Fragen und Antworten: Wie schlimm ist der Reaktorunfall in Japan?
Die Welt schaut auf die Atomanlage Fukushima-1: Radioaktivität tritt aus, wie ernst ist die Lage und was könnten die Folgen sein? Antworten auf die wichtigsten Fragen
Wie gefährlich ist die radioaktive Strahlung, die am Atomkraftwerk Fukushima-1 freigesetzt wird?
Das lässt sich derzeit nicht genau sagen. Vier der sechs Reaktorblöcke der Anlage sind zum Teil schwer beschädigt (siehe Status der Reaktoren im AKW Fukushima-1 ). Die Strahlung, die auf dem Gelände von Fukushima-1 nahe den Reaktoren gemessen wird, steigt und fällt . Die Belastung erreichte zwischenzeitlich sehr hohe Werte von bis zu 400 Millisievert pro Stunde (mSV/h). Das ist das 200-fache an radioaktiver Strahlung in nur einer Stunde, die ein Mensch ansonsten in einem Jahr über natürliche Quellen aufnimmt. Die natürliche Strahlendosis, der jeder Mensch ausgesetzt ist, liegt bei etwa 0,0003 mSv/h.
Derzeit liegen die Strahlenwerte nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) am Haupteingang des Fukushima-1-Geländes zwischen 2,5 und 6 mSv/h.

Super-GAU oder begrenzter Unfall? Wie sehen das schlimmste und das beste Szenario für die Zukunft aus?
Erhöhte Strahlenwerte wurden auch im rund 240 Kilometer entfernten Tokyo gemessen. Doch für die Menschen dort, wie auch für diejenigen außerhalb des evakuierten Gebiets von 30 Kilometern um Fukushima-1, besteht momentan keine akute Gefahr. Dazu schwanken die Strahlenwerte zu stark. Ob radioaktive Partikel aus den Reaktoren sich über das japanische Festland ausbreiten, hängt davon ab, in welche Richtung der Wind am Boden bläst. Westwind würde die Luftmassen auf den offenen Pazifik treiben.
Seit dem Beben am 11. März wurden trotz weitgehend heiler Sicherheitsbehälter erhöhte Strahlenwerte nahe dem Gelände gemessen. Radioaktive Stoffe gelangten wohl zusammen mit Wasserdampf in die Umwelt. Denn die Arbeiter mussten Ventile an den Reaktoren öffnen, um Überdruck abzulassen. So wurde versucht, Explosionen zu verhindern. Die Außenwände der Reaktoren 1 bis 4 konnten durch die Maßnahme allerdings nicht gerettet werden .
- Lage in Fukushima-1
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BLOCK 1 BLOCK 2 BLOCK 3 BLOCK 4 Abschaltung nach Beben, Explosion am 12.03.2011 Abschaltung nach Beben, Explosion am 15.03.2011 Abschaltung nach Beben, Explosion am 14. und 16.03.2011 Abgeschaltet vor Beben, Brände und Explosion am 15.03.2011 Weil Temperaturen im Reaktor unter 100 Grad Celsius sind, spricht Tepco von Kaltabschaltung Weil Temperaturen im Reaktor unter 100 Grad Celsius sind, spricht Tepco von Kaltabschaltung Weil Temperaturen im Reaktor unter 100 Grad Celsius sind, spricht Tepco von Kaltabschaltung Abgeschaltet und auch vor dem Beben nicht in Betrieb Gebäude schwer beschädigt, Sicherheitsbehälter und Reaktordruckbehälter beschädigt, in den Reaktorkern wird Wasser eingeleitet Gebäude leicht beschädigt, Außenhülle löchrig, Leck im Sicherheitsbehälter vermutet, in den Reaktorkern wird Wasser eingeleitet Gebäude schwer beschädigt, Sicherheitsbehälter beschädigt, Leck vermutet, in den Reaktorkern wird Wasser eingeleitet Gebäude schwer beschädigt, Wasserstoff aus Block 3 sprengte das Dach, keine Brennelemente im Kern Strombetriebene Kühlsysteme mit Frischwasser und Wärmetauscher nicht funktionsfähig, es läuft ein alternatives Kühlsystem, das nach dem Tsunami eingerichtet wurde Strombetriebene Kühlsysteme mit Frischwasser und Wärmetauscher nicht funktionsfähig, es läuft ein alternatives Kühlsystem, das nach dem Tsunami eingerichtet wurde Strombetriebene Kühlsysteme mit Frischwasser und Wärmetauscher nicht funktionsfähig, es läuft ein alternatives Kühlsystem, das nach dem Tsunami eingerichtet wurde Strombetriebene Kühlsysteme mit Frischwasser und Wärmetauscher nicht funktionsfähig, es läuft ein alternatives Kühlsystem, das nach dem Tsunami eingerichtet wurde Kernschmelze bestätigt (Tepco), Reaktorkern mit 400 Brennelemente, Zustand der 292 Brennelemente im Abklingbecken unklar (Wasser wird eingespeist) Kernschmelze bestätigt (Tepco), Reaktorkern mit 548 Brennelementen, Zustand der 587 Brennelemente im Abklingbecken unklar (Wasser wird eingespeist) Kernschmelze bestätigt (Tepco), Reaktorkern mit 548 Brennelementen beschädigt, Schäden an den 514 Brennelemente im Abklingbecken vermutet (Wasser wird eingespeist) keine Brennelemente im Reaktorkern, die meisten der 1331 Brennelementen im Abklingbecken sind vermutlich nicht beschädigt (Wasser wird eingespeist) Radioaktiv belastetes Wasser im Untergeschoss und unterirdischen Tunneln des Gebäudes, Abpumpen läuft. Eine Aufbereitungsanlage, die nach dem Tsunami installiert wurde, dekontaminiert das Wasser Radioaktiv belastetes Wasser im Untergeschoss und unterirdischen Tunneln des Gebäudes, Abpumpen läuft. Eine Aufbereitungsanlage, die nach dem Tsunami installiert wurde, dekontaminiert das Wasser Radioaktiv belastetes Wasser im Untergeschoss und unterirdischen Tunneln des Gebäudes. Abpumpen läuft. Eine Aufbereitungsanlage, die nach dem Tsunami installiert wurde, dekontaminiert das Wasser Radioaktiv belastetes Wasser im Untergeschoss und unterirdischen Tunneln des Gebäudes, Abpumpen läuft. Eine Aufbereitungsanlage, die nach dem Tsunami installiert wurde, dekontaminiert das Wasser Kunststoffzelt über dem Reaktorblock zur Abschirmung austretender Strahlung fertiggestellt kein Kunststoffzelt zur Abschirmung austretender Strahlung geplant Kunststoffzelt zur Abschirmung austretender Strahlung in Planung Kunststoffzelt zur Abschirmung austretender Strahlung in Planung BLOCK 1 BLOCK 2 BLOCK 3 BLOCK 4
Quellen (u.a.): GRS, JAIF, Stand: März 2012 - Blöcke 5 und 6
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BLOCK 5 BLOCK 6 Abgeschaltet vor Beben Abgeschaltet vor Beben Gebäude intakt, Sicherheitsbehälter intakt Gebäude intakt, Sicherheitsbehälter intakt 548 Brennelemente im Reaktorkern unbeschädigt, 946 Brennelemente im Abklingbecken intakt, Kühlung wieder intakt 764 Brennelemente im Reaktorkern unbeschädigt, 876 Brennelemente im Abklingbecken intakt, Kühlung wieder intakt Lüftungsloch im Dach soll Wasserstoffexplosion vorbeugen, Elektrizität wieder vorhanden Lüftungsloch im Dach soll Wasserstoffexplosion vorbeugen, Elektrizität wieder vorhanden Keine Informationen über austretende Radioaktivität Keine Informationen über austretende Radioaktivität - AKW-Übersicht
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© ZEIT ONLINE
Die sechs Reaktoren von Fukushima-Daiichi liegen direkt an der Küste im Osten Japans. Ihr Zustand kann auf noch unabsehbare Zeit kritisch bleiben. Die japanische Regierung schätzt, dass eine sichere Demontage der Anlage mindestens 40 Jahre dauern werde. Im Dezember verkündete sie die Kaltabschaltung des Kraftwerks, allerdings ist umstritten, wie sicher die Lage dort wirklich ist.
- Evakuierungszone
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© ZEIT ONLINE
Ende September wurde die Sperrzone auf Gebiete in einem Umkreis von 20 Kilometern reduziert. Einige Städte außerhalb dieses Bereichs, wie etwa Iitate, die sehr stark durch radioaktiven Fallout belastet worden sind, bleiben jedoch vorerst gesperrt.
Insgesamt 120 Menschen sollen auf dem Gelände von Fukushima-1 derzeit im Einsatz sein, rund 50 von ihnen sind Mitarbeiter des Betreibers Tepco. Die restlichen Helfer sind Experten anderer Atomkonzerne, Soldaten und Feuerwehrmänner. Sie versuchen, die Reaktoren der Anlage zu kühlen. Nach Informationen von Tepco haben die Techniker dabei erste Erfolge verbucht: Zu allen Reaktoren haben die Techniker Stromleitungen verlegt , die Elektrizität für die Kühlsysteme liefern sollen. Feuerwehrmänner und Soldaten versorgen zudem die Blöcke 3 und 4 mit Hilfe von Spezialfahrzeugen mit Meerwasser. Die Lage in Fukushima hat sich insgesamt ein wenig entspannt. Ob das so bleibt, hängt davon ab, wie gut die Maßnahmen greifen . Aktuelle Informationen über den Zustand der Reaktoren bieten die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) sowie das Japanische Atomforum (JAIF) .
Ist eine geringfügige Strahlenbelastung auch in Europa zu erwarten?
Gelangen radioaktive Substanzen in die Umwelt, werden sie mit dem Wind verteilt. Je weiter sie fortgetragen werden, umso geringer ist ihre Konzentration. Zusätzlich nimmt nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) die Konzentration der radioaktiven Stoffe auch dadurch ab, dass einige Radionuklide mit der Zeit zerfallen. Zudem kann Regen Partikel aus belasteten Wolken auswaschen – etwa über dem Pazifik. "Dies führt nach derzeitiger Einschätzung dazu, dass in Europa allenfalls geringfügige Auswirkungen erwartet werden", teilte das BfS mit.

Wie viele Menschen in Deutschland leben im direkten Umkreis von Atomkraftwerken? Bitte klicken Sie auf das Bild, um zur interaktiven Grafik zu gelangen
Wie kann man die Bevölkerung in Japan vor einem GAU schützen?
"Fast das einzige, was man machen kann, ist evakuieren", sagt Wissenschaftler Sebastian Pflugbeil, der Präsident der Gesellschaft für Strahlenschutz . In Japan haben die Behörden im Umkreis von rund 20 Kilometern mehr als 200.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Derzeit gibt es eine Flugverbotszone über der Atomanlage Fukushima-1. Auch Jodtabletten zum Schutz der Schilddrüse können helfen. "Das ist allerdings ein hartes logistisches Problem", sagt Pflugbeil. Die Straßen sind kaputt, die Katastrophengebiete unzugänglich. Da ist schwer zu organisieren, dass jeder eine Tablette bekommt.
- Strahlendosis
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Die Strahlenwirkung auf Menschen, Tiere und Pflanzen wird häufig in Sievert pro Stunde angegeben. Mit Hilfe der Einheit lässt sich abschätzen, wie schädlich eine Strahlung für einen Organismus ist. Sie berücksichtigt dabei die Strahlungsdauer, -art und -wirkung. 1 Sievert entspricht 1.000 Millisievert oder 1.000.000 Mikrosievert. Grundsätzlich gilt eine Einzeldosis von 6.000 Millisievert als tödlich (100 Prozent Sterblichkeit innerhalb von 14 Tagen).
Ob eine Person, die einer geringen Strahlendosis ausgesetzt war, gesundheitliche Schäden zu erwarten hat, lässt sich nicht eindeutig sagen. Die Grenzwerte beziehen sich in der Regel auf ein Jahr. Manche Experten gehen davon aus, dass dieselbe Strahlendosis über einen längeren Zeitraum weniger schädlich ist. Andere sagen, die Strahlung müsse addiert werden.
- Natürliche Quellen
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Die durchschnittliche Strahlendosis, die ein Deutscher durch natürliche Quellen innerhalb eines Jahres aufnimmt, liegt zwischen zwei und fünf Millisievert. Diese äußere Bestrahlung, der der Mensch je nach Ort und Zeitin unterschiedlicher Höhe ausgesetzt ist, wird Gamma-Ortsdosisleistung genannt. In dieser Deutschlandkarte des Bundesamts für Strahlenschutz ist die Strahlungsstärke je nach Region verzeichnet.
Bei medizinischen Untersuchungen werden zum Teil viel höhere Einzeldosen erreicht, die aber auf einen kurzen Zeitraum beschränkt sind. So nimmt ein Mensch während einer Computertomografie (CT)seines Kopfes ungefähr zwei Millisievert auf, bei der Mammografie 0,4 Millisievert.
- Andere Einheiten
Die Energiedosis einer Strahlenquelle wird in Gray angegeben. Ein Gray bedeutet, dass ein Körper von einem Kilogramm Masse eine Energiemenge von einem Joule aufgenommen hat. Für die in Atomkraftwerken vor allem freigesetzte Beta-, Gamma- und Röntgenstrahlung ist die Einheit Grayidentisch mit der Äquivalenteinheit Sievert, ein Gray ist also gleich einem Sievert. Bis Mitte der 1980er Jahre wurde die Äquivalentdosis statt in Sievert in Rem angegeben. Das meinte die Strahlendosis in Roentgen, die ein Mensch aufgenommen hat.
Falls die Strahlenbelastung steigt, wäre eine Evakuierung etwa Tokyos überhaupt möglich?
Im Großraum Tokyo leben auf einer Fläche, die ähnlich groß ist wie das Bundesland Schleswig-Holstein, rund 35 Millionen Menschen. Kurzfristig ist eine Evakuierung derart vieler Bewohner unmöglich. "Das wird sich nicht machen lassen", sagte Gerold Reichenbach,
der Vorsitzende des Deutschen Komitees Katastrophenvorsorge
im ZDF
. "Wenn wir in die Geschichte schauen, sind die größten Evakuierungen New Orleans mit 1,2 Millionen und Tschernobyl mit rund 335.000 Menschen." Hinzu komme, dass es in Tokyo wichtige Infrastrukturen gebe, von Straßen bis hin zu öffentlichen Verkehrsmitteln wie U-Bahnen. Wenn diese nicht mehr betrieben würden, "hätte das katastrophale Folgen". Japan ist eine Insel.
Eine mögliche Evakuierung in angrenzende Länder ist schwierig. Selbst wenn die Behörden Millionen von Menschen etwa in den Süden des Landes langfristig in Sicherheit bringen wollten, entstünden weitere Probleme. "Man muss nicht nur die Menschen aus Tokyo rausbringen", sagte Reichenbach. Dort, wo man sie hinbringe, müssten auch die lebensnotwendigen Dinge sichergestellt werden. Dazu zählen Trinkwasser, Nahrung, sanitäre Anlagen und eine medizinische Versorgung. Schwierig sei es auch, Patienten aus Krankenhäusern und viele alte Menschen zu evakuieren, die Hilfe benötigen. "Möglich ist vermutlich die Evakuierung von Teilbereichen Tokyos", sagte der Katastrophenexperte. Für den Großteil der Menschen könnte eine mögliche Strahlenbelastung höchstens reduziert werden – etwa indem sie belastete Nahrungsmittel meiden. Dauerhaft erhöhte Strahlenwerte würden aber langfristig zu gesundheitlichen Schäden führen.
Welche gesundheitlichen Folgen hat die Freisetzung radioaktiver Stoffe?
Die Strahlenbelastung kann vor allem nahe den Reaktorblöcke derart steigen, dass das Krebsrisiko für den Menschen steigt. Die Ingenieure und Techniker, die derzeit versuchen, die Reaktoren zu kühlen, müssen höchstwahrscheinlich mit gesundheitlichen Folgeschäden rechnen. Ob es generell zu einer Erkrankung kommt, hängt davon ab, wie hoch die Strahlendosis ist und wie lange man ihr ausgesetzt ist. Unmittelbar in der Nähe einer Kernschmelze kann es auch zur akuten Strahlenkrankheit kommen. Pro Jahr nimmt der Mensch durch die Umwelt zwischen zwei und fünf Millisievert auf – ein gesundheitlich unbedenklicher Wert. Bei mehr als 500 Millisievert können bereits innerhalb von Stunden Gesundheitsschäden auftreten.






Seien Sie doch alle mal ganz still und leise.
Unser Planet will uns was sagen und keiner hört zu.
[...]
Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/er
Dank an Antieuphemist dass er die Mox-Brennelemente erwähnt. Es ist nicht seriös von der ZEIT, dieses zusätzliche Risiko nicht zu benennen.
hoffentlich werden sie nicht recht behalten; doch ist das was sie schreiben wesentlich näher an der realität, als das was uns die verharmloser glauben machen wollen...
Sollte es wirklich so kommen wie es von ihnen beschrieben wird, wird Japan so wie wir es kennen aufhören zu existieren. Das ganze erinnert mich an einen schlechten Film so wie "Sinking of Japan".
Ich habe als Filmfan viele der Japanischen B-Movies gesehen und war oftmals verwundert bzw amüsiert wie die Japanischen Filmemacher immer und immer wieder genüsslich die Zerstörung ihrer Heimat zelebrierten, wenn ich mir nun die aktuellen Bilder anschauen hoffe ich darauf das endlich Werbung eingeblendet wird oder der Film endlich zu ende ist, aber das geschieht einfach nicht.
Ich hoffe nur das es irgendwie gelingt die Reaktoren zu sichern und es nicht zu zum Worst Case kommt.
Dank an Antieuphemist dass er die Mox-Brennelemente erwähnt. Es ist nicht seriös von der ZEIT, dieses zusätzliche Risiko nicht zu benennen.
hoffentlich werden sie nicht recht behalten; doch ist das was sie schreiben wesentlich näher an der realität, als das was uns die verharmloser glauben machen wollen...
Sollte es wirklich so kommen wie es von ihnen beschrieben wird, wird Japan so wie wir es kennen aufhören zu existieren. Das ganze erinnert mich an einen schlechten Film so wie "Sinking of Japan".
Ich habe als Filmfan viele der Japanischen B-Movies gesehen und war oftmals verwundert bzw amüsiert wie die Japanischen Filmemacher immer und immer wieder genüsslich die Zerstörung ihrer Heimat zelebrierten, wenn ich mir nun die aktuellen Bilder anschauen hoffe ich darauf das endlich Werbung eingeblendet wird oder der Film endlich zu ende ist, aber das geschieht einfach nicht.
Ich hoffe nur das es irgendwie gelingt die Reaktoren zu sichern und es nicht zu zum Worst Case kommt.
Es weiss doch ueberhaupt keiner mehr, was in den Anlagen passiert, ob die Kernschmelze eingesetzt hat, was austritt, ob es aufgehalten werden kann oder nicht - keine unabhaengigen Wissenschaftler, Angaben nur von bekanntermassen korrupten Betreibern und Regierung mit anderen Maximen als der Wirklichkeit, wie kann die ZEIT sich da hinstellen und behaupten es sei so und so und eigentlich unter Kontrolle?
Ich empfehle dem geneigten Leser dringend, auch andere Quellen zu nutzen, um sich ein unabhaengiges Bild machen zu koennen.
Ich bin wirklich kein Experte, aber der Unterschied zwischen Hiroshima und Fukushima ist in etwa der zwischen einer "guten" Atomwaffe (Sarkasmus) und einer schmutzigen Bombe. Bei einer Atombombe ist das Ziel die möglichst effizienteste Energieausbeute um die Zerstörungskraft zu steigern. D.h. bei einer hochentwickelten Atombombe ist das Ziel, alles Spaltmaterial sich spalten zu lassen. Die Explosion ist tödlich aber dann auch wieder vorbei. Der Fallout besteht größtenteils aus radioaktiv aktivierten Umgebungsmaterial, das die Strahlung abbekommen hat. Das ist schon unmenschlich schlimm und verstrahlt die Umwelt. Wenn aber der Reaktor, wie in Tschernobyl, explodiert, wird tonnenweise "noch nicht durchreagiertes" Spaltmaterial verteilt, das extrem lange in der Umwelt verbleiben und durch Anreicherung in z.B. Schilddrüsen mittelfristig hunderttausenfach zu Krebs, Missbildungen und Tod führen wird (wenn die Wolke über die 35 Millionenstadt Tokyo ziehen sollte).
Ein SuperGAU ist langfristig gesehen viel zerstörerischer als eine Atombombe.
Dazu kommt, das in einer Atombombe ein paar Kilo Spaltmaterial enthalten sind, ich habe in einer Meldung hier gelesen, dass bei einer Kernschmelze 30-40 Tonnen(!!!) Brennmaterial betroffen sind (pro Reaktorblock).
Ich kann nicht ausdrücken, wie sehr ich um die Menschen in Tokyo und ganz Japan fürchte.
Es ist schon beschämend. Während die Japaner, die wirklich Grund zur Panik hätten, vorbildlich Gelassenheit demonstrieren, hyperventilieren die Deutschen der Katastrophe förmlich entgegen. Aber immer noch ist kein enziges Atomopfer in Japan zu beklagen.
Dank an Antieuphemist dass er die Mox-Brennelemente erwähnt. Es ist nicht seriös von der ZEIT, dieses zusätzliche Risiko nicht zu benennen.
Das Atomkraftwerk Fukushima 1 hat unter mehreren Reaktorblöcken den Block Nr.3, in diesem Reaktor haben die Japaner sogenannte Mox-Brennelemente. Mox bedeutet Mischoxide, außer dem Urandioxid ist hier auch noch Plutonium-Dioxid, das soll mehr Strom liefern. Eine Kernschmelze mit Urandioxid ist schon wegen seiner radioaktiven Strahlung sehr gefährlich, ein "GAU", aber eine Kernschmelze mit Plutoniumdioxid liefert neben der radioaktiven Strahlung noch hochgiftige Plutoniumpartikel, die mit der Wolke weggetrieben werden. Das ist dann der Super-GAU. Ärzte müssen sich dann also mit zwei Schädigungen befassen, die Schäden der Strahlung und die Schäden der Vergiftung. Die Chancen der Betroffenen sind dann noch geringer, davon zu kommen, daneben werden die Ärzte ja selbst von diesen Schädigungen hinweggerafft.
Vielleicht verstehen Sie jetzt etwas besser, was Kommentar 1 von Herrn Antieuphemist ausdrücken wollte, der Kommentar war sachlich richtig und wurde zu Unrecht von ZO gelöscht.
Das Atomkraftwerk Fukushima 1 hat unter mehreren Reaktorblöcken den Block Nr.3, in diesem Reaktor haben die Japaner sogenannte Mox-Brennelemente. Mox bedeutet Mischoxide, außer dem Urandioxid ist hier auch noch Plutonium-Dioxid, das soll mehr Strom liefern. Eine Kernschmelze mit Urandioxid ist schon wegen seiner radioaktiven Strahlung sehr gefährlich, ein "GAU", aber eine Kernschmelze mit Plutoniumdioxid liefert neben der radioaktiven Strahlung noch hochgiftige Plutoniumpartikel, die mit der Wolke weggetrieben werden. Das ist dann der Super-GAU. Ärzte müssen sich dann also mit zwei Schädigungen befassen, die Schäden der Strahlung und die Schäden der Vergiftung. Die Chancen der Betroffenen sind dann noch geringer, davon zu kommen, daneben werden die Ärzte ja selbst von diesen Schädigungen hinweggerafft.
Vielleicht verstehen Sie jetzt etwas besser, was Kommentar 1 von Herrn Antieuphemist ausdrücken wollte, der Kommentar war sachlich richtig und wurde zu Unrecht von ZO gelöscht.
wenn ich die Wette annehme? Mittlerweile habe ich Informationen aus Japan die ihr Geld zu einfachem Spendengeld (ohhne Steuerquittung) zur Rettung einiger Leben in Japan machen. Leider wird es länger dauern bis wir die Wette einlösen können. Aber wir könnten wenn ich ihren Wetteinsatz aufstocke in 5 Jahren einigen Kindern zu unbeschwertem Urlaub in Strahlungsfreiem Gebiet verhelfen. Auch heute kommen noch Kinder aus Tschenobyl in meine Stadt um sich zu erholen. Das wär doch was. Wie siehts aus?
Doch, die Kraftwerke sind futsch. Selbst wenn jetzt noch alles gut werden sollte sind sie wirtschaftliche Totalschäden.
Das wäre schon positiv. Wenn es jetzt aber weiter eskaliert und die Brennelemente schmelzen, was noch im Rahmen des Möglichen liegt, erreicht die zusammenfließende Schmelze wieder genug Masse um den Kernzerfall wieder zu beschleunigen. Der geschmolzene Kern kühlt dann nicht mehr ab. Die Siedewasserreaktoren verfügen aber ob ihres hohen Alters nicht über einen Core-Catcher, in dem der geschmolzene Kern liegen bleiben würde. Daher besteht die Möglichkeit, das der Kern sich durch den Boden hindurch brennt und in einen Grundwasserhorizont eindringt. Beim aufeinandertreffen verdampft das Wasser und das Kernmaterial wird in einer Wasserdampfverpuffung ausgeworfen.
Dann ist alles andere in einem größeren Radius auch futsch.
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