eines Unfalls zu verwenden.
Traurig, aber wahr.
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