Fragen und AntwortenWie schlimm ist der Reaktorunfall in Japan?

Die Welt schaut auf die Atomanlage Fukushima-1: Radioaktivität tritt aus, wie ernst ist die Lage und was könnten die Folgen sein? Antworten auf die wichtigsten Fragen von  und

Wie gefährlich ist die radioaktive Strahlung, die am Atomkraftwerk Fukushima-1 freigesetzt wird?

Das lässt sich derzeit nicht genau sagen. Vier der sechs Reaktorblöcke der Anlage sind zum Teil schwer beschädigt (siehe Status der Reaktoren im AKW Fukushima-1 ). Die Strahlung, die auf dem Gelände von Fukushima-1 nahe den Reaktoren gemessen wird, steigt und fällt . Die Belastung erreichte zwischenzeitlich sehr hohe Werte von bis zu 400 Millisievert pro Stunde (mSV/h). Das ist das 200-fache an radioaktiver Strahlung in nur einer Stunde, die ein Mensch ansonsten in einem Jahr über natürliche Quellen aufnimmt. Die natürliche Strahlendosis, der jeder Mensch ausgesetzt ist, liegt bei etwa 0,0003 mSv/h.

Derzeit liegen die Strahlenwerte nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) am Haupteingang des Fukushima-1-Geländes zwischen 2,5 und 6 mSv/h.

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Szenarien für Fukushima
Super-GAU oder begrenzter Unfall? Wie sehen das schlimmste und das beste Szenario für die Zukunft aus?

Super-GAU oder begrenzter Unfall? Wie sehen das schlimmste und das beste Szenario für die Zukunft aus?  |  © Asahi Shimbun/Reuters

Erhöhte Strahlenwerte wurden auch im rund 240 Kilometer entfernten Tokyo gemessen. Doch für die Menschen dort, wie auch für diejenigen außerhalb des evakuierten Gebiets von 30 Kilometern um Fukushima-1, besteht momentan keine akute Gefahr. Dazu schwanken die Strahlenwerte zu stark. Ob radioaktive Partikel aus den Reaktoren sich über das japanische Festland ausbreiten, hängt davon ab, in welche Richtung der Wind am Boden bläst. Westwind würde die Luftmassen auf den offenen Pazifik treiben. 

Seit dem Beben am 11. März wurden trotz weitgehend heiler Sicherheitsbehälter erhöhte Strahlenwerte nahe dem Gelände gemessen. Radioaktive Stoffe gelangten wohl zusammen mit Wasserdampf in die Umwelt. Denn die Arbeiter mussten Ventile an den Reaktoren öffnen, um Überdruck abzulassen. So wurde versucht, Explosionen zu verhindern. Die Außenwände der Reaktoren 1 bis 4 konnten durch die Maßnahme allerdings nicht gerettet werden .

Lage in Fukushima-1
BLOCK 1 BLOCK 2 BLOCK 3 BLOCK 4
Abschaltung nach Beben, Explosion am 12.03.2011 Abschaltung nach Beben, Explosion am 15.03.2011 Abschaltung nach Beben, Explosion am 14. und 16.03.2011 Abgeschaltet vor Beben, Brände und Explosion am 15.03.2011
Weil Temperaturen im Reaktor unter 100 Grad Celsius sind, spricht Tepco von Kaltabschaltung Weil Temperaturen im Reaktor unter 100 Grad Celsius sind, spricht Tepco von Kaltabschaltung Weil Temperaturen im Reaktor unter 100 Grad Celsius sind, spricht Tepco von Kaltabschaltung Abgeschaltet und auch vor dem Beben nicht in Betrieb
Gebäude schwer beschädigt, Sicherheitsbehälter und Reaktordruckbehälter beschädigt, in den Reaktorkern wird Wasser eingeleitet Gebäude leicht beschädigt, Außenhülle löchrig, Leck im Sicherheitsbehälter vermutet, in den Reaktorkern wird Wasser eingeleitet Gebäude schwer beschädigt, Sicherheitsbehälter beschädigt, Leck vermutet, in den Reaktorkern wird Wasser eingeleitet Gebäude schwer beschädigt, Wasserstoff aus Block 3 sprengte das Dach, keine Brennelemente im Kern
Strombetriebene Kühlsysteme mit Frischwasser und Wärmetauscher nicht funktionsfähig, es läuft ein alternatives Kühlsystem, das nach dem Tsunami eingerichtet wurde Strombetriebene Kühlsysteme mit Frischwasser und Wärmetauscher nicht funktionsfähig, es läuft ein alternatives Kühlsystem, das nach dem Tsunami eingerichtet wurde Strombetriebene Kühlsysteme mit Frischwasser und Wärmetauscher nicht funktionsfähig, es läuft ein alternatives Kühlsystem, das nach dem Tsunami eingerichtet wurde Strombetriebene Kühlsysteme mit Frischwasser und Wärmetauscher nicht funktionsfähig, es läuft ein alternatives Kühlsystem, das nach dem Tsunami eingerichtet wurde
Kernschmelze bestätigt (Tepco), Reaktorkern mit 400 Brennelemente, Zustand der 292 Brennelemente im Abklingbecken unklar (Wasser wird eingespeist) Kernschmelze bestätigt (Tepco), Reaktorkern mit 548 Brennelementen, Zustand der 587 Brennelemente im Abklingbecken unklar (Wasser wird eingespeist) Kernschmelze bestätigt (Tepco), Reaktorkern mit 548 Brennelementen beschädigt, Schäden an den 514 Brennelemente im Abklingbecken vermutet (Wasser wird eingespeist) keine Brennelemente im Reaktorkern, die meisten der 1331 Brennelementen im Abklingbecken sind vermutlich nicht beschädigt (Wasser wird eingespeist)
Radioaktiv belastetes Wasser im Untergeschoss und unterirdischen Tunneln des Gebäudes, Abpumpen läuft. Eine Aufbereitungsanlage, die nach dem Tsunami installiert wurde, dekontaminiert das Wasser Radioaktiv belastetes Wasser im Untergeschoss und unterirdischen Tunneln des Gebäudes, Abpumpen läuft. Eine Aufbereitungsanlage, die nach dem Tsunami installiert wurde, dekontaminiert das Wasser Radioaktiv belastetes Wasser im Untergeschoss und unterirdischen Tunneln des Gebäudes. Abpumpen läuft. Eine Aufbereitungsanlage, die nach dem Tsunami installiert wurde, dekontaminiert das Wasser Radioaktiv belastetes Wasser im Untergeschoss und unterirdischen Tunneln des Gebäudes, Abpumpen läuft. Eine Aufbereitungsanlage, die nach dem Tsunami installiert wurde, dekontaminiert das Wasser
Kunststoffzelt über dem Reaktorblock zur Abschirmung austretender Strahlung fertiggestellt kein Kunststoffzelt zur Abschirmung austretender Strahlung geplant Kunststoffzelt zur Abschirmung austretender Strahlung in Planung Kunststoffzelt zur Abschirmung austretender Strahlung in Planung
BLOCK 1 BLOCK 2 BLOCK 3 BLOCK 4

Quellen (u.a.): GRS, JAIF, Stand: März 2012
Blöcke 5 und 6
BLOCK 5 BLOCK 6
Abgeschaltet vor Beben Abgeschaltet vor Beben
Gebäude intakt, Sicherheitsbehälter intakt Gebäude intakt, Sicherheitsbehälter intakt
548 Brennelemente im Reaktorkern unbeschädigt, 946 Brennelemente im Abklingbecken intakt, Kühlung wieder intakt 764 Brennelemente im Reaktorkern unbeschädigt, 876 Brennelemente im Abklingbecken intakt, Kühlung wieder intakt
Lüftungsloch im Dach soll Wasserstoffexplosion vorbeugen, Elektrizität wieder vorhanden Lüftungsloch im Dach soll Wasserstoffexplosion vorbeugen, Elektrizität wieder vorhanden
Keine Informationen über austretende Radioaktivität Keine Informationen über austretende Radioaktivität
 
AKW-Übersicht

© ZEIT ONLINE

Die sechs Reaktoren von Fukushima-Daiichi liegen direkt an der Küste im Osten Japans. Ihr Zustand kann auf noch unabsehbare Zeit kritisch bleiben. Die japanische Regierung schätzt, dass eine sichere Demontage der Anlage mindestens 40 Jahre dauern werde. Im Dezember verkündete sie die Kaltabschaltung des Kraftwerks, allerdings ist umstritten, wie sicher die Lage dort wirklich ist.

Evakuierungszone

© ZEIT ONLINE

Ende September wurde die Sperrzone auf Gebiete in einem Umkreis von 20 Kilometern reduziert. Einige Städte außerhalb dieses Bereichs, wie etwa Iitate, die sehr stark durch radioaktiven Fallout belastet worden sind, bleiben jedoch vorerst gesperrt. 

Insgesamt 120 Menschen sollen auf dem Gelände von Fukushima-1 derzeit im Einsatz sein, rund 50 von ihnen sind Mitarbeiter des Betreibers Tepco. Die restlichen Helfer sind Experten anderer Atomkonzerne, Soldaten und Feuerwehrmänner. Sie versuchen, die Reaktoren der Anlage zu kühlen. Nach Informationen von Tepco haben die Techniker dabei erste Erfolge verbucht: Zu allen Reaktoren haben die Techniker Stromleitungen verlegt , die Elektrizität für die Kühlsysteme liefern sollen. Feuerwehrmänner und Soldaten versorgen zudem die Blöcke 3 und 4 mit Hilfe von Spezialfahrzeugen mit Meerwasser. Die Lage in Fukushima hat sich insgesamt ein wenig entspannt. Ob das so bleibt, hängt davon ab, wie gut die Maßnahmen greifen . Aktuelle Informationen über den Zustand der Reaktoren bieten die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) sowie das Japanische Atomforum (JAIF) .

Ist eine geringfügige Strahlenbelastung auch in Europa zu erwarten?

Gelangen radioaktive Substanzen in die Umwelt, werden sie mit dem Wind verteilt. Je weiter sie fortgetragen werden, umso geringer ist ihre Konzentration. Zusätzlich nimmt nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) die Konzentration der radioaktiven Stoffe auch dadurch ab, dass einige Radionuklide mit der Zeit zerfallen. Zudem kann Regen Partikel aus belasteten Wolken auswaschen – etwa über dem Pazifik. "Dies führt nach derzeitiger Einschätzung dazu, dass in Europa allenfalls geringfügige Auswirkungen erwartet werden", teilte das BfS mit.

Besiedlung um AKW
Wie viele Menschen in Deutschland leben im direkten Umkreis von Atomkraftwerken? Bitte klicken Sie auf das Bild, um zur interaktiven Grafik zu gelangen

Wie viele Menschen in Deutschland leben im direkten Umkreis von Atomkraftwerken? Bitte klicken Sie auf das Bild, um zur interaktiven Grafik zu gelangen  |  © ZEIT ONLINE

Wie kann man die Bevölkerung in Japan vor einem GAU schützen?

"Fast das einzige, was man machen kann, ist evakuieren", sagt Wissenschaftler Sebastian Pflugbeil, der Präsident der Gesellschaft für Strahlenschutz . In Japan haben die Behörden im Umkreis von rund 20 Kilometern mehr als 200.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Derzeit gibt es eine Flugverbotszone über der Atomanlage Fukushima-1. Auch Jodtabletten zum Schutz der Schilddrüse können helfen. "Das ist allerdings ein hartes logistisches Problem", sagt Pflugbeil. Die Straßen sind kaputt, die Katastrophengebiete unzugänglich. Da ist schwer zu organisieren, dass jeder eine Tablette bekommt.

Strahlendosis

Die Strahlenwirkung auf Menschen, Tiere und Pflanzen wird häufig in Sievert pro Stunde angegeben. Mit Hilfe der Einheit lässt sich abschätzen, wie schädlich eine Strahlung für einen Organismus ist. Sie berücksichtigt dabei die Strahlungsdauer, -art und -wirkung. 1 Sievert entspricht 1.000 Millisievert oder 1.000.000 Mikrosievert. Grundsätzlich gilt eine Einzeldosis von 6.000 Millisievert als tödlich (100 Prozent Sterblichkeit innerhalb von 14 Tagen).

Ob eine Person, die einer geringen Strahlendosis ausgesetzt war, gesundheitliche Schäden zu erwarten hat, lässt sich nicht eindeutig sagen. Die Grenzwerte beziehen sich in der Regel auf ein Jahr. Manche Experten gehen davon aus, dass dieselbe Strahlendosis über einen längeren Zeitraum weniger schädlich ist. Andere sagen, die Strahlung müsse addiert werden.

Natürliche Quellen

Die durchschnittliche Strahlendosis, die ein Deutscher durch natürliche Quellen innerhalb eines Jahres aufnimmt, liegt zwischen zwei und fünf Millisievert. Diese äußere Bestrahlung, der der Mensch je nach Ort und Zeitin unterschiedlicher Höhe ausgesetzt ist, wird Gamma-Ortsdosisleistung genannt. In dieser Deutschlandkarte des Bundesamts für Strahlenschutz ist die Strahlungsstärke je nach Region verzeichnet.

Bei medizinischen Untersuchungen werden zum Teil viel höhere Einzeldosen erreicht, die aber auf einen kurzen Zeitraum beschränkt sind. So nimmt ein Mensch während einer Computertomografie (CT)seines Kopfes ungefähr zwei Millisievert auf, bei der Mammografie 0,4 Millisievert.

Andere Einheiten

Die Energiedosis einer Strahlenquelle wird in Gray angegeben. Ein Gray bedeutet, dass ein Körper von einem Kilogramm Masse eine Energiemenge von einem Joule aufgenommen hat. Für die in Atomkraftwerken vor allem freigesetzte Beta-, Gamma- und Röntgenstrahlung ist die Einheit Grayidentisch mit der Äquivalenteinheit Sievert, ein Gray ist also gleich einem Sievert. Bis Mitte der 1980er Jahre wurde die Äquivalentdosis statt in Sievert in Rem angegeben. Das meinte die Strahlendosis in Roentgen, die ein Mensch aufgenommen hat.

Falls die Strahlenbelastung steigt, wäre eine Evakuierung etwa Tokyos überhaupt möglich?

Im Großraum Tokyo leben auf einer Fläche, die ähnlich groß ist wie das Bundesland Schleswig-Holstein, rund 35 Millionen Menschen. Kurzfristig ist eine Evakuierung derart vieler Bewohner unmöglich. "Das wird sich nicht machen lassen", sagte Gerold Reichenbach, der Vorsitzende des Deutschen Komitees Katastrophenvorsorge im ZDF . "Wenn wir in die Geschichte schauen, sind die größten Evakuierungen New Orleans mit 1,2 Millionen und Tschernobyl mit rund 335.000 Menschen." Hinzu komme, dass es in Tokyo wichtige Infrastrukturen gebe, von Straßen bis hin zu öffentlichen Verkehrsmitteln wie U-Bahnen. Wenn diese nicht mehr betrieben würden, "hätte das katastrophale Folgen". Japan ist eine Insel.

Eine mögliche Evakuierung in angrenzende Länder ist schwierig. Selbst wenn die Behörden Millionen von Menschen etwa in den Süden des Landes langfristig in Sicherheit bringen wollten, entstünden weitere Probleme. "Man muss nicht nur die Menschen aus Tokyo rausbringen", sagte Reichenbach. Dort, wo man sie hinbringe, müssten auch die lebensnotwendigen Dinge sichergestellt werden. Dazu zählen Trinkwasser, Nahrung, sanitäre Anlagen und eine medizinische Versorgung. Schwierig sei es auch, Patienten aus Krankenhäusern und viele alte Menschen zu evakuieren, die Hilfe benötigen. "Möglich ist vermutlich die Evakuierung von Teilbereichen Tokyos", sagte der Katastrophenexperte. Für den Großteil der Menschen könnte eine mögliche Strahlenbelastung höchstens reduziert werden – etwa indem sie belastete Nahrungsmittel meiden. Dauerhaft erhöhte Strahlenwerte würden aber langfristig zu gesundheitlichen Schäden führen.

Welche gesundheitlichen Folgen hat die Freisetzung radioaktiver Stoffe?

Die Strahlenbelastung kann vor allem nahe den Reaktorblöcke derart steigen, dass das Krebsrisiko für den Menschen steigt. Die Ingenieure und Techniker, die derzeit versuchen, die Reaktoren zu kühlen, müssen höchstwahrscheinlich mit gesundheitlichen Folgeschäden rechnen. Ob es generell zu einer Erkrankung kommt, hängt davon ab, wie hoch die Strahlendosis ist und wie lange man ihr ausgesetzt ist. Unmittelbar in der Nähe einer Kernschmelze kann es auch zur akuten Strahlenkrankheit kommen. Pro Jahr nimmt der Mensch durch die Umwelt zwischen zwei und fünf Millisievert auf – ein gesundheitlich unbedenklicher Wert. Bei mehr als 500 Millisievert können bereits innerhalb von Stunden Gesundheitsschäden auftreten.

Welche radioaktiven Stoffe sind besonders gefährlich?

Sehr schädlich sind die Jod-Isotope 131 und 133 sowie die Radionuklide des Cäsiums. Radioaktives Jod ist in den Tagen nach einem Strahlenunfall wesentlich für Gesundheitsschäden verantwortlich. Von den radioaktiven Jod-133-Teilchen ist bereits nach einem Tag die Hälfte zerfallen. Bei Jod-131 beträgt die Halbwertszeit acht Tage. Deutlich länger, bis zu 30 Jahre  dauert es, bis sich die Menge an radioaktiven Cäsium-Isotopen halbiert hat. Im Gegensatz zu Jod kann die Aufnahme von Cäsium nicht durch Tabletten abgemildert werden. Die Radionuklide gelangen in die Körperzellen und können vor allem Muskeln und das Nervensystem schädigen. Kommt es zu einer Explosion eines Reaktorbehälters, der Kernbrennstäbe enthält, werden vor allem Strontium- und Plutonium-Partikel in die Atmosphäre geschleudert. Beide Stoffe können sich in Knochen und Leber anreichern. Hier können sie Jahrzehnte überdauern und bereits in geringen Mengen Gesundheitsschäden verursachen.

Wie wirken Jodtabletten?

Künstlich zugeführtes Jod schützt vor der Aufnahme des radioaktiven Isotops Jod 131 . Die Schilddrüse benötigt von Natur aus Jod. Der Mensch nimmt das Element mit dem Trinkwasser und der Nahrung auf. Atmet er jedoch Jod 131 ein, kann dies die Schilddrüse akut schädigen und Krebs auslösen. Wer allerdings in Wasser aufgelöste Jodtabletten schluckt, kann den Bedarf der Schilddrüse an dem Element für einige Tage decken. "Das Organ ist dann gesättigt und nimmt kein radioaktives Jod mehr auf." Gegen zahlreiche weitere radioaktive Stoffe in der Luft gibt es praktisch keinen Schutz. Ein einfacher Atemschutz ist kaum in der Lage, das Einatmen flüchtiger radioaktiver Stoffe zu verhindern. Lebensmittel aus belasteten Regionen können auch langfristig kontaminiert sein. In Deutschland raten Ärzte derzeit dringend von der Einnahme von Jodtabletten ab. Wenn keine akute Strahlenbelastung vorliegt ist die Einnahme nicht nur sinnlos, sondern kann auch Gesundheitsschäden verursachen. Die Einnahme von Jod kann zum Beispiel eine Überfunktion der Schilddrüse auslösen.

Aufbau der Reaktoren
Wie sind die Reaktorblöcke von Fukushima-1 aufgebaut? Klicken Sie auf das Bild für eine Großansicht

Wie sind die Reaktorblöcke von Fukushima-1 aufgebaut? Klicken Sie auf das Bild für eine Großansicht  |  © Golden Section Graphics

Die Atomkraftwerke in Fukushima arbeiten mit Siedewasser-Reaktoren. Wie funktionieren sie?

In einem Reaktordruckgefäß wird bei dieser Technik mithilfe von Kernenergie Wasser verdampft. Darin befindet sich der Reaktorkern, durch den Wasser strömt. Darin lagern Brennstäbe – das eigentliche radioaktive Material –, die durch eine Metallhülle aus Zirkonium geschützt sind. Durch die Kernspaltung wird Wärmeenergie erzeugt, die das Wasser zum Sieden bringt. Der Dampf hat einen Druck von rund 70 Bar und treibt eine Turbine an, die dann einem Generator die nötige Energie zur Stromerzeugung liefert.

Warum steigen auch die Temperaturen in den abgeschalteten Reaktorblöcken 4, 5 und 6 in Fukushima-1?

Bereits einige Zeit vor dem Erdbeben am 11. März wurden die Reaktoren 4 bis 6 abgeschaltet. "Das Problem ist, dass in den Blöcken zumindest noch die letzte Kernbeladung liegt", sagt Christoph Pistner, Nuklearexperte vom Öko-Institut in Darmstadt . Die zuvor im Reaktordruckgefäß befindlichen Kernbrennstäbe lagern wohl seit der Abschaltung in Abklingbecken. "Die Brennstäbe sind natürlich noch sehr heiß und müssen dauerhaft gekühlt werden", sagt Pistner. Ein Ausfall der Wasser- oder einer Luftkühlung könnte also die Ursache für den Anstieg der Temperaturen in den Blöcken sein. Mitunter müssen ausrangierte Brennstäbe noch über Jahre hinweg gekühlt werden, da sie viel Hitze abgeben. "Im Prinzip kann es noch dazu kommen, dass die Brennstäbe Schaden nehmen und auch schmelzen", sagt der Nuklearexperte. Allerdings sind die Brennelemente in den Blöcken 1 bis 3 weitaus reaktiver und damit gefährlicher als bereits genutzte Brennstäbe, die in Abklingbecken lagern.

Was passiert bei einer Kernschmelze?

Fällt die Kühlung in einem AKW aus, kann sich der Reaktorkern auf bis zu 2000 Grad Celsius erhitzen – die Brennstäbe schmelzen. Das heiße Gemisch aus Uran oder Uran-Plutonium kann sich dann durch die Stahl-Schutzhülle des Reaktorkerns fressen, im schlimmsten Fall bis in den Sicherheitsbehälter (Containment). Radioaktivität in großen Mengen gelangt ins Erdreich. Ein anderes Szenario wäre, dass die Kernschmelze auf das Meerwasser trifft, das zur Notkühlung in den Reaktor gepumpt wird. Eine gewaltige Knallgasreaktion könnte das strahlende Material dabei in die Atmosphäre schleudern. 

Gibt es nun Kernschmelzen in den Reaktoren 1 bis 4 von Fukushima-1 oder nicht?

Die Meldungen über den Zustand der Kernbrennstäbe sind widersprüchlich. "Von außen lässt sich nichts erkennen, die gesamte Steuerung der Reaktoren ist zerstört", sagt Sebastian Pflugbeil, Präsident der Gesellschaft für Strahlenschutz . Allerdings sei die Kernschmelze in den Blöcken "so sicher wie das Amen in der Kirche". Der Physiker schließt das aus dem bisherigen Ablauf des Unfalls. Nachdem die Stromversorgung infolge des Bebens abgebrochen war, konnten Techniker auch die Notaggregate nicht anwerfen. Dieselgeneratoren wurden vom Tsunami zerstört. Schließlich wechselte man auf batteriebetriebene Dampfpumpen. Nach acht Stunden war deren Leistung aufgebraucht. "Damit ist der Kühlmittelfluss im Hauptkreislauf der Anlage zum Erliegen gekommen", erklärt Pflugbeil. "Das Kühlmittel ist unweigerlich verdampft, die darin liegenden Brennstäbe lagen nach und nach blank." Eine Schmelze sei dann nicht mehr aufzuhalten. "Dies ist in allen drei Blöcken der Fall." Auch die Wasserstoffexplosionen, die die Reaktoren 1 bis 4 erschüttert haben, sind Indizien dafür. "Solche Explosionen passieren nur, wenn Kernschmelzprozesse laufen", sagt der Physiker Pflugbeil.

Wie kam es genau zu den Wasserstoffexplosionen in Reaktor 1 bis 4?

Das Kühlwasser reagierte vermutlich mit Zirkonium aus der Hülle der Brennelemente. Dabei entsteht große Hitze. "Dann spaltet sich das Wasser und es entsteht Wasserstoff", erläutert Pflugbeil. Die Atome dringen über kleinste Ventile und Dichtungen in den äußeren Reaktorraum und sammeln sich um den Behälter mit den Brennstäben. "Wenn dann noch Sauerstoff in entsprechender Konzentration vorliegt, reicht ein kleiner Funken und die Sache geht in der Luft."  Das ist bislang in drei Fällen passiert. Die Brände in Reaktor 4 sollen ebenfalls auf eine Wasserstoffexplosion zurückgehen.

Twitter, Behördenseiten und Livestreams

Erdbeben- und Wetterdienste: Meteorologischer Dienst Japans, Japanseite des Potsdamer Geoforschungszentrums, Liveübersicht des Geoforschungszentrums über neue Erdstöße,Tsunamiwarnzentrum der National Oceanic and Atmospheric Administration der USA, Erdbebenvorhersage-Institut Tokyo, Erdbebenerforschungszentrum Tokyo

Reaktorsicherheit: japanische Atomaufsichtsbehörde, internationale Atomenergiebehörde IAEA, Facebookseite der IAEA mit aktuellen Informationen, englischsprachige Seite des AKW-Betreibers Tokyo Electric Power Company (Tepco)

Nachrichtenblogs: CNN, Wall Street Journal, japanische Nachrichtenagentur Kyodo (auf englisch)

Livestream: öffentlich-rechtlicher japanischer Sender NHK

Notfallinformationen: Informationen über Evakuierungen in der Region Fukushima (englisch), Google "Person Finder" auf japanisch, Google "Person Finder" auf englisch, Google-Seite mit Nachrichten, aber auch Notfallhinweisen und Telefonnummern

Karten und Grafiken: Satellitenfotos vorher/nachher bei der New York Times, interaktive Grafik eines Siedewasserreaktors bei der NYT, Erdbebenrisiko-Karte Japans bei U.S. Geological Survey

Was sagt die internationale Bewertungsskala (INES) aus?

Eine Internationale Bewertungsskala von Atomunfällen (Ines) soll den Atomsicherheitsbehörden und Betreibergesellschaften von Kernkraftwerken helfen, den Schweregrad eines Unfalls zu bewerten. Die Skala reicht von 0 bis 7, von einem Ereignis mit geringer sicherheitstechnischer Bedeutung bis hin zu einem katastrophalen Unfall. Einen Tag nach dem Beben vor Japans Küste stuften die Behörden in Japan die Lage in Fukushima-1 als einen "Unfall mit lokalen Konsequenzen" ein (4). Zu diesem Zeitpunkt war es nur in Block 1 zu einer Wasserstoffexplosion gekommen. Stufe 4 bedeutet eine geringe Freisetzung von radioaktiven Elementen. Die Belastung für die Bevölkerung sei in etwa doppelt so hoch wie sonst. Für die Arbeiter am Kraftwerk kann der Unfall allerdings tödliche Folgen haben. Eine Woche nach dem verheerenden Unfall hat die japanische Atomsicherheitsbehörde den Unfall auf heraufgestuft, auf einen "ernsten Unfall" der Stufe 5 . Das heißt, es kommt zu einer "begrenzten" Freisetzung von Radioaktivität und dem Einsatz einzelner Katastrophenschutzmaßnahmen.

Einrichtungen außerhalb Japans, wie das Institut für Wissenschaft und Internationale Sicherheit (Isis) in Washington und die französische Atomsicherheitsbehörde (ASN) stuften das Ereignis in Fukushima-1 anhand von Satellitenbildern und den verfügbaren Informationen aber mittlerweile in die Kategorie 6 ein: ein Unfall mit erheblicher Freisetzung von Radioaktivität, infolge dessen alle Katastrophenschutzmaßnahmen ergriffen werden müssen. Sogar die Stufe 7 sei möglich. Diese ist bisher lediglich einmal bei dem Unfall in Tschernobyl 1986 ausgerufen worden.

Ist die Situation in Japan mit Tschernobyl vergleichbar?

Wie es derzeit weitergeht, ist noch ungewiss. Momentan ist die Lage in den Reaktoren von Fukushima-1 aber nicht mit den Ereignissen vor 25 Jahren zu vergleichen. Damals explodierte nach einem Brand auch das Behältnis mit den Brennstäben. Es kam zu einem riesigen Auswurf an radioaktivem Material. Der Vergleich mit Tschernobyl sei nur angebracht, sollten die Reaktorbehälter platzen, meint Pflugbeil. "Die Wahrscheinlichkeit ist nicht gering, dass es dazu noch kommen kann."

Was ist ein GAU, wann spricht man von einem Super-GAU?

Die Abkürzung GAU steht für "größter anzunehmender Unfall" – Fachleute sprechen von einem Auslegungsstörfall in einem Kernkraftwerk. Nach einer Definition des Bundesamtes für Strahlenschutz ist ein GAU der größte Unfall, für den die Sicherheitssysteme eines AKW noch ausgelegt sein müssen. Die Sicherheitssysteme müssen in einem solchen Fall gewährleisten, dass die Strahlenbelastung außerhalb der Anlage die nach der Strahlenschutzverordnung geltenden Störfallgrenzwerte nicht überschreitet.

Szenarien für Fukushima
Super-GAU oder begrenzter Unfall? Wie sehen das schlimmste und das beste Szenario für die Zukunft aus?

Super-GAU oder begrenzter Unfall? Wie sehen das schlimmste und das beste Szenario für die Zukunft aus?  |  © Asahi Shimbun/Reuters

internationalen Ines-Skala(International Nuclear Event Scale ) angegeben wird. Sie reicht von 0 (Ereignis mit keiner oder geringer sicherheitstechnischer Bedeutung) bis 7 (katastrophaler Unfall). Bislang wurde der Vorfall in der Präfektur Fukushima mit einer 5 (Ernster Unfall) bewertet. Als Super-GAU wird vor allem unter Laien und in Medienberichten ein Atomunfall bezeichnet, der durch Sicherheitsmaßnahmen nicht mehr kontrollierbar ist. Die Katastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986 ist als solcher in die Geschichte eingegangen. Dort sind noch immer riesige Gebiete radioaktiv verseucht und nicht bewohnbar. Eine eindeutige wissenschaftliche Definition für den Begriff Super-GAU gibt es nicht.

Heute unterscheidet man verschiedene Auslegungsstörfälle, deren Schweregrad nach der

Derzeit wird versucht, die Reaktoren mit Meerwasser zu kühlen. Kann das helfen?

"So etwas ist noch nie zuvor ausprobiert worden", sagt Sebastian Pflugbeil. "Es ist ein Versuch, niemand weiß, ob er gelingt." Dem Meerwasser haben Ingenieure Borsäure beigemischt. Dies kann die Kühlung aber nicht unterstützen. "Das ist eine reine Vorbeugungsmaßnahme, falls die Reaktorgefäße bersten", sagt der Physiker. Denn Borsäure nimmt Neutronen aus den Brennstäben auf und kann mitunter das Wiederanlaufen einer Kettenreaktion verhindern.

Was passiert langfristig mit den japanischen Reaktoren?

Derzeit ist noch unklar, was aus dem Gelände um Fukushima-1 werden soll. "Die Reaktoren sind nur noch Ruinen", sagt der Physiker Pflugbeil. "Da wird man irgendwann eine Hilfskonstruktion drüberstülpen müssen."

Ab welcher Magnitude eines Bebens nimmt ein Kernkraftwerk Schaden?

Die Reaktoren auf Japan sind so konstruiert, dass sie Beben mit einer Magnitude von maximal 8,2 aushalten. Das Erdbeben vor der Ostküste hatte eine Stärke von 9,0. Damit war es 24 Mal so stark, wie das Maximum für das die Kernkraftwerke eigentlich ausgelegt sind. Schon nach dem Beben in Kashiwazaki Kariwa im Sommer 2007 hatte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) die möglichen Folgen einer Naturkatastrophe mit den Kernkraftwerkbetreibern in Japan diskutiert. Es seien aber keine Konsequenzen daraus gezogen worden. Dabei sei jedem Experten doch klar gewesen, dass Erdbeben dieser Stärke in Japan auftreten können, sagte Kenneth Brockman, der ehemalige Direktor der IAEA gegenüber der ZEIT .

Welche Gefahr geht von der Anlage Fukushima-2 (Daini) aus?

Dort hatten sich die vier Reaktoren nach dem Beben automatisch abgeschaltet. Außer in Block 1 funktionierten die Kühlsysteme weiter. Inzwischen kühle auch der wieder auf eine normale Betriebstemperatur ab. Die erhöhte Strahlung, die um das Gelände des Kernkraftwerks gemessen worden war, soll von der Anlage Fukushima-1 stammen, die ein paar Kilometer weiter nördlich liegt.

Auch aus dem Atomkraftwerken Onagawa undTokai wurden Störungen gemeldet. Wie sieht es dort aus?

Die beiden Atomkraftwerke haben nach derzeitigem Informationsstand keine technischen Sicherheitsprobleme. Nach Angaben der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) befinden sich beide Anlagen in einem stabilen Zustand und es sei keine Radioaktivität ausgetreten. Es musste nicht evakuiert werden. In Onagawa im Nordosten Japans hatte es in einer Turbinenhalle gebrannt. Das Feuer konnte aber gelöscht werden. In Tokai im Südosten des Landes ist einer der beiden Dieselgeneratoren – also die Notstromversorgung – sowie eine Kühlpumpe ausgefallen. Die Kühlung sei nach Angaben des Betreibers aber dennoch weiter gewährleistet.

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Leserkommentare
  1. [...]

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/er

    7 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    hoffentlich werden sie nicht recht behalten; doch ist das was sie schreiben wesentlich näher an der realität, als das was uns die verharmloser glauben machen wollen...

    ...so ist es. Anstatt die wirklich BESORGNISERREGENDE Ruhe der japanischen Bevölkerung während dieser Stunden und Tage ernsthaft in Frage zu stellen (die meines Erachtens nichts als ein Indiz dafür ist, in welch verheerender Art und Weise die japanische Regierung und vor allem deren Medien, die Sachlage entweder völlig falsch beurteilen oder dies aus welchen Gründen auch immer bewusst tun), wird diese hierzulande medial schon bald neidvoll glorifiziert.
    Verantwortungsvolles Handeln einer Regierung eines Landes und einer Insel in einer derartigen Situation müsste meiner Auffassung nach anders aussehen. Eine jetzige Evakuierung der kompletten Insel Japan mag teilweises Chaos mit sich bringen...das zweifle ich nicht an. Doch welches Chaos entsteht, wenn die Kontamination Tokio erreicht und die Menschen DANN anfangen, die Flucht zu ergreifen? Der totale Gau steht nach Ansicht der meissten authentischen Atomexpertendoch nun unmittelbar bevor und ist so gut wie nicht mehr abwendbar.
    [...]...heute bete ich für die armen Menschen!
    Bitte argumentieren Sie sachlich. Danke, die Redaktion/vv

    [...]

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/er

    Sollte es wirklich so kommen wie es von ihnen beschrieben wird, wird Japan so wie wir es kennen aufhören zu existieren. Das ganze erinnert mich an einen schlechten Film so wie "Sinking of Japan".

    Ich habe als Filmfan viele der Japanischen B-Movies gesehen und war oftmals verwundert bzw amüsiert wie die Japanischen Filmemacher immer und immer wieder genüsslich die Zerstörung ihrer Heimat zelebrierten, wenn ich mir nun die aktuellen Bilder anschauen hoffe ich darauf das endlich Werbung eingeblendet wird oder der Film endlich zu ende ist, aber das geschieht einfach nicht.

    Ich hoffe nur das es irgendwie gelingt die Reaktoren zu sichern und es nicht zu zum Worst Case kommt.

    • ztc77
    • 14. März 2011 20:56 Uhr

    Dank an Antieuphemist dass er die Mox-Brennelemente erwähnt. Es ist nicht seriös von der ZEIT, dieses zusätzliche Risiko nicht zu benennen.

    Ich finde es schade dass mit der Situation in den japanischen AKW's so polemisch umgegangen wird. Wenn der Verfasser auc nur über annähernd technischen Sachverstand verfügen würde wüßte er, dass das so nicht passieren kann. Aber Polemik statt fundierter Information ist leider allgegenwärtig momentan in der Berichtserstattung. Jeder ist ein "Experte - d.h. er hat keine fundierten Sachkenntnisse.
    Und ich zähle mich wahrhaftig nicht zu den "Berufsverharmlosern" noch bin ich bei einem Energieverosrger tätig. Aber ich glaube ich verstehe etwas von Physik.

    • vb187
    • 14. März 2011 22:52 Uhr

    Wieso ist denn dieser Kommentar entfernt worden!?! Ich hab da keine Unsachlichkeit feststellen können!

    Entfernt. Bei Kritik an unserer Moderation wenden Sie sich bitte an community@zeit.de. Danke. Die Redaktion/ew

  2. hoffentlich werden sie nicht recht behalten; doch ist das was sie schreiben wesentlich näher an der realität, als das was uns die verharmloser glauben machen wollen...

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Die Wolke kommt!"
  3. ...so ist es. Anstatt die wirklich BESORGNISERREGENDE Ruhe der japanischen Bevölkerung während dieser Stunden und Tage ernsthaft in Frage zu stellen (die meines Erachtens nichts als ein Indiz dafür ist, in welch verheerender Art und Weise die japanische Regierung und vor allem deren Medien, die Sachlage entweder völlig falsch beurteilen oder dies aus welchen Gründen auch immer bewusst tun), wird diese hierzulande medial schon bald neidvoll glorifiziert.
    Verantwortungsvolles Handeln einer Regierung eines Landes und einer Insel in einer derartigen Situation müsste meiner Auffassung nach anders aussehen. Eine jetzige Evakuierung der kompletten Insel Japan mag teilweises Chaos mit sich bringen...das zweifle ich nicht an. Doch welches Chaos entsteht, wenn die Kontamination Tokio erreicht und die Menschen DANN anfangen, die Flucht zu ergreifen? Der totale Gau steht nach Ansicht der meissten authentischen Atomexpertendoch nun unmittelbar bevor und ist so gut wie nicht mehr abwendbar.
    [...]...heute bete ich für die armen Menschen!
    Bitte argumentieren Sie sachlich. Danke, die Redaktion/vv

    Antwort auf "Die Wolke kommt!"
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    Sie fordern eine komplette Evakuierung Japans. Japan hat laut Statistischem Bundesamt fast 130 Millionen Einwohner. Haben sie eine Brücke zum Festland entdeckt oder wie wollen sie die Japaner evakuieren?

    • vb187
    • 14. März 2011 22:50 Uhr

    dass eine Evakuierung auch nur ansatzweise möglich ist! Japan hat schon genug damit zutun, die "paar" Leute aus dem Umkreis von 20km herauszuschaffen und soll nun 130 Mio Menschen über das Wasser hieven?? Wie - Haben Sie 50 Mio Zelte im Keller? Wohin? Schon Europa hat Probleme damit, einige Tausend Afrikaner aufzunehmen. Leider nicht ganz zu Ende gedacht, dieser hilfsbereite Ansatz.
    Ruhe und Tabletten ist wahrscheinlich das einzige, was man aktuell tun kann. Naja und hoffen; für Japan und die anderen 5000 Krisengebiete auf der Erde.

    • tronco
    • 14. März 2011 23:04 Uhr

    Auch als Atheist sollten Sie sich von pervers-idiotischen Prophezeiungen fernhalten und sich stattdessen eine Scheibe der "besorgniserregenden Ruhe" der bewundernswerten Japanern abschneiden! Das, was Sie hier tun, verabscheuen Sie vermutlich an den christlichen Religionen - Sie predigen und zwar Unheil -, wem hat das jemals geholfen?

    Stattdessen sollten die Weltgemeinschaft nüchtern-pragmatisch versuchen zu helfen und zu tun, was getan werden muss und das ist in erster Linie Hilfe in Bezug auf die schon entstanden Schäden und Minderung des Elends und auch die weltweit beste Expertise in Sachen Physik um eine Abkühlung zu erreichen.

  4. [...]

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/er

    Antwort auf "Die Wolke kommt!"
  5. Der Beitrag enthält gut zusammengefasstes und erklärtes Grundwissen zum Thema, was für den Laien gut verständlich ist. Ich frage mich allerdings, ob der Leser damit auf das Schlimmste vorbereitet werden soll. Ich sage das deswegen, weil ich das seit heute Morgen auch in der Berichterstattung anderer Medien festgestellt habe. Die zweite Explosion im Kraftwerk war recht deutlich, und die heutigen Pressemitteilungen der Betreibergesellschaft des Kraftwerks sprachen aus meiner Sicht auch Klartext.

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    Es weiss doch ueberhaupt keiner mehr, was in den Anlagen passiert, ob die Kernschmelze eingesetzt hat, was austritt, ob es aufgehalten werden kann oder nicht - keine unabhaengigen Wissenschaftler, Angaben nur von bekanntermassen korrupten Betreibern und Regierung mit anderen Maximen als der Wirklichkeit, wie kann die ZEIT sich da hinstellen und behaupten es sei so und so und eigentlich unter Kontrolle?

    Ich empfehle dem geneigten Leser dringend, auch andere Quellen zu nutzen, um sich ein unabhaengiges Bild machen zu koennen.

    • JUKOS
    • 14. März 2011 20:19 Uhr

    [...] Da stelle ich mir als oekologisch bewusster Mensch natuerlich die Frage: Was bringt es denn Energie zu sparen wo ich nur kann, wenn es hundere millionen anderer gibt, die mutwillig alle Energiesparanstrengungen zunichte machen, um sich ein noch bequemeres Leben mit noch weniger Verzicht leisten zu koennen. Da ist man doch doppelt bloed zu verzichten. Erstens hat man weniger spass im Leben und zweitens ist man vom radioaktiven Ausfall genau so btroffen wiel alle

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/ag

    Eine Leserempfehlung
  6. Sollte es wirklich so kommen wie es von ihnen beschrieben wird, wird Japan so wie wir es kennen aufhören zu existieren. Das ganze erinnert mich an einen schlechten Film so wie "Sinking of Japan".

    Ich habe als Filmfan viele der Japanischen B-Movies gesehen und war oftmals verwundert bzw amüsiert wie die Japanischen Filmemacher immer und immer wieder genüsslich die Zerstörung ihrer Heimat zelebrierten, wenn ich mir nun die aktuellen Bilder anschauen hoffe ich darauf das endlich Werbung eingeblendet wird oder der Film endlich zu ende ist, aber das geschieht einfach nicht.

    Ich hoffe nur das es irgendwie gelingt die Reaktoren zu sichern und es nicht zu zum Worst Case kommt.

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    Antwort auf "Die Wolke kommt!"
  7. Seien Sie doch alle mal ganz still und leise.

    Unser Planet will uns was sagen und keiner hört zu.

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    • Naoh
    • 14. März 2011 21:02 Uhr

    Ich finde der Planet schreit schon - in unserem menschlichen Zeitempfinden gemessen - viel zu lange. Aber niemand hat bisher hingehört, niemand wird diesesmal hinhören. Und selbst wenn, vielleicht ist es diesesmal zu spät. Dann nützt es nämlich auch niemandem mehr, zwei Tage vor der Kathastrophe recht oder unrecht gehabt zu haben.

    ...so wäre es ihm gleichgültig, was wir tun. Warum sollte er sich um den hauchdünnen Film von Biomasse an seiner Oberfläche scheren ?
    Sein inneres ist immer noch geheizt von der Zerfallswärme seiner Radioisotope, das da ein winziger Teil von sich auf der Oberfläche ausbreitet, was solls ?

    NEIN,
    unsere Erkenntnisfähigkeit sagt uns etwas:
    - Diejenigen, die Atomenergienutzung hier in den hochtechnisierten Ländern für möglich und ausreichend sicher hielten (also auch ich) hatten unrecht.
    - Die Anti-Atomkraftbewegung und in ihrer Folge die Grünen hatten recht.

    Punkt.

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  • Schlagworte IAEA | Japan | AKW | Evakuierung | Kernkraftwerk | Reaktor
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