Ölpest Neue massive Vorwürfe gegen BP

Vor der Explosion, die zum Untergang der Ölplattform "Deepwater Horizon" führte, war offenbar ein wichtiges Alarmsystem absichtlich ausgeschaltet worden.

Der Vorgänger dieser Plattform, die "Deepwater Horizon", sank nach einer Reihe von Explosionen und löste die größte Ölkatastrophe der USA aus

Der Vorgänger dieser Plattform, die "Deepwater Horizon", sank nach einer Reihe von Explosionen und löste die größte Ölkatastrophe der USA aus

Während der tropische Sturm Bonnie geringere Auswirkungen auf die Bekämpfung der Ölpest im Golf von Mexiko hat als befürchtet, kämpft der britische Konzern BP mit weiteren schweren Vorwürfen. Bei den Anhörungen in New Orleans zur Untersuchung der Explosion auf der Bohrinsel sagte der Chefelektriker, Mike Williams, Teile der Alarmanlage in den Schlafquartieren seien gezielt abgestellt gewesen.

Es handelt sich nicht um die Alarmanlagen im Bohrbereich, die vor Feuer, Gas oder einem Druckanstieg warnt. Die haben offenbar funktioniert und Alarm ausgelöst, ehe ein unerwarteter Überdruck im Bohrschacht zur Explosion am 20. April führte. Absichtlich ausgeschaltet war der Mechanismus, der automatisch eine Sirene sowie das Licht in den Schlafräumen einschaltet, sobald anderswo auf der Bohrinsel ein Alarm ausgelöst wird.

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In den Wochen zuvor hatten sich Arbeiter beschwert, dass sie zu oft durch Fehlalarm aus dem Schlaf gerissen wurden. US-Medien kommen zu dem Schluss, es sei unklar, ob die elf Todesopfer vermieden worden wären, wenn die Automatik eingeschaltet gewesen wäre.

Der Vorsitzende des Professorenverbands der USA, Cary Nelson, wirft BP vor, angesehene Meeresforscher als Berater anzustellen und ihre Arbeit mit Vertragsklauseln einzuschränken, um die Informationen über die Folgen der Ölpest zu kontrollieren. "Ein gigantischer Konzern versucht das Schweigen von Hochschullehrern zu erkaufen ", sagte Nelson der BBC . Die US-Regierung hat von BP verlangt, die Erforschung der Langzeitfolgen der Ölpest mit 500 Millionen Dollar über zehn Jahre zu finanzieren.

Leser-Kommentare
  1. Die einzig wichtige Frage ist doch, ob sich durch diesen Alarm, wäre er ausgelöst worden, die Katastrophe möglicherweise hätte verhindern lassen. Solle das nicht der Fall sein, kann das Alarmproblem durchaus vernachlässigt werden.

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    Die Frage ist auch, ob durch das Ausschalten des Alarms nicht auch 11 Menschen gestorben sind, die jetzt noch leben könnten. Die Auswirkungen der Explosion für die Umwelt und für Millionen und Milliarden von Lebewesen, Pflanzen, Tieren und Menschen sind verheerend. Aber nichtsdestotrotz gibt auch davon unabhängig (und es ist unabhängig zu sehen, in dem Punkt haben Sie Recht) jeder direkt oder indirekt zu Tode gekommene Mensch Fragen auf, insbesondere, wenn es ein Alarmsystem gab, was ihn hätte wecken können. Dass die Arbeiter allerdings sich selbst darüber beschwert haben, ob der vielen Fehlalarme nicht durchschlafen zu können, lässt diese tragische Maßnahme in meinen Augen weniger in dem Licht eines skrupellos agierenden Konzerns als vielmehr als eine pragmatische Handlung erscheinen, die letztlich verheerende Konsequenzen hatte.
    Ähnlich dem Überbrücken einer Sicherung, dem Weglassen jeglichen Arbeitsschutzes, schneller Fahren wenn man es eilig hat etc. Da denkt man häufig nicht an den schlimmsten Fall - und dann ist er da.

    Grundsätzlich dürfen Alarme nie ausgeschaltet oder überbrückt werden,
    weil sie weitere technische Abläufe steuern.
    Wer das macht oder anordnet, verliert automatisch die Betriebserlaubnis.
    Funktionstüchtige Alarme und Systeme sind mit Sicherheit Teil der
    Betriebserlaubnis für die Platform.
    Soweit mir bekannt ist, war BP Betreiber der Platform.
    Die Frage die es zu klären gilt:
    Hat die Crew der Platform den Alarm von sich aus stillgelegt, oder
    hat sie den Alarm auf Anweisung der BP stillgelegt?
    Für die BP ist es letztendlich egal, der Betreiber hat die Verantwortung.
    Für die BP kann es aber wesentlich teurer werden, wenn!

    Die Frage ist auch, ob durch das Ausschalten des Alarms nicht auch 11 Menschen gestorben sind, die jetzt noch leben könnten. Die Auswirkungen der Explosion für die Umwelt und für Millionen und Milliarden von Lebewesen, Pflanzen, Tieren und Menschen sind verheerend. Aber nichtsdestotrotz gibt auch davon unabhängig (und es ist unabhängig zu sehen, in dem Punkt haben Sie Recht) jeder direkt oder indirekt zu Tode gekommene Mensch Fragen auf, insbesondere, wenn es ein Alarmsystem gab, was ihn hätte wecken können. Dass die Arbeiter allerdings sich selbst darüber beschwert haben, ob der vielen Fehlalarme nicht durchschlafen zu können, lässt diese tragische Maßnahme in meinen Augen weniger in dem Licht eines skrupellos agierenden Konzerns als vielmehr als eine pragmatische Handlung erscheinen, die letztlich verheerende Konsequenzen hatte.
    Ähnlich dem Überbrücken einer Sicherung, dem Weglassen jeglichen Arbeitsschutzes, schneller Fahren wenn man es eilig hat etc. Da denkt man häufig nicht an den schlimmsten Fall - und dann ist er da.

    Grundsätzlich dürfen Alarme nie ausgeschaltet oder überbrückt werden,
    weil sie weitere technische Abläufe steuern.
    Wer das macht oder anordnet, verliert automatisch die Betriebserlaubnis.
    Funktionstüchtige Alarme und Systeme sind mit Sicherheit Teil der
    Betriebserlaubnis für die Platform.
    Soweit mir bekannt ist, war BP Betreiber der Platform.
    Die Frage die es zu klären gilt:
    Hat die Crew der Platform den Alarm von sich aus stillgelegt, oder
    hat sie den Alarm auf Anweisung der BP stillgelegt?
    Für die BP ist es letztendlich egal, der Betreiber hat die Verantwortung.
    Für die BP kann es aber wesentlich teurer werden, wenn!

    • joG
    • 25.07.2010 um 10:53 Uhr

    ...sein: "Der Vorsitzende des Professorenverbands der USA, Cary Nelson, wirft BP vor, angesehene Meeresforscher als Berater anzustellen und ihre Arbeit mit Vertragsklauseln einzuschränken, um die Informationen über die Folgen der Ölpest zu kontrollieren. "

    Es ist selbst für einen Öl Giganten unwahrscheinlich schwer alle Institute zu verpflichten, zumal die US Regierung der grösste Einkäufer von Forschung und Analyse weltweit sein dürfte. Da aber die Regierung Interesse an den Ergebnissen hat, bin ich ziemlich zuversichtlich, dass sie sich werden zu schützen wissen.

  2. Die Frage ist auch, ob durch das Ausschalten des Alarms nicht auch 11 Menschen gestorben sind, die jetzt noch leben könnten. Die Auswirkungen der Explosion für die Umwelt und für Millionen und Milliarden von Lebewesen, Pflanzen, Tieren und Menschen sind verheerend. Aber nichtsdestotrotz gibt auch davon unabhängig (und es ist unabhängig zu sehen, in dem Punkt haben Sie Recht) jeder direkt oder indirekt zu Tode gekommene Mensch Fragen auf, insbesondere, wenn es ein Alarmsystem gab, was ihn hätte wecken können. Dass die Arbeiter allerdings sich selbst darüber beschwert haben, ob der vielen Fehlalarme nicht durchschlafen zu können, lässt diese tragische Maßnahme in meinen Augen weniger in dem Licht eines skrupellos agierenden Konzerns als vielmehr als eine pragmatische Handlung erscheinen, die letztlich verheerende Konsequenzen hatte.
    Ähnlich dem Überbrücken einer Sicherung, dem Weglassen jeglichen Arbeitsschutzes, schneller Fahren wenn man es eilig hat etc. Da denkt man häufig nicht an den schlimmsten Fall - und dann ist er da.

    Antwort auf "Kernfrage"
  3. Die Ölindustrie ist, neben Waffen, Banken und Versicherungen eine der verbrecherischsten Industrien.

    An den Katastrophen die von diesem(n) Industriezweig(en) laufend verursacht werden und wurden, wird die Menschheit lokal und global noch lange zu knabbern haben. Aber es ist ja soooo notwendig.

    Darum wird als nächstes das Mittelmeer vergiftet:
    http://www.heise.de/tp/bl...

  4. Grundsätzlich dürfen Alarme nie ausgeschaltet oder überbrückt werden,
    weil sie weitere technische Abläufe steuern.
    Wer das macht oder anordnet, verliert automatisch die Betriebserlaubnis.
    Funktionstüchtige Alarme und Systeme sind mit Sicherheit Teil der
    Betriebserlaubnis für die Platform.
    Soweit mir bekannt ist, war BP Betreiber der Platform.
    Die Frage die es zu klären gilt:
    Hat die Crew der Platform den Alarm von sich aus stillgelegt, oder
    hat sie den Alarm auf Anweisung der BP stillgelegt?
    Für die BP ist es letztendlich egal, der Betreiber hat die Verantwortung.
    Für die BP kann es aber wesentlich teurer werden, wenn!

    Antwort auf "Kernfrage"
  5. Am Wochenende hat es offenbar Verhandlungen über Haywards Abfindung gegeben. Er wolle seinen Rückzug am Dienstag bekanntgeben, schreibt die Zeitung The Independent. Am Dienstag(27.07.2010) präsentiert der Londoner Konzern auch die Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2010. Analysten erwarten, dass BP trotz der Ölpest bislang 10 Milliarden Dollar (7,7 Milliarden Euro) Gewinn gemacht hat.

  6. nach den ganzen Informationen über die verantwortungslose
    - schon kriminell zu nennende - Schluderei noch nichtmal mehr einen Wagen betanken geschweige davon weiter irgendwo Öl fördern oder Gott behüte nach Öl bohren.

  7. hätte vermutlich sowieso keiner der Arbeiter ernst genommen. Wie bei einer Feuerwehr Übung in der Schule...

    Schöner Alarm, der soviele Fehlmeldungen hat, dass er ignoriert wird. Wieso wird derjenige, der diesen Alarm installiert/entworfen hat, nicht an den Pranger gestellt?

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    Jeder Alarm hat eine Ursache, der man auf den Grund gehen muß.
    Stellt sich heraus, das es Fehlalarme sind, muß die Ursache beseitigt werden.
    Einfach abschalten ist unzuläßig, weil es gegen die Betriebserlaubnis verstößt
    und gegen die Sicherheitsbestimmungen.

    Jeder Alarm hat eine Ursache, der man auf den Grund gehen muß.
    Stellt sich heraus, das es Fehlalarme sind, muß die Ursache beseitigt werden.
    Einfach abschalten ist unzuläßig, weil es gegen die Betriebserlaubnis verstößt
    und gegen die Sicherheitsbestimmungen.

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