im Magazin Science . Am Mittwoch präsentierten die Wissenschaftler ihre Ergebnisse auf der Artenschutzkonferenz der Vereinten Nationen im japanischen Nagoya. Seit zehn Tagen verhandeln hier 193 Staaten über ein Artenschutzabkommen.

"Ein kleiner Schritt nach oben auf der Liste ist ein riesiger Sprung in Richtung Aussterben", sagte der amerikanische Ökologe und ehemalige Harvard-Professor Edward O. Wilson . Seiner Ansicht nach zeigt die Studie nur einen winzigen Ausschnitt des Artenverlustes der gesamten Tier- und Pflanzenwelt. Einer der nahe liegendsten Gründe für den Artenrückgang ist die Zerstörung von Lebensräumen. Besonders dramatisch seien Tierarten in Südostasien gefährdet, wo Palmölplantagen und Reisfelder immer mehr Urwaldfläche verschlingen.

Die Erkenntnisse der Weltnaturschutzunion (IUCN) sind eindeutig: Insgesamt 52 Säugetiere, Vögel und Amphibien klettern jährlich auf der Gefährdungsskala der Roten Liste einen Schritt nach oben. Ein alarmierendes Bild vom Artenschutz zeichnen Forscher eines internationalen Teams

Allerdings dokumentieren die Forscher der IUCN in ihrer Studie auch Erfolge der vergangenen Jahre im weltweiten Schutz von Arten und Umwelt. So galt etwa der kalifornische Kondor schon als ausgestorben. In den achtziger Jahren gab es nur noch wenige Individuen in Gefangenschaft. Durch ein umfangreiches Zucht- und Auswilderungsprogramm kreisen in diesem Jahr wieder rund 200 Exemplare in freier Natur. Nur für den Schwarzfußiltis und das Przewalski-Pferd sei eine derart erfolgreiche Wiederansiedlung auch gelungen. Einige bereits tot geglaubte Tiere tauchen mitunter gar wieder auf .

Auf der UN-Konferenz in Nagoya versprach Japan unterdessen zwei Milliarden Dollar (1,4 Milliarden Euro) für den Artenschutz. Das Geld solle in den kommenden drei Jahren den Entwicklungsländern zur Verfügung gestellt werden, sagte der japanische Regierungschef Naoto Kan. Mit der Initiative "Leben in Harmonie" solle den armen Ländern geholfen werden, ihre nationalen Strategien zu verbessern und umzusetzen.

Der deutsche Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) sicherte in Nagoya zehn Millionen Euro für den Erhalt tropischer Wälder zu. Das Geld soll in einen Fonds der Weltbank eingespeist werden, aus dem Projekte in Tropenländern zum Walderhalt gefördert werden sollen. Das Umweltministerium werde zudem eine Studie in Auftrag geben, die den ökonomischen Wert der biologischen Vielfalt in Deutschland bewerten soll, sagte Röttgen.