Die Hauptschachtanlage im Atommülllager Asse II © Sean Gallup/ Getty Images

Bis heute ist nicht klar, wie stark der Atommüll strahlt, der im maroden Atommülllager Asse gelagert ist. Einen Zusammenhang zwischen dem Atommüll im Endlager Asse und dem Anstieg von Krebsfällen in der Region schließt die Bundesregierung zufolge nun aber aus. Dies berichtet die Braunschweiger Zeitung und beruft sich dabei auf eine Antwort der Parlamentarischen Umweltstaatssekretärin Ursula Heinen-Esser auf eine Bundestagsanfrage der Grünen. Demnach könnten die ansteigenden Krebsraten in dem Gemeindeverbund Asse "nicht durch die Strahlenbelastung aus der Asse erklärt werden".

Wie das Blatt weiter berichtet, kommt die Regierung in ihrer ersten offiziellen Stellungnahme zu den erhöhten Krebsraten zu dem Ergebnis, dass eine Analyse seltener Krebserkrankungen in einer kleinen Region "zwangsläufig starken statistischen Schwankungen" unterliegen würde. Bei derartigen Auswertungen in einer bestimmten Anzahl von Gemeinden könnten höhere Erkrankungsraten "allein aufgrund des statistischen Zufalls" gefunden werden. 

Die CDU-Politikerin Heinen-Esser schrieb in der Antwort weiter: "Um den beobachteten Anstieg mit Strahlung erklären zu können, müsste nach den vorliegenden wissenschaftlichen Kenntnissen über die Entstehung entsprechender Krebserkrankungen die Dosis etwa 10.000 mal höher sein als beobachtet."

Die Grünen-Bundestagsfraktion äußerte sich enttäuscht. Die Regierung versuche die Sorgen der Menschen vor Ort kleinzureden, sagte die umweltpolitische Sprecherin Dorothea Steiner der Zeitung.

Für viele Experten liegt ein Zusammenhang zwischen Atommüll und Krebshäufigkeit in der Umgebung der Asse sehr nahe. In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass in der Umgebung des Endlagers doppelt so viele Leukämie- und dreimal so viele Schilddrüsenkrebsfälle wie im statistischen Mittel aufgetreten waren.