Fragen und AntwortenWie schlimm ist der Reaktorunfall in Japan?

Die Welt schaut auf die Atomanlage Fukushima-1: Radioaktivität tritt aus, wie ernst ist die Lage und was könnten die Folgen sein? Antworten auf die wichtigsten Fragen von  und

Wie gefährlich ist die radioaktive Strahlung, die am Atomkraftwerk Fukushima-1 freigesetzt wird?

Das lässt sich derzeit nicht genau sagen. Vier der sechs Reaktorblöcke der Anlage sind zum Teil schwer beschädigt (siehe Status der Reaktoren im AKW Fukushima-1 ). Die Strahlung, die auf dem Gelände von Fukushima-1 nahe den Reaktoren gemessen wird, steigt und fällt . Die Belastung erreichte zwischenzeitlich sehr hohe Werte von bis zu 400 Millisievert pro Stunde (mSV/h). Das ist das 200-fache an radioaktiver Strahlung in nur einer Stunde, die ein Mensch ansonsten in einem Jahr über natürliche Quellen aufnimmt. Die natürliche Strahlendosis, der jeder Mensch ausgesetzt ist, liegt bei etwa 0,0003 mSv/h.

Derzeit liegen die Strahlenwerte nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) am Haupteingang des Fukushima-1-Geländes zwischen 2,5 und 6 mSv/h.

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Szenarien für Fukushima
Super-GAU oder begrenzter Unfall? Wie sehen das schlimmste und das beste Szenario für die Zukunft aus?

Super-GAU oder begrenzter Unfall? Wie sehen das schlimmste und das beste Szenario für die Zukunft aus?  |  © Asahi Shimbun/Reuters

Erhöhte Strahlenwerte wurden auch im rund 240 Kilometer entfernten Tokyo gemessen. Doch für die Menschen dort, wie auch für diejenigen außerhalb des evakuierten Gebiets von 30 Kilometern um Fukushima-1, besteht momentan keine akute Gefahr. Dazu schwanken die Strahlenwerte zu stark. Ob radioaktive Partikel aus den Reaktoren sich über das japanische Festland ausbreiten, hängt davon ab, in welche Richtung der Wind am Boden bläst. Westwind würde die Luftmassen auf den offenen Pazifik treiben. 

Seit dem Beben am 11. März wurden trotz weitgehend heiler Sicherheitsbehälter erhöhte Strahlenwerte nahe dem Gelände gemessen. Radioaktive Stoffe gelangten wohl zusammen mit Wasserdampf in die Umwelt. Denn die Arbeiter mussten Ventile an den Reaktoren öffnen, um Überdruck abzulassen. So wurde versucht, Explosionen zu verhindern. Die Außenwände der Reaktoren 1 bis 4 konnten durch die Maßnahme allerdings nicht gerettet werden .

Lage in Fukushima-1
BLOCK 1 BLOCK 2 BLOCK 3 BLOCK 4
Abschaltung nach Beben, Explosion am 12.03.2011 Abschaltung nach Beben, Explosion am 15.03.2011 Abschaltung nach Beben, Explosion am 14. und 16.03.2011 Abgeschaltet vor Beben, Brände und Explosion am 15.03.2011
Weil Temperaturen im Reaktor unter 100 Grad Celsius sind, spricht Tepco von Kaltabschaltung Weil Temperaturen im Reaktor unter 100 Grad Celsius sind, spricht Tepco von Kaltabschaltung Weil Temperaturen im Reaktor unter 100 Grad Celsius sind, spricht Tepco von Kaltabschaltung Abgeschaltet und auch vor dem Beben nicht in Betrieb
Gebäude schwer beschädigt, Sicherheitsbehälter und Reaktordruckbehälter beschädigt, in den Reaktorkern wird Wasser eingeleitet Gebäude leicht beschädigt, Außenhülle löchrig, Leck im Sicherheitsbehälter vermutet, in den Reaktorkern wird Wasser eingeleitet Gebäude schwer beschädigt, Sicherheitsbehälter beschädigt, Leck vermutet, in den Reaktorkern wird Wasser eingeleitet Gebäude schwer beschädigt, Wasserstoff aus Block 3 sprengte das Dach, keine Brennelemente im Kern
Strombetriebene Kühlsysteme mit Frischwasser und Wärmetauscher nicht funktionsfähig, es läuft ein alternatives Kühlsystem, das nach dem Tsunami eingerichtet wurde Strombetriebene Kühlsysteme mit Frischwasser und Wärmetauscher nicht funktionsfähig, es läuft ein alternatives Kühlsystem, das nach dem Tsunami eingerichtet wurde Strombetriebene Kühlsysteme mit Frischwasser und Wärmetauscher nicht funktionsfähig, es läuft ein alternatives Kühlsystem, das nach dem Tsunami eingerichtet wurde Strombetriebene Kühlsysteme mit Frischwasser und Wärmetauscher nicht funktionsfähig, es läuft ein alternatives Kühlsystem, das nach dem Tsunami eingerichtet wurde
Kernschmelze bestätigt (Tepco), Reaktorkern mit 400 Brennelemente, Zustand der 292 Brennelemente im Abklingbecken unklar (Wasser wird eingespeist) Kernschmelze bestätigt (Tepco), Reaktorkern mit 548 Brennelementen, Zustand der 587 Brennelemente im Abklingbecken unklar (Wasser wird eingespeist) Kernschmelze bestätigt (Tepco), Reaktorkern mit 548 Brennelementen beschädigt, Schäden an den 514 Brennelemente im Abklingbecken vermutet (Wasser wird eingespeist) keine Brennelemente im Reaktorkern, die meisten der 1331 Brennelementen im Abklingbecken sind vermutlich nicht beschädigt (Wasser wird eingespeist)
Radioaktiv belastetes Wasser im Untergeschoss und unterirdischen Tunneln des Gebäudes, Abpumpen läuft. Eine Aufbereitungsanlage, die nach dem Tsunami installiert wurde, dekontaminiert das Wasser Radioaktiv belastetes Wasser im Untergeschoss und unterirdischen Tunneln des Gebäudes, Abpumpen läuft. Eine Aufbereitungsanlage, die nach dem Tsunami installiert wurde, dekontaminiert das Wasser Radioaktiv belastetes Wasser im Untergeschoss und unterirdischen Tunneln des Gebäudes. Abpumpen läuft. Eine Aufbereitungsanlage, die nach dem Tsunami installiert wurde, dekontaminiert das Wasser Radioaktiv belastetes Wasser im Untergeschoss und unterirdischen Tunneln des Gebäudes, Abpumpen läuft. Eine Aufbereitungsanlage, die nach dem Tsunami installiert wurde, dekontaminiert das Wasser
Kunststoffzelt über dem Reaktorblock zur Abschirmung austretender Strahlung fertiggestellt kein Kunststoffzelt zur Abschirmung austretender Strahlung geplant Kunststoffzelt zur Abschirmung austretender Strahlung in Planung Kunststoffzelt zur Abschirmung austretender Strahlung in Planung
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Quellen (u.a.): GRS, JAIF, Stand: März 2012
Blöcke 5 und 6
BLOCK 5 BLOCK 6
Abgeschaltet vor Beben Abgeschaltet vor Beben
Gebäude intakt, Sicherheitsbehälter intakt Gebäude intakt, Sicherheitsbehälter intakt
548 Brennelemente im Reaktorkern unbeschädigt, 946 Brennelemente im Abklingbecken intakt, Kühlung wieder intakt 764 Brennelemente im Reaktorkern unbeschädigt, 876 Brennelemente im Abklingbecken intakt, Kühlung wieder intakt
Lüftungsloch im Dach soll Wasserstoffexplosion vorbeugen, Elektrizität wieder vorhanden Lüftungsloch im Dach soll Wasserstoffexplosion vorbeugen, Elektrizität wieder vorhanden
Keine Informationen über austretende Radioaktivität Keine Informationen über austretende Radioaktivität
 
AKW-Übersicht

© ZEIT ONLINE

Die sechs Reaktoren von Fukushima-Daiichi liegen direkt an der Küste im Osten Japans. Ihr Zustand kann auf noch unabsehbare Zeit kritisch bleiben. Die japanische Regierung schätzt, dass eine sichere Demontage der Anlage mindestens 40 Jahre dauern werde. Im Dezember verkündete sie die Kaltabschaltung des Kraftwerks, allerdings ist umstritten, wie sicher die Lage dort wirklich ist.

Evakuierungszone

© ZEIT ONLINE

Ende September wurde die Sperrzone auf Gebiete in einem Umkreis von 20 Kilometern reduziert. Einige Städte außerhalb dieses Bereichs, wie etwa Iitate, die sehr stark durch radioaktiven Fallout belastet worden sind, bleiben jedoch vorerst gesperrt. 

Insgesamt 120 Menschen sollen auf dem Gelände von Fukushima-1 derzeit im Einsatz sein, rund 50 von ihnen sind Mitarbeiter des Betreibers Tepco. Die restlichen Helfer sind Experten anderer Atomkonzerne, Soldaten und Feuerwehrmänner. Sie versuchen, die Reaktoren der Anlage zu kühlen. Nach Informationen von Tepco haben die Techniker dabei erste Erfolge verbucht: Zu allen Reaktoren haben die Techniker Stromleitungen verlegt , die Elektrizität für die Kühlsysteme liefern sollen. Feuerwehrmänner und Soldaten versorgen zudem die Blöcke 3 und 4 mit Hilfe von Spezialfahrzeugen mit Meerwasser. Die Lage in Fukushima hat sich insgesamt ein wenig entspannt. Ob das so bleibt, hängt davon ab, wie gut die Maßnahmen greifen . Aktuelle Informationen über den Zustand der Reaktoren bieten die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) sowie das Japanische Atomforum (JAIF) .

Ist eine geringfügige Strahlenbelastung auch in Europa zu erwarten?

Gelangen radioaktive Substanzen in die Umwelt, werden sie mit dem Wind verteilt. Je weiter sie fortgetragen werden, umso geringer ist ihre Konzentration. Zusätzlich nimmt nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) die Konzentration der radioaktiven Stoffe auch dadurch ab, dass einige Radionuklide mit der Zeit zerfallen. Zudem kann Regen Partikel aus belasteten Wolken auswaschen – etwa über dem Pazifik. "Dies führt nach derzeitiger Einschätzung dazu, dass in Europa allenfalls geringfügige Auswirkungen erwartet werden", teilte das BfS mit.

Besiedlung um AKW
Wie viele Menschen in Deutschland leben im direkten Umkreis von Atomkraftwerken? Bitte klicken Sie auf das Bild, um zur interaktiven Grafik zu gelangen

Wie viele Menschen in Deutschland leben im direkten Umkreis von Atomkraftwerken? Bitte klicken Sie auf das Bild, um zur interaktiven Grafik zu gelangen  |  © ZEIT ONLINE

Wie kann man die Bevölkerung in Japan vor einem GAU schützen?

"Fast das einzige, was man machen kann, ist evakuieren", sagt Wissenschaftler Sebastian Pflugbeil, der Präsident der Gesellschaft für Strahlenschutz . In Japan haben die Behörden im Umkreis von rund 20 Kilometern mehr als 200.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Derzeit gibt es eine Flugverbotszone über der Atomanlage Fukushima-1. Auch Jodtabletten zum Schutz der Schilddrüse können helfen. "Das ist allerdings ein hartes logistisches Problem", sagt Pflugbeil. Die Straßen sind kaputt, die Katastrophengebiete unzugänglich. Da ist schwer zu organisieren, dass jeder eine Tablette bekommt.

Strahlendosis

Die Strahlenwirkung auf Menschen, Tiere und Pflanzen wird häufig in Sievert pro Stunde angegeben. Mit Hilfe der Einheit lässt sich abschätzen, wie schädlich eine Strahlung für einen Organismus ist. Sie berücksichtigt dabei die Strahlungsdauer, -art und -wirkung. 1 Sievert entspricht 1.000 Millisievert oder 1.000.000 Mikrosievert. Grundsätzlich gilt eine Einzeldosis von 6.000 Millisievert als tödlich (100 Prozent Sterblichkeit innerhalb von 14 Tagen).

Ob eine Person, die einer geringen Strahlendosis ausgesetzt war, gesundheitliche Schäden zu erwarten hat, lässt sich nicht eindeutig sagen. Die Grenzwerte beziehen sich in der Regel auf ein Jahr. Manche Experten gehen davon aus, dass dieselbe Strahlendosis über einen längeren Zeitraum weniger schädlich ist. Andere sagen, die Strahlung müsse addiert werden.

Natürliche Quellen

Die durchschnittliche Strahlendosis, die ein Deutscher durch natürliche Quellen innerhalb eines Jahres aufnimmt, liegt zwischen zwei und fünf Millisievert. Diese äußere Bestrahlung, der der Mensch je nach Ort und Zeitin unterschiedlicher Höhe ausgesetzt ist, wird Gamma-Ortsdosisleistung genannt. In dieser Deutschlandkarte des Bundesamts für Strahlenschutz ist die Strahlungsstärke je nach Region verzeichnet.

Bei medizinischen Untersuchungen werden zum Teil viel höhere Einzeldosen erreicht, die aber auf einen kurzen Zeitraum beschränkt sind. So nimmt ein Mensch während einer Computertomografie (CT)seines Kopfes ungefähr zwei Millisievert auf, bei der Mammografie 0,4 Millisievert.

Andere Einheiten

Die Energiedosis einer Strahlenquelle wird in Gray angegeben. Ein Gray bedeutet, dass ein Körper von einem Kilogramm Masse eine Energiemenge von einem Joule aufgenommen hat. Für die in Atomkraftwerken vor allem freigesetzte Beta-, Gamma- und Röntgenstrahlung ist die Einheit Grayidentisch mit der Äquivalenteinheit Sievert, ein Gray ist also gleich einem Sievert. Bis Mitte der 1980er Jahre wurde die Äquivalentdosis statt in Sievert in Rem angegeben. Das meinte die Strahlendosis in Roentgen, die ein Mensch aufgenommen hat.

Falls die Strahlenbelastung steigt, wäre eine Evakuierung etwa Tokyos überhaupt möglich?

Im Großraum Tokyo leben auf einer Fläche, die ähnlich groß ist wie das Bundesland Schleswig-Holstein, rund 35 Millionen Menschen. Kurzfristig ist eine Evakuierung derart vieler Bewohner unmöglich. "Das wird sich nicht machen lassen", sagte Gerold Reichenbach, der Vorsitzende des Deutschen Komitees Katastrophenvorsorge im ZDF . "Wenn wir in die Geschichte schauen, sind die größten Evakuierungen New Orleans mit 1,2 Millionen und Tschernobyl mit rund 335.000 Menschen." Hinzu komme, dass es in Tokyo wichtige Infrastrukturen gebe, von Straßen bis hin zu öffentlichen Verkehrsmitteln wie U-Bahnen. Wenn diese nicht mehr betrieben würden, "hätte das katastrophale Folgen". Japan ist eine Insel.

Eine mögliche Evakuierung in angrenzende Länder ist schwierig. Selbst wenn die Behörden Millionen von Menschen etwa in den Süden des Landes langfristig in Sicherheit bringen wollten, entstünden weitere Probleme. "Man muss nicht nur die Menschen aus Tokyo rausbringen", sagte Reichenbach. Dort, wo man sie hinbringe, müssten auch die lebensnotwendigen Dinge sichergestellt werden. Dazu zählen Trinkwasser, Nahrung, sanitäre Anlagen und eine medizinische Versorgung. Schwierig sei es auch, Patienten aus Krankenhäusern und viele alte Menschen zu evakuieren, die Hilfe benötigen. "Möglich ist vermutlich die Evakuierung von Teilbereichen Tokyos", sagte der Katastrophenexperte. Für den Großteil der Menschen könnte eine mögliche Strahlenbelastung höchstens reduziert werden – etwa indem sie belastete Nahrungsmittel meiden. Dauerhaft erhöhte Strahlenwerte würden aber langfristig zu gesundheitlichen Schäden führen.

Welche gesundheitlichen Folgen hat die Freisetzung radioaktiver Stoffe?

Die Strahlenbelastung kann vor allem nahe den Reaktorblöcke derart steigen, dass das Krebsrisiko für den Menschen steigt. Die Ingenieure und Techniker, die derzeit versuchen, die Reaktoren zu kühlen, müssen höchstwahrscheinlich mit gesundheitlichen Folgeschäden rechnen. Ob es generell zu einer Erkrankung kommt, hängt davon ab, wie hoch die Strahlendosis ist und wie lange man ihr ausgesetzt ist. Unmittelbar in der Nähe einer Kernschmelze kann es auch zur akuten Strahlenkrankheit kommen. Pro Jahr nimmt der Mensch durch die Umwelt zwischen zwei und fünf Millisievert auf – ein gesundheitlich unbedenklicher Wert. Bei mehr als 500 Millisievert können bereits innerhalb von Stunden Gesundheitsschäden auftreten.

Leserkommentare
  1. Herr Kleber brüllt fast ins Fernsehen:

    "Wir haben keine Panik verbreitet. Wir haben versucht Objektiv zu berichten."

    Ganz toll Herr Kleber.

    Antwort auf "vereinfacht gesagt"
  2. Rücksichtslose Anti-AKW Propaganda auf kosten der armen Menschen findet hier statt.
    Hier von Verharmlosung der japanischen Behörden zu sprechen ist eine Frechheit und ein Schlag ins Gesicht der Japaner welche hier sowiso schon schwer gebeutelt sind!

    Viele Deutsche haben es nicht kapiert, wie heftig das Beben und der Tsunami war, die ganze Insel wurde um 2.5 Meter versetzt!
    Man kann aus dieser Naturkatastrophe lernen, daß Siedewasser AKWs nur wenig Probleme mit sehr starken Erdbeben haben. Zum Glück haben die Japaner auf Kernkraft gesetzt, Staudämmer wären schlimmer - Japaner sind eben rationaler als Deutsche.
    Wenn in der nächsten Generation der Siedewasserreaktoren redundante dampfbetriebene Kühlsysteme eingebaut werden ist alles perfekt.
    Mit Tschernobyl ist Fukushima übrigens ebensowenig vergleichbar wie eine Lokomotive mit einem Ferrari.
    Erst mal nachlesen und dann kommentieren.
    Wenn Greenpeace oder einer der Pseudoexperten seine Lügen wirklich glaubt, dann wette ich 100.000€ (Kapitalnachweis vorh. 50% an die Opfer ) Es wird wesentlich weniger Tote durch Strahlung geben als durch den Tsunami.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ich persönlich finde Nukleartechnologie ziemlich sexy. Gigantische Energiemengen können erzeugt werden und es leuchtet schön blau. Aber so faszinierend diese Technologie ist (und das meine ich wirklich ernst), ist sie dennoch viel zu gefährlich. Unfälle, Naturkatastrophen, menschliches Versagen und auch gezielte Sabotage oder Angriffe kann kein Sicherheitsstandard ausschliessen.
    Dabei kurzfristig zu sterben ist ja schon schlimm und, da haben Sie recht, pasiert auch nicht so schnell, aber was sagen Sie den Überlebenden? Was den nächsten, schwer geschädigten Generationen? Lebenslange Schmerzen und Elend. Wenn Ihnen die Bilder tschernobylgeschädigter Kinder und inzwischen Erwachsener nicht reichen dann schauen Sie doch mal nach Missbildungsopfern durch abgereicherte Uranmunition im Irak.

    Teilweise haben Sie recht, jetzt in Aktionismus zu verfallen, ist nicht besonders schlau und ebensowenig nachhaltig. Heute 3 Kraftwerke vom Netz zu nehmen bringt gar nichts. Das Ziel muss sein, die Forschungsinvestitionen in neue Technologien drastisch zu erhöhen um Atomkraft komplett ersetzen zu können.

    Also: keine neuen AKWs bauen sondern das Geld in Grundlagenforschung und Verfahrenstechnik stecken. Ganz nebenbei würde damit der Standort Deutschland als Innovationsschmiede auch wirtschaftlich profitieren.

    wenn ich die Wette annehme? Mittlerweile habe ich Informationen aus Japan die ihr Geld zu einfachem Spendengeld (ohhne Steuerquittung) zur Rettung einiger Leben in Japan machen. Leider wird es länger dauern bis wir die Wette einlösen können. Aber wir könnten wenn ich ihren Wetteinsatz aufstocke in 5 Jahren einigen Kindern zu unbeschwertem Urlaub in Strahlungsfreiem Gebiet verhelfen. Auch heute kommen noch Kinder aus Tschenobyl in meine Stadt um sich zu erholen. Das wär doch was. Wie siehts aus?

  3. der redaktion ist für mich auch unverständlich...

    ich denke hier eine antwort auf ihre frage (post #2) gefunden zu haben.
    http://www.focus.de/panor...
    sowie
    http://blog.wetter.com/?p...

    beides zusammen gepaart mit gesunder skepsis und menschenverstand macht eine kristallkugel obsolet.

    Antwort auf "@Redaktion"
  4. Aus den Opferzahlen durch Tschernobyl?

    Die geben das nicht her, mit den ein, zwei Nullen.

    Oder meinen Sie ein, zwei Nullen zusätzlich bei den bisherigen Opfern durch Atomstrahlung?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "wenn es aber zum super-GAU kommt, kann man hinter die bisherigen opferzahlen noch getrost eine null oder gar zwei nullen setzen."

    bisherige opferzahlen = erdbeben-/tsunami-opfer.

    super-GAU (zzgl. windrichtung nord-ost => richtung metropolregion tokyo = 35 mio. menschen) mit all den bislang verharmlosten begleiterscheinungen wie strahlentod und langzeitschäden.
    http://de.wikipedia.org/w...
    http://de.wikipedia.org/w...

    wie man eine metropolregion am besten evakuiert weiss ich nicht; dazu bin ich vermutlich zu gehyped, paranoid, hysterisch und völlig inkompetent.

    das sollten berufenere als ich tun. z.b. die, die brennstäbe als wunderkerzen verkaufen...

  5. Japan hat die größten Erdbeben und Tsunamies erleiden müssen, die es je gegeben hat. Städte sind zerstört, viele Menschen haben ihr Leben verloren, eine Katastrophe unbeschreiblichen Ausmaßes.
    In Deutschland wird über eine atomare Katastrophe in Japan diskutiert, die dort bislang nicht aufgetreten ist und auch nicht auftreten wird.
    Seit Freitag werden uns in allen deutschen Medien Nachrichtenticker serviert, die die atomare Katastrophe von Stunde zu Stunde immer dramatischer erscheinen lassen.
    Grüne Politiker und selbsternannte "Experten" von Greenpeace quälen uns mit physikalischem Halbwissen.
    Der Super GAU hat tatsächlich stattgefunden, aber mehr in schmelzenden Hirnen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wie in einem anderen Post schon geschrieben, Atom-Technologie ist faszinierend... aber einfach zu gefährlich.

    Sie schreiben:
    "In Deutschland wird über eine atomare Katastrophe in Japan diskutiert, die dort bislang nicht aufgetreten ist und auch nicht auftreten wird."

    Das ist der Ist-Zustand aber Deutschland ist leider NICHT geologisch inaktiv!

    In der Eifel findet sich das größte aktive Vulkangebiet Mitteleuropas, das im Moment ruhig erscheint. Folgender, zugegeben etwas reisserischer, Artikel aus dem Spiegel basiert auf der allgemeinen und akzeptierten geologischen Lehrmeinung:

    http://www.spiegel.de/wis...

    Statistisch gesehen ist ein Ausbruch überfällig, wann er sich ereignen wird, kann niemand sagen. Es ist aber sicher, dass es wieder Ausbrüche geben wird.

    Oder die Mittelmeer-Mjösen-Zone (klingt lustig):

    http://de.wikipedia.org/w...

    Diese ist ein den gesamten Kontinent durchziehendes Bruchsystem. Ja, seit geologischen Zeiten inaktiv, bis auf die berühmten Ausnahmen:

    http://de.wikipedia.org/w...

    Klicken Sie in dem Wikipediaartikel zum Oberrheingraben im Abschnitt Erdbeben mal auf das "Baseler Beben"

  6. Zitat Tusoalsob>>:3 Hubschrauber wo einer einen schweren diselgeneratot träge einer eine Punpe und einer die Rohrleitungen und die filter um wasser aus der umgebung zu benutzen sollten das Problem mit den ausgefallenen diselgenerator schnell wieder in den Griff bekommen und so den Ausgefallenen diesel ersetzen können.<<

    Es ist einfach zu spät. Mit der Meerwasserflutung ist der "Point of no return" erreicht. Das war der letzte mögliche Akt für 3 Reaktoren. Jetzt warten alle nur noch auf ein Wunder. Irgendwann muss doch jetzt ein Held auftauchen der noch irgendeine irre Idee hat. Im echten Leben gibt es leider nur selten richtige Helden. Ihr Optimismus in allen Ehrenheute steht Japan am Abgrund, morgen ist es schon einen Schritt weiter. Auch ich glaube nicht an einen Gott aber ich bete trotzdem für die Menschen in Japan, viel mehr kann kaum noch einer tun.

    Antwort auf "NO PANIK"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Die Normalen Kühlsystem sind ja nicht zerstört wurden und auch nicht beim beben beschädigt ( gute Arbeit der Japaner da übrigents ). Das wasser muss also nur in den Kühlkreislauf gebaracht werden und es kann wieder normal funktionieren. Die Fluutung dürfte wohl eher dafür sein das bis zur Reperatur des Kreislaufes der Reaktor nicht noch heisser wird.

    Woher die aber auf ein mal das Brohm haben ..... lag das auch schon bereit ? Da hätte dann jemand schlau mitgedacht. Aber auch sonst wird die geschmoltzene Schlake wohl in einer wanne aufgefangen die dafür gebaut ist und die temperaturen aushalten kann, und sie wird sich wohl eher nicht ins erdreich brennen.

    Wie schon ein Kommentahr vor mir sage Staudämme die bei den erdbeben gebrochen wären wären warscheinlich schlimmer gewesen.

    Immer mit der annahme das die Energiebehörde doort nichts vertuschen will. Was ich aber kaum glaube, da der vorfall zu hohoe Wellen geschlagen hat.

    • vb187
    • 14. März 2011 22:50 Uhr

    dass eine Evakuierung auch nur ansatzweise möglich ist! Japan hat schon genug damit zutun, die "paar" Leute aus dem Umkreis von 20km herauszuschaffen und soll nun 130 Mio Menschen über das Wasser hieven?? Wie - Haben Sie 50 Mio Zelte im Keller? Wohin? Schon Europa hat Probleme damit, einige Tausend Afrikaner aufzunehmen. Leider nicht ganz zu Ende gedacht, dieser hilfsbereite Ansatz.
    Ruhe und Tabletten ist wahrscheinlich das einzige, was man aktuell tun kann. Naja und hoffen; für Japan und die anderen 5000 Krisengebiete auf der Erde.

    Antwort auf "Erstaunliche Disziplin"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wissen Sie...ich sehe das anders. In schlimmsten Fall wird eine Evakuierung nicht beendet....im glücklchsten Fall jedoch zumindest begonnen!
    Die Menschen sollen zu Hause bleiben und die Fenster schliessen... lesen Sie bitte mal ein Physikbuch. Radioaktivität macht vor Fenstern und Türen keinen Halt!

    Die Vorfälle gleichen denen in Tchernobyl auf erschreckende Art und Weise. Das Grauen und Entstzen in den nächsten Tagen, Wochen, Monaten und Jahren wird entsetzlich sein.

    Es bleibt zu hoffen, dass selbst die Abwiegler bis dahin den Blick nicht auf's Alltagsgeschehen zurückgerichtet haben werden und den Bundesligaergebnissen, Trainerwechselskandalen und Wetten dass... wieder Ihre volle Aufmerksamkeit widmen werden.

    Viele, die hier Ihre geistigen Ergüsse kundtun habend den Ernst der Lage nicht erkannt. Oder wollen Sie nicht erkennen...möglicherweise aus Angst. Phänomen der Verdrängung.

    Schmalgeistiges Denken äußert sich dadurch, dass parallelen Gezogen werden, die in der jetzigen Lage völlig unangemessen sind. Was hat der afrikanische Flüchtlingsstrom mit dem BEREITS STATTFINDENDEN Gau in Japan zu tun? Versuchen Sie bitte nur einmal in Ihrem Leben ein winziges Stückchen weiter zu blicken. Weiter als man in seinen Kämmerchen blicken kann...

    • vb187
    • 14. März 2011 22:52 Uhr

    Wieso ist denn dieser Kommentar entfernt worden!?! Ich hab da keine Unsachlichkeit feststellen können!

    Antwort auf "Die Wolke kommt!"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Man könnte auch sagen, es war eine Luftnummer ohne Fakten.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte IAEA | Japan | AKW | Evakuierung | Kernkraftwerk | Reaktor
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