Vulkanausbruch in Indonesien "Schlafende Vulkane sind immer gefährlich"

Nach gut 400 Jahren Pause spuckt der Vulkan Sinabung auf Sumatra Asche. Horst Letz vom Tsunami-Frühwarnzentrum erklärt, warum Vulkanausbrüche schwer vorhersagbar sind.

Der Vulkan Sinabung auf Sumatra am 31. August: Asche und Rauch steigen aus dem Krater empor

Der Vulkan Sinabung auf Sumatra am 31. August: Asche und Rauch steigen aus dem Krater empor

ZEIT ONLINE: Auf der indonesischen Insel Sumatra ist nach mehr als 400 Jahren der Sinabung-Vulkan ausgebrochen. Inzwischen gab es zwei heftige Eruptionen, rund 20.000 Menschen sind auf der Flucht. Zeigte sich der Vulkanausbruch auch auf den Monitoren des Tsunami-Frühwarnzentrums in Jakarta, wo Erdbeben im ganzen indonesischen Raum registriert werden, um vor Flutwellen warnen zu können?

Horst Letz
Horst Letz

16 Jahre lang leitete Horst Letz das Geophysikalische Observatorium in Papua Neuguinea. Danach erforschte er an der Uni Jena die Deformation der Erdkruste. Nach einer Station in Genf kam der promovierte Geophysiker 2006 nach Jakarta, wo er seither den Aufbau des indonesischen Tsunami-Frühwarnsystems koordiniert. Im Kontrollzentrum in Jakarta laufen alle seismischen Daten zusammen.

Horst Letz: Die Magnituden von Vulkanbeben sind in der Regel nicht sehr groß und werden oft nur in unmittelbarer Nähe registriert. Im Fall des Gunung Sinabung konnten wir den sogenannten vulkanischen Tremor nicht messen – das sind Erschütterungen, die in kurzen Abständen aufeinanderfolgen und durch aufsteigende Vulkanaschen im umliegenden Gestein entstehen. In diesem Fall haben wir auch keine länger anhaltende höhere seismische Aktivität registriert, praktisch ein an- und abschwellen erhöhter Bodenunruhe. Solche seismischen Spuren wären sehr charakteristisch für einen Vulkanausbruch. Die nächstgelegene seismische Beobachtungsstation des Tsunami-Frühwarnzentrums steht in Parapat, etwa 83 Kilometer südöstlich des Vulkans Sinabung am Ufer des Lake Toba. Sie ist damit zu weit entfernt, um Vulkanbeben sicher aufzuzeichnen.

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ZEIT ONLINE: Ist es vor, während und nach der Eruption des Gunung Sinabung zu Erdbeben gekommen?

Letz: In Indonesien ist es in den letzten Wochen seismisch ausgesprochen ruhig geblieben. Auch am vergangenen Wochenende gab es im Bereich Sinabung keine nennenswerten Erdbeben, von denen man sagen könnte, sie weisen auf einen bevorstehenden Ausbruch hin.

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