Vereinte Nationen Klimaschutz-Verhandlungen ohne Durchbruch
Die Vorbereitungen für den nächsten Weltklimagipfel in Cancún verlaufen zäh. Zugleich schwindet die Zeit, um ein Nachfolgeabkommen für Kyoto zu erzielen.
© Uriel Sinai/Getty Images

Das Klima lässt das Eis schmelzen: hier ein Eisberg in Grönland am Jacobshavn Bay. Die UN-Verhandlungen in Bonn lassen ein Klimafolgeabkommen dennoch aussichtslos erscheinen
Die fünftägige Bonner UN-Klimakonferenz hat kaum Fortschritte erzielt. Vier Monate vor der Konferenz in Cancún (Mexiko) ist so gut wie klar, dass ein neuer umfassender Weltklimavertrag nicht mehr machbar ist. Völlig offen blieb bei der bereits dritten großen Bonner UN-Vorbereitungskonferenz in diesem Jahr die Minderung von Treibhausgasen.
Die mexikanischen Gastgeber und das UN-Klimasekretariat wollen in Cancún zumindest ein "Paket" an Teilvereinbarungen erreichen, das die Basis für ein späteres Abkommen bilden soll, wie beide Seiten erklärten. Umweltorganisationen kritisierten zum Abschluss der UN-Runde in Bonn das schleppende Tempo der Verhandlungen, die das Erreichen von Vereinbarungen in Cancún gefährde.
Ein gutes halbes Jahr nach dem weitgehenden Scheitern des Kopenhagener Gipfels sind die Verhandlungen in Kernpunkten wie der Treibhausgas-Minderung festgefahren oder ohne neue Bewegung wie bei den geplanten Finanzhilfen für ärmere Länder.
Anders als in Kopenhagen wird es angesichts der bescheidenen Aussichten in Mexiko mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nur zu Ministerverhandlungen kommen und nicht zu einem Treffen von Staats- und Regierungschefs, wie der mexikanische Delegationsleiter Luis Alfonso de Alba Gongora signalisierte. Vor Cancún gibt es nur noch eine offizielle UN-Vorbereitungsrunde im Oktober in Tianjin (China).
Unklar blieb in Bonn, was für ein Abkommen für den globalen Klimaschutz angestrebt werden soll. Die Optionen reichen von einem einzigen neuen Weltklimavertrag bis zu mehreren Abkommen, wobei auch noch die rechtliche Verbindlichkeit ungeklärt ist. Der Druck wächst: Ende 2012 läuft die erste Phase des Kyoto- Protokolls von 1997 aus.
"Die Chancen für ein Klimafolgeabkommen in Cancún tendieren nach den Bonner Verhandlungen gegen Null" , meinte der Leiter der Internationalen Klimapolitik von Greenpeace, Martin Kaiser.
In Bonn seien "viel zu wenig Fortschritte erzielt worden", urteilte der politische Geschäftsführer der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch, Christoph Bals. "Es wird nun schwer sein, in Cancún selbst die anvisierten Teilvereinbarungen zu erreichen."
- Datum 06.08.2010 - 14:17 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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Und solch ein Artikel, der über Entscheidungen der Zukunft der Menschheit berichtet, findet sich irgendwo versteckt im Online-Angebot der Zeit.
Zum Inhalt des Artikels: Traurif, aber absehrbar und dennoch eigentlich unfassbar!
Die wissenschaftlichen Erkenntnis lässt nicht mehr viel Raum bei der Beantwortung der Frage, bis wann wie viel an Treibhausgasemissionen reduziert werden muss. Aber eine wichtige Lücke bleibt, die die Internationale Klimaschutzpolitik beantworten muss: wer reduziert wieviel?
Schon die Bali-Klimaschutzkonferenz im Dezember 2007 war ein Geschacher um die die Frage der Verbindlichkeit künftiger Reduktionsverpflichtungen. Obwohl damals klar gesagt war, dass verbindliche Zielvorgaben für die Industrienationen in Kopenhagen beschlossen werden sollten, war zu befürchten, dass das so nicht funktionieren würde.
Kyoto 1997 war "ganz nett" im Vergleich zu dem, was jetzt gefordert ist. Kyoto verpflichtete die Industrienationen, ihre Durchschnittsemissionen im Zeitraum 2008 bis 2012 um durchschnittlich 5.2% unter 1990er-Werte zu senken. Die EU war mit 8% dabei. Diesmal stehen weitere 12%-Punkte im Raum und die Umsetzungsfrist (2020) ist deutlich kürzer.
In der EU lässt das relativ ausgeprägte Umweltbewußtsein und das gute Bildungsniveau stringente Klimaschutzpolitik noch durchsetzbar erscheinen. In den von der Finanzkrise hart getroffenen USA geht die Wirtschaft offenbar vor; dass Klimaschutz neue Märkte eröffnet, ist dort noch nicht angekommen.
Das Kommitment der Schwellenländer wird schwinden, wenn einige Hauptemittenten (USA, Kanada) nicht mitziehen.
Momentan ist es schwer vorstellbar, wie ein Konsens der 192 UNFCCC-Staaten in Cancun zustande kommen soll. Wir werden sehen.
Mit CO2-Steuern kann man seine Wähler nicht mehr hereinlegen. Der Ansatz ist damit erledigt. Was jetzt noch kommt ist Kosmetik um den Fehlschlag zu relativieren. Die Suche nach neuen Finanzquellen läuft auf Hochtouren.Bloss sparen ist weiterhin nicht angesagt.300 Mio brächte allein die Abschaffung des PIK.
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