Artenschutz: Regierungschefs beraten über Rettung der Tiger
Der Schutz der Tiger wird auf höchster Ebene verhandelt: 13 Staaten beraten auf Einladung Russlands, wie sich der Bestand erhöhen und illegaler Handel verhindern lässt.
© Natalia Kolesnikova/Getty Images

Ein Tiger im Moskauer Zoo - die Zahl der in Wildbahn lebenden Tiere hat sich drastisch reduziert
Im russischen St. Petersburg diskutieren ranghohe Politiker aus den 13 Staaten, in denen es noch wilde Tiger gibt, vier Tage über einen Aktionsplan zur Rettung der Tiger. Ihre Zahl soll bis 2022 verdoppelt werden. An dem Treffen ab Sonntag wollen auf Einladung des russischen Regierungschefs Wladimir Putin auch US-Außenministerin Hillary Clinton und Chinas Regierungschef Wen Jiabao teilnehmen.
Laut einer Schätzung der Umweltorganisation WWF ist die Zahl der Tiger innerhalb eines Jahrhunderts von 100.000 auf 3200 geschrumpft, genaue Zahlen existieren jedoch nicht. Die Großkatzen leben vor allem in Asien.
"Es ist das erste Mal, dass Regierungschefs zusammenkommen, um eine einzige Tierart vor dem Aussterben zu retten", sagte WWF-Generaldirektor Jim Leape. Der Konferenz liegt ein detailliertes Programm zum Schutz der Tiger zur Abstimmung vor. Die WWF forderte anlässlich der Konferenz ein Ende des illegalen Handels mit Tigerprodukten. Der Schwarzmarkt bestehe vor allem in der Grenzregion zwischen Birma, Thailand und China. Diese Märkte zögen vor allem Touristen aus China an, die sich mit Tigermedizin, Glücksbringern aus Tigerkrallen oder auch Fellen versorgten. Die Tierschutzorganisation Traffic berichtete kürzlich, dass bis zu 1000 Tiger aufgrund des illegalen Handels umgekommen seien. Traffic misst weltweit den Bestand von Wildtieren.
Alasdair Cameron, Kampagnenführer der Environmental Investigation Agency kritisierte den Programmentwurf des Gipfels vorab. Er enthalte Forderungen, die bereits seit Jahren bestehen, bislang fehle jedoch der politische Wille die Forderungen auch umzusetzen.
Die Bekämpfung des illegalen Handels ist zentral für die Rettung der Tiger , konkrete Maßnahmen sind im Programmentwurf jedoch noch nicht enthalten.
Aus wissenschaftlicher Perspektive sind die Tiger besonders gefährdet, weil ihre einzelnen Populationen sehr klein sind. Oftmals gibt es pro Population weniger als 100 Tiere. Von den neun Tigerarten sind drei bereits ausgestorben. Der Bali-Tiger wurde zuletzt in den 1930er Jahren gesehen, der kaspische Tiger und der Java-Tiger gelten seit den 1970er Jahren als ausgestorben. Den südchinesischen Tiger gibt es womöglich auch nicht mehr, in den vergangenen 40 Jahre wurde kein Tier dieser Art mehr gesichtet.









Anzunehmen ist, daß in St. Petersburg die Tafel für die Konferenzteilnehmer reichlich gedeckt ist.
Politiker wollen etwas schützen ?? Lachhaft !
...hätte ich es nicht für möglich gehalten, dass sich Regierungschefs überhaupt Gedanken über den Tiger machen. Allein das Treffen ist also schon ein kleiner Erfolg.
Und: Da Tiger riesige Reviere haben, profitieren auch zahlreiche andere Arten von dessen Schutz.
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