Nuklear-Unfall Der Super-GAU findet zuerst in unseren Köpfen statt

Fukushima weckt Erinnerungen an Tschernobyl. Das schürt Ängste und täuscht über die momentan größte Katastrophe – die Folgen des Bebens – hinweg. Dagny Lüdemann kommentiert.

14. März, dort wo vor dem Tsunami die Stadt Sendai stand: Im Auto seiner Mutter sucht ein Japaner nach Habseligkeiten

14. März, dort wo vor dem Tsunami die Stadt Sendai stand: Im Auto seiner Mutter sucht ein Japaner nach Habseligkeiten

Auf Ebay und Amazon gibt es Geigerzähler und Schutzmasken, Jodtabletten sind gefragt. Kommt jetzt wieder die Strahlenwolke? Wohin zieht der Wind? Werden wir von Regierungen und Medien belogen – wie damals, vor 25 Jahren beim Unglück von Tschernobyl? 1986 erreichte die Nachricht vom GAU die Bundesrepublik erst Tage nach der Reaktorexplosion. Da waren Sandkästen schon verseucht, belastete Nüsse und Pistazien gegessen, die Milch aus Bayern schon im Babymagen.

Die Deutschen haben all das nicht vergessen. Beim Thema "Atom" ist das Nervenkostüm dünn hierzulande. Aber vor lauter Angst sollten wir keine Katastrophe herbeireden, die noch nicht passiert ist. Und wir sollten nicht vergessen, dass gerade mindestens eine halbe Million Menschen in Japan ihr Zuhause verloren hat. Neben den rund 5.000 bestätigten Toten werden Zehntausende vermisst. Angehörige suchen verzweifelt nach ihnen. Es wird Jahrzehnte dauern, die Gebiete wieder aufzubauen, in denen die Flutwelle am 11. März alles weggespült hat, was dort einmal stand.

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Twitter, Behördenseiten und Livestreams

Erdbeben- und Wetterdienste: Meteorologischer Dienst Japans, Japanseite des Potsdamer Geoforschungszentrums, Liveübersicht des Geoforschungszentrums über neue Erdstöße,Tsunamiwarnzentrum der National Oceanic and Atmospheric Administration der USA, Erdbebenvorhersage-Institut Tokyo, Erdbebenerforschungszentrum Tokyo

Reaktorsicherheit: japanische Atomaufsichtsbehörde, internationale Atomenergiebehörde IAEA, Facebookseite der IAEA mit aktuellen Informationen, englischsprachige Seite des AKW-Betreibers Tokyo Electric Power Company (Tepco)

Nachrichtenblogs: CNN, Wall Street Journal, japanische Nachrichtenagentur Kyodo (auf englisch)

Livestream: öffentlich-rechtlicher japanischer Sender NHK

Notfallinformationen: Informationen über Evakuierungen in der Region Fukushima (englisch), Google "Person Finder" auf japanisch, Google "Person Finder" auf englisch, Google-Seite mit Nachrichten, aber auch Notfallhinweisen und Telefonnummern

Karten und Grafiken: Satellitenfotos vorher/nachher bei der New York Times, interaktive Grafik eines Siedewasserreaktors bei der NYT, Erdbebenrisiko-Karte Japans bei U.S. Geological Survey

Stattdessen beherrscht die Furcht vor der atomaren Katastrophe hierzulande die Gedanken. Dabei ist es viel zu früh, vom Super-GAU zu sprechen. Noch gehen Wissenschaftler davon aus, dass der Sicherheitsbehälter und der Druckbehälter in den Reaktoren in Fukushima weitgehend intakt sind. Eine Kühlung der Brennstäbe könnte noch rechtzeitig gelingen, selbst wenn die Kernschmelze schon begonnen hat. Die Zeit arbeitet für die Ingenieure. Denn mit jedem Tag nimmt die Energie der Brennstäbe ab. Die Chancen, eine Katastrophe abzuwenden, steigen.

Auch die Angst, eine gefährliche radioaktive Wolke könnte über Deutschland abregnen, ist unbegründet. Tokio ist rund 9.000 Kilometer von Berlin entfernt. Bis nach Tschernobyl sind es gerade einmal 1.200 Kilometer. Und noch gibt es in Japan keine vergleichbare Wolke. In Tschernobyl war der komplette Reaktor inklusive des radioaktiven Materials explodiert. Selbst wenn die Kernschmelze in einigen der Fukushima-Reaktoren fortschreitet, die Schutzbehälter durchschmoren und Radioaktivität in großen Mengen in die Atmosphäre entweichen sollte, würde sie nur in extrem verdünnter Form über Deutschland ankommen. Vermutlich wären die Partikel dann schon in Sphären weit oberhalb der Regenwolken aufgestiegen.

Was ist ein GAU?

Die Abkürzung GAU steht für "größter anzunehmender Unfall" – Fachleute sprechen von einem Auslegungsstörfall in einem Kernkraftwerk.

Nach einer Definition des Bundesamtes für Strahlenschutz ist ein GAU der größte Unfall, für den die Sicherheitssysteme eines AKW noch ausgelegt sein müssen. Die Sicherheitssysteme müssen in einem solchen Fall gewährleisten, dass die Strahlenbelastung außerhalb der Anlage die nach der Strahlenschutzverordnung geltenden Störfallgrenzwerte nicht überschreitet.

Heute unterscheidet man verschiedene Auslegungsstörfälle, deren Schweregrad nach der internationalen INES-Skala  (International Nuclear Event Scale) angegeben wird. Sie reicht von 0 (Ereignis mit keiner oder geringer sicherheitstechnischer Bedeutung) bis 7 (katastrophaler Unfall). Bislang wird der Vorfall in der Präfektur Fukushima mit einer 5 (ernster Unfall) bewertet.

Was ist ein Super-GAU?

Als Super-GAU wird vor allem unter Laien und in Medienberichten ein Atomunfall bezeichnet, der durch Sicherheitsmaßnahmen nicht mehr kontrollierbar ist.

Die Katastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986 ist als solcher in die Geschichte eingegangen. Dort sind noch immer riesige Gebiete radioaktiv verseucht und nicht bewohnbar.

Eine eindeutige wissenschaftliche Definition für den Begriff Super-GAU gibt es nicht.

Natürlich sollte man die Gefahrenlage in Japan nicht unterschätzen. Das Risiko für einen Super-GAU, also einen nicht mehr zu kontrollierenden Störfall, ist hoch. Das wäre ein gewaltiges Unglück weit über die Grenzen Japans hinaus, das die Ausmaße Tschernobyls übersteigen könnte. Was gerade auf der Insel Honshu passiert, zeigt auf grauenhafte Weise, dass der Mensch eine Technologie wie die Atomkraft nicht beherrschen kann, wenn Naturgewalten wirken. Die Frage, ob die Menschheit dieses Risiko weiterhin eingehen will, ist sehr berechtigt.

Es wäre dennoch wichtig, sich jetzt auf die Hilfe für diese Menschen zu konzentrieren, anstatt sich in der eigenen Furcht vor einem Super-GAU zu versteigen. Hier, 9.000 Kilometer entfernt, in Sicherheit.

 
Leser-Kommentare
  1. Vielleicht hängt die Reaktion in Deutschland auch damit zusammen, dass nun erstmals konkret wird, was das Wort "Restrisiko" bedeutet. Und da spielt es keine Rolle, ob Japan weit weg ist - das Restrisiko haben wir hier auch.

    Im übrigen ist es schon perfide, jetzt Leute zu attackieren, die schon immer vor Atomenergiegewinnung gewarnt haben, weil sie es haben kommen sehen. Es ist sicherlich nie in deren Sinne gewesen, dass erst der "Beweis" angetreten werden muss, bevor man ihre Sorgen für begründet hält.

    31 Leser-Empfehlungen
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    • sqw
    • 15.03.2011 um 13:06 Uhr

    Das Wort Restrisiko ist m.E. eine Tautologie, eine zynische noch dazu. Jedes Risiko ist ein Restrisiko. Das Wort "Restrisiko" suggeriert aber, dass ein Teil des Risikos kontrollierbar ist, was natürlich Unsinn ist. Entweder ich habe die Kontrolle über etwas, oder es besteht ein Risiko.

    Kein Wunder, dass (siehe Wikipedia) das Wort in der Wissenschaft bez. des "Stands der Technik" - wohl von technikverliebten Menschen - eingeführt wurde. Die Bezeichnung empfinde ich als grob manipulativ und, wie man jetzt leider in Japan sieht, potentiell desaströs.

    • sqw
    • 15.03.2011 um 13:06 Uhr

    Das Wort Restrisiko ist m.E. eine Tautologie, eine zynische noch dazu. Jedes Risiko ist ein Restrisiko. Das Wort "Restrisiko" suggeriert aber, dass ein Teil des Risikos kontrollierbar ist, was natürlich Unsinn ist. Entweder ich habe die Kontrolle über etwas, oder es besteht ein Risiko.

    Kein Wunder, dass (siehe Wikipedia) das Wort in der Wissenschaft bez. des "Stands der Technik" - wohl von technikverliebten Menschen - eingeführt wurde. Die Bezeichnung empfinde ich als grob manipulativ und, wie man jetzt leider in Japan sieht, potentiell desaströs.

    • Kisara
    • 14.03.2011 um 16:43 Uhr

    mag dieser Artikel sicherlich die richtige Seite Zeigen, das Erdbeben selbst und natürlich sollte niemals die Hoffnung auf ein Gutes Ende verloren gehen.
    Auch nicht, wenn bereits Strahlen austraten etc.

    Aber die Wahrheit ist, so erschreckend zerstörerisch die Kraft der Natur auch derzeit wirken mag, was bedeutet das im Vergleich zu einem GAU, der Millionen in Leiden ziehen wird, für sehr sehr lange Zeit...

  2. Wie ist das eigentlich?
    Die Japaner pumpen jetzt Meerwasser zu den Brennelementen und hoffen, dass diese Kühlung so lange wie möglich ausreicht und keine Dampfexplosion entsteht....ok.
    Wie lange muss das so weitergehen? Tage? Wochen? ... Ab wann kann man im besten Fall Entwarnung geben? Gibt es eine Restchance bei den Reaktoren in diesem Zustand wieder ein "richtiges" Kühlsystem aufzubauen?

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    hat man ein zusätzliches Problem, weil die Reaktordruckbehälter sicher nicht für den Betrieb mit Salzwasser ausgelegt sind und aus diesem Grund erheblich korrodieren werden, besonders bei den hohen Temperaturen, die dort herrschen. Das ist eine reine Verzweiflungstat.

    Laut NYT kann die Situation noch mehrere Monate andauern: http://www.nytimes.com/20...

    Man wird immer wieder radioaktiven Dampf ablassen und neues Meerwasser nachpumpen müssen, um durch die Verdunstungskälte einen Kühlungseffekt zu erzielen.

    • ezoo
    • 14.03.2011 um 18:27 Uhr

    "Wie lange muss das so weitergehen? Tage? Wochen? ..."

    Wochen, sagen Leute vom Fach.

    Zitate:
    "Welche Entwicklung zwischen dem besten und dem schlimmsten Fall die drei Reaktoren nehmen, das kann sich in Stunden entscheiden oder in Wochen. [...]"

    "Auch nach zwei Wochen kann es [..] noch zur Kernschmelze kommen"

    • Acrux
    • 15.03.2011 um 1:07 Uhr

    bis das Kraftwerk kuehl ist. Durch die Meerwassereinleitung ist es unrettbar beschaedigt, d.h. selbst im allerbesten Fall stehen dort dann drei radioaktive Sondermuellruinen.

    hat man ein zusätzliches Problem, weil die Reaktordruckbehälter sicher nicht für den Betrieb mit Salzwasser ausgelegt sind und aus diesem Grund erheblich korrodieren werden, besonders bei den hohen Temperaturen, die dort herrschen. Das ist eine reine Verzweiflungstat.

    Laut NYT kann die Situation noch mehrere Monate andauern: http://www.nytimes.com/20...

    Man wird immer wieder radioaktiven Dampf ablassen und neues Meerwasser nachpumpen müssen, um durch die Verdunstungskälte einen Kühlungseffekt zu erzielen.

    • ezoo
    • 14.03.2011 um 18:27 Uhr

    "Wie lange muss das so weitergehen? Tage? Wochen? ..."

    Wochen, sagen Leute vom Fach.

    Zitate:
    "Welche Entwicklung zwischen dem besten und dem schlimmsten Fall die drei Reaktoren nehmen, das kann sich in Stunden entscheiden oder in Wochen. [...]"

    "Auch nach zwei Wochen kann es [..] noch zur Kernschmelze kommen"

    • Acrux
    • 15.03.2011 um 1:07 Uhr

    bis das Kraftwerk kuehl ist. Durch die Meerwassereinleitung ist es unrettbar beschaedigt, d.h. selbst im allerbesten Fall stehen dort dann drei radioaktive Sondermuellruinen.

    • siar
    • 14.03.2011 um 16:47 Uhr

    "Das schürt Ängste und täuscht über die momentan größte Katastrophe – die Folgen des Bebens – hinweg."

    Vielleicht ist den meisten Menschen bewusst, dass die Folgen des Bebens langsam aber sicher beseitigt werden können und das Land danach wieder bewohnbar ist.
    Sollte es zum Supergau kommen kann man sich die Aufräumarbeiten in der Gegend sparen, da diese dann Sperrgebiet wird - für Jahrzehnte

    10 Leser-Empfehlungen
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    • joG
    • 14.03.2011 um 16:54 Uhr

    ....bereits vor Jahrzehnten jedem bekannt oder hätte das sein müssen, dass Atom-Reaktoren gefährlich sind. Nun ist in Japan auch noch kein GAU entstanden. Es ist also noch nichts geschehen, das irgendjemanden überraschen kann. Trotzdem hetzen sich die Leute gegenseitig daran auf. Das kann man verstehen, denn Die Grünen wollen eine Wahl gewinnen und ein GAU sichert ihnen den ersten Platz.

    Bitte diskutieren Sie sachlich und differenziert. Danke. Die Redaktion/er

    • joG
    • 14.03.2011 um 16:54 Uhr

    ....bereits vor Jahrzehnten jedem bekannt oder hätte das sein müssen, dass Atom-Reaktoren gefährlich sind. Nun ist in Japan auch noch kein GAU entstanden. Es ist also noch nichts geschehen, das irgendjemanden überraschen kann. Trotzdem hetzen sich die Leute gegenseitig daran auf. Das kann man verstehen, denn Die Grünen wollen eine Wahl gewinnen und ein GAU sichert ihnen den ersten Platz.

    Bitte diskutieren Sie sachlich und differenziert. Danke. Die Redaktion/er

  3. entweder zu Helfen oder aber Angst vor dem GAU zu haben.
    Der Versuch, Atomkraftgegner/innen zu diskreditieren, indem man ihnen vorhält, man würde die menschlichen Katastrophen in Japan instrumentalisieren, ist absolut zynisch und zeugt lediglich von der eigenen Sprachlosigkeit.
    Niemand haßt es momentan wahrscheinlich mehr, recht gehabt zu haben als die ewig pessimistischen und technologiefeindlichen Öko-Freaks.

    16 Leser-Empfehlungen
  4. 6. Danke

    für diesen wichtigen Artikel.

    Auch ohne havarierte AKWs ist die Situation bereits schlimm genug. Hoffentlich bleibt der Menschheit ein zweiter Super-GAU erspart...

  5. In Japan sind 7 Reaktoren ausser Kontrolle geraten.
    In mehreren ist anzunehmenderweise die Kernschmelze im Gange, erhoehte Radioaktivität wurde bereits gemessen.
    Und der Autor redet davon, man solle "keine Katastrophe herbeireden, die noch nicht passiert ist".

    Die Katastrophe ist bereits passiert.

    23 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Nein, die atomare Katastrophe ist definitiv bis zur Stunde nicht passiert. Sie scheinen eine sehr idyllische Vorstellung von einer atomaren Katastrophe zu haben.

    • calmon
    • 15.03.2011 um 12:25 Uhr

    Die Katastrophe ist passiert? Vielleicht sollten sie mal aufhören Bildzeitung zu lesen. Oder überhaupt Medien in Deutschland die Reden die Katastrophe nämlich herbei.

    Was bin ich froh das es noch keine Superlative zu Super-Gau gibt...

    • calmon
    • 15.03.2011 um 12:25 Uhr

    [...]

    Entfernt wegen Doppelpostings. Die Redaktion/er

    Nein, die atomare Katastrophe ist definitiv bis zur Stunde nicht passiert. Sie scheinen eine sehr idyllische Vorstellung von einer atomaren Katastrophe zu haben.

    • calmon
    • 15.03.2011 um 12:25 Uhr

    Die Katastrophe ist passiert? Vielleicht sollten sie mal aufhören Bildzeitung zu lesen. Oder überhaupt Medien in Deutschland die Reden die Katastrophe nämlich herbei.

    Was bin ich froh das es noch keine Superlative zu Super-Gau gibt...

    • calmon
    • 15.03.2011 um 12:25 Uhr

    [...]

    Entfernt wegen Doppelpostings. Die Redaktion/er

  6. 8. Frage

    Unabhängig von dem Artikel, aber bedeutet GAU nicht größter anzunehmender Unfall ? Warum setzt man da noch ein SUPER davor ? Nur wegen der Wirkung nehme ich doch an, oder ?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Bastian Sick in "Der Dativ ist der Genitiv sein Tod":

    "Falsche Steigerungen hört oder liest man beinahe jeden Tag: weitreichendere Vollmachten (korrekt: weiter reichende Vollmachten – Seite 45); eine der vielbefahrensten Seestraßen der Welt (korrekt: eine der meist befahrenen Seestraßen – Seite 45). Eine höchstqualifizierteste Bewerberin existiert nicht (Seite 45). Gedankenlos sind auch Steigerungen von Begriffen, die bereits einen Superlativ ausdrücken: das Optimalste, das Einzigste, ein Super-GAU. Die FAZ schrieb sogar einmal vom größten Super-GAU (Seite 44)"

    Ich hoffe das Zitat ist richtig gekennzeichnet!!!

    Nein, falsch. GAU und Super-GAU sind definierte Begriffe. Das können Sie bei Wikipedia nachlesen, oder in einer der vielen anderen online-Medien, die zur Zeit Artikel zur Begriffsklärung posten.

    Redaktion

    Lieber Leser, die Antwort auf diese Frage finden Sie im Infokasten.

    In Deutschland ist doch alles "Super"

    SUPER plus - SUPER BLEIFREI - SUPER E10 ...

    Die Regierung ist super - wenn es darum geht, sich in ein Chamäleon zu verwandeln...

    Unsere Fernsehanstalten sind super - wenn es um die "Quote" geht...

    Unsere Öko-Steuern sind super, wenn es darum geht, dem Bürger den letzten Cent aus der Tasche zu ziehen und das Geld dort überhaupt nicht ankommt, wo es hingehört - in der Ökologie!

    Unsere Bundes-Liga ist super, wenn es darum geht, die Trainer zu feuern und teure Spieler zu heuern - die nix bringen.

    Uns geht es doch super - deshalb wählen wir doch lieber wieder CDU / CSU - die hatten schließlich "SUPER-Gutti" - mit der Merkel ist eh kein Staat mehr zu machen - bei der ihrem "Super"-Kostüm-Bildner!

    Das war nun wirklich nicht so schwer:
    https://secure.wikimedia....

    In den letzten Tagen habe ich vermehrt Leute sagen gehört, dass die Bezeichnung "Super-GAU" unsinnig sei. Das ist sie jedoch nicht. Kurze Erklärung: Ein GAU ist anders als es die Buchstaben vermuten lassen nicht der größte Unfall, den die Vorstellungskraft hergibt, sondern der größte anzunehmende Unfall für dessen Bewältigung die Technik ausgelegt sein muss. Mit anderen Worten: ein GAU ist ein Unfall, der noch wahrscheinlich genug ist, dass man für ihn ausgerüstet bzw. auf ihn vorbereitet sein muss. Ein Super-GAU umfasst schließlich die Art von Unfällen, die darüber hinausgehen.

    Bei einem GAU spricht man vom größten eintretenden aber noch kontrollierbarem Störfall.
    Bei einem Super-Gau hingegen spricht man von einem unktrollierbarem Störfall. Es hat nicht mit der Superlative zu tun, wie der vorige Kommentar vermuten läßt, sondern von "super"-> über, also mehr als ein GAU.

    Der einzige Super-Gau war bisher in Tschernobyl, da es eben explodiert ist. Hier ist die Situation noch ein Gau, da immer noch "irgendwie" gekühlt wird.

    den größtmöglichen, noch kontrollierbaren Störfall (auch als Auslegungsstörfall bezeichnet).
    Als Super-GAU wird ein Unfall bezeichnet, bei dem stärkere Belastungen auftreten als beim oben definierten Auslegungsstörfall (Wikipedia).

    Ein GAU ist der größte Systemausfall, der im Design eines Kraftwerkes vorgesehen ist. Diesen Ausfall muss das Kernkraftwerk ohne Freisetzung von Radioaktivität überstehen.

    Ein Super-GAU ist ein Systemausfall, der im Design des Kraftwerkes nicht vorgesehen ist. In diesem Fall ist eine Freisetzung von Radioaktivität möglich... mehr oder weniger umfangreich.

    Nach dieser Definition ist in Japan (anders als im Artikel behauptet) ein Super-GAU eingetreten, da die Kraftwerke auf ein so starkes Erdbeben nicht ausgelegt sind.

    Was die Konsequenzen betrifft: Wie der Author zurecht feststellt, ist noch nichts wirklich gravierendes passiert. Vor allem braucht man sich in Deutschland im Moment wohl keine Sorgen zu machen.

    Es hängt vom Geschick der japanischen Ingenieure und auch von verdammt viel Glück ab, ob es dabei bleibt.

    • dth
    • 14.03.2011 um 18:59 Uhr

    GAU ist der größte anzunehmende Unfall, für den die Anlage ausgelegt sein muss. Selbst wenn es zur Kernschmelze kommt, sollte der geschmolzene Kern nicht durch das Fundament schmelzen oder eine Explossion die Reaktorwand zerstören.
    Passiert das, ist ein Unfall eingetreten, der das noch übertrifft, was anzunehmen war. Daher "super".

    Was ist ein GAU? Was ist ein SUPERGAU?
    Steht doch oben geschrieben! GAU = Auslegungsunfall, hierfür ist das AKW sicherheitstechnisch ausgelegt, also kontrollierbar. SUPERGAU = Unfall, für den das AKW nicht ausgelegt ist, also alles was nicht mehr kontrollierbar ist.

    Natürlich wurde der Begriff "Super" maßgeblich durch Medien zu dem gemacht was er heute hauptsächlich in Film und Fernsehen darstellt - ein leicht verdaulicher Zusatz der einzig der Dramatisierung einer Aussage dient.

    Dennoch: Eine Bedeutung des Begriffs "Super" ist auch "über die Grenzen des Erdachten/Angestrebten hinaus"

    Und an dieser Stelle wird "Super" tatsächlich relevant. Denn wer rechnet schon damit das in 3, 4 oder 7 Kernanlagen gleichzeitig eine Kernschmelze eintreten könnte während, auf Grund einer Naturkatastrophe die gesamte Logistik des Landes brach liegt und keine Arbeitskräfte zur Verfügung stehen?

    Das ist Definitiv ein Störfall der weit über das hinausreicht was man mit konventionellen Mitteln Planen oder prognostizieren könnte.

    Daher ist "Super" an dieser Stelle sicherlich durch den Kontext gerechtfertigt, selbst wenn die vorschnelle Verwendung 'etwas' strittig bleibt.

    mfg

    Mit den Steigerungen ist es in der Tat so eine Sache.
    Nur: Der GAU is der Größte Anzunehmende Unfall und eine Wortschöpfung aus der Risikoabschätzung. Die unsägliche Wortschöpfung Super-Gau soll hier lediglich zeigen, dass die Annahmen falsch waren. Also so etwas wie der Größte Mögliche Unfall.
    Insofern hat die Steigerung sehr wohl eine Berechtigung auch wenn sie rein sprachlich Unsinn sein mag. Und GMU versteht halt keiner ...

    • Acrux
    • 15.03.2011 um 1:04 Uhr

    Ein GAU ist der groesste Unfall, vom dem der Konstrukteur auszugehen hat, d.h. der Stoerfall, den das Kraftwerk ohne Freisetzung von radioaktivem Material ueberstehen muss. Ein SuperGAU ueberlastet die vorhandenen Sicherheitseinrichtungen und setzt Kontamination frei.

    • gh7401
    • 15.03.2011 um 3:44 Uhr

    Schön bemerkt. GAU? Wer hat dies "angenommen"? Falls ja, warum hat man diseses Angenommene nicht im Griff? Denn das war ja die Absicht einen GAU zu definieren. Vermutlich war dies Ereignis Gauer als Gau. Also noch Superer als Super. Wo ist eigentlich gerade der Chef der Tepco? Fragen über Fragen.

    "Unabhängig von dem Artikel, aber bedeutet GAU nicht größter anzunehmender Unfall ? Warum setzt man da noch ein SUPER davor ? Nur wegen der Wirkung nehme ich doch an, oder ?"

    Nö, da gibt es Definitionen für (siehe auch Kasten im Artikel). Im Artikel ist der Begriff Super-GAU durchaus korrekt verwendet.

    GAU: "...Störfälle..., die zur Freisetzung von strahlendem Material führen würden, wenn die Anlage nicht gegen einen solchen Unfall ausgelegt wäre. Bei deutschen Kernkraftwerken mit Druckwasserreaktor wäre ein GAU beispielsweise ein Bruch der Hauptkühlmittelleitung mit massivem Kühlmittelverlust." (Wikipedia).

    Super-GAU: "Mit „Super“ wird angedeutet, dass die Folgen des GAU übertroffen werden. ... Bei einer Freisetzung von Radioaktivität jenseits der gesetzlich festgelegten Grenzwerte ist daher nach Definition der Rahmen des GAU überschritten und ein Super-GAU eingetreten. Streng genommen erfüllt ein Unfall ab der INES-Stufe 5 diese Bedingung. Es ist jedoch in der Politik üblich, erst schwere und katastrophale Unfälle mit Super-GAU zu bezeichnen (INES 6 und INES 7). Bekanntestes Beispiel für einen Super-GAU war die Katastrophe von Tschernobyl." (Wikipedia) Weiteres Beispiel seit heute nacht offensichtlich Fukushima 2.

    Im Prinzip haben Sie Recht, eine Steigerung von größter anzunehmender Unfall ist Unsinn. Jedoch bezeichnet ein GAU den größten noch kontrollierbaren Unfall (also keine schwerere Katastrophe). Ein SuperGAU hingegen bezeichnet den massiven Austritt von radioaktivem Material/ radioaktiver Strahlung. Dies ist meiner Meinung nach, so nur in Tschernobyl passiert

    • Spez
    • 15.03.2011 um 15:31 Uhr

    Obwohl ich ein großer Fan von Herrn Siek (man beachte das Dehungs-e bei der Aussprache) hat er in diesem Fall nicht Recht. Ein GAU - größter anzunehmender Unfall in Techniksprache Auslegungsstörfall. Ist ein Unfall für den ein Kraftwerk ausgelegt sein muss, so dass keine Überschreitung der Störfallgrenzwerte nach Strahlenschutzverordnung auftritt. Diese habe ich in einen Leserbeitrag schon genannt auf dem ich verweisen möchte. http://www.zeit.de/wissen...
    Ein Super-GAU ist also ein Unfall bei dem das Containement versagt und große Mengen Radioaktivität über die genannten Grenzwerte austritt. Umgangsprachlich ist ein Super-GAU wohl eher eine große Explosion bei der große Mengen radioaktiver Teile über eine große Fläche um den Reaktor verteilt werden wie bei Tschernobyl.

    Super Gau wird dann verwendet, wenn alle aktiven und passiven Sicherheitssysteme versagen/brechen. Dazu muss hier erst der Metallkernmantel durchschmelzen der zum Gewissen Ausmaß für eine Kernschmelze konzipiert ist. Danach muss sich die Schmelze noch durch den "pseudo core Catcher" aus Beton arbeiten. Es ist zwar kein echter großflächiger core Catcher wie bei neueren Reaktoren (E.g. Finnland), es bietet jedoch einen gewissen letzten Schutz bevor die Schmelze das "Freie" erreicht.
    Inzwischen sind schon etliche Tage seit der Abschaltung vergangen. Das Risiko, dass das oben genannte Szenario nun eintritt ist eher gering wenn es bis jetzt noch nicht passiert ist...

    ...mit "Super" oder "Hyper" noch schrecklicher machen zu wollen, hat zwei Gründe 1. Wichtigtuerei, 2. Ausrede, daß dafür keine Vorsorge getroffen wurde.

    Wie Murphys Gesetz schon seit längerem weiß: "Alles was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen."

    Gemneint ist: "Nichts als gegeben annehmen, nichts dem Zufall überlassen."

    Auch Lenin wußte das: "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser."

    Leider fällt Frau Merkel erst Monate nach der Verlängerung der Laufzeiten ein, daß etwas kontrolliert hätte werden sollen.

    Naturwissenschaftlerin eben...

    Bastian Sick in "Der Dativ ist der Genitiv sein Tod":

    "Falsche Steigerungen hört oder liest man beinahe jeden Tag: weitreichendere Vollmachten (korrekt: weiter reichende Vollmachten – Seite 45); eine der vielbefahrensten Seestraßen der Welt (korrekt: eine der meist befahrenen Seestraßen – Seite 45). Eine höchstqualifizierteste Bewerberin existiert nicht (Seite 45). Gedankenlos sind auch Steigerungen von Begriffen, die bereits einen Superlativ ausdrücken: das Optimalste, das Einzigste, ein Super-GAU. Die FAZ schrieb sogar einmal vom größten Super-GAU (Seite 44)"

    Ich hoffe das Zitat ist richtig gekennzeichnet!!!

    Nein, falsch. GAU und Super-GAU sind definierte Begriffe. Das können Sie bei Wikipedia nachlesen, oder in einer der vielen anderen online-Medien, die zur Zeit Artikel zur Begriffsklärung posten.

    Redaktion

    Lieber Leser, die Antwort auf diese Frage finden Sie im Infokasten.

    In Deutschland ist doch alles "Super"

    SUPER plus - SUPER BLEIFREI - SUPER E10 ...

    Die Regierung ist super - wenn es darum geht, sich in ein Chamäleon zu verwandeln...

    Unsere Fernsehanstalten sind super - wenn es um die "Quote" geht...

    Unsere Öko-Steuern sind super, wenn es darum geht, dem Bürger den letzten Cent aus der Tasche zu ziehen und das Geld dort überhaupt nicht ankommt, wo es hingehört - in der Ökologie!

    Unsere Bundes-Liga ist super, wenn es darum geht, die Trainer zu feuern und teure Spieler zu heuern - die nix bringen.

    Uns geht es doch super - deshalb wählen wir doch lieber wieder CDU / CSU - die hatten schließlich "SUPER-Gutti" - mit der Merkel ist eh kein Staat mehr zu machen - bei der ihrem "Super"-Kostüm-Bildner!

    Das war nun wirklich nicht so schwer:
    https://secure.wikimedia....

    In den letzten Tagen habe ich vermehrt Leute sagen gehört, dass die Bezeichnung "Super-GAU" unsinnig sei. Das ist sie jedoch nicht. Kurze Erklärung: Ein GAU ist anders als es die Buchstaben vermuten lassen nicht der größte Unfall, den die Vorstellungskraft hergibt, sondern der größte anzunehmende Unfall für dessen Bewältigung die Technik ausgelegt sein muss. Mit anderen Worten: ein GAU ist ein Unfall, der noch wahrscheinlich genug ist, dass man für ihn ausgerüstet bzw. auf ihn vorbereitet sein muss. Ein Super-GAU umfasst schließlich die Art von Unfällen, die darüber hinausgehen.

    Bei einem GAU spricht man vom größten eintretenden aber noch kontrollierbarem Störfall.
    Bei einem Super-Gau hingegen spricht man von einem unktrollierbarem Störfall. Es hat nicht mit der Superlative zu tun, wie der vorige Kommentar vermuten läßt, sondern von "super"-> über, also mehr als ein GAU.

    Der einzige Super-Gau war bisher in Tschernobyl, da es eben explodiert ist. Hier ist die Situation noch ein Gau, da immer noch "irgendwie" gekühlt wird.

    den größtmöglichen, noch kontrollierbaren Störfall (auch als Auslegungsstörfall bezeichnet).
    Als Super-GAU wird ein Unfall bezeichnet, bei dem stärkere Belastungen auftreten als beim oben definierten Auslegungsstörfall (Wikipedia).

    Ein GAU ist der größte Systemausfall, der im Design eines Kraftwerkes vorgesehen ist. Diesen Ausfall muss das Kernkraftwerk ohne Freisetzung von Radioaktivität überstehen.

    Ein Super-GAU ist ein Systemausfall, der im Design des Kraftwerkes nicht vorgesehen ist. In diesem Fall ist eine Freisetzung von Radioaktivität möglich... mehr oder weniger umfangreich.

    Nach dieser Definition ist in Japan (anders als im Artikel behauptet) ein Super-GAU eingetreten, da die Kraftwerke auf ein so starkes Erdbeben nicht ausgelegt sind.

    Was die Konsequenzen betrifft: Wie der Author zurecht feststellt, ist noch nichts wirklich gravierendes passiert. Vor allem braucht man sich in Deutschland im Moment wohl keine Sorgen zu machen.

    Es hängt vom Geschick der japanischen Ingenieure und auch von verdammt viel Glück ab, ob es dabei bleibt.

    • dth
    • 14.03.2011 um 18:59 Uhr

    GAU ist der größte anzunehmende Unfall, für den die Anlage ausgelegt sein muss. Selbst wenn es zur Kernschmelze kommt, sollte der geschmolzene Kern nicht durch das Fundament schmelzen oder eine Explossion die Reaktorwand zerstören.
    Passiert das, ist ein Unfall eingetreten, der das noch übertrifft, was anzunehmen war. Daher "super".

    Was ist ein GAU? Was ist ein SUPERGAU?
    Steht doch oben geschrieben! GAU = Auslegungsunfall, hierfür ist das AKW sicherheitstechnisch ausgelegt, also kontrollierbar. SUPERGAU = Unfall, für den das AKW nicht ausgelegt ist, also alles was nicht mehr kontrollierbar ist.

    Natürlich wurde der Begriff "Super" maßgeblich durch Medien zu dem gemacht was er heute hauptsächlich in Film und Fernsehen darstellt - ein leicht verdaulicher Zusatz der einzig der Dramatisierung einer Aussage dient.

    Dennoch: Eine Bedeutung des Begriffs "Super" ist auch "über die Grenzen des Erdachten/Angestrebten hinaus"

    Und an dieser Stelle wird "Super" tatsächlich relevant. Denn wer rechnet schon damit das in 3, 4 oder 7 Kernanlagen gleichzeitig eine Kernschmelze eintreten könnte während, auf Grund einer Naturkatastrophe die gesamte Logistik des Landes brach liegt und keine Arbeitskräfte zur Verfügung stehen?

    Das ist Definitiv ein Störfall der weit über das hinausreicht was man mit konventionellen Mitteln Planen oder prognostizieren könnte.

    Daher ist "Super" an dieser Stelle sicherlich durch den Kontext gerechtfertigt, selbst wenn die vorschnelle Verwendung 'etwas' strittig bleibt.

    mfg

    Mit den Steigerungen ist es in der Tat so eine Sache.
    Nur: Der GAU is der Größte Anzunehmende Unfall und eine Wortschöpfung aus der Risikoabschätzung. Die unsägliche Wortschöpfung Super-Gau soll hier lediglich zeigen, dass die Annahmen falsch waren. Also so etwas wie der Größte Mögliche Unfall.
    Insofern hat die Steigerung sehr wohl eine Berechtigung auch wenn sie rein sprachlich Unsinn sein mag. Und GMU versteht halt keiner ...

    • Acrux
    • 15.03.2011 um 1:04 Uhr

    Ein GAU ist der groesste Unfall, vom dem der Konstrukteur auszugehen hat, d.h. der Stoerfall, den das Kraftwerk ohne Freisetzung von radioaktivem Material ueberstehen muss. Ein SuperGAU ueberlastet die vorhandenen Sicherheitseinrichtungen und setzt Kontamination frei.

    • gh7401
    • 15.03.2011 um 3:44 Uhr

    Schön bemerkt. GAU? Wer hat dies "angenommen"? Falls ja, warum hat man diseses Angenommene nicht im Griff? Denn das war ja die Absicht einen GAU zu definieren. Vermutlich war dies Ereignis Gauer als Gau. Also noch Superer als Super. Wo ist eigentlich gerade der Chef der Tepco? Fragen über Fragen.

    "Unabhängig von dem Artikel, aber bedeutet GAU nicht größter anzunehmender Unfall ? Warum setzt man da noch ein SUPER davor ? Nur wegen der Wirkung nehme ich doch an, oder ?"

    Nö, da gibt es Definitionen für (siehe auch Kasten im Artikel). Im Artikel ist der Begriff Super-GAU durchaus korrekt verwendet.

    GAU: "...Störfälle..., die zur Freisetzung von strahlendem Material führen würden, wenn die Anlage nicht gegen einen solchen Unfall ausgelegt wäre. Bei deutschen Kernkraftwerken mit Druckwasserreaktor wäre ein GAU beispielsweise ein Bruch der Hauptkühlmittelleitung mit massivem Kühlmittelverlust." (Wikipedia).

    Super-GAU: "Mit „Super“ wird angedeutet, dass die Folgen des GAU übertroffen werden. ... Bei einer Freisetzung von Radioaktivität jenseits der gesetzlich festgelegten Grenzwerte ist daher nach Definition der Rahmen des GAU überschritten und ein Super-GAU eingetreten. Streng genommen erfüllt ein Unfall ab der INES-Stufe 5 diese Bedingung. Es ist jedoch in der Politik üblich, erst schwere und katastrophale Unfälle mit Super-GAU zu bezeichnen (INES 6 und INES 7). Bekanntestes Beispiel für einen Super-GAU war die Katastrophe von Tschernobyl." (Wikipedia) Weiteres Beispiel seit heute nacht offensichtlich Fukushima 2.

    Im Prinzip haben Sie Recht, eine Steigerung von größter anzunehmender Unfall ist Unsinn. Jedoch bezeichnet ein GAU den größten noch kontrollierbaren Unfall (also keine schwerere Katastrophe). Ein SuperGAU hingegen bezeichnet den massiven Austritt von radioaktivem Material/ radioaktiver Strahlung. Dies ist meiner Meinung nach, so nur in Tschernobyl passiert

    • Spez
    • 15.03.2011 um 15:31 Uhr

    Obwohl ich ein großer Fan von Herrn Siek (man beachte das Dehungs-e bei der Aussprache) hat er in diesem Fall nicht Recht. Ein GAU - größter anzunehmender Unfall in Techniksprache Auslegungsstörfall. Ist ein Unfall für den ein Kraftwerk ausgelegt sein muss, so dass keine Überschreitung der Störfallgrenzwerte nach Strahlenschutzverordnung auftritt. Diese habe ich in einen Leserbeitrag schon genannt auf dem ich verweisen möchte. http://www.zeit.de/wissen...
    Ein Super-GAU ist also ein Unfall bei dem das Containement versagt und große Mengen Radioaktivität über die genannten Grenzwerte austritt. Umgangsprachlich ist ein Super-GAU wohl eher eine große Explosion bei der große Mengen radioaktiver Teile über eine große Fläche um den Reaktor verteilt werden wie bei Tschernobyl.

    Super Gau wird dann verwendet, wenn alle aktiven und passiven Sicherheitssysteme versagen/brechen. Dazu muss hier erst der Metallkernmantel durchschmelzen der zum Gewissen Ausmaß für eine Kernschmelze konzipiert ist. Danach muss sich die Schmelze noch durch den "pseudo core Catcher" aus Beton arbeiten. Es ist zwar kein echter großflächiger core Catcher wie bei neueren Reaktoren (E.g. Finnland), es bietet jedoch einen gewissen letzten Schutz bevor die Schmelze das "Freie" erreicht.
    Inzwischen sind schon etliche Tage seit der Abschaltung vergangen. Das Risiko, dass das oben genannte Szenario nun eintritt ist eher gering wenn es bis jetzt noch nicht passiert ist...

    ...mit "Super" oder "Hyper" noch schrecklicher machen zu wollen, hat zwei Gründe 1. Wichtigtuerei, 2. Ausrede, daß dafür keine Vorsorge getroffen wurde.

    Wie Murphys Gesetz schon seit längerem weiß: "Alles was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen."

    Gemneint ist: "Nichts als gegeben annehmen, nichts dem Zufall überlassen."

    Auch Lenin wußte das: "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser."

    Leider fällt Frau Merkel erst Monate nach der Verlängerung der Laufzeiten ein, daß etwas kontrolliert hätte werden sollen.

    Naturwissenschaftlerin eben...

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