AKW Fukushima : Kernschmelze in zwei weiteren Reaktoren

AKW-Betreiber Tepco geht aufgrund neuer Messwerte von einer schwierigeren Lage in Fukushima-1 aus als bisher: Nicht nur in Reaktor 1 habe es eine Kernschmelze gegeben.

Die Betreibergesellschaft des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima-1 geht von einer Kernschmelze in den Reaktoren 2 und 3 aus. Dies sei wie in Reaktor 1 "sehr wahrscheinlich", sagte ein Tepco-Sprecher bei der Veröffentlichung neuer Messwerte. Demnach sind nun alle drei Reaktoren, die zum Zeitpunkt des schweren Erdbebens und des darauffolgenden Tsunamis am 11. März in Betrieb waren, von einer möglichen Kernschmelze betroffen. Sie würden aber gekühlt und seien "stabil", ergänzte der Unternehmenssprecher.

Bislang war nur eine Kernschmelze in Reaktor 1 von Tepco bestätigt worden. Insgesamt verfügt die Anlage am Pazifik über sechs Reaktoren. In den ersten Wochen nach der Naturkatastrophe hatten der Energiekonzern und die japanische Regierung stets nur eine teilweise Kernschmelze für möglich gehalten. Der Ausfall der Kühlsysteme sorgte damals für eine Überhitzung der Reaktoren und löste die folgenreichste Atomkatastrophe seit Tschernobyl vor 25 Jahren aus.

Derweil traf ein sechsköpfiges Expertenteam der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA) in Tokyo ein. Die Gruppe solle die Reise eines größeren Teams vorbereiten, das vom 24. Mai bis zum 2. Juni Daten zur Nuklearkatastrophe in Fukushima erheben soll. Der Direktor der IAEA-Abteilung für atomare Sicherheit, Jim Lyons, hatte vor dem Abflug der Gruppe in Wien gesagt, es sei noch nicht sicher, ob sie das Atomkraftwerk selbst besuchen würden.

Das Unglück in Fukushima wird auch auf dem G-8-Gipfel am Donnerstag und Freitag in Deauville thematisiert. Ursprünglich sollte das Treffen ganz im Zeichen des Internets stehen. Nun hat die Katastrophe in Japan aber die Frage nach der Zukunft der Atomkraft aufgeworfen. Hier gehen die Ansichten vor allem zwischen Deutschland und Frankreich auseinander. Während der Gastgeber Nicolas Sarkozy auf sichere Atomkraftwerke setzt, bereitet Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Atomausstieg vor. Weitere Themen werden die Turbulenzen beim Internationalen Währungsfonds (IWF) und die Aufstände in den arabischen Ländern sein.

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Kommentare

117 Kommentare Seite 1 von 11 Kommentieren

"stabil"

Stabil bedeutet in diesem Fall, das die Kerne trotz Kühlungsversuchen durchschmelzen und das schon lange weil die Kühlung schon seit Monaten unzureichend ist.

Mit stabil ist also wohl soetwas wie ein stetiges Desaster gemeint. Richtig schlimm, wird es, wenn die Kerne bis zum Grundwasser durchschmelzen.

Richtig,

genau das bedeutet es. Stabil hat ja in der deutschen Sprache 2 Bedeutungen: einmal bedeutet es gleichbleibend, d.h. im Moment keiner Veränderung unterliegend - das ist hier gemeint. Allerdings sagt die Einschätzung stabil nichts über das tatsächliche Befinden aus: auch mit einer schlechten Prognose insgesamt kann eine Situation trotzdem stabil sein. Das bedeutende Wort dabei ist 'im Moment'; ändert sich die Sachlage, ist die Situation ab dann instabil. Sollte beispielsweise eine Durchschmelzung ins Grundwasser erfolgen, für einen Zeitraum von 4 Wochen, wäre die Situation in dieser Zeit, also während die Durchschmelzung läuft, auch stabil; im Grunde genommen ist gemeint, es findet keine Veränderung statt und eine Einschätzung der Situation ist damit überhaupt nicht gegeben, da die 'Stabilität' an und für sich selbst keinen Wert darstellt. Das ist bei der anderen Bedeutung anders.
Stabil bedeutet außerdem kräftig, gut gebaut, stark - im Allgemeinen ist dieser Begriff positiv besetzt - und so wird er auch von vielen Menschen wahrgenommen. Dieser Sinn des Wortes stabil ist allerdings in Fukushima nicht gemeint, soll aber dazu führen, daß er so wahrgenommen wird.
Im ersteren Fall gehört immer die Frage dazu: stabil auf welchem Niveau, um eine Sachlage wirklich einschätzen zu können.

Auffällig war,

wie sich die Berichterstattung ab dem Zeitpunkt änderte, als die Internationale Atomenergiebehörde vor Ort auftauchte - ab da wurde nicht mehr berichtet, sondern nur noch rhetorisch vertuscht beschönigt. Meines Erachtens ist diese Behörde nicht mehr als eine Zensur- und Propagandamaschine.

Und wo wir gerade beim Thema sind: Merkels "Ausstiegs"-Pläne nimmt ihr doch hoffentlich niemand ab - vor einigen Tagen war aus Regierungskreisen noch zu hören, daß "bis in 40 Jahren 80% des Energiebedarfs aus alternativen Energien gedeckt werden könne." Also nicht 100% Ausstieg in 10 Jahren, sondern 80% Ausstieg in 40 Jahren - das ist die Realität der CDU/CSU.

Lügen, im Dutzend billiger

"Sie würden aber gekühlt und seien "stabil", ergänzte der Unternehmenssprecher."

Nichts ist stabil, in den vergangenen Tagen ist die Strahlung auf über 200Sv/Std. angestiegen. Die Kernschmelze hat den Druckbehälter verlassen und brennt sich durch das Betonfundament.

5/23 @ 201 Sv/hr
5/22 @ 196 Sv/hr
5/21 @ 36.2 Sv/hr
5/20 @ 46.5 Sv/hr
5/19 @ 36.3 Sv/hr
5/18 @ 45.4 Sv/hr

Quelle: http://enenews.com/radiat...

Genau DARUM geht es doch

NIEMAND würde sich in einem Hamsterrad "abschaffen" müssen.Es gibt SOVIELE funktionierende Alternativen seit Jahrzehnten im Prinzip sogar schon fast seit einem Jahrhundert.

Aber es spukt immer noch in den meisten Köpfen dass ein modernes Leben ohne Atomstrom nicht geht .Für diesen Spuk sorgen natürlich die Regierungen samt gekaufter Wissenschaftler.

Dass aber trotzdem fast niemand bereit ist für (s)ein (gesundes)Leben und das seiner Kinder auf eventuelle moderne aber unnötige Technologien zu verzichten oder zumindest den Stromanbieter zu wechseln macht mich schon stutzig bis traurig.

"Sie würden aber gekühlt und seien "stabil"

"Gekühlt und stabil" - na, die haben Nerven.
Von außen Wasser auf das Gebäude zu spritzen hat auf eine stahlschmelzende Temperatur im Inneren nicht ganz den Kühleffekt wie, sagen wir mal, ein funktionierendes Kühlsystem. Es ist genau, wie mit einem Motor, dessen Kühler geplatzt ist und der sich nicht abschalten läßt. Man kann ihn mit dem Gartenschlauch abspritzen, aber nicht verhindern, daß bald die Kolben und Lager festfressen werden.

Ja klar,

wir fragen die "Gesellschaft für Reaktorsicherheit". Nur dumm, daß die genau wie alle anderen Lobbygruppen der Atommafia schon seit ewigen Zeiten nur Verharmlosungen, Lügen und Halbwahrheiten präsentiert und daher ihre Glaubwürdigkeit komplett vernichtet hat.

Ich weiß nicht, ob die Meßwerte von 200 Sv/h stimmen oder nicht und ich kann sicher auch nicht genau beurteilen, was das dann bedeutet. Aber es ist sicher, daß von der GRS darüber das genaue Gegenteil von Aufklärung zu erwarten ist.

Gibt es dazu irgendeine verlässliche Quelle?

Die verlinkte Seite verlinkt weiter auf atmc.jp und die Verlässlichkeit dieser Quelle kann ich nicht einschätzen. Jedenfalls beziehen sich alle Webseiten, die über die 200Sv berichten, mehr oder weniger direkt auf atmc.jp.

Solange nicht auf bekannten Seiten darüber berichtet wird, bin ich da lieber vorsichtig. In den letzten Wochen wurden schon oft genug absurde Messwerte oder andere fehlerhafte Informationen fleißig zitiert.

Für eine zuverlässige Quelle wäre ich daher dankbar.

Zur Not

würde ich auch komplett auf strom verzichten, ich lese auch bei Kerzenlicht gerne Zeitung =). Ist eh nur eine Frage der Gewohnheit.

Würde ein Stromverbot wirklich konsequent und weltweit durchgesetzt werden, dann wette ich darauf, dass sogar der letzte Nörgler zur Ruhe kommt und trotz seines achso großen Verlustes, seiner unbefriedigten Bedürfnisse, ein glückliches Leben führen kann.

Wacht auf!

Niemand braucht auf Strom zu verzichten. Wir hätten ihn im Überfluss und quasi als Abfall wenn wir umstiegen auf die solare Wasserstoffwirtschaft. Leider kapiert es anscheinend kaum jemand - dass wir aus Biomasse Wasserstoff herstellen könnten, der uns über die Brennstoffzellen Wärme und Strom liefern würde und uns zugleich viele Probleme lösen würde: billige Energie, keine Abhängigkeit mehr vom Erdöl und von den korrupten Energieversorgungsunternehmen, keine Klimaproblematik mehr, Wohlstand unserer Landwirte, Wohlstand für unsere Volkswirtschaft, Naturschutz und und und. Wacht auf!

Selber aufwachen und mal die Wirkungsgradkette durchrechnen!

Zur Zeit wird kein "Ökostrom" verworfen, die ganz seltenen Abschaltungen der Windmühlen waren in 2010 unbedeutend.

Um aus Strom Wasserstoff zu machen und wieder rückzuverstromen, verliert man zurzeit zu viel. Auch das direkte Verbrennen der Biomasse incl. Stromerzeugung ist noch effektiver.

Wasserstoff wird es vielleicht in Zukunft mal geben, wenn wir quasi Ökostromanlagen "im Überfluss" haben.

Wasserstoff hat noch ein weiteres Problem. Wasserstoff ist extrem flüchtig, Stahl wäre wie ein Diffusor. Es gibt aber eine Erfolg versprechende Methode, welche Wasserstoff mit Stickstoff verbindet.

http://www.youtube.com/wa...
http://www.greenpeace-ene...
http://www.youtube.com/wa...

Wenn es funktioniert dann ist natürlich das Projekt Lichtblick nicht mehr nur eine alternative.

http://www.bhkw-prinz.de/...

Wasserstoff ist übrigens relativ einfach herzustellen, man sollte aber tunlichst wissen was man tut! Ansonsten kann man sich leicht die Hütte in die Luft sprengen.

http://www.youtube.com/wa...

Endlich sicher

"Der hypothetische Bruch der Frischdampfleitung

infolge des Erdbebens führt per se nicht zu einer Kernschmelze, da in einem solchen Fall die Notkühlsysteme anspringen. Diese haben in Fukushima auch funktioniert und sind erst durch den Tsunami "ausgeschaltet" worden.

Ohne den Tsunami hätenn wir es mit einem Störfall zu tun gehabt, für den das KKW ausgelegt war."

Und jetzt lieber Crest bist du widerlegt: "Fakt ist, dass Tepco erst vor einigen Wochen zugegeben hat, dass es im Reaktor 1 zu einer partiellen Kernschmelze gekommen ist, und zwar fast sofort nach dem Beben." von diePresse.com.
Der Ausfall in Reaktor 1 soll ca. 10 Minuten nach dem Beben begonnen haben. Also vor dem Tsunami!

Ohne ...

"Der hypothetische Bruch der Frischdampfleitung infolge des Erdbebens führt per se nicht zu einer Kernschmelze, da in einem solchen Fall die Notkühlsysteme anspringen. ..."

Der Satz ist richtig (was so ein kleines "per se" doch alles ausmacht). Sie implizieren damit aber, dass dann anschließend auch alles nach Plan verläuft und die Radioaktivität im Containment bleibt. Diese Implikation ist aber unzulässig, da alles nur auf Simulationen beruht, und ein Praxistest unter realen Bedingungen aus offenliegenden Gründen nicht möglich ist. Genau so wie ein Tsunami dieser Größe nicht Grundlage der Planungen war, ist es denkbar dass Ereignisse übersehen worden sind, die dazu führen, dass die Notkühlung nicht ausreicht - eine Kernschmelze also zwar nicht "per se", aber doch im Bereich des Möglichen liegt. Meines Wissens (man möge mich hier korrigieren) heißt "erdbebensicher" aber auch, dass die Frischdampfleitungen eben NICHT brechen. Und damit bin ich wieder bei meinem Ausgangs-Statement: Zur Beurteilung der Sicherheit anderer Reaktorstandorte ist es sehr wohl wichtig zu wissen welche Ereignisse zu welchem Zeitpunkt eingetreten sind.

"Ohne den Tsunami hätenn wir es mit einem Störfall zu tun gehabt, für den das KKW ausgelegt war."

- OHNE die rote Ampel wäre ich nicht zu spät gekommen
- OHNE das Glatteis wäre der Unfall nicht passiert
- OHNE den Eisberg wäre die Titanic nicht gesunken
- OHNE .....

Mit so einer Argumentation lässt sich alles und jedes kleinreden.

Andere Informationen-1

Vom EX-SKF_Blog:
"A US researcher Chris Allison did the simulation of one of the Fukushima reactors (Reactor 1) and concluded that the meltdown occurred 3.5 hours after the cooling system stopped. It was reported to the IAEA in late March.

So they all knew, except for the hapless citizens of Japan and the rest of the world.

Or they say "Oh we didn't know for sure until May 15 when TEPCO finally announced it," like Japan's PM Kan has said.

We do not know for sure, because no one has looked inside the RPV and reported back to us. All we can do is to collect the evidence and hypothesize, and that has been pointing to a meltdown. Even the PM Assistant has admitted that they knew it was a meltdown early on.

Here's the summary of the simulation by Allison, as described in the Mainichi English article (linked below):

The emergency core cooling system (ECCS) fails;

50 minutes later: reactor core starts to melt;

1 hour 20 minutes later: control rods and other pipes inside the RPV start to melt;

3 hours 20 minutes later: most of the melted jumble ("corium") drops to the bottom of RPV;

4 hours 20 minutes later: temperature at the bottom of the RPV reaches 1,642 degrees Celsius, damaging the RPV stainless steel lining [melting point of stainless steel is 1,510 degrees Celsius]."

http://ex-skf.blogspot.co...

Andere Informationen

(Vom japanischen ins englische übersetzt)

"It is not clear from the TEPCO's log on the day exactly when the emergency core cooling system failed. After the earthquake on March 11 at 2:46PM JST, the ECCS for the Reactor 1 started to operate at 2:52PM JST, but failed only after 10 minutes. And that was before the tsunami arrived at about 3:30PM JST. Attempts were made to restart the ECCS until 1:48AM JST on March 12, when the pump that feeds water to the ECCS broke. (From the summary at Yomiuri Shinbun, 5/16/2011.)"
http://ex-skf.blogspot.co...

"Und das war bevor der Tsunami um 3.30pm ankam"!

Re: Horror ist die informationspolitik

In der Tat sind die Grafiken — und ihre Dynamik — recht beeindruckend. Diejenigen, die des Japanischen nicht mächtig sind, sollten die Seite mal mit Hilfe eines Tools übersetzen lassen. Im Kleingedruckten kann man dann »Status: Ausfall des Gerätes« lesen — zumindest bei allen Grafiken zu den Strahlungen in den Reaktoren. Warum ausgefallene Geräte Daten produzieren, die es wert sind, veröffentlicht und nachträglich auch noch angepaßt zu werden, bleibt unklar. Sicher ein Fehler des Übersetzers.

Guten Abend

Darf ich mit einem Exzerpt aus dem Energielexikon beginnen:

Die Notkühlsysteme sind mindestens vierfach vorhanden. Jedes einzelne System besitzt mehrere parallel angeordnete Pumpen bzw. Ventile. Auch die Stromversorgung ist mehrfach sichergestellt. Ein Leitungsstrang mit nur einer Pumpe reicht aus, um die sichere Abfuhr der Nachzerfallswärme zu gewährleisten. Die Wahrscheinlichkeit, dass alle Notkühlsysteme mit redundant angeordneten Pumpen gleichzeitig ausfallen, ist theoretisch extrem gering, praktisch nahezu null.

Aus der Ferne betrachtet kann ich mir also vorstellen, dass es nach 10 min zwar zu Störungen in den Funktionen des Notkühlsystems gekommen sein mag. Wenn aber das Notkühlsystem nach dem Beben überhaupt angesprungen ist (was jeder Experte, besser jeder ausgewiesene Fachmann so auch erwartet), dann ist es unplausibel, dass diese Störungen - die zu diesem Zeitpunkt nur durch das Beben allein hatten verursacht werden können - gleichzeitig alle redundant vorhandenen Komponenten betroffen haben sollten. Folgerichtig heißt es in dem Blog dann auch: It is not clear from the TEPCO's log on the day exactly when the emergency core cooling system failed..

Gehen wir also davon aus, dass der eigentliche knock-out durch den Tsunami erfolgte.

(Unter uns: Ein Blog in dem es von Verschwörungstheorien mal wieder nur so "wimmelt", würde ich selbst nicht als Referenz benutzen.)

Herzlichst Crest

Beben und/oder Tsunami?

"(Unter uns: Ein Blog in dem es von Verschwörungstheorien mal wieder nur so "wimmelt", würde ich selbst nicht als Referenz benutzen.)"

Es wimmelt auf allen Seiten nur so von "Verschwörungstheorien",nach der einen wie der anderen Seite.Natürlich fehlen gewisse Informationen,

Eine andere Quelle,die ich gerade versuche zu verstehen:
vom 25.05.2011

"Fukushima Dai-Ichi Unit 1: The First 30 Minutes"
"Fukushima Dai-Ichi Unit 2: The First 60 Minutes"
"Fukushima Dai-Ichi Unit 3: The First 80 Minutes"

http://allthingsnuclear.org/

was auffällt ist die Aussage:
"As described in my first post, I reviewed the detailed data the Tokyo Electric Power Company (TEPCO) released, to understand the operation of Fukushima Units 1, 2, and 3.

The available information for Unit 3 does not extend long after the arrival of the tsunami, and does not extend to the point at which fuel in the reactor core was damaged by overheating.
Much of the available information ends at 4:05 pm local time, about 80 minutes after the earthquake occurred at 2:46 pm."

Wenn mehr nicht bekannt ist und öffentlich gemacht wurde und keine Angaben gemacht wurden zum Zeitpunkt,wann der Reaktorkern durch Überhitzung beschädigt wurde.sind doch alles mehr oder weniger schlüssige"Verschwörunmgstheorien"

Aber es muss doch jemand mehr wissen nach 2 Monaten.sei es die IAEA,TEPCO und andere.
Dieses Um-den-heißen-Brei-herumreden(im wahrsten Sinne des Wortes) kauf ich keinem ab.

Im Falle von Harrisburg hat es, glaube ich, Jahre gedauert,

bis der Umfang der Schäden einigermaßen klar war.

Das wird hier nicht wesentlich anders sein. Solange wir etwas nicht wissen, wissen wir es einfach nicht. Wir können sinnvolle Annahmen treffen, wir können Simulationen durchführen (was in vielen Ländern geschehen ist). Zu sagen, hier werden Informationen bewußt zurückgehalten, trifft einfach nicht den Sachverhalt.

Beachten sie bitte nur einmal, wie hier in der "Community" das Wort 'Kernschmelze' gelesen wird: so wie das Wort 'Schwangerschaft', ein bischen geht nicht. Alles oder nichts.

Und genau da fängt der Unfug schon an.

Selbst wenn der (im Sinne der "community") "best"-case, also der Beginn der Kernschmelze schon durch das Beben alleine ausgelöst worden wäre - meine Skepsis zu dieser These habe ich ja zum Ausdruck gebracht - es ändert wenig (eigentlich nichts) an der Beurteilung des gegenwärtigen Zustandes in Fukushima: Die Situation dort ist erst mal unter Kontrolle.

Wenn also kein zweites Monsterbeben, kein Einschlag aus dem All, keine Bombardierung mit Blockbustern etc. etc. eintritt, wird der KKW-Komplex in absehbarer Zeit "in trockenen Tüchern" sein. Insbesondere findet keine nennenswerte weitere Verstrahlung der Region um Fukushima statt.

Und last but not least: Die Schäden durch den Unfall selbst sind nicht zu vergleichen mit den Schäden durch das Naturereignis, allem mystischen Überhöhungen der "community" zum Trotz.

Der Unfall hat bei weitem nicht das gehalten, was er "versprochen" hat.

Herzlichst Crest

Trockene Tücher

"Der Unfall hat bei weitem nicht das gehalten, was er "versprochen" hat."

Es gibt tatsächlich Menschen, die keine zigtausend Tote brauchen um den Unfall als Katastrophe zu empfinden.

Menschen, deren Empathie groß genug ist um nachfühlen zu können, wie sich jemand fühlen mag, der mit 67 Jahren sein Geburtshaus verlassen muss und evtl. in der Zeit, die ihm auf Erden noch bleibt, nicht wieder zurück darf. Menschen, die vielleicht andere Menschen dort begraben haben und nun die Gräber ihrer Angehörigen nicht mehr besuchen dürfen. Oder Menschen, die dort seit Generationen Land bewirtschaftet haben und diesem verbunden sind - weit mehr als sich die meisten Städte vorstellen können.

Die meisten alten Menschen hierzulande haben Schwierigkeiten sich vorzustellen aus ihrer alten Wohnung in ein besser auf ihre Bedürfnisse eingerichtetes Wohnheim zu ziehen. Selbst wenn es nur drei Straßen weiter ist und sie jederzeit wieder dort vorbei gehen können, die gleichen Läden benutzen können, den gleichen Menschen auf der Straße begegnen. Wie mag es den Menschen in Japan gehen?

Sicher, ich habe auch schon viele Orte meines Lebens nie wieder besucht. Es ist aber ein großer Unterschied, ob ich dies nicht tue, weil ich es nicht WILL - oder weil ich es nicht DARF!

Schlimm genug, wenn dergleichen durch Naturkatastrophen geschieht. Wir müssen uns nicht auch noch technische Wunderwerke hinbauen, die diese Folgen ebenfalls nach sich ziehen können.

Wir wissen zwar nicht, wie es im Reaktor im Detail aussieht,

wir sehen aber, dass die Kühlung erfolgreich ist, auch wenn Sie nur provisorischen Charakter besitzt, und wir wissen, dass dieser Zustand ohne weitere nennenswerte Probleme für einen längeren Zeitraum aufrechterhalten werden kann. In diesem Sinne ist die Situation also ohne Zweifel unter Kontrolle. (Sie ist es auch, wenn temporäre logistische Probleme mit dem anfallenden kontaminiertem Kühlwasser auftreten.)

Herzlichst Crest

Möchten Sie unreflektiert auf die Tränendrüsen drücken -

oder möchten Sie rational argumentieren?

Merke: Die Welt ist nie ein Paradies (gewesen), und das was wir in Fukushima erleben, gehört zu den gängigen Menschheitserfahrungen, die in jedem Fall beklagenswert, hier aber (mehr) in beklagenswerter Weise instrumentalisiert werden.

Sie müssen stets Soll und Haben miteinander vergleichen: es sind die "technischen Wunderwerke", die es der Menschheit doch eigentlich erst erlaubt haben, sich sowohl in der Quantität als auch in der Qualität auf der Erde zu verbreiten.

Der Mensch "begann mit der Technik"!

Wenn Sie selbst lieber Schafe züchten, Wolle spinnen und Pullies stricken wollen, ich hindere Sie nicht. Ich weise Sie aber darauf hin, dass zum Menschsein mehr gehört.

Herzlichst Crest

Zum Glück irren Sie

"Ich weise Sie aber darauf hin, dass zum Menschsein mehr gehört."

Das Menschsein definiert sich nicht über Besitz oder Anwendung von Technik. Da werden Sie auch mit mir übereinstimmen sofern Sie sich nicht auf das sehr schmale Brett begeben wollen diversen Naturvölkern ihr Menschsein abzusprechen.

Sie irren auch historisch: die Ausbreitung des Menschen begann lange vor der industrialisierten Technik - und über die Qualität derselben kann man wahrlich streiten.

"Technik" beginnt nicht erst mit dem Computer,

sondern schon mit dem Faustkeil und den ausgefeilten Methoden seiner Herstellung.

die Ausbreitung des Menschen begann lange vor der industrialisierten Technik korrekt, aber sie benutzten in jedem Falle schon Techniken. (Sollten Sie Bozen einmal einen Besuch abstatte, lassen Sie es sich nicht nehmen, bei "Ötzi" vorbeizuschauen.)

Über die Qualität der industrialisierten Techniken kann man eigentlich nur streiten, wenn einem "zu wohl ist", vulgo: "man jammert auf hohem Niveau".

Herzlichst Crest

P.S
Tom Clancy hat die Bigotterie (besser: Verlogenheit) einer "guten sanften Technik" im spannenden Thriller "Operation Rainbow" dargestellt.

Schwache Antwort

Ihre Antwort zeigt mir, dass Sie keinen blassen Schimmer davon haben, was eine Wasserstoffwirtschaft bedeutet. Natürlich geht es nicht darum aus Strom Wasserstoff zu machen. Das weiss jeder Depp, dass es unwirtschaftlich wäre. Informieren Sie sich gründlicher bevor Sie etwas schreiben. Und ausserdem: Biomasse soll nicht verbrannt werden, sondern mit einem Wirkungsgrad von 90% in Wasserstoff reformiert werden, der dann mit einem Wirkungsgrad von über 100% in Strom und Wärme verwandelt werden kann!

Salamitaktik...

Der alte Machiavelli hat's den Herrschern noch umgekehrt empfohlen - man soll die Grausamkeiten schnell und auf einen Streich begehen - und die Wohltaten in kleinen Häppchen streuen.

Heute ist , scheint's, eher die umgekehrte Methode en Vogue, was dann als Salamitaktik bekannt ist.

Aber ACH was beschwere ich mich, die Kernschmelze ist doch unter Kontrolle, die Lage ist Stabil - was soll da schon passieren. Es geht eben nix über "stabile Lagen".
Die "Stabile" Kernschmelze... eine herrliche Wortkombination. Ob die eine Werbeagentur beauftragt haben? Eine die normalerweise Versicherungen bewirbt?