Dioxin-SkandalVerseuchtes Vertrauen in die Lebensmittelindustrie

Dioxin hin oder her: Deutsche Nahrungsmittel sind besser als jemals zuvor. Doch wir haben den Bezug zum Essen verloren. Das muss sich ändern! S. Stockrahm kommentiert. von 

Dem abgepackten Fleisch in der Kühltheke sieht man nicht mehr an woher es kommt. Was die Tiere gefressen haben ist kaum zu ermitteln

Dem abgepackten Fleisch in der Kühltheke sieht man nicht mehr an, woher es kommt. Was die Tiere einst gefressen haben, ist kaum zu ermitteln  |  © Sean Gallup/Getty Images

Tag für Tag essen wir, was uns fremd ist . Wir glauben zu wissen, was Hühnerfleisch ist, ein Ei, Milch oder Käse. Doch woher die Produkte aus dem Supermarktregal stammen, ist vielen egal. Erst wenn – wie im aktuellen Fall – Hühner, Schweine und vielleicht Rinder dioxinverseuchtes Futter fressen, merken wir, dass etwas nicht stimmt. Und so manch einer beginnt, sich zu ekeln und die industrielle Landwirtschaft zu verteufeln. Er wundert sich, was Nebenprodukte und Altspeisefette aus der Biodieselherstellung in Futtermitteln zu suchen haben, sehnt sich nach naturbelassenem Fleisch, Obst und Gemüse vom Bauernhof im grünen Idyll.

Doch weder gibt es völlig unbelastete Nahrung, noch mischt die Lebensmittelindustrie ausschließlich Abfälle und Müll in unser Essen. Weit mehr als die Hälfte deutscher Nahrung stammt mittlerweile aus den Küchen der Industrie, ob wir wollen oder nicht.

Anzeige

Abgesehen von einzelnen Gesetzesbrüchen – wenn etwa verdorbenes Fleisch umetikettiert und verkauft oder Wein absichtlich gepanscht wird – und abgesehen von unappetitlichen aber erlaubten Absurditäten, wie Analogkäse oder Fleisch-Imitaten, ist unser Essen heute besser denn je: Es ist sicher, hygienisch, und erschwinglich.

Was ist Dioxin?

Dioxine sind Umweltgifte, die besonders langlebig sind. Der Begriff bezieht sich auf zwei Klassen von Kohlenwasserstoffverbindungen, die unterschiedlich stark mit Chlor versetzt sind. Insgesamt sind 210 solcher Verbindungen bekannt. Sie teilen sich in 75 polychlorierte Dibenzo-p-dioxine (PCDD) und in 135 polychlorierte Dibenzofurane (PCDF) auf.

Die Grundstruktur des Moleküls bilden häufig Benzolringe an beiden Enden, an denen Chlor-Atome hängen. Nur wenn die Benzolringe in einer Ebene liegen, kann das Molekül seine toxische Wirkung entfalten.

Das giftigste Dioxin ist das als Seveso-Gift bekannte 2,3,7,8-Tetrachlordibenzodioxin (TCDD), bei dem Sauerstoffatome die Benzolringe zusammenhalten.

Im italienischen Seveso ereignete sich am 10. Juli 1976 eine der größten Chemiekatastrophen. Dabei wurden große Mengen der toxischen Verbindung freigesetzt. Pflanzen und Tiere verendeten, Menschen erkrankten unter anderem an Eiterpusteln im Gesicht, der Chlorakne. Die Seveso-Katastrophe führte international zu schärferen Gesetzen und der Ächtung von Umweltgiften.

Neben den Dioxinen gibt es die zum Teil ebenfalls gesundheitsschädlichen, dioxinähnlichen Polychlorierten Biphenyle (PCB). Hiervon sind 209 Verbindungen bekannt.

Wie entsteht es?

Dioxin entsteht unerwünscht etwa bei Industrie- und Verbrennungsprozessen mit Chlor und organischem Kohlenstoff. Nach Informationen des Umweltbundesamtes wird das Umweltgift bei 300 Grad Celsius und mehr gebildet und ab Temperaturen von 900 Grad zerstört. Entsprechende Hitze entwickelt sich zum Beispiel in der Metall- und Stahlproduktion, in der Müllverbrennung oder bei Hausbränden. Allerdings müssen bestimmte Ausgangsmoleküle und chemische Katalysatoren vorhanden sein, damit sich Dioxon-Verbindungen bilden können.

Auch bei allen chemischen Produktionsverfahren, in denen Chlor verwendet wird, können die Stoffe entstehen.

In der Natur kommen Dioxine mitunter dort vor, wo Wälder verbrennen oder Vulkane ausbrechen. Im Laufe der Erdgeschichte haben sich viele Umweltgifte so in Ton und Erde angereichert.

Kiloweise Dioxine wurden in den 1980er Jahren in die Umwelt gebracht. In Pflanzenschutzmitteln und Chemikalien wie PCB fanden sich viele toxische Verbindungen. Mittlerweile gibt es Grenzwerte und scharfe Gesetze sowie PCB-Verbote, die diese Dioxinbelastung drastisch verringert haben.

Gesundheitsgefahr

Bereits geringe Mengen an Dioxinen können für den Menschen gefährlich sein. Allerdings kommt es durch belastete Lebensmittel nicht zu akuten Symptomen. Die giftigen Stoffe sind allerdings sehr langlebig und können jahrzehntelang im Körper verbleiben, ehe sie sich abgebaut haben. So gibt es chronische Effekte, wenn über lange Zeit hinweg auch niedrige Dioxin-Mengen in den Körper gelangen.

Die Folgen wurden in Tierversuchen beschrieben und reichen von Störungen des Immunsystems, schweren Haut- und Atemwegserkrankungen bis hin zu Schilddrüsen- und Darmschäden. Das giftigste Dioxin TCDD gilt als krebserregend, auch wenn bei dem Gift-Skandal in Seveso keine erhöhten Krebsraten nachgewiesen wurden. Bestehende Grenzwerte sind eine Vorsichtsmaßnahme. Sie sagen nichts über die tatsächliche Gesundheitsgefahr aus.

90 bis 95 Prozent des Dioxins, das in den menschlichen Stoffwechsel gelangt, wird über die Nahrung aufgenommen. Fast zwei Drittel davon steckt in Fleisch und Milchprodukten, weil sich die Umweltgifte im Fettgewebe anreichern. Fische sind, je nach Fettgehalt, zum Teil stärker belastet. Allerdings werden vergleichsweise weniger davon verzehrt.

Ein erwachsener Mensch nimmt jeden Tag in Deutschland im Durchschnitt zwischen 48 und 138 Pikogramm Dioxine auf (1 Pikogramm = 1 pg = 1 Billionstel Gramm). Diese Daten stammen aus den Jahren 2000 und 2003. Daher schätzt das Bundesumweltamt, dass die Belastung derzeit noch niedriger ist.

Wie das Bundesinstitut für Risikobewertung mitteilt, liegt der Dioxingehalt bei Proben aus dem Januar 2010 über dem von der EU festgelegten Höchstgehalt. Für Eier beträgt dieser drei Pikogramm pro Gramm Fett. Eine akute Gesundheitsgefahr ergibt sich darasu nicht. Wer ein Ei mit einem erhöhten Dioxingehalt gegessen hat, wird nichts merken.

Belastung

Obwohl Dioxine nie im industriellen Maßstab hergestellt worden sind, finden sie sich in der Umwelt und vor allem im Boden. Über die Luft oder den Einsatz von Düngern (z.B. aus Klärschlamm) gelangen sie in die Erde, wo sie sich anreichern. Die Giftstoffe gelangen meist über Erdpartikel, die an Gemüse, Gras oder Getreide haften in die Nahrungskette. In Gemüse selbst sind Dioxine kaum zu finden.

Ins Meer gelangten Dioxine jahrzehntelang in großen Mengen, weil sie sich in Industrie- und Deponie-Abwässern sammeln. Hier reichern sie sich bis heute im Fettgewebe von Fischen, Vögeln und Säugetieren an, weil sie so langlebig sind.

Seit Mitte der 1990er Jahre hat die Dioxin-Belastung in der Umwelt um mehr als 50 Prozent abgenommen. Dank verbesserter Umweltschutzmaßnahmen ist auch die Lebensmittelqualität gestiegen. Völlig unbelastete Nahrungsmittel sind allerdings kaum denkbar, da Dioxine auch natürlich entstehen können.

Um die eigene Dioxin-Belastung zu senken, sollten Verbraucher den häufigen Verzehr fettreicher tierischer Lebensmittel meiden. Tiere, die in Freiheit aufwachsen und ein höheres Alter erreichen, haben zudem tendenziell eine höhere Belastung in ihrem Fett. Dies gilt vor allem für wildgefangene Fische.

Links

Mehrere Ministerien und Verbraucherzentralen informieren im Internet über die vom aktuellen Dioxin-Skandal betroffenen Produkte. Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat zudem Berichte über die Kontrollen bei Futtermittelherstellern ins Netz gestellt.

Jahr für Jahr schicken Behörden Kontrolleure los, die Zehntausende Proben nehmen. Sie inspizieren Höfe, Lieferanten, Supermärkte und Lebensmittelhersteller. Mit Erfolg. Stetig sinkt die Belastung unserer Nahrung mit Rückständen und Umweltgiften wie Dioxin. Letzteres wurde in seinem Gehalt in den vergangenen Jahren in Böden, Gewässern, Luft und Nahrung mehr als halbiert. Denn ganz unabhängig vom derzeitigen Skandal finden sich Spuren von Dioxinen in vielen Lebensmitteln, Obst und Gemüse. Egal, ob diese nun vom Biobauernhof kommen oder aus der Massenproduktion. Diese Mengen kann unser Körper allerdings problemlos verkraften.

In solchen Konzentrationen, wie sie nun in Tiernahrung gefunden wurden, sind sie zwar nicht akut gefährlich. Zu suchen haben sie dennoch nichts in der Futter- und Lebensmittelkette. Und darauf muss sich der Verbraucher verlassen können, ganz gleich, ob ihm Industrienahrung nun schmeckt oder nicht.

Die Kontrollen versagen dort, wo zu viele Hände ins Spiel kommen und Einzelne fahrlässig oder gar vorsätzlich kriminell handeln. Bis etwa Futtermittel in den Trögen landen, durchlaufen sie ein undurchsichtiges Geflecht von Zwischenstufen. Da mischt der Eine etwas rein, verkauft es weiter, der Nächste fügt wieder etwas hinzu und liefert es an den Dritten. Wer hier manipuliert oder verunreinigt, ist erschreckend schwer zurückzuverfolgen.

Ist das der Preis, den unsere Gesellschaft zahlen muss, weil sie sich zur Wieder- und Weiterverwertung von Rohstoffen und Produkten bekennt? Es ist keineswegs befremdlich, dass bei der Herstellung von Biodiesel eben auch Mischfettsäuren entstehen, die weiterverarbeitet werden. Abwässer werden gereinigt, Joghurtbecher kompostiert und Pflanzenöle auch in Futtermitteln verwendet. Mit Abfall und Müll hat das nichts gemein. Es ist wünschenswert, möglichst viel zu nutzen, um wenig wegschmeißen zu müssen. Doch dieser Recyclingkreislauf muss sicher sein. Dann braucht sich auch niemand zu ekeln.

Wenn der Verbraucher erst vom Gift im Ei erfährt, wenn es gekocht auf dem Frühstückstisch landet, liegt etwas im Argen. Es ist beunruhigend, dass nicht die Behörden, sondern der Hersteller des Futtermittels selbst das Dioxin entdeckt hat. Was wir brauchen, ist mehr Transparenz und vielleicht auch zusätzliche Kontrollen . Auch, wenn das Lebensmittel teurer macht. Vor Schlamperei und Vertuschung ist niemand gefeit. Wir sollten aber besser darauf vorbereitet sein.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. Auch wenns keine 100% ige Lösung ist. Man sollte den verseuchten Müll einfach im Regal liegen lassen.

    3 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ...darf das gern machen, der Rest muss dann wohl den "verseuchten Müll" essen.

    dass nur BIO bleibt zeugt genau von dem Zusammenhang, den Herr Stockrahm in seinem Kommentar nennt. Nämlich den verlorengegangenen Bezug der Konsumenten zur Landwirtschaft.
    Mit Verweis auf folgenden Link:

    http://www.animal-health-...

    Flaemingslord

    für diesen gelungenen Kommentar. Ich kann glaube ich sagen, dass Sie mit Ihren Worten vielen Erzeugern von Lebensmitteln , nämlich den Bauern (BIO & KONVENTIONELL), aus der Seele sprechen. Vor allem mit dem Fakt dass die meisten Konsumenten der westlichen Welt den Bezug zur praktischen, täglichen Erzeugung von Lebensmitteln verloren haben und meiner Meinung nach auch nicht wieder zurück gewinnen werden.

    Flaemingslord

  2. ...darf das gern machen, der Rest muss dann wohl den "verseuchten Müll" essen.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Bleibt wohl nur BIO."
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • vonDü
    • 05. Januar 2011 18:10 Uhr

    kann auch als Hartz IV Empfänger, den "verseuchten Müll", weitgehend vermeiden.

    Mal davon abgesehen dass die Gleichung Bio = Gesund und Konventionell = "verseucht" von ziemlicher Dummheit - pardon, wollte sagen: Naivität zeugt - vergessen Sie mal ganz schnell die Sache mit dem "sich nicht leisten können"
    ---
    Hier in Deutschland können wir alle uns gesunde Ernährung leisten. Jeder einzelne. Sogar der Obdachlose ohne einen Cent in der Tasche. Der muss sich nur die Mühe machen, von all den Supermärkten denjenigen zu finden, der ihm erlaubt sich aus dem wegzuwerfenden LM die noch nicht verdorbenen herauszusuchen. Die gibt es nämlich mehr als genug! (Die Lebensmittel, nicht die Supermärkte die dem Obdachlosen das erlauben, leider).
    ---
    Und jeder der Geld hat, hat die Freiheit zu entscheiden wieviel ihm vernünftige Ernährung wert ist. Und bevor jetzt wieder jemand mit Harz 4, Geringverdiener etc. kommt - vernünftige Grundzutaten kosten nicht mehr als der industrie-fertig-müll. Und kochen kann man lernen...
    ---
    ---
    Zum Artikel sage ich nichts - nach der Sub-Headline "Deutsche Nahrungsmittel sind besser als je zuvor" habe ich nicht weitergelesen...

  3. Der Autor dieses Beitrags macht es sich ein wenig zu einfach: Wenn zermahlene tote Tierkörper und Müllreste ins Tierfutter oder gleich in die Lebensmittel gemengt werden, kann man wohl kaum von "Wieder- und weiterverwertung von Rohstoffen" sprechen.

    4 Leserempfehlungen
  4. dass nur BIO bleibt zeugt genau von dem Zusammenhang, den Herr Stockrahm in seinem Kommentar nennt. Nämlich den verlorengegangenen Bezug der Konsumenten zur Landwirtschaft.
    Mit Verweis auf folgenden Link:

    http://www.animal-health-...

    Flaemingslord

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Bleibt wohl nur BIO."
  5. Ist es nicht alles eine Frage der Statistik: Wenn ich Bio-Lebensmittel kaufe, dann senke ich einfach die Wahrscheinlichkeit, dass inakzeptable Vermengungen von Abfällen oder unzureichend geprüften Zusatz-Stoffen zu den Futtermitteln der Tiere.

    Nicht dass die Gefahr gleich null wäre! Überall, wo überproportionale Gewinne locken, besteht die Gefahr, dass das Vertrauen der Kunden missbraucht und dass Kriminelle diese Gewinne durch Betrug abschöpfen.

    Aber dadurch, dass sich die Bio-Branche von sich auch höhere Transparenz- und Kontroll-Standards gesetzt hat, als konventionelle Landwirtschaft und Viehzucht, ist es schlicht unwahrscheinlicher, Produkte vor sich zu haben, die man nicht essen würde, wenn man wüsste, was drin ist.

    In diesem Sinne verzehre ich heute Abend mit Genuss zwei Bio-Eier und lasse das Dioxin mal TCDD sein ..

    Btw.: Meines Wissens geht von einigen Dioxinen eine erhebliche Krebs-erregende Wirkung aus, für die es gar keinen Grenzwert geben darf - eben weil man nicht sagen kann, dass man nach der Aufnahme von X ng TCDD Krebs bekäme. Dann aber im Artikel zu schreiben dass keine Grenzwerte überschritten worden seien, ist Leser-Verdummung - genau wie der Hinweis darauf, dass überall (auch in Bio-Ware) Dioxine vorhanden seien. Da könnte man denke, dass diese Formulierungen aus den Volks-Sedierungs-Abteilung der Industrie kämen, um die Menschen zum gewohnten Konsum "konventionell-industriell" hergestellter Nahrungsmittel zu motivieren.

    Y.S.

    5 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Bei jedem Gift gilt, dass erst erst ab einer gewissen Dosis eine Gefährdung besteht. Theoretisch besteht eine Gefährdung natürlich natürlich auch bei winzigen Mengen, aber die Wahrscheinlichkeit ist einfach nicht signifikant. So funktioniert das aber grundsätzlich in der Toxikologie. Mit Verdummung hat die Rede von nicht überschrittenen Grenzwerten also nix zu tun.

    Als Beispiel: Wenn ich in meinem Leben genau eine Zigarette rauche, dann hat diese Zigarette natürlich einen Einfluss auf mein Krebsrisiko. Allerdings, selbst wenn ich im Laufe meines Lebens Krebs bekommen sollte, ist es wissenschaftlich nicht begründbar, dass diese eine Zigarette daran Schuld war. Es könnte auch irgendetwas anderes oder blanker Zufall gewesen sein.

    Es ist also durchaus üblich auch bei krebserregenden Stoffen von Grenzwerten zu sprechen. Die Grenzwerte werden meistens über Langzeitstudien und/oder Tierversuche ermittelt. Wobei der veröffentlichte Grenzwert meistens um mehrere Größenordnungen unter dem Wert liegt, bei dem negative Folgen nachgewiesen wurden. Daher stellt eine moderate und zeitlich begrenzte Überschreitung von Grenzwerten in den meisten Fällen noch keine akute Gefahr dar.

    • pk2
    • 05. Januar 2011 19:06 Uhr

    ...der skrupellosen Scharlatanerie und Verdummung!
    Nach jedem Lebensmittelskandal gibt es ein paar "Ich kauf nur noch Bio"-Esel mehr...

    Erklär' mir doch mal, was "Bio" ist (außer einer Dumpfen Assoziations-Silbe, die irgendwelche niederen Vorurteile gegen die Nahrungsmittelindustrie schürt...)!

    Bitte bemühen Sie sich um einen sachlichen Ton. Danke. Die Redaktion/wg

  6. für diesen gelungenen Kommentar. Ich kann glaube ich sagen, dass Sie mit Ihren Worten vielen Erzeugern von Lebensmitteln , nämlich den Bauern (BIO & KONVENTIONELL), aus der Seele sprechen. Vor allem mit dem Fakt dass die meisten Konsumenten der westlichen Welt den Bezug zur praktischen, täglichen Erzeugung von Lebensmitteln verloren haben und meiner Meinung nach auch nicht wieder zurück gewinnen werden.

    Flaemingslord

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Bleibt wohl nur BIO."
  7. Keiner MUSS Fleisch essen und für das eingesparte Hähnchenbudget können Bioeier gekauft werden. Sicher, um komplett BIO zu essen, bedarf es höhere Hartz4- Subventionen.

    2 Leserempfehlungen
  8. Wer hat diesen PR-Text der Lebensmittelindustrie in Die Zeit gehievt?
    Von wegen, es interessiere uns nicht, was wir essen. Ich stehe fast täglich verzweifelt vor den Regalen und frage mich, ob der angeblich natürlich gewachsene Schinken aus Klebefleisch besteht, ob das Hähnchen mit Wasser "mariniert" wurde usw. Ich versuche, die lächerliche Portionen-Angabe auf reale Werte hochzurechnen und frage mich, was wohl in dem 17-Prozent-Fett-Absolut-Käse wohl sonst so drin ist, damit 100 Prozent herauskommen.
    Die Lebensmittelbranche ist das verlogenste Geschäft unter der Sonne und der Schwindel wird voll unterstützt von der Politik

    16 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wenn auf einer Packung Angaben zur Portion sind, müssen die Nährwerte auch pro 100gr angegeben werden. Aber mit einen schnellen Überschlagen im Kopf der Angaben sind die meisten Verbraucher anscheinend überfordert.
    Und zu Ihrer Käsefrage:
    Käse besteht vor allen aus Wasser, Fett und Eiweiß.
    Also ein 17% Fett Absolut Käse dürfte wohl ein 30% Fett i. Tr. Käse sein.
    100% Käse enthalten dann vor allen:
    17% Fett entspricht 30% der Trockenmasse (Fett + Eiweiß + Kochsalz), also hat der Käse nach Adam Riese ca.52% Trockenmasse.
    Demnach sind im Käse 17gr Fett, 1,5-2gr Kochsalz, (52-17-2) ca. 33g Eiweiß und der Rest ist schlicht Wasser (auch Molke genannt). Da ist nicht viel Trickserei dabei bei der Käseherstellung.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Abwasser | Behörde | Biodiesel | Dioxin | Essen | Fleisch
Service