Lebensmittel Dioxin in Fleischproben nachgewiesen

Steuerhinterziehung lautet ein weiterer Verdacht gegen Futterhersteller Harles und Jentzsch. Erstmals sind nun in Fleischproben erhöhte Dioxinwerte nachgewiesen worden.

Polizeiwagen auf dem Gelände der Firma Harles und Jentzsch

Polizeiwagen auf dem Gelände der Firma Harles und Jentzsch

Die Behörden haben erstmals belastetes Geflügelfleisch gefunden. Das Verbraucherschutzministerium bestätigte am Samstag, dass Proben vom Fettgewebe dreier Legehennen einen Wert von 4,99 Pikogramm Dioxin pro Gramm Fleisch ergeben hätten. Der erlaubte Höchstwert liege bei 2 Pikogramm. Die Hühner stammten aus einem Betrieb in Nordrhein-Westfalen, in dem auch belastete Eier gefunden worden waren. Das Fleisch der Tiere sei nicht in den Verkehr gekommen, teilte das Ministerium mit. Die Hühner seien getötet und das Fleisch vernichtet worden. Alle Eier des Betriebes seien von den Behörden zurückgerufen und die betroffenen Eiernummern im Internet veröffentlicht worden. Bei weiteren einzelnen Kontrollen an Hähnchen, Mastputen und Schweinen seien in verschiedenen Bundesländern keine überhöhten Konzentrationen von Dioxin festgestellt worden, berichtete das Ministerium weiter.

Gegen den Futtermittelbetrieb Harles und Jentzsch wurden inzwischen neue Vorwürfe laut: Es könnte sein, dass sich der Hersteller des dioxinverseuchten Futterfetts nun auch wegen Betrugs und Steuerhinterziehung verantworten muss. Vieles spreche dafür, dass das Unternehmen aus Schleswig-Holstein seine Kunden betrogen und minderwertige technische Mischfettsäure zu teurem Futterfett verarbeitet habe, sagte ein Sprecher des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums. Für eine Tonne Industriefett habe das Unternehmen lediglich 500 Euro erlösen können, für eine Tonne Futterfett hätten die Kunden aber 1000 Euro bezahlen müssen. Hier liege der Verdacht der falschen Rechnungsstellung und somit der Steuerhinterziehung nahe, sagte der Sprecher.

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Gegen die Geschäftsführer von Harles und Jentzsch laufen bereits Ermittlungen der Staatsanwaltschaften Itzehoe und Oldenburg wegen Verstoßes gegen das Lebensmittel- und Futtermittelgesetz. Untersuchungen des bundesweit ausgelieferten Futters der Firma hatten Dioxin-Werte ergeben, die zum Teil 78 mal höher waren als erlaubt. Die Behörden haben inzwischen etwa 4700 landwirtschaftliche Betriebe vorsorglich geschlossen. Die Bauern befürchten Schäden in mehrstelliger Millionenhöhe.

Was ist Dioxin?

Dioxine sind Umweltgifte, die besonders langlebig sind. Der Begriff bezieht sich auf zwei Klassen von Kohlenwasserstoffverbindungen, die unterschiedlich stark mit Chlor versetzt sind. Insgesamt sind 210 solcher Verbindungen bekannt. Sie teilen sich in 75 polychlorierte Dibenzo-p-dioxine (PCDD) und in 135 polychlorierte Dibenzofurane (PCDF) auf.

Die Grundstruktur des Moleküls bilden häufig Benzolringe an beiden Enden, an denen Chlor-Atome hängen. Nur wenn die Benzolringe in einer Ebene liegen, kann das Molekül seine toxische Wirkung entfalten.

Das giftigste Dioxin ist das als Seveso-Gift bekannte 2,3,7,8-Tetrachlordibenzodioxin (TCDD), bei dem Sauerstoffatome die Benzolringe zusammenhalten.

Im italienischen Seveso ereignete sich am 10. Juli 1976 eine der größten Chemiekatastrophen. Dabei wurden große Mengen der toxischen Verbindung freigesetzt. Pflanzen und Tiere verendeten, Menschen erkrankten unter anderem an Eiterpusteln im Gesicht, der Chlorakne. Die Seveso-Katastrophe führte international zu schärferen Gesetzen und der Ächtung von Umweltgiften.

Neben den Dioxinen gibt es die zum Teil ebenfalls gesundheitsschädlichen, dioxinähnlichen Polychlorierten Biphenyle (PCB). Hiervon sind 209 Verbindungen bekannt.

Wie entsteht es?

Dioxin entsteht unerwünscht etwa bei Industrie- und Verbrennungsprozessen mit Chlor und organischem Kohlenstoff. Nach Informationen des Umweltbundesamtes wird das Umweltgift bei 300 Grad Celsius und mehr gebildet und ab Temperaturen von 900 Grad zerstört. Entsprechende Hitze entwickelt sich zum Beispiel in der Metall- und Stahlproduktion, in der Müllverbrennung oder bei Hausbränden. Allerdings müssen bestimmte Ausgangsmoleküle und chemische Katalysatoren vorhanden sein, damit sich Dioxon-Verbindungen bilden können.

Auch bei allen chemischen Produktionsverfahren, in denen Chlor verwendet wird, können die Stoffe entstehen.

In der Natur kommen Dioxine mitunter dort vor, wo Wälder verbrennen oder Vulkane ausbrechen. Im Laufe der Erdgeschichte haben sich viele Umweltgifte so in Ton und Erde angereichert.

Kiloweise Dioxine wurden in den 1980er Jahren in die Umwelt gebracht. In Pflanzenschutzmitteln und Chemikalien wie PCB fanden sich viele toxische Verbindungen. Mittlerweile gibt es Grenzwerte und scharfe Gesetze sowie PCB-Verbote, die diese Dioxinbelastung drastisch verringert haben.

Gesundheitsgefahr

Bereits geringe Mengen an Dioxinen können für den Menschen gefährlich sein. Allerdings kommt es durch belastete Lebensmittel nicht zu akuten Symptomen. Die giftigen Stoffe sind allerdings sehr langlebig und können jahrzehntelang im Körper verbleiben, ehe sie sich abgebaut haben. So gibt es chronische Effekte, wenn über lange Zeit hinweg auch niedrige Dioxin-Mengen in den Körper gelangen.

Die Folgen wurden in Tierversuchen beschrieben und reichen von Störungen des Immunsystems, schweren Haut- und Atemwegserkrankungen bis hin zu Schilddrüsen- und Darmschäden. Das giftigste Dioxin TCDD gilt als krebserregend, auch wenn bei dem Gift-Skandal in Seveso keine erhöhten Krebsraten nachgewiesen wurden. Bestehende Grenzwerte sind eine Vorsichtsmaßnahme. Sie sagen nichts über die tatsächliche Gesundheitsgefahr aus.

90 bis 95 Prozent des Dioxins, das in den menschlichen Stoffwechsel gelangt, wird über die Nahrung aufgenommen. Fast zwei Drittel davon steckt in Fleisch und Milchprodukten, weil sich die Umweltgifte im Fettgewebe anreichern. Fische sind, je nach Fettgehalt, zum Teil stärker belastet. Allerdings werden vergleichsweise weniger davon verzehrt.

Ein erwachsener Mensch nimmt jeden Tag in Deutschland im Durchschnitt zwischen 48 und 138 Pikogramm Dioxine auf (1 Pikogramm = 1 pg = 1 Billionstel Gramm). Diese Daten stammen aus den Jahren 2000 und 2003. Daher schätzt das Bundesumweltamt, dass die Belastung derzeit noch niedriger ist.

Wie das Bundesinstitut für Risikobewertung mitteilt, liegt der Dioxingehalt bei Proben aus dem Januar 2010 über dem von der EU festgelegten Höchstgehalt. Für Eier beträgt dieser drei Pikogramm pro Gramm Fett. Eine akute Gesundheitsgefahr ergibt sich darasu nicht. Wer ein Ei mit einem erhöhten Dioxingehalt gegessen hat, wird nichts merken.

Belastung

Obwohl Dioxine nie im industriellen Maßstab hergestellt worden sind, finden sie sich in der Umwelt und vor allem im Boden. Über die Luft oder den Einsatz von Düngern (z.B. aus Klärschlamm) gelangen sie in die Erde, wo sie sich anreichern. Die Giftstoffe gelangen meist über Erdpartikel, die an Gemüse, Gras oder Getreide haften in die Nahrungskette. In Gemüse selbst sind Dioxine kaum zu finden.

Ins Meer gelangten Dioxine jahrzehntelang in großen Mengen, weil sie sich in Industrie- und Deponie-Abwässern sammeln. Hier reichern sie sich bis heute im Fettgewebe von Fischen, Vögeln und Säugetieren an, weil sie so langlebig sind.

Seit Mitte der 1990er Jahre hat die Dioxin-Belastung in der Umwelt um mehr als 50 Prozent abgenommen. Dank verbesserter Umweltschutzmaßnahmen ist auch die Lebensmittelqualität gestiegen. Völlig unbelastete Nahrungsmittel sind allerdings kaum denkbar, da Dioxine auch natürlich entstehen können.

Um die eigene Dioxin-Belastung zu senken, sollten Verbraucher den häufigen Verzehr fettreicher tierischer Lebensmittel meiden. Tiere, die in Freiheit aufwachsen und ein höheres Alter erreichen, haben zudem tendenziell eine höhere Belastung in ihrem Fett. Dies gilt vor allem für wildgefangene Fische.

Links

Mehrere Ministerien und Verbraucherzentralen informieren im Internet über die vom aktuellen Dioxin-Skandal betroffenen Produkte. Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat zudem Berichte über die Kontrollen bei Futtermittelherstellern ins Netz gestellt.

Südkorea hat die Einfuhr von deutschem Schweinefleisch und Geflügelprodukten gestoppt. Wie das Landwirtschaftsministerium in Seoul mitteilte, wurde die Quarantänekontrolle von Fleischprodukten aus Deutschland eingestellt. Es handelt sich nach Angaben des Ministeriums um eine vorübergehende Maßnahme. Zwar sei kein formales Importverbot verhängt worden, allerdings würden Fleischprodukte aus Deutschland solange nicht mehr eingeführt, "bis wir hören, dass das Fleisch sicher ist", sagte der Sprecher es Amts. Die deutschen Behörden seien um detaillierte Informationen gebeten worden.

Auch britische Supermärkte haben Produkte, die von deutschen Dioxin-Eiern verseucht sein könnten, aus dem Regal genommen. Die meisten der Kuchen und Törtchen, die betroffen sein könnten, seien bereits verkauft und vermutlich schon gegessen, teilte die für Ernährung zuständige Behörde Food Standards Agency mit. Vorsorglich sollten die Geschäfte aber auch die wenigen Reste aus dem Verkehr ziehen, wenngleich kein Gesundheitsrisiko bestehe. Nach Großbritannien sollen etwa 14 Tonnen der verseuchten Eier gelangt sein.

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) will sich am Montag mit Futtermittelherstellern und landwirtschaftlichen Verbänden treffen, um über Konsequenzen aus dem Skandal zu beraten.

Leser-Kommentare
  1. Schadensersatz? Versicherung zahlt nicht!

    Privatklage? Mit Ehefrau Gütertrennung! Auch kein Geld.

    20 Jahre Knast? Wohl kaum!

    Das ist was mich Ärgert. wenn einer richtig Scheisse baut,
    Er kann kaum Bestraft werden.

    Jetzt noch Steuerhinterziehung dabei. Dann habe ich noch Hoffnung auf eine angemessene Bestrafung.

    11 Leser-Empfehlungen
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    Das ist Deutschland, wo die Täter besser geschützt werden, als die Opfer. Diese werden höchstens eine Bewährungsstrafe kriegen.

    Das ist Deutschland, wo die Täter besser geschützt werden, als die Opfer. Diese werden höchstens eine Bewährungsstrafe kriegen.

  2. Früher pflegte man zu sagen, dass ein guter Geschäftsmann seine Kundschaft nicht schädigt.
    Diese Geschäftmoral scheint sich auf dem Rückzug zu befinden.
    Aber auch der Staat scheint kein Interesse an der Unversehrtheit seiner Bürger zu haben.
    Wie kann es sein, dass 6 Monate dioxinverseuchte Futtermittel verwendet werden konnten und amtliche Stellen hatten keinerlei Kenntnis davon.
    Kommen Sie mir bitte nicht damit, dass Nahrungsmittel zu billig seien. Es handelt sich bei dieser Art von Geschäftgebaren m.E. um ein moralisches Problem.

    Auf jeden Fall trägt der Staat hier eine nicht geringe Mitschuld.

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    Der Staat kann nicht Jedem wirtschaftlich handelnden Menschen einen Aufpasser zur Seite stellen. Einen Stasi-Staat würde ich mir auch nicht wünschen.

    Aber er kann geeignete Strukturen und Verfahren implementieren, um Risiken zu minimieren. Das hat der Staat grundsätzlich getan (siehe z.B. http://eur-lex.europa.eu/...), selbst wenn es dazu immer noch weiteren Optimierungsbedarf geben sollte.

    Ergebnis: Die Doxinbelastung der Umwelt und damit auch der Lebensmittel ist seit Jahren deutlich rückläufig. Und unsere Lebensmittel waren, ob Sie's glauben oder nicht, gesundheitlich tatsächlich noch nie so unbedenklich (sicher) wie heute. Wobei das mit Abstand größte Gesundheitsrisiko bei Lebensmitteln in der mikrobiologischen Belastung (pathogene Keime) besteht (ca. 200 Tote pro Jahr durch Salmonellose).

    Den weitaus größten Einfluss auf das Krebsrisiko hat übrigens das Übergewicht. Es erhöht nach neuesten Erkenntnissen das Risiko, an Krebs zu erkranken, um bis zu 40 Prozent (http://www.focus.de/gesun...). "Chemie" in Lebensmitteln liegt demgegenüber, je nach Studie, bei 2 bis 4 Prozent.

    Schließlich muss auch der Staat beim Einsatz knapper Mittel (Ressourcen) das Gebot der Verhältnismäßigkeit berücksichtigen. Jedenfalls erwarte ich genau das von ihm.

    In der liberalisierten Geschäftsweld gilt heute der Grundsatz, wenn man sich weigert ein erwiesener Maßen schlechtes Produkt zu verkaufen, dann verkauft es eben jemand anderes. Der "Ehrbare Kaufmann" gehört spätestens seit dem Jahre 1990 zunehmend der Vergangenheit an. Heute muss er fürchten, mit seinem Betrieb als "Minderleister" oder "Leistungsverweigerer" oder gar als "Gutmensch" oder "sozialistischer Träumer" da zu stehen. Das ist dann manchmal Grund genug, dass sich eine Heuschrecke sein Unternehmen einschleicht - es sei denn, der Gewinn wird maximiert.

    Für die Gesellschafter des Futtermittelherstellers dürfte sich das Panschen mit Sicherheit gelohnt haben - und man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass sich das Geld mit Sicherheit schon im sicheren Ausland befindet.

    Zudem: in vielen Bereichen ist der Verkauf von "Produkten" nur noch Nebensache. Sie sind Beiwerk zum Verkauf von Finanzdienstleistungen - nämlich von Finanzierungen. Der tatsächliche Preis eines Produkts findet sich heute zunehmend im Kleingedruckten. Geworben wird mit Monatsraten: Aluminiumfelge mit Breitreifen incl. alles - 5,95 EUR*

    Wurde nicht die Lebensmittelkontrolle privatisiert?
    Wen wundert es, wenn es in dem Klüngel erst nach Monaten zur Meldung von hohen Dioxin werten kommt?

    • Varech
    • 08.01.2011 um 19:53 Uhr

    Noch früher wusste man, dass ein rechter Kaufmann nur der ist, der Mäus'-Dreck für Spanisch' Pfeffer verkaufen kann.

    "Nachtwächter" finde ich, ist doch ein ehrlicher Beruf!
    Aber Tagediebe?!

    Der Staat kann nicht Jedem wirtschaftlich handelnden Menschen einen Aufpasser zur Seite stellen. Einen Stasi-Staat würde ich mir auch nicht wünschen.

    Aber er kann geeignete Strukturen und Verfahren implementieren, um Risiken zu minimieren. Das hat der Staat grundsätzlich getan (siehe z.B. http://eur-lex.europa.eu/...), selbst wenn es dazu immer noch weiteren Optimierungsbedarf geben sollte.

    Ergebnis: Die Doxinbelastung der Umwelt und damit auch der Lebensmittel ist seit Jahren deutlich rückläufig. Und unsere Lebensmittel waren, ob Sie's glauben oder nicht, gesundheitlich tatsächlich noch nie so unbedenklich (sicher) wie heute. Wobei das mit Abstand größte Gesundheitsrisiko bei Lebensmitteln in der mikrobiologischen Belastung (pathogene Keime) besteht (ca. 200 Tote pro Jahr durch Salmonellose).

    Den weitaus größten Einfluss auf das Krebsrisiko hat übrigens das Übergewicht. Es erhöht nach neuesten Erkenntnissen das Risiko, an Krebs zu erkranken, um bis zu 40 Prozent (http://www.focus.de/gesun...). "Chemie" in Lebensmitteln liegt demgegenüber, je nach Studie, bei 2 bis 4 Prozent.

    Schließlich muss auch der Staat beim Einsatz knapper Mittel (Ressourcen) das Gebot der Verhältnismäßigkeit berücksichtigen. Jedenfalls erwarte ich genau das von ihm.

    In der liberalisierten Geschäftsweld gilt heute der Grundsatz, wenn man sich weigert ein erwiesener Maßen schlechtes Produkt zu verkaufen, dann verkauft es eben jemand anderes. Der "Ehrbare Kaufmann" gehört spätestens seit dem Jahre 1990 zunehmend der Vergangenheit an. Heute muss er fürchten, mit seinem Betrieb als "Minderleister" oder "Leistungsverweigerer" oder gar als "Gutmensch" oder "sozialistischer Träumer" da zu stehen. Das ist dann manchmal Grund genug, dass sich eine Heuschrecke sein Unternehmen einschleicht - es sei denn, der Gewinn wird maximiert.

    Für die Gesellschafter des Futtermittelherstellers dürfte sich das Panschen mit Sicherheit gelohnt haben - und man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass sich das Geld mit Sicherheit schon im sicheren Ausland befindet.

    Zudem: in vielen Bereichen ist der Verkauf von "Produkten" nur noch Nebensache. Sie sind Beiwerk zum Verkauf von Finanzdienstleistungen - nämlich von Finanzierungen. Der tatsächliche Preis eines Produkts findet sich heute zunehmend im Kleingedruckten. Geworben wird mit Monatsraten: Aluminiumfelge mit Breitreifen incl. alles - 5,95 EUR*

    Wurde nicht die Lebensmittelkontrolle privatisiert?
    Wen wundert es, wenn es in dem Klüngel erst nach Monaten zur Meldung von hohen Dioxin werten kommt?

    • Varech
    • 08.01.2011 um 19:53 Uhr

    Noch früher wusste man, dass ein rechter Kaufmann nur der ist, der Mäus'-Dreck für Spanisch' Pfeffer verkaufen kann.

    "Nachtwächter" finde ich, ist doch ein ehrlicher Beruf!
    Aber Tagediebe?!

  3. Wenn die Futtermittelfirma minderwertige Ware teuer verkauft, wo soll da Steuerhinterziehung sein ?
    Wenn die Firma die 1.000 Euro mit der korrekten Umsatzsteuer berechnet und Einnahme und Umsatzsteuer gegenüber dem Finanzamt erklärt, so ist das doch keine Steuerhinterziehung.

    Die Firma hatte über Jahre einen Millionengewinn versteuert und darauf Steuern bezahlt (siehe Geschäftsberichte im Bundesanzeiger).

  4. Die Wahrheit ist doch die:
    Wir sind eine Gesellschaft, die jeden Tag Berge von Fleisch fressen will, die gar nicht mehr weiß mit welchen Köstlichkeiten sie sich noch vollstopfen soll, die all-you-can eat , argentinische Steaks, Sushi, was weiß ich noch alles zum Discountpreis braucht, um ihre dekadenten Wänste zu füllen.
    Dass sich in so einer Gesellschaft Verbrecher gedeihen können, wie die in dem Artikel genannten, ist nicht mehr als ein Symptom unserer Gesellschaft. Jeder sollte bei sich anfangen bevor hier igrendwelche Gauner gelüncht werden.

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    bei sich anfangen (wenn nicht schon längst geschehen), aber Gauner lynchen!

    Habe ich das richtig gelesen ?

    Also, wenn jemand wegen 100,- € einen Baseballschläger über den Kopf bekommt und daran stirbt, dann ist die Gesellschaft daran Schuld, weil sie das Geld hat drucken lassen ????

    Bei mir sind Kriminelle immer noch selbst an ihrer kriminellen Handlung schuld und müssen bestraft werden. Und wer die Gesundheit von x-tausend Menschen aus Profitgier vorsätzlich schädigt gehört in das Gefängnis bis zum Lebensende.

    Ich frage mich, warum in unserer so liberalen Gesellschaft die Verantwortlichen nicht schon längst in Untersuchungshaft sitzen. Dieser Staat ist ein Witz und nur dann Handlungsfähig, wenn er den Ärmsten noch etwas wegnehmen darf.

    bei sich anfangen (wenn nicht schon längst geschehen), aber Gauner lynchen!

    Habe ich das richtig gelesen ?

    Also, wenn jemand wegen 100,- € einen Baseballschläger über den Kopf bekommt und daran stirbt, dann ist die Gesellschaft daran Schuld, weil sie das Geld hat drucken lassen ????

    Bei mir sind Kriminelle immer noch selbst an ihrer kriminellen Handlung schuld und müssen bestraft werden. Und wer die Gesundheit von x-tausend Menschen aus Profitgier vorsätzlich schädigt gehört in das Gefängnis bis zum Lebensende.

    Ich frage mich, warum in unserer so liberalen Gesellschaft die Verantwortlichen nicht schon längst in Untersuchungshaft sitzen. Dieser Staat ist ein Witz und nur dann Handlungsfähig, wenn er den Ärmsten noch etwas wegnehmen darf.

  5. wie in Deutschland die Bevölkerung geschützt wird. Wehe, ein Privatmensch hat auf seinem 5 Jahre alten PKW keine aktuelle AU Untersuchung, da gibts aber gleich richtig Ärger.

    Wenn aber Millionen Menschen nun zu 10% eher Krebs bekommen, dann ist es "halb so wild". Wen interssiert da noch die Steuer?

    • JD
    • 08.01.2011 um 11:43 Uhr

    ... mit dem die Bevölkerung von anderen Dingen abgelenkt werden. Steuerhinterziehung? Meine Fresse...

    ich könnte wetten, dass mindestens 25 % aller Menschen in Deutschland schon einmal versucht haben was am Fiskus vorbeizuschleusen. Auf jeden fall gibt es viele siehe: http://www.jura-weblog.de...

    Ist ja auch kein Wunder bei diesem unglaublichen Steuersystem in diesem absolut mit Gesetzen überhäuften Land. Und jetzt wird wieder so ein riesen Mist darum gemacht. Was bringt es einzelne Sünder aus dem Verkehr zu ziehen, nichts. Dir BRD versagt auf diesem Gebiet weil sie sich selbst die Falle gestellt hat. Bürger hinterziehen Steuern und Unternehmen hinterziehen Steuern so so ist das und so wird das weiter bleiben solange nicht bessere, weniger und klarere Gesetze existieren. Mir tut das Unternehmen ehrlich gesagt auf der einen Seite Leid, weil es jetzt als Sündenbock für eine Ganze Gruppe herhalten muss.

    Und zum Dioxin. Oh bitte man, für mehr als die Hälfte aller Menschen ist eine WINZIGE Dosis Dioxin wohl noch das geringste gesundheitsschädliche Mittel in ihrem Leben. Stress, Gewalt, Alkohol, Zigaretten, Harte Drogen, Adrenalin Kick, zu wenig Schlaf, in Kommentaren Streitigkeiten anfangen. Das sind nur ein paar Dinge, die das leben sicherlich um einiges länger Verkürzen.

    Ach und nur zur Information... Fast alles was man heutzutage isst, ist belastet, so what? Wir Leben trotzdem. Evolution?

    Eine Leser-Empfehlung
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    Sicher, heute werden Menschen bei uns nicht selten 90 Jahre alt, zu Zeiten ohne Umweltbelastung starben sie mit 30 oder 40. Insofern sage ich ja auch, so schlecht können unsere Lebensumstände wohl nicht sein.
    Nichtsdestotrotz kann es nicht ungeahndet bleiben, wenn Leute des Profites willen bewusst Gift und Dreck in die Lebensmittelkette geben.
    Im übrigen bin ich der Meinung, auch wenn wir bewusst die besseren, teureren Lebensmittel kaufen würden, würden sich auch da die skrupellosen Geschäftemacher wieder einfinden und herumpanschen. Es gäbe ja etwas zu verdienen.
    Und Steuern können so einfach und niedrig sein wie sie wollen , immer wird eine bestimmte Klientel auch diese umschiffen wollen.
    Die Gier und der Eigennutz liegt in der Natur des Menschen. Bei einigen sind sie leider sehr extrem ausgeprägt. Wenn sich dann noch kriminelle Energie und schwach ausgeprägtes Unrechtsbewusstsein dazu gesellen, geschehen dann Dinge wie derzeit.
    Aber leid tun mir diese Leute dann nicht, wenn sie erwischt werden.

    Sicher, heute werden Menschen bei uns nicht selten 90 Jahre alt, zu Zeiten ohne Umweltbelastung starben sie mit 30 oder 40. Insofern sage ich ja auch, so schlecht können unsere Lebensumstände wohl nicht sein.
    Nichtsdestotrotz kann es nicht ungeahndet bleiben, wenn Leute des Profites willen bewusst Gift und Dreck in die Lebensmittelkette geben.
    Im übrigen bin ich der Meinung, auch wenn wir bewusst die besseren, teureren Lebensmittel kaufen würden, würden sich auch da die skrupellosen Geschäftemacher wieder einfinden und herumpanschen. Es gäbe ja etwas zu verdienen.
    Und Steuern können so einfach und niedrig sein wie sie wollen , immer wird eine bestimmte Klientel auch diese umschiffen wollen.
    Die Gier und der Eigennutz liegt in der Natur des Menschen. Bei einigen sind sie leider sehr extrem ausgeprägt. Wenn sich dann noch kriminelle Energie und schwach ausgeprägtes Unrechtsbewusstsein dazu gesellen, geschehen dann Dinge wie derzeit.
    Aber leid tun mir diese Leute dann nicht, wenn sie erwischt werden.

  6. 7. was...

    ...es da zusammen zu setzen und zu beraten gibt bleibt mir ein rätsel. das führt nur zu weiteren mugshots diverser offizialgesichter die von großen übereinstimmungen quaken und davon auf einem guten weg in den gesprächen zu sein. interessant bleibt das huhn zu verfolgen. wo geht es hin wenn das letzte ei gelegt ist. wie verändern sich die giftkonzentrationen durch reduzierung (einkochen, etc.). aber ich bin zuversichtlich das sich der ein oder andere redakteur der zeit schon drum kümmert.

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    ...ich warte schon die ganze Zeit auf Frau Bäuerleins Beitrag zu dem Thema.
    Hatte diese selbsternannte Lebensmittelexpertin just vor einigen Wochen aufgefordert, sich doch mal intensiver mit den skandalösen Zuständen in der Lebensmittelindustrie zu beschäftigen, aber das war ihr dann doch zu komplex.
    Schade, denn da gibt es bestimmt noch sehr sehr viel Skandale aufzudecken.

    ...ich warte schon die ganze Zeit auf Frau Bäuerleins Beitrag zu dem Thema.
    Hatte diese selbsternannte Lebensmittelexpertin just vor einigen Wochen aufgefordert, sich doch mal intensiver mit den skandalösen Zuständen in der Lebensmittelindustrie zu beschäftigen, aber das war ihr dann doch zu komplex.
    Schade, denn da gibt es bestimmt noch sehr sehr viel Skandale aufzudecken.

  7. bei sich anfangen (wenn nicht schon längst geschehen), aber Gauner lynchen!

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