BP-Einsatzmanager Doug Suttles hat eingeräumt, an zwei Stellen des mit einer Kappe verschlossenen Bohrlochs seien "einige wenige Blasen" ausgemacht worden. Dies sei nicht ungewöhnlich, würde aber beobachtet. Seitdem am Sonntag in der Nähe des Bohrlochs Blasen entdeckt wurden, befürchtete die US-Regierung, dass der vier Kilometer tiefe Förderschacht dem erhöhten Druck nach dem vorübergehenden Verschluss des Lochs nicht standgehalten haben könnte.

Experten der US-Regierung und BP-Verantwortliche berieten über die entdeckten Blasen. Möglicherweise habe Methangas sie verursacht, hieß es. Dieses würde auf austretendes Öl schließen lassen.

Nach dem Treffen zu den rätselhaften Blasen sagte Allen, dass BP den Belastungstest an der vergangene Woche auf das Ölleck gestülpten Verschlusskappe 24 Stunden lang fortsetzen dürfe. Die Erlaubnis weitere Tests sei aber an die Bedingung geknüpft, dass BP rigoros überwache, dass der Test die Gesamtlage nicht verschlechtere, sagte Allen.

Zudem verlange die Regierung die unverzügliche Untersuchung der möglichen neuen Öllecks. Auch beklagte US-Krisenkoordinator Thad Allen in einem Schreiben "andere Unregelmäßigkeiten", die bei den jüngsten Belastungstests an der Vorrichtung zu Tage getreten seien.

Ende vergangener Woche hatte BP verkündet, dass seit gut drei Tagen kein Öl mehr aus dem Leck in der Tiefe ströme, ein darauf gesetzter meterhoher Zylinder habe die Ölfontäne zum Versiegen gebracht. Dies war ein erster entscheidender Fortschritt seit dem Beginn der Ölkatastrophe vor drei Monaten.

BP hofft, dass die Kappe das Leck tief im Meer unter Verschluss hält, bis es Anfang August endgültig mit Schlamm und Zement versiegelt wird, sagte Manager Suttles. Entsprechende Tests verliefen ermutigend, die Steigleitung scheine dem Druck standzuhalten. 

Auch die dafür nötige Entlastungsbohrung steht offenbar kurz vor dem Durchbruch: Laut BP müssen die Ingenieure noch rund 30 Meter senkrecht bohren, um die Ölquelle zu erreichen.

Die BP-Bohrinsel Deepwater Horizon war im April nach einer Explosion gesunken. Bislang strömten Schätzungen der Internationalen Energieagentur zufolge zwischen 2,3 und 4,5 Millionen Barrel Öl ins Meer, Tag für Tag bis zu 8200 Tonnen. Das entspricht in etwa der neun- bis 17-fachen Menge dessen, was 1989 bei der Ölkatastrophe der Exxon Valdez in Alaska ausgelaufen war. Es ist die schwerste Ölpest der US-Geschichte .

Bislang hat BP für die Folgen der Ölkatastrophe eigenen Angaben zufolge 3,95 Milliarden Dollar (etwa drei Milliarden Euro) aufbringen müssen.