Atom-Katastrophe in Japan : Fukushima ist nicht Tschernobyl

Fukushima ist nun offiziell ein katastrophaler Unfall. Zu Recht, das war längst bekannt. Doch zu suggerieren, alles sei weit dramatischer, ist falsch, meint S. Stockrahm.
Eine Frau wird Ende März auf eine radioaktive Belastung geprüft. Sie wohnt im evakuierten Gebiet in der Präfektur Fukushima. © Go Takayama/AFP/Getty Images

Wenig hat sich am Ernst der Lage in den Ruinen von Fukushima-1 verändert. Nach wie vor konzentrieren sich Techniker und Arbeiter in der Anlage auf die dauerhafte Kühlung des Brennstoffs in den Reaktorkernen und zeitweise ausgetrockneten Abklingbecken. Und doch scheint die Situation seit gestern eine andere zu sein: Denn die AKW-Havarie in Japan rangiert nun auf einer Stufe mit dem GAU in Tschernobyl im Jahr 1986. In Fukushima müsse nun doch alles viel schlimmer, dramatischer und gefährlicher sein als bislang gedacht, mutmaßen Medien seither. Japan habe sich "endlich" entschlossen, das wahre Ausmaß der Katastrophe mitzuteilen, heißt es. Im Unterton schwingt mit, dass hier verheimlicht, vertuscht und falsch gehandelt wurde.

Wären nicht ganz andere Maßnahmen getroffen worden, wenn der Unfall von Anfang an so schwerwiegend eingestuft worden wäre? Die Antwort ist Nein. Denn die internationale Skala für nukleare Ereignisse (Ines) sieht für die verschiedenen Kategorien von Atomunfällen keine konkreten Maßnahmen vor. Sie erteilt dazu noch nicht einmal Empfehlungen. Jedes Land entscheidet selbst, wie es auf Reaktorunfälle reagiert. In Japan hatten die Behörden bereits zwei Tage nach dem Ausfall der Kühlung in der Atomanlage mehr als 60.000 der insgesamt rund 80.000 Bewohner im Radius von 20 Kilometern um Fukushima-1 in Sicherheit gebracht. Danach erst sprengte entzündeter Wasserstoff die Außenhülle des Reaktors 3 und beschädigte die Blöcke 2 und 4 zum Teil schwer.

Was wissen wir wirklich über die Situation in Fukushima? Fünf Experten geben einen Überblick © Jiji Press/AFP/Getty Images

Seit Beginn der Havarie versuchen zudem Arbeiter in der Atomanlage das Menschenmögliche, einen Unfall in den Griff zu bekommen, für den es keinen Notfallplan gibt. Der fehlt, weil keine Atomnation der Erde sich je mit einem solchen Szenario auseinandergesetzt hat. Bis Fukushima war der Glaube an die Beherrschbarkeit der Kernenergie nahezu unerschütterlich, trotz zahlreicher Unfälle und den Erfahrungen aus Harrisburg 1979 und Tschernobyl 1986. Ein desaströses Versagen, für das Japan nun bitter bezahlt.

Die Einstufung Fukushimas als zweiter "katastrophaler Unfall" in der Geschichte war in der Tat überfällig. Dass große Mengen Radioaktivität aus den Unglücksreaktoren entwichen sein mussten, war selbst Laien klar, nachdem die Bilder der explodierenden Blöcke um die Welt gingen.

Die Ines-Stufe 7 sei das "Schandmal, dass man so lange wie möglich vermeiden wollte", formulierte Claus Kleber es im Heute-Journal . Dies ist kaum zu bestreiten. Japans Atomaufsicht hat sich viel zu lange an Details und im Datengewirr festgebissen. Es kann nicht sein, dass diese Behörde Wochen braucht, um etwas festzustellen, das seit einem Monat für jeden offensichtlich ist.

Richtig ist auch, dass Japans Regierung versucht, die Öffentlichkeit zu beschwichtigen. Ein Grund dafür dürfte die Sorge vor Panik sein. Eine bewusste Vertuschung von Messergebnissen oder Erkenntnissen aus den Reaktoren vermuten Fachleute aber bisher nicht .

Fukushima ist trotz der gleichen Stufe kein zweites Tschernobyl. Der Hergang beider Unfälle und auch das Ausmaß sind sehr verschieden.

Vor 25 Jahren explodierte der Reaktor 4 in der Ukraine in vollem Betrieb. Auf einen Schlag gelangte etwa das Zehnfache an Radioaktivität, das bislang in Fukushima frei wurde, in Höhen von rund 1000 Metern. Der Fallout der strahlenden Partikel verteilte sich über weite Teile Europas. Erst einen Tag nach dem GAU lief die Evakuierung der nur drei Kilometer vom Reaktor entfernten 49.000-Einwohner-Stadt Pripjat an. Während die Kernschmelze offen lag und es tagelang weiter brannte, wurden erst acht Tage nach der Explosion weitere rund 85.000 Menschen in einem Umkreis von 30 Kilometern in Sicherheit gebracht. Die meisten von ihnen hatten längst radioaktives Jod eingeatmet, ohne es zu ahnen . Bis zu 6000 Schilddrüsenkrebserkrankungen sind als Folge belegt.

Dieses Ausmaß ist in Japan bisher nicht eingetreten, wenngleich noch monatelang die Lecks in den Fukushima-Ruinen abgedichtet und Brennelemente gekühlt werden müssen . Sicher ist auch, dass weiter Radioaktivität austritt und in die Atmosphäre sowie das Meer gelangt. Derzeit schätzen Strahlenmediziner die Gesundheitsgefahr für die Menschen in Fukushima deutlich geringer als 1986, kurz nach Tschernobyl. Lebensmittel und Trinkwasser werden in Japan kontrolliert, Ackerflächen gesperrt.

Das macht das Unglück von Fukushima weder harmlos oder überstanden noch das atomare Restrisiko tolerierbar . Es zeigt aber, dass falsche Vergleiche nicht weiterhelfen, um die Katastrophe fassbar zu machen. Ganz gleich, wie die Lage in Japan zu bewerten ist: Die Kernenergie ist und bleibt unberechenbar. 

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Kommentare

192 Kommentare Seite 1 von 22 Kommentieren

Können Sie das einschätzen ?

Wir haben im Moment an der Uni einen bekannten japanischen Germanistik-Professor zu Gast. Er hat in den letzten Wochen, die japanische und die deutsche Berichterstattung zur Katastrophe in Japan verfolgt.

Er persönlich sagte, dass in den deutschen Medien die Statements von Japanern und Sprechern der japan. Regierung etc. häufig manipulativ ins Deutsche übersetzt wurden.

Als z.B. der japan. Regierungssprecher Edano sagte, dass "der Regierung im Moment keine Untersuchungen vorliegen würdem, die beweisen, dass bisher Radioaktivität in die Atmosphäre gelangt ist." wurde es im deutschen Fernsehen übersetzt: "Bisher ist keine Radioaktivität in die Atmosphäre gelangt."

Wenn Sie also selbst gut genug Japanisch können und die Statements der japanischen Regierung verfolgen konnten, dann ist Ihr sarkastischer Kommentar gerechtfertigt. Wenn Sie das allerdings nicht können, würde ich Ihnen vielleicht zu mehr Vorsicht bei solchen Bewertungen raten.

Sie sollten den deutschen Sensationsjournalismus nicht uneingeschränkt vertrauen.
Der angesprochene Professor ist übrigens zu einer anderen Schlussfolgerung gekommen. Demnach wäre die Transparenz der jetzigen japanischen Regierung vorbildlich gewesen, vermutlich sogar zu übereifrig im Streben um Transparenz.

(Derzeit gibt es an der HU-Berlin / Japanologie Di. 18-20 Uhr eine Arbeitsgruppe zu der Thematik. Wenn Sie also in Berlin seien sollten, sind Sie dazu gerne eingeladen.)

Hm....

Kann durchaus so sein wie von Ihnen geschildert. Die puren Tatsachen an sich unaufgeregt betrachtet und zumindest die englische Übersetzung der Stellungnahmen der japanischen REgierung sprächen dafür, daß es die Regierung erhlich meinen könnte.

Allerdings muß man auch berücksichtigen, daß Japaner meiner Einschätzung nach noch weit duldsamer und autoritätsgläubiger sind als sonstwer auf der Welt. Insofern muß man die Einschätzung jedes Japaners auch Ihres Profs mit Vorsicht geniesen.

Zumal man nüchtern feststellen muß und auch die japanische Regierung letztendlich nix anders behauptet als "Die Lage ist ernst und wir wissen im Grunde nicht was genau passiert in Fukushima" Beruhigend ist das nicht.

Bei TEPCO sieht das allerdings anders aus. Die wurden schon ein paar mal zu oft beim Lügen erwischt. in der Vergangenheit..

Wieso ist dann das Restrisiko nicht tolerierbar?

Sachschaden ja, Tote nein.

Wieso ist das Restrisiko nicht tolerierbar?

Autofahren oder auch nur auf dem Bürgersteig in Hamburg spazuieren zu gehen scheint mir deutlich gefährlicher als neben einem deutschen oder japanischem KKW zu wohnen.

Das Doofe an Vergleichen ist

das Sie meistens hinken.

Bei einem Autounfall sterbe ich gleich oder spätestens in ein paar Tagen im Krankenhaus.

Die Leutchen in Fukushima hingegen können sich in 20 Jahren raussuchen ob Ihr Lungenkrebs genetische Veranlagung, natürliche Ursache, Asbest oder Strontium 90 als Ursache hatte.

Abgerechnet wird zum Schluß und das kann bei einem KKW-Unfall dauern.

Achja. Manche würden sagen was soll es wenn ein jetzt 60-jähriger dann mit 80 an Krebs stirbt.

Aber ob das die Teenager jetzt geauso gelassen sehen?

Aber das Auto...

... nützt auch nur den Insassen. Das Kernkraftwerk hunderttausenden von Strombeziehern.

Kennen Sie Asmartam? Ein Süßstoff, bis heute in vielen Softdrinks zu finden. Kürzlich wurde nachgewiesen, daß er sich bereits bei Körpertemperatur zu Formaldehyd zersetzt - was Coca&Konsorten wußten, aber nicht publik machten (so lange, bis sie klammheimlich auf Stevia umgestellt haben).

Wenn man die "Todesrate" durch diesen Süßstoff genauso hochrechnet wie bei Tscherbobly - üotenziell verringerte Lebenserwartung mal Anzahl der Betroffenen - dann ist Aspartam für zehnmal mehr Tote verantwortlich als die Atomenergie incl. aller bisherigen Unfälle. Im Gegensatz zur Atomenergie hat uns Aspartam aber KEINEN besonderen Nutzen gebracht (billige Energie ohne CO2-Ausstoß).

Wer schon die Kernenergie für "unverantwortlich" hält, müßte gegen Aspartam täglich einen Molli anwerfen. Daß dies nicht geschieht, zeigt: die Verteufelung der Kernkraft ist vieles, aber nicht logisch.

Vergleiche und Relativierungen

Es mag richtig sein, dass mehr als 30 millionen Menschen bei Verkehrsunfällen seit Tschernobyl umgekommen sind (weiss nicht mehr, wo ich das gelesen oder gehört habe). Es ist auch richtig, dass: "Gasflaschen im Haus explodieren können" (sagte doch der türkische Präsident zur Rechtfertigung des vorgezogenen Baus türkischer KKw`s). Es ist auch richtig, dass Windräder umfallen und jemanden (oder einen vollbesetzten Reisebus auf den dann noch eine Familie mit 5 Kindern auffährt...)erschlagen können.
Denoch gibt es m.E. einen Unterschied zwischen individuellem und kollektivem Risiko, d.h. Risiken, die ich bewußt eingehe oder in Kauf nehme und einem Risiko, dass in seinen Auswirkungen und seiner Nachhaltigkeit (Genveränderungen durch Strahlung und damit Vererbung)unkalkulierbar ist Dazu:
http://www.spiegel.de/wis...

Fragen Sie mal die Menschen in Krümmel

,deren Kinder nachweislich überdurchschnittlich oft an Leukämie erkranken, was die davon halten, "neben einem deutschen ... KKW zu wohnen".

Und wenn Sie sich dann mal die Mühe machen, die volksveralbernden Kommentare von Vattenfall zu diesem Thema zu studieren, dann kommen Sie vielleicht mal wieder auf den Teppich.

Es sei denn, Sie gehören zu den Autofahrern in Hamburg, die das Gehen auf Hamburgs Bürgersteigen so gefährlich machen...

Trick 17

Wer sagt, dass Atomkraftgegner/inn/en nicht genauso Aspartam ablehnen???

Dieser mehr als billige Trick, auf noch zehn andere Zivilisationsrisiken (von Aspartam über Auto bis Kohlekraftwerk...) hinzuweisen, der greift nun langsam nicht mehr. Er nimmt die Menschen längst nicht mehr für die A-kraft ein - sondern macht sie nur noch mißtrauischer und hoffentlich auch erfinderischer, was andere als "unvermeidlich" und daher völlig "ungefährlich" verkauften Risiken betrifft.

Keine Ahnung?

Mir scheint Sie wissen ganz wovon Sie reden.
Die Kernenergie ist eine Technolgie, die in keiner Weise mit einer anderen vergleichbar ist. Außer Kernkraftwerken und der folgenden Aufbereitung verbrauchter Brennstoffe gibt es nichts, was Stoffe herstellt, die zig-tausend Jahre betreut werden müssen, weil sie so lange eine Gefahr darstellen. Dagegen sind selbst Dioxine kurzlebig. Plutonium 239 ist ein Element, daß in der Natur nicht vorkommt. Was es auf Jahrtausende anrichtet weiß niemand. Über den ganzen anderen Teilchen-Zoo reden wir besser erst gar nicht. Es ist immer wieder das gleiche bei Diskussionen über dieses Thema. Es wird nur ein Aspekt betrachtet, und dann sieht alles ja gar nicht so gefährlich aus. Aber zur Kernenergie gehört nun mal die ganz Kette vom Abbau des Urans in afrikanischen Bergwerken mit teils skandalösen Zuständen, über die eigentliche Nutzung im Kraftwerk, bis zur ungelösten Frage der Endlagerung. Ganz zu schweigen von den Möglichkeiten der Waffenproduktion...
Also bitte mal genauer überlegen, bevor in die Tasten gehauen wird!

Krümmel

Da ist wieder das alte Problem, dass das menschliche Gehirn immer Assoziationen herstellen möchte. In der Umgebung des Kernkraftwerkes Krümmel kann man möglicherweise nach statistischer Auswertung eine erhöhte Leukämierate feststellen. Der Mensch denkt sich dann natürlich: "Das muss am Kraftwerk liegen!". Tatsächlich hat eine derartige Studie jedoch keinerlei Beweiskraft, da in der Regel keinerlei Mechanismus erarbeitet wird, wie die Nähe zu einem AKW zu einem erhöhten Krebsrisiko führt. Solange ein derartiger Mechanismus nicht gefunden ist, besteht keinerlei Inhaltlicher Zusammenhang zwischen der erhöhten Krebsrate und dem Kraftwerk.

Ein kleines Beispiel aus der Forschung: "The effect of country music on suicide" - Stack/Gundlach, Social Forces Bd. 71, S.211 ff.
In dieser Studie haben die beiden Herren statistisch nachgewiesen, dass die Selbstmordrate unter weißen Menschen in Gebieten, in denen häufig Country-Musik im Radio gespielt wird, erhöht ist. Die beiden Herren haben daraus geschlossen, dass die Countrymusik der beeinflussende Faktor ist, da diese laut der Verfasser von selbstmordfördernder Art ist. Später hat man sich dieser Arbeit angenommen und herausgefunden, dass ein erhöhter Konsum von Countrymusik nicht Ursache sondern Folge anderer Faktoren ist, welche eben auch zu einer erhöhten Selbstmordrate führen.

Mir geht es nicht um Restrisiko etc. Aber wenn ein "Wissenschaftler" derartige Schlüsse zieht, dann handelt dieser unwissenschaftlich und nicht glaubhaft.

Studien

Es gibt eine Studie zu diesen "Leukämieclustern". Diese gibt sich größte Mühe jeden Zusammenhang zwischen AKWs und den Häufungen von Kinderleukämie in diesen Gebieten zu wiederlegen.
Unbestrittener Fakt ist: Es gibt diese Häufungen.
Als ein Frontal21-Team (Ja, ok. Die sind nervig,kann ich mir gut vorstellen.) den Chef dieses Institutes (Name entfallen, sorry. Irgendwas mit "Institut für Kinderkrebsforschung) darauf ansprach wo denn noch diese Häufungen in Deutschland auftreten, nannte er auch einen konkreten Ort. Das Team hatte jedoch gut recherchiert und wusste dummerweise, dass hier ein defektes Röntgengerät die Ursache war...
Nach weiteren Nachfragen verließ der gute Mann entrüstet den Raum. Übrigens sieht man ihn hin und wieder auf Veranstaltungen der Energiekonzerne (um es mal Vorsichtig auszudrücken.

Auto-Gau-Dämlichkeiten

... kann Ihnen nur zustimmen, würde man um jeden Autounfall für die nächsten 30 Jahre eine Schutzzone von 200m einrichten müssen, dann wäre unser Klimaproblem schnell gelöst.
Und nur wenn jemand indirekt stirbt und sich nacher eine Billionen Euro schwere Industrie mit ein zwei oder drei Milliarden Euro PR Aufwand darum bemüht Sachzusammenhänge zu zerreden und als unwissenschaftlich darzustellen dann ist das alles einfach nur noch gruselig. Wie kommt man da raus aus dieser verlogenen Gesellschaft? Wo erwischen sie einen nicht?

Aspertam... und es ist Methyl in der Molekühlkette.

Das mit dem Millionenfachen Nutzen der Atomkraftwerke muss ich stark bezweifeln, wären sie in Staatseigentum und die erwirtschafteten Gewinne flössen in die Untermauerung des Sozialstaates vielleicht, aber ich kann für mich keinen Vorteil darin erkennen mit meinem Stromverbrauch jemand anderem die Taschen voll zu machen und meinen Kindern und Kindeskinderkindern für die nächsten 10.000 Generationen ein Altlastenproblem zu hinterlassen von dem nicht mal klar gesagt werden kann das wir es los wären, schössen wir den Mist in die Sonne.
Der allgemeinheit dienen würden hoch dotierte Forschungsprojekte für kleinkraftanlagen im bereich von 4 - 6 KW, es ist sicherlich möglich so etwas auf verschiedener Energieträgerbasis, Wind, Biogas, Sonne, Wasser ... auf ein Preisniveau von 6.500 bis 8.000 EUR zu bringen dann hätte jeder seinen strom auf dem Dach oder im Keller - im eigenbau ginge das schon heute nur mit Genehmigunsverfahren und Bürokratischem gezänk summieren sich die Kosten auf über 25.000 EUR pro einheit.
Kleinstkraftwerke müssen her und eine CO2 besteuerung sowie eine Abschaffung der Emissionshandels Zertifikate diesen verlogenen Quatsch kann man ja kaum ertragen. Die Industrie muss sich selbst helfen und Steuern können dazu dienen sie in eine Richtung zu zwingen. Wenn ein schädliches Produkt unerschwinglich ist, wird es keiner mehr haben wollen.

Was so nicht wahr ist

"Solange ein derartiger Mechanismus nicht gefunden ist, besteht keinerlei Inhaltlicher Zusammenhang zwischen der erhöhten Krebsrate und dem Kraftwerk."

Solange kann man anhand einer Studie nichts wissenschaftlich genaus nachweisen. Was nicht heisst das es keinen Zusammenhang gibt.

Manchmal reicht aber der gesunde Menschenverstand. Wenn sie in ihrer Wohnung sitzen und nasse Füsse bekommen, ein wissenschaftlicher Beweis dafür aber nicht erbracht werden kann, haben sie dann trockene Füsse?

Man muss manche Sachen auch nicht komplizierter machen als sie sind. AKW = Quelle für höhere Strahlungswerte = erhöhte Leukämierate in der Umgebung. Ich nehme an das stimmt, denn das kommt bestimmt nicht vom Pollenflug im Frühling.

Nix ist schlimm: weder Country Music noch Krümmel!

Ja, genau, und um zu zeigen, wie rational wir mit dem Thema umgehen, lassen wir unsere Kinder so lange an Leukämie erkranken, bis kluge Wissenschaftler herausgefunden haben, warum dies besonders häufig in der Nähe von KKW passiert.

Einer dieser klugen Wissenschaftler ist Dr. Peter Kaatsch, der in nachfolgendem Video ab Minute 2 eine kleine Kostprobe seiner Kompetenz abgibt.

http://www.youtube.com/wa...

(im Zusammenhang zu sehen mit den Suchworten "Risiko Atomkraft Teil 3")

Aber trotzdem danke für Ihren Beitrag - meine Johnny-Cash-CDs werde ich jetzt doch nicht wegschmeissen :-D

gesunder menschenverstand?

Der "gesunde Menschenverstand" ist genau das, was einem bei Statistiken in der Regel nur böse streiche spielt. An sonsten war die Formulierung von mir etwas unglücklich. Also anders: Solange kein Nachweis erfolgt ist, bleiben derartige Annahmen nur Vermutungen.

Abgesehen davon ist ein belastbarer Nachweis dafür, dass ich nasse Füße bekommen habe, relativ leicht und direkt möglich. In der Regel ist hierfür auch die Ursache unmittelbar feststellbar. Wenn ich allerdings nur denke, dass ich nasse Füße habe, kann das genau so auch eine Halluzination sein.

@openeye: Die nachhaltigste Form der Energiewende wäre, wenn wir konsequent Energie sparen würden. Das wahrscheinlich effektivste ist der Einbau von guten Fenstern und Türen in beheizten Gebäuden, ich kann mir kaum eine effektivere Umwandlung der von der Sonne eingebrachten Energie vorstellen.

Leider wird in der Öffentlichkeit gerade so ein schwarz-weiss-Denken gefördert. Ungeachtet dessen, ob man generell das mit AKWs verbundene Risiko tragen will, wäre eine etwas differenziertere Darstellung des ganzen wünschenswert. Aber jeder der das versucht, wird sofort als verharmloser oder Atomlobbyist dargestellt. Das ist auch einer der Gründe, warum kaum jemand mit Ahnung von der Materie noch mit Journalisten reden will.

Ähnliches Thema mit der Abschaffung konventioneller Glühbirnen. Der Wirkungsgrad von den Dingern ist unter aller Sau, aber weil in Alternativkonzepten ggf. Quecksilber in homöopathischen Dosen ist, wird gemeckert.

noch mal Krümmel

Egal wie man es dreht oder wendet: Die genannte Studie taugt nach derzeitigem Stand der Forschung als Argumentationshilfe für beide Seiten und damit vorerst gar nichts. Nach derzeitigem Erkenntnisstand reicht die von AKWs ausgehende zusätzliche Strahlung bei weitem nicht aus, um einen signifikanten Anstieg der Krebserkrankungen zu erklären. Es gibt andere brauchbare Argumente, die man gegen AKWs anbringen kann, aber warum muss man immer genau die vorbringen, die eben nichts taugen?

Das Thema mit den Abklingbecken ist auch ne Sache für sich. Auf der einen Seite stört man den Abtransport der radioaktiven Abfälle wo es nur geht, sperrt sich gegen Wiederaufbereitung und die Suche nach einem geeigneten Endlager und dann regt man sich drüber auf, dass die Kraftwerksbetreiber die Abklingbecken weiter füllen.

immer noch Krümmel

"Egal wie man es dreht oder wendet: Die genannte Studie taugt nach derzeitigem Stand der Forschung als Argumentationshilfe für beide Seiten und damit vorerst gar nichts. Nach derzeitigem Erkenntnisstand reicht die von AKWs ausgehende zusätzliche Strahlung bei weitem nicht aus, um einen signifikanten Anstieg der Krebserkrankungen zu erklären."

Vollkommen richtig. Aber es ist auch ein verrückter Zufall, dass die AKWs immer wieder in diese Leukämiecluster gebaut werden. Anscheinend hat man in Deutschland sogar bewusst die Standorte danach ausgesucht und mit Erfolg in jedem mindestens einen Block platzieren können.

Abstruse Theorie, ja. Aber sie geht wenigstens mit den uns bekannten Physikalischen Gesetzen und Gegebenheiten konform.

"Wenn du das Unmögliche ausgeschlossen hast, muss das, was übrig bleibt, die Wahrheit sein – wie unwahrscheinlich es auch ist." (Sherlock Holmes)

Und jetzt lässt sich ihr Vergelich auf der Bahre tragen

1.) Ein Auto ist für mich von Belang. Millionen Autos für die ganze Gesellschaft. Jeden von uns.

2.) Kernkraft ist wirklich billig? Alternativlos? Wirklich ?Mobilität ist nicht ersetzbar. Kernkraft schon.

3.) Das Aspartamproblem ist mir als Chemiker sehr gut bekannt. Ich nehme deswegen schon lange nur Zucker. Wenn überhaupt. Aber weil auf der Welt eine Problematik nicht konsequent angegangen wir und die breite MAsse das Risiko hier akzeptiert müssen wir mit anderen Risiken genauso verfahren?

Seltsame Logik haben Sie.

Fukushima zeigt Restrisiko von Atomkraft ist nicht tolerierbar !

Eigentlich hat schon Harrisbourg und vor allem Tschernobyl gezeigt, das das Restrisiko eben nicht tolerierbar ist.

Fukushima setzt da nochmal ein Ausrufezeichen hinter ! Ihre Behauptung es sei angeblich nur Sachschaden entstanden ist einen zynische Verniedlichung der Tatsachen.

Starhlung tötet langsam, das ist bekannt. Die zusätzlichen Krebstoten insbesondere unter den Arbeitern vor Ort aber auch im Umkreis werden folgen.

Fakten zum Restrisiko:
1. Es wurde suggeriert ein Supergau sei nach allen Annahmen nur alle ca. 100.000 Jahre zu erwarten:
Realität: Zwei Supergaus in nur 50 Jahren !

2. Vorher gab es schon Harrisbourg inkl. Kernschmelze außerdem Stand Forsmark in Schweden 2006 kurz vor der Kernschmelze weil zunächst alle Notkühlsysteme ausfielen.

3. Flugzeugabstürze kommen in den Sicherheitskonzepten quasi nicht vor zu teuer ! aber natürlich sehr real ob zufällig oder terroristisch.

4. Sicherheitsrelevante Mängel selbst in deutschen Reaktoren genau wie weltweit sind massenhaft bekannt, oft nicht behoben meist aus Kostengründen (ja die Aktionäre..)

5. Unsicherheitsfaktor Mensch insbesondere in Paniksituationen wie u.a. in Fukushima. Die verheerenden H2 Explosionen wären wohl zu verhindern gewesen ?!

6. Völlig ungeklärte Entsorgung des hochradioaktiven Mülls weltweit über 20.000 tausend Generationen ! Rückbau der bestehen Altreaktoren. Beides verursacht zu den großen Risiken immense Kosten= teurer Atomstrom

7. Es gibt die Alternativen der rergenerativen Energien

Bitte keine Lügen.

Wiederholen Sie bitte nicht immer widerlegte Zusammenhängen.

Krümmel und Leukämie wurde jahrelang untersucht und ein Zusammenhang ausgeschlossen.
Wenn man nur mal kurz sein Gehirn anstrengt und weiß, dass in Australien, Iran, Brazilien oder Denver (USA) ein 10-20 fach höhere Hintergrundstrahlung als bei uns keine höheren Krebsraten produziert, dann hätte man sich auch diese von Greenpeace lancierte Propaganda Untersuchung auch sparen können.
Hat man aber nicht und das Ergebnis?
Es gibt keinen Zusammenhang, weil bei Krümmel kein Radioaktivität ausgetreten ist.
Der Skandal ist, dass solche Lügen sich im Hirn der Deutschen halten und von den Medien gehalten werden ...
Hier der Beitrag darüber im Deutschlandradio
http://www.dradio.de/dlf/...

Der gewaltige Unterschied - eineVeranschaulichung für Unbedarfte

Ob ein Mensch an einem Autounfall oder an radioaktiver Verstrahlung stirbt, ist für das Opfer und seine Familie eher zweitrangig.
Auch die Aufrechnung der Zahl der Gestorbenen mit Verkehrstoten verwischt die Problematik, denn sie sie erhellt.
Veranschaulichen wir uns das Ganze mit einem Beispiel aus dem Artenschutz: Es gibt in D. viele aufgegebene ehemalige Truppenübungsplätze. Verwundert haben viele registriert, dass auf diesen Plätzen eine Vielzahl Vogelarten usw. überlebten, die ansonsten in unserem Land vom Aussterben bedroht sind oder gar schon ausgestorben sind.
Das Phänomen ist klar: Durch das Schießen auf diesen Übungsplätzen wurden zwar auch nicht selten einzelne Tiere getötet, was aber erhalten blieb, ist der Lebensraum das Biotop! Das ist die Voraussetzung für den Fortbestand der Arten. Eine weitgehende Verstrahlung großer bewohnter Gebiete oder gar der Erde aber zerstört unseren Lebensraum, unser Biotop! Homo sapiens kann unter starker radioaktiver Strahlung nicht existieren. Die Menschheit kann sich durch diese Technik in die Lage bringen, in die sie bereits viele Arten auf der Erde gebracht hat. Über Autos kann man denken wie man will, Ihr Argument aber, es hinkt jämmerlich!

Warum sollte ein solcher Vergleich unzulässig sein...

Eine Person, die in der Nähe eines AKW wohnt und dieses dann einen Unfall hat, ist genauso unschuldig und unbeteiligt, wie eine Person, die von einem Auto angefahren wird, weil sie zufällig auf einem Bürgersteig spazieren geht. Und es sind schon bei solchen Unfällen mehr Menschen ums Leben gekommen als bei der Atomkatastrophe von Fukushima bis jetzt.

Aspartam schadet nur dem, der es zu sich nimmt(Individuelles Risiko). Um das zu verhindern, reicht: lesen können und es auch tun (lesen mein ich) und z.B. keine Light-Getränke zu sich nehmen usw.
Kernkraft schadet auch denen die Ökostrom beziehen und den Tieren und der Natur und den Nachkommen und den Uranabbauern und den Entsorgern... (kollektives Risiko)
aber was hilft`s, darüber immer wieder zu diskutieren?
contra principia negantem non est disputandum

ein lateinisches sprichwort....

macht ihre aussage auch nicht klüger...

"Kernkraft schadet auch denen die Ökostrom beziehen und den Tieren und der Natur und den Nachkommen und den Uranabbauern und den Entsorgern... (kollektives Risiko)"

-ironie mode on-
den ganzen anderen minen arbeitern aus der 3. welt gehts natürlich um längen besser...
-ironie mode off-

wo kernkraft tieren und der natur schadet, hätte ich gerne mal bewiesen! natürliche strahlung gibt es, wie das wort "natürlich" schon besagt fast überall in der natur.

"aber was hilft`s, darüber immer wieder zu diskutieren?"

ganz einfach, dass die mit der strahlung nicht bewanderte personen aufgeklärt werden können...
jetzt kommt eh wieder die floske "die erzählen eh nicht die wahrheit, weil sie profitieren wollen", komisch bei problemen mit ausländern höre ich sowas nie, weil ja kein politiker probleme verschleiern will...

Glaube keiner Statistik die Du nicht selber gefälscht hast...

Ihre Statistik können Sie unter netter Versuch verbuchen, ... wenn ich will kann ich mit geschickt gewählter Statistik so ziemlich alles beweisen bzw. wiederlegen...

Fakt bleibt aber, das schon nach dem ersten Supergau in Tschernobyl der WHO ein Maaulkorb verpasst wurde in Sachen Strahlentote bzw. Krebsraten und allein der Atomlobbyverein IAEO Zahlen diesbezüglich öffentlich kommentieren und einstufen durfte mal googln hilft.

Fakt ist auch das nach dem zweiten Supergau in Fukushima trotz aller Verschleierungs und Verharmlosungstaktik fest steht:
Mindestens ein Radius von ca. 30 km ist für unabsehbare Zeiträume unbewohnbar, die Belastung z.B. des lebenswichtigen Grundwassers steigt weiter drastisch an auch mit langlebigem Caesium.
http://www.abendblatt.de/...

Obwohl der kleine Rinnsal im Schacht "medienwirksam " gestopft werden konnte. Das der Rinnsal unmöglich die einzige Quelle einer massiven Verstrahlung des Meerwassers gewesen sein kann ist klar. Die weiter steigende Belastung des Grundwassers zeigt, dass der Reaktor mit hoher Wahrscheinlichkeit nach unten Lecks hat, das SuperErdbeben Nachbeben weitere Wegssamkeiten im Untergrung geschaffen hat.

Zur Strahlung gilt grundsätzlich, je weniger zusätzliche Strahlung umso besser oder lassen Sie sich pro Forma monatlich,vorsorglich röntgen ?!

Genau das passiert seit Wochen im näheren Radius um das havarierte Kraftwerk Fukushima

Nochmal Statistik

Den Satz "Glaube keiner Statistik die Du nicht selber gefälscht hast" kann ich langsam nicht mehr hören. Für die meisten Menschen kann man mit diesem Totschlagargument jede Statistik in Frage stellen.

Abgesehen von derartiger Scheinargumentation könnte man sich aber auch einfach mal etwas mit Statistik und den dazugehörigen mathematischen Methoden beschäftigen. Dann würde man relativ schnell herausfinden, ob eine Statistik nun ordentlich gemacht ist oder nicht. So könnte man zumindest schon einmal beurteilen, ob die zustandegekommenen Zahlenwerte brauchbar sind oder nicht.

Daraus gezogene Schlussfolgerungen lassen im Prinzip immer Raum für Interpretation und der bereits beschriebene Fehler, aus dem möglicherweise auch zufälligen Zusammentreffen von zwei Umständen einen Zusammenhang zu folgern, ist wohl der gravierendste hierbei.

Statistik an sich

Ich wollte mit dem zitierten Spruch nur dokumentieren, das man mit geschickt gewählten Statistiken so ziemlich alles beweisen kann.

Will man also durchaus vorhandene, seriöuse Statistiken beurteilen braucht man Hintergrundinformationen wie Sie aufgebaut sind und wer dahinter steckt.

Darum ging es mir und nicht darum Satistiken grundsätzlich für überflüssig oder unseriöus zu bezeichnen.

Antwort an alle...

den Kern des Vergleiches scheint niemand bemerken zu wollen. Nach der Hochrechnungsmethode der Atomkraftgegner wäre Aspartam sehr viel tödlicher und gefährlicher als Kernkraft. Ist das ein Grund, die Kernkraft zu akzeptieren? Nein. Aber es ist ein Grund, die - im Wortsinne - Totschlagargumente gegen sie als unfair zu verurteilen.

Kernkraftgegner verhalten sich wie ein Staatsanwalt, der wortgewaltig die Vergehen des türkischen Ladendiebes anprangert und 10 Jahre Gefängnis fordert, während er die Millionendiebstähle eines Wirtschafskriminillen nicht weiter beachtet. Ja, die sind auch schlimm, aber dafür hat er keine Zeit und keine Lust.

Eine sichere und bezahlbare Energieversorgung ist die Grundvoraussetzung für unseren Lebensstil und Wohlstand! Diese herzustellen, schafft Risiken, keine Frage. Aber die Risiken sind geringer als die zahlloser legal und nur zur Bequemlichkeit in Umlauf gebrachter Umweltgifte. Die Kernkraftaversion ist vor diesem Hingergrund einfach nur hysterisch.