Täglich erreichen uns neue Meldungen von dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima-1 im Nordosten Japans. Seit dem schweren Beben am 11. März versuchen Arbeiter und Rettungskräfte die beschädigten Reaktoren einigermaßen in den Griff zu bekommen.

Doch sie verwirrt, die dahinrieselnde Kakofonie aus Messwerten, Expertenmeinungen und teils widersprüchlichen Aussagen von Regierung und dem misstrauisch beäugten AKW-Betreiber Tepco .

Nuklearsicherheitsforscher, Strahlenmediziner, Radioökologen, Strahlenschutzfachmänner und viele andere Experten versuchen seit nunmehr einem Monat, die Lage in Japan einzuschätzen. Sie müssen sich auf ihren Sachverstand und die Daten verlassen, die sie von unterschiedlichen Stellen bekommen. Die Informationen aus Fukushima, die um die Welt gehen, stammen weitgehend von der Betreiberfirma des Atomkraftwerks Tepco , der japanischen Atomaufsicht (Nisa) , dem japanischen Wissenschaftsministerium MEXT , dem japanischen Atomindustrieforum JAIF und der internationalen Atomenergieagentur IAEA .

Hinzu kommen die Fernsehberichte des TV-Senders NHK , die der japanischen Zeitungen sowie Meldungen vor allem der Nachrichtenagenturen Jiji und Kyodo .

Doch was nützen Messwerte, wenn ihre Bedeutung nicht vermittelt wird? Welche Daten sind verlässlich? Werden Informationen zurückgehalten? Diese Fragen beschäftigen nicht nur die Öffentlichkeit. ZEIT ONLINE hat deshalb fünf Wissenschaftler befragt, die mit den Informationen aus dem Katastrophengebiet umgehen, die die Lage einordnen und Prognosen erstellen müssen. Sie beschreiben, auf welcher Grundlage sie ihre Arbeit machen.