Volkszählung im Meer In den Ozeanen tummeln sich mehr als 230.000 Arten
Seite 2/2:

Die See ist in Schwierigkeiten

Das Video zeigt denChor der Tiefsee: Würmer, Quallen und Fische, entdeckt von Wissenschaftlern des Census of Marine Life

In den Ozeanen leben vermutlich rund zehn Millionen verschiedene Arten, sagte kürzlich Pedro Martínez, der Direktor des Forschungsinstituts Senckenberg am Meer in Wilhelmshaven. Diese Zahl sei eine Hochrechnung, aber vor allem in der Tiefsee tue sich eine riesige Vielfalt auf. Noch in sieben Kilometern Tiefe etwa finden sich Fische ­ bei einem Druck, der viele U-Boote zerquetschen würde wie eine Dampfwalze eine Coladose.

Infografik: Überfischung
Fische in Not: Den Beständen in der Nordsee und im Nordostatlantik geht es schlecht

Fische in Not: Den Beständen in der Nordsee und im Nordostatlantik geht es schlecht

Besonders viel eingewanderte Fische, Mollusken und andere Tiere gibt es im Mittelmeer zu sehen. Hier leben mehr als 600 Neuankömmlinge – mehr als 4 Prozent aller Arten in diesem Gebiet. Die Herkunft ist zumeist das Rote Meer, als Verbreitungsweg dient meist der Suezkanal.

Dem scheinbaren Überfluss zum Trotz: "Die See ist in Schwierigkeiten", sagt Nancy Knowlton von der Smithonian Institution in Washington , die Leiterin der Arbeitsgruppe für die Riffe . "Ihre Bewohner haben in keinem nationalen oder internationalen Gremium Sitz oder Stimme, aber sie leiden, und müssen gehört werden." Die größte Bedrohung geht von der Überfischung der Meere aus, die seit vielen Jahren im Detail bekannt ist und von Warnungen begleitet wird – oft ohne Konsequenz. Der Verlust der Lebensräume, einwandernde Arten, Verschmutzung, Überdüngung, Sauerstoffmangel, Verklappung von Müll oder die Versauerung der Meere sind weitere Probleme.

Fotostrecke
Kuriositätenkabinett: Bilder aus den Tiefen der Meere

Kuriositätenkabinett: Bilder aus den Tiefen der Meere

Die Überfischung entfernt nicht allein Fische aus dem System, sondern ändert es damit. Wenn über Jahrzehnte riesige Fischschwärme weggefangen werden, wachsen Algen massenhaft.

Das wiederum hilft Quallen , die sich explosionsartig vermehren und dann alle möglichen weiteren Meeresorganismen fressen. Damit ist ein ursprünglich stabiles, vielfältiges Zusammenspiel der Arten zerstört. Auch der Mensch hat dann nichts mehr zu fischen außer Quallen, die keinen Nährwert besitzen.

Die Tiere der Meere

Die Arten verteilen sich anteilsmäßig auf folgende Gruppen:

  •     19 Prozent Krebstiere (Crustacea)
  •     17 Prozent Weichtiere (Mollusca)
  •     12 Prozent Fische (Pisces)
  •     10 Prozent Protozoen
  •     10 Prozent Algen und andere pflanzenartige Organismen
  •     7  Prozent Ringelwürmer (Annelida)
  •     5  Prozent Nesseltiere (Cnidaria)
  •     3  Prozent Plattwürmer (Platyhelminthes)
  •     3  Prozent Stachelhäuter (Echinodermata)
  •     3  Prozent Schwämme (Porifera)
  •     2  Prozent Moostierchen (Bryozoa)
  •     1  Prozent Manteltiere (Tunicata)


Der Rest sind andere wirbellose Tiere (5 Prozent) und weitere Wirbeltiere (Zwei Prozent). Zu letzteren gehören Wale, Seelöwen, Robben, Seevögel, Schildkröten und Walrosse.

 
Leser-Kommentare
  1. ...sich mehr als 230.000 Arten.
    BP:"Das werden wir ändern !"

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    mittendrin.
    Im Mittelmeer gehts jetzt weiter und die Nordsee ist auch schon dran.
    Und Shell macht eifrig mit. In Nigeria wurde bereits das Gesellenstück abgeliefert.

    Wie gut, dass uns die EU den Rücken freihält.

    mittendrin.
    Im Mittelmeer gehts jetzt weiter und die Nordsee ist auch schon dran.
    Und Shell macht eifrig mit. In Nigeria wurde bereits das Gesellenstück abgeliefert.

    Wie gut, dass uns die EU den Rücken freihält.

  2. mittendrin.
    Im Mittelmeer gehts jetzt weiter und die Nordsee ist auch schon dran.
    Und Shell macht eifrig mit. In Nigeria wurde bereits das Gesellenstück abgeliefert.

    Wie gut, dass uns die EU den Rücken freihält.

  3. das wir der Nachwelt wenigstens zeigen können was es einmal alles auf unserem Planeten an Pflanzen und Tieren gegeben hat!

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service