Fragen und AntwortenDas Gift ist im Umlauf. Was nun?

Wieder einmal wurden Dioxine in Lebensmitteln gefunden. Woher stammt das Gift? Haben Kontrollen versagt? Und was kann man noch essen? Antworten auf die wichtigsten Fragen von , , , Hartmut Wewetzer und

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Bio-Eier in einem deutschen Supermarkt  |  © Sean Gallup/Getty Images

Tausende Bauernhöfe in Deutschland mussten Anfang Januar ihren Betrieb einstellen, da sie vermutlich mit giftigem Dioxin belastetes Futter erhalten hatten. Aufgefallen waren die überhöhten Konzentrationen des in der Umwelt stets in geringen Mengen vorhandenen Giftes zuerst in einem Futtermittelbetrieb in Uetersen. Dort waren dioxinbelastete Fette für die Biodieselherstellung zu Tierfutter verarbeitet worden.

Inzwischen wurden viele Agrarbetriebe wieder freigegeben. Am 11. Januar waren bundesweit noch rund 550 gesperrt, die meisten davon in Niedersachsen, gefolgt von Nordrhein-Westfalen. Nach offiziellen Kontrollen der amtlichen Labors der betroffenen Länder, die weiter andauern, waren bis zu diesem Zeitpunkt 19 Lebensmittelproben mit überhöhten Dioxin-Mengen belastet.

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In Eiern, Legehennenfleisch und Schweinefleisch wurden inzwischen vereinzelte Grenzwert-Überschreitungen festgestellt. In Einzelfällen dürfte betroffenes Fleisch auch in den Handel gelangt sein.

Ein überhöhter Grenzwert bedeutet aber noch keine Gesundheitsgefährdung: Dioxin ist erst in extrem hohen Mengen akut gesundheitsgefährdend und löst dann Ausschläge wie die Chlorakne aus. Die jetzt gefundenen Konzentrationen sind davon weit entfernt. Da sich Dioxine – ähnlich wie radioaktive Substanzen – allerdings über Jahrzehnte im Körper ansammeln und Tierversuche vermuten lassen, dass die Substanz auf Dauer krebserregend ist, gelten Grenzwerte für Lebensmittel.

Doch woher stammte das verunreinigte Tierfutter und wie sollten sich Verbraucher nun am besten verhalten? ZEIT ONLINE hat die Antworten auf einige wichtige Fragen zusammengestellt.

Woher stammt das verseuchte Tierfutter?

Der Hersteller Harles und Jentzsch in Schleswig-Holstein hatte Fette für Tierfutter produziert und verkauft, die mit Dioxinen verseucht waren. Für seine Produktion hatte das Unternehmen offenbar über Jahre Mischfettsäuren verwendet , die nur zur technischen Weiterverarbeitung zugelassen sind.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand soll das Dioxin in einem Unternehmen im niedersächsischen Bösel in das Futterfett gekommen sein. Das Unternehmen arbeitet als Spedition für Fette. Die Futterfettproduktion soll dort illegal betrieben worden sein. Die Firma ist ein Partnerunternehmen von Harles und Jentzsch. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen das Unternehmen.

Die verwendeten Fette sind Nebenprodukte aus der Biodieselherstellung. Die Zulieferfirma Petrotec aus Emden bereitet diese Fette aus Altspeisefetten auf. Im Tierfutter haben sie nichts zu suchen. Sprecher der Firma Petrotec sagen, dass die Lieferung eindeutig nur zur technischen Verwendung, etwa als Schmiermittel in der Industrie, deklariert gewesen sei. Inzwischen wurde bekannt, dass die Firma Harles und Jentzsch die Fette auch noch weiter verarbeitete , nachdem bei hauseigenen Kontrollen überhöhte Dioxin-Werte gemessen worden waren.

Wissenschaftler halten es für unwahrscheinlich , dass die Dioxin-Verbindungen während der Biodiesel-Herstellung entstanden sind. Der Kraftstoff wird aus energiereichen Pflanzen hergestellt, wie etwa Raps und Soja. Dabei entstehen auch Fettsäuren wie Ölsäure, Stearinsäure, Palmitinsäure, Linolsäure und Linolensäure. Bei dem chemischen Verfahren werden keine Temperaturen über 100 Grad Celsius erreicht. Dioxine bilden sich aber erst ab 300 Grad – und im Beisein von Chlor. Außerdem müssen bestimmte Ausgangsmoleküle und Katalysatoren vorhanden sein, damit sich die Gifte bilden können.

Grundsätzlich ist es üblich, rein pflanzliche Fette zur Futtermittelherstellung zu verwenden, auch wenn diese neben der Biodieselproduktion erzeugt werden. Diese müssen dann dementsprechend zugelassen und deklariert sein.

Dass jetzt Futter mit Dioxin belastet ist, hat Harles und Jentzsch bei eigenen Kontrollen festgestellt. Trotzdem belieferte der Betrieb offenbar zehn Monate lang Höfe mit dem belasteten Tierfutter. Bis zu 150.000 Tonnen sind schätzungsweise im Umlauf. In der Massentierhaltung bekommen Schweine und Hühner spezielle Futtermittel, die etwa zur Hälfte aus Getreide bestehen und außerdem Eiweiße aus Sojaschrot, Mineralstoffe und Vitamine enthalten. Fette werden diesen Futtermitteln beigemischt, um den Energiegehalt zu erhöhen.

Wie gelangten die Dioxine in das Tierfutter?

Das ist unklar. Das Gemisch aus Fettsäuren wurde entweder bereits beim Hersteller Prototec verunreinigt oder erst später während der Produktion des Futterfettes. Die Hauptquellen für das Umweltgift sind heute die Metallindustrie (mehr als die Hälfte der Belastung), private Ofenheizungen und Kamine (knapp ein Viertel) sowie Kraftwerke und industrielle Feuerungsanlagen (knapp ein Zehntel).

Die früher bedeutsame Müllverbrennung spielt keine nennenswerte Rolle mehr. Erste Laboruntersuchungen ergaben, dass die gefundenen Dioxin-Verbindungen nicht zu den Substanzen gehören , die typischerweise bei der Müllverbrennung entstehen. In der Natur entstehen Dioxine bei Waldbränden und Vulkanausbrüchen.

Was ist Dioxin?

Dioxine sind Umweltgifte, die besonders langlebig sind. Der Begriff bezieht sich auf zwei Klassen von Kohlenwasserstoffverbindungen, die unterschiedlich stark mit Chlor versetzt sind. Insgesamt sind 210 solcher Verbindungen bekannt. Sie teilen sich in 75 polychlorierte Dibenzo-p-dioxine (PCDD) und in 135 polychlorierte Dibenzofurane (PCDF) auf.

Die Grundstruktur des Moleküls bilden häufig Benzolringe an beiden Enden, an denen Chlor-Atome hängen. Nur wenn die Benzolringe in einer Ebene liegen, kann das Molekül seine toxische Wirkung entfalten.

Das giftigste Dioxin ist das als Seveso-Gift bekannte 2,3,7,8-Tetrachlordibenzodioxin (TCDD), bei dem Sauerstoffatome die Benzolringe zusammenhalten.

Im italienischen Seveso ereignete sich am 10. Juli 1976 eine der größten Chemiekatastrophen. Dabei wurden große Mengen der toxischen Verbindung freigesetzt. Pflanzen und Tiere verendeten, Menschen erkrankten unter anderem an Eiterpusteln im Gesicht, der Chlorakne. Die Seveso-Katastrophe führte international zu schärferen Gesetzen und der Ächtung von Umweltgiften.

Neben den Dioxinen gibt es die zum Teil ebenfalls gesundheitsschädlichen, dioxinähnlichen Polychlorierten Biphenyle (PCB). Hiervon sind 209 Verbindungen bekannt.

Wie entsteht es?

Dioxin entsteht unerwünscht etwa bei Industrie- und Verbrennungsprozessen mit Chlor und organischem Kohlenstoff. Nach Informationen des Umweltbundesamtes wird das Umweltgift bei 300 Grad Celsius und mehr gebildet und ab Temperaturen von 900 Grad zerstört. Entsprechende Hitze entwickelt sich zum Beispiel in der Metall- und Stahlproduktion, in der Müllverbrennung oder bei Hausbränden. Allerdings müssen bestimmte Ausgangsmoleküle und chemische Katalysatoren vorhanden sein, damit sich Dioxon-Verbindungen bilden können.

Auch bei allen chemischen Produktionsverfahren, in denen Chlor verwendet wird, können die Stoffe entstehen.

In der Natur kommen Dioxine mitunter dort vor, wo Wälder verbrennen oder Vulkane ausbrechen. Im Laufe der Erdgeschichte haben sich viele Umweltgifte so in Ton und Erde angereichert.

Kiloweise Dioxine wurden in den 1980er Jahren in die Umwelt gebracht. In Pflanzenschutzmitteln und Chemikalien wie PCB fanden sich viele toxische Verbindungen. Mittlerweile gibt es Grenzwerte und scharfe Gesetze sowie PCB-Verbote, die diese Dioxinbelastung drastisch verringert haben.

Gesundheitsgefahr

Bereits geringe Mengen an Dioxinen können für den Menschen gefährlich sein. Allerdings kommt es durch belastete Lebensmittel nicht zu akuten Symptomen. Die giftigen Stoffe sind allerdings sehr langlebig und können jahrzehntelang im Körper verbleiben, ehe sie sich abgebaut haben. So gibt es chronische Effekte, wenn über lange Zeit hinweg auch niedrige Dioxin-Mengen in den Körper gelangen.

Die Folgen wurden in Tierversuchen beschrieben und reichen von Störungen des Immunsystems, schweren Haut- und Atemwegserkrankungen bis hin zu Schilddrüsen- und Darmschäden. Das giftigste Dioxin TCDD gilt als krebserregend, auch wenn bei dem Gift-Skandal in Seveso keine erhöhten Krebsraten nachgewiesen wurden. Bestehende Grenzwerte sind eine Vorsichtsmaßnahme. Sie sagen nichts über die tatsächliche Gesundheitsgefahr aus.

90 bis 95 Prozent des Dioxins, das in den menschlichen Stoffwechsel gelangt, wird über die Nahrung aufgenommen. Fast zwei Drittel davon steckt in Fleisch und Milchprodukten, weil sich die Umweltgifte im Fettgewebe anreichern. Fische sind, je nach Fettgehalt, zum Teil stärker belastet. Allerdings werden vergleichsweise weniger davon verzehrt.

Ein erwachsener Mensch nimmt jeden Tag in Deutschland im Durchschnitt zwischen 48 und 138 Pikogramm Dioxine auf (1 Pikogramm = 1 pg = 1 Billionstel Gramm). Diese Daten stammen aus den Jahren 2000 und 2003. Daher schätzt das Bundesumweltamt, dass die Belastung derzeit noch niedriger ist.

Wie das Bundesinstitut für Risikobewertung mitteilt, liegt der Dioxingehalt bei Proben aus dem Januar 2010 über dem von der EU festgelegten Höchstgehalt. Für Eier beträgt dieser drei Pikogramm pro Gramm Fett. Eine akute Gesundheitsgefahr ergibt sich darasu nicht. Wer ein Ei mit einem erhöhten Dioxingehalt gegessen hat, wird nichts merken.

Belastung

Obwohl Dioxine nie im industriellen Maßstab hergestellt worden sind, finden sie sich in der Umwelt und vor allem im Boden. Über die Luft oder den Einsatz von Düngern (z.B. aus Klärschlamm) gelangen sie in die Erde, wo sie sich anreichern. Die Giftstoffe gelangen meist über Erdpartikel, die an Gemüse, Gras oder Getreide haften in die Nahrungskette. In Gemüse selbst sind Dioxine kaum zu finden.

Ins Meer gelangten Dioxine jahrzehntelang in großen Mengen, weil sie sich in Industrie- und Deponie-Abwässern sammeln. Hier reichern sie sich bis heute im Fettgewebe von Fischen, Vögeln und Säugetieren an, weil sie so langlebig sind.

Seit Mitte der 1990er Jahre hat die Dioxin-Belastung in der Umwelt um mehr als 50 Prozent abgenommen. Dank verbesserter Umweltschutzmaßnahmen ist auch die Lebensmittelqualität gestiegen. Völlig unbelastete Nahrungsmittel sind allerdings kaum denkbar, da Dioxine auch natürlich entstehen können.

Um die eigene Dioxin-Belastung zu senken, sollten Verbraucher den häufigen Verzehr fettreicher tierischer Lebensmittel meiden. Tiere, die in Freiheit aufwachsen und ein höheres Alter erreichen, haben zudem tendenziell eine höhere Belastung in ihrem Fett. Dies gilt vor allem für wildgefangene Fische.

Links

Mehrere Ministerien und Verbraucherzentralen informieren im Internet über die vom aktuellen Dioxin-Skandal betroffenen Produkte. Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat zudem Berichte über die Kontrollen bei Futtermittelherstellern ins Netz gestellt.

Wie nehmen wir Dioxine auf?

Dioxine kommen überall in der Umwelt vor. Der Mensch nimmt sie vor allem beim Verzehr tierischer Produkte auf. Hauptquellen der Gifte sind Futterpflanzen von belasteten Böden, Meerestiere und Fischmehl, Getreide und Heu sowie Futterzusatzstoffe, wie Bindemittel und Fließhilfsstoffe. Hühner, Rinder, Schweine und Fische speichern die giftigen Verbindungen in ihrem Fettgewebe. Das Fleisch, die Milch und die Eier sind dann belastet. Mageres Fleisch, fettarme Milch und viel Obst und Gemüse können also helfen, die Dioxin-Aufnahme zu senken.

Wie groß ist das Dioxin-Risiko für den Normalverbraucher?

Die Dosis eines Stoffs entscheidet darüber, wie giftig er ist. Das gilt auch für die Dioxine. Schwerwiegende Schäden an Haut, Immunsystem oder gar Krebs wurden jedoch in erster Linie in Experimenten ermittelt, bei denen Tiere hohen Dioxin-Dosen ausgesetzt waren. Die Frage ist also, wie weit man diese Ergebnisse auf den Alltag übertragen kann. Weil Dioxine überall in der Umwelt vorkommen, lassen sich die Schadstoffe in jedem Menschen nachweisen. Sie lagern sich vorzugsweise im Fettgewebe ab und reichern sich hier an.

Das gefährlichste Dioxin ist das TCDD (siehe auch Infobox). Es macht etwa zehn Prozent des Dioxin-Risikos aus. Die Halbwertszeit für TCDD im menschlichen Organismus beträgt nach einer Berechnung der US-Umweltbehörde EPA etwa 2120 Tage. Knapp sechs Jahre dauert es also, bis die Leber die Hälfte einer an einem Tag aufgenommenen Dioxin-Menge abgebaut hat. Trotzdem: Eine "normale" Dioxin-Belastung dürfte im Durchschnitt keine Nachteile für die Gesundheit mit sich bringen, urteilt die Weltgesundheitsorganisation WHO . Das gilt ihrer Ansicht nach ebenfalls für das Krebsrisiko – unterhalb einer bestimmten Schadstoffmenge ist dieses vernachlässigbar.

Leserkommentare
  1. Wer "leistet" es sich, mit solchem Zeugs zu füttern:

    http://www.gegen-massenti...

    • Xdenker
    • 04. Januar 2011 20:50 Uhr

    Erstens: Bei der Herstellung von Biodiesel aus Pflanzenölen oder -fetten entstehen keine Fettsäuren. Die Öle und Fette bestehen aus Fettsäuren! Das ist (gymnasiales) Allgemeinwissen.

    Zweitens: Bei der Herstellung von Biodiesel (z.B. Rapsmethylester) entstehen Methylester und Glycerin. Der Methylester muss von Resten von Methanol, Glycerin, Katalysatoren, Seifen u.a. gereinigt werden. Dazu werden Schwefel oder Salzsäure eingesetzt. Salzsäure enthält bekanntlich Chlor (Chlorid). Könnte das nicht der Ursprung Dioxinentstehung (polychlorierte Biphenyle (PCB)) bei Nebenprodukten der Biodieselherstellung sein, die wahrscheinlich auch einem Trocknungs- bzw. Erhitzungsprozess unterzogen werden?

    Diese Recherche hat mich gerade mal 3 Minuten gekostet: http://de.wikipedia.org/w...

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    Redaktion

    Lieber Xdenker,

    Die Information, das in der Biodieselherstellung nebenher auch Mischfettsäuren hergestellt werden, stammt von einem Futtermittelexperten. Ihm zufolge kann sogar Glycerin in geringen Mengen Futtermitteln beigemischt werden.

    Nichtsdestotrotz, die Frage bleibt, wo das Dioxin herkommt, und warum der Futtermittelhersteller angeblich richtig deklarierte Mischfettsäuren für die Tiernahrungsherstellung verwendet hat.

    Möglicherweise ist auch die gängige Umdeklarierung von verarbeiteten Produkten innerhalb der einzelnen Stationen vom Ausgangspunkt über das Mischen des Futters bis zu dem Moment, wenn es im Trog landet, problematisch. Woher ein Hersteller seine zugelieferten Rohstoffe bekommt, ist mitunter nicht mehr ersichtlich, wenn das Produkt die Fabrik verlässt. Wird es dann wiederum weiterverarbeitet, deklariert es der neue Produzent wieder um.

    So kann sich eine Spur leicht verlieren.

    Wer weiß, wann diese Fragen geklärt sind.

    Grüße aus der Redaktion.

    1. Fette und Öle bestehen eben nicht aus "Fettsäuren", sondern aus Derivaten dieser, den Fettsäureglycerylestern. Das ist ein bedeutender Unterschied.
    Bei der Herstellung von Biodiesel werden diese Glycerylester zu Methylester umgeestert. Hierbei entstehen mit Sicherheit auch die freien Fettsäuren. (Nur etwas Wortklauberei am Rande)

    2. Die Bildung von PCB mag durchaus durch Erhitzung, z.B. mit zuwenig Sauerstoff, begünstigt werden, da erst bei höheren Temperaturen die Oxidation zu Kohlenstoffdioxid vollständig abläuft und vorher bevorzugt aromatische Kohlenwasserstoffe entstehen. (Diese These kann ich als angehender Chemiker unterstützen.)

    • reimuse
    • 04. Januar 2011 22:45 Uhr

    Ich finde es einfach krank, das sich Medien auf ein solches Thema wie die "bunteste Zeitung" stürzen. Der Artikel ist grottenschlecht. Schlecht recherchiert und falsche Aussagen. Die Frage ist doch gar nicht Dioxin oder andere Gifte, die Frage ist doch: was lassen sich kriminelle Konzerne noch einfallen um Geld zu verdienen ? 2009 lief eine Welle wegen der Vogelgrippe durch Deutschland, Medikamente in Größenodnungen wurden für die Halde produziert und vom Steuerzahler bezahlt, dann kamen die Banken die wertlose Wertpapiere gekauft hatten und nicht los wurden, der Steuerzahler bezahlte. 2010 war das Jahr des Niederganges der Bahn. Ein Staatsunternehmen hatte sich totgespart. Und immer tut die Politik als wäre das Wetter schuld. Wann gibt es Journalisten die richtige Fragen stellen ? Zum Beispiel : Werden die die Kontrollorgane der Länder und die Firmen, welche am Dioxinskandal schuld sind, auch gerichtlich belangt ? Ein Steuersünder bekommt 1- 5 Jahre, ein Beamter Strafe auf Bewährung.

    Da haben Sie aber eine milde Variante des Problems geliefert.
    Wenn ich den Artikel richtig verstehe - und genau beschrieben ist es im Artikel nicht, werden nicht nur raffinierte Rapsöle zur Grundlage der Industriefettsäuren, sondern ein buntes Gemisch verschiedener vielfach vorerhitzter Fette bunter Provenienz. Diese Fettsäuren werden dann in tierische Fette umgewandelt. Von einigen dieser Fettsäuren ist bekannt, dass sie hochtoxisch und cancerogen sind.

    Da sind die Verunreinigungen mit Dioxinen im Picogrammbereich wahrscheinlich noch das kleinste Problem.

    • optun
    • 04. Januar 2011 20:52 Uhr

    Es ist noch gar nicht so lange her, da kam der Skandal, dass Tiere mit Abfällen, ja Fäkalien gefüttert wurden.
    Ein Aufschrei ging durch die Lande! Und wurde einer dieser Verbrecher zur Rechenschaft gezogen?
    Wehe, der Arbeitslose schuldet dem Amt ein paar Cents, da bewegt sich aber gleich eine Strafaktion von Amts wegen.
    Schuld an diesen ganzen Skandalen, sind unsere unfähigen Amtstierärzte und Volksvertreter.

    • Gafra
    • 04. Januar 2011 20:56 Uhr

    Erst einmal ist offenbar wieder ein Massaker geplant an all den vergifteten Tieren!

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    • Buh
    • 05. Januar 2011 5:32 Uhr

    Diese verflixten Massentierhalter sollen gefälligst entsprechend ihres Handelns Buße tun und diesen wehrlosen, unschuldigen Tieren gefälligst ein Zuhause schaffen, und das auf ihre Kosten!

    Ich bin echt entsetzt wie gefühllos und willkürlich in diesem Land Tiere getötet werden.

  2. Bei schlechten Rechenkenntnissen wie Frau Schwartau schon mal demonstriert hat, fordere ich auch ein Berufsverbot.

  3. Zum Leben brauchen wir Nahrung. Wir brauchen gute, gesunde und ausgewogene Speise. Vergiftete, verseuchte oder ungesunde Lebensmittel machen uns schwach, matt und krank. Ja, sie können uns töten. Und die Nachrichten über neue Lebensmittelskandale machen Angst. Was kann man noch essen, was ist noch gesund und ungiftig? Das schlimme ist: Einem Ei sieht man nicht an, ob es Gift enthält, an einem Brot erkennt man nicht die genmanipulierten Ährenkörner und an einem Braten riecht man kein BSE. Wir sind auf Gedeih und Verderb auf die Redlichkeit der Bauern, Händler und Lebensmittelkontrolleure angewiesen.
    Nun, der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Er hat nicht nur Hunger nach einem guten Essen, sondern er hungert auch nach geistlicher Speise. Er braucht ein unsichtbares Brot. Worte von Gott, Weisung für sein Leben, eine Adresse für seine Gebete, eine Sühne für sein Versagen, die gültige Wahrheit, auf die er sein Leben bauen kann.

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    • optun
    • 04. Januar 2011 21:41 Uhr

    die ich voll unterschreiben kann.
    Nur, wer erzieht unser Volk zur Wahrhaftigkeit, wenn selbst unsere Volksvertreter nicht wahrhaftig sind.
    Genau dagegen wird tagtäglich verstoßen. Obwohl man als Volksvertreter im Innern weiß, dass die andere Partei im Recht ist, verweigert man ihr hinsichtlich der Parteidiziplin die Stimme. Und so geht es in diesem Staat kreuz und quer, dass Volk spielt hier überhaupt keine Geige.
    Hat einmal ein Abgeordneter im Bundestag gegen seine Partei gesprochen?
    Wir kommen in diesem Land nur weiter, dass wird aber nicht geschehen, wenn man nicht nach dem Gewinn giert, sondern wahrhaftig seinen Charakter und sein Leben ausrichtet.
    Wer nur nach Gewinn (Massentierhaltung, Schlachtprämien, Exportweltmeister) schielt, wird eines Tages die Rechnung dafür erhalten. Weit sind wir davon nicht mehr entfernt.

    • BSiR
    • 06. Januar 2011 16:55 Uhr

    Auf die geistliche Nahrung verzichte ich gerne, was nicht einmal ein Verzicht im Sinne des Wortes wäre. Ihr Kommentar liefert nichts, was ich zur persönlichen Aufarbeitung bzw. zur Überprüfung meines Konsumverhaltens gebrauchen kann.
    Das, was Sie geistliche Nahrung nennen, hat im Laufe seines Entstehens bis in die Gegenwart mehr Unheil angerichtet, als Dioxine je anrichten könnten.

  4. "Zwar trägt jedes Ei eine Code-Nummer, die den Herkunftsbetrieb kennzeichnet. "

    Habe mir mal die Eier aus dem Kühlschrank angeschaut, kein einziges mit Code, noch Datum.
    Wer "Unternehmer " kennt weiß, dass einige zu allem fähig sind.
    Wieder einmal unsere Behörden, denen das Geld für´s Nichtstun hinten hineingesteckt wird.
    Kontrollen sind eben aufwändig und wer will schon Unruhe stiften?

    Einziger Ausweg, wie Gafra schon schreibt, alle Unschuldigen erst einmal dahin metzeln.
    dort ist geringer Widerstand vorprogrammiert.

    Welch glorreiche Gesellschaft.

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    scheint nach der heutigen Meldung des BUND NRW das Problem zu sein, da eine Dioxinuntersuchung bis zu 1000 € kosten würde.
    Da die BIP/BSP Wertschöpfung der Nahrungserzeugung bis zum Endverbraucher (Wer auch immer das sei) einträglicher ist, als die Überwachungs,-u.Präventionskosten der Bundesländer wird auch dieser Skandal nach dem Pflichtgeschrei in den Aktenordnern der Feudalbürokratie und Justitia versenkt.

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