Klimaschutz: Neue Bäume bringen wenig fürs Klima
Das Aufforsten großer Flächen bremst die Erderwärmung kaum. Das behaupten zwei kanadische Forscher. Dennoch sind Wälder wichtig.
© Mauricio Lima/AFP/Getty Images

Die Bewohner der Regenwälder – wie dieser Nacktohr-Totenkopfaffe im Amazonas-Gebiet – sind auf ihren Lebensraum angewiesen. In den Tropen bringen Wälder mehr fürs Klima als in gemäßigten Breiten.
Bäume pflanzen rettet das Klima. Diese Formel ist ein zentrales Element der Klimapolitik. Die Idee dahinter: Jeder Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche, der wieder zu Wald gemacht wird, nimmt über die Pflanzen Kohlendioxid (CO 2 ) aus der Luft auf und fixiert es im Holz. So sinkt der CO 2 -Gehalt in der Atmosphäre, die Erderwärmung wird gebremst.
Doch der Effekt der Wiederaufforstung wird offensichtlich stark überschätzt. Zu diesem Schluss kommen Vivek Arora von der Universität Victoria in Kanada und sein Kollege Alvaro Montenegro. Die Wissenschaftler berechneten, wie sich die Temperatur im Zeitraum zwischen 2081 und 2100 entwickelt, wenn in den nächsten Jahrzehnten landwirtschaftliche Flächen in Wald umgewandelt werden. Im weltweiten Durchschnitt könnte der Temperaturanstieg um gerade 0,25 Grad Celsius gebremst werden, wenn die Hälfte aller Äcker und Wiesen mit Bäumen bestückt würde, berichten sie online in Nature Geoscience .
Selbst im utopischen Fall, wenn alle Flächen zu Wald würden, fiele die Erwärmung um nur 0,45 Grad geringer aus als im "A2-Szenario" zu erwarten wäre. Mit "A2" wird eine Entwicklung beschrieben, bei der die Wirtschaft im Wesentlichen so weiterwächst wie bisher – einschließlich der damit verbundenen Kohlendioxidemissionen – und nur wenige Klimaschutzmaßnahmen greifen. Für diesen Fall rechnen die Experten mit einem Anstieg der globalen Mitteltemperatur von derzeit 14,3 auf 16,5 Grad bis zum Ende des Jahrhunderts.
Warum aber kann die Wiederaufforstung diese Steigerung kaum aufhalten? Die neu gepflanzten Bäume beeinflussen das Klima nicht nur, indem sie Kohlendioxid aufnehmen, begründen Arora und Montenegro. Wälder verändern auch die Oberfläche der Erde. Dazu gehört zum einen das Reflexionsvermögen, "Albedo" genannt. Wüsten, Gletscher und helle Getreidefelder werfen Sonnenlicht sehr effektiv zurück in Richtung Weltraum. Dunkle Wälder hingegen nehmen viel Sonnenstrahlung auf und erwärmen sich deshalb . Selbst Rasen und unbestellte Äcker haben noch eine höhere Albedo als Wälder, werden die eingestrahlte Wärme also besser los als baumbestandene Flächen.
Wälder beeinflussen das Klima aber auch, indem sie die Oberfläche "rauer" machen, was beispielsweise den Wind bremst. Diese Zusatzeffekte der Aufforstung seien in den bisherigen Analysen der Vereinten Nationen nicht berücksichtigt worden, schreiben die Forscher. Ihr Klimamodell jedoch habe genau das getan.
Sie rechneten fünf Varianten durch: Neben einer 100-prozentigen Wiederaufforstung der Landwirtschaftsflächen simulierten sie mehrere 50-prozentige Aufforstungen in verschiedenen Teilen der Welt. Zwar zeigten die Berechnungen, dass die gepflanzten Bäume die globale Durchschnittstemperatur senkten, doch der Effekt sei "marginal", wie es heißt. Da die Aufforstungen in der Realität kaum in diesem großen Umfang erfolgen dürften – schließlich benötigen die bald neun Milliarden Menschen genügend Fläche, um Nahrungsmittel herzustellen – werde der Einfluss auf die Temperatursteigerung vermutlich noch geringer ausfallen, schreiben Arora und Montenegro.
Am stärksten zeigte sich der positive Effekt der neu gesetzten Bäume in den Tropen. Zwar gibt es auch dort einen Wärmestau durch die schlechte Rückstrahlfähigkeit der Wälder. Aber in den warmen Gebieten wachsen Pflanzen naturgemäß schneller und können mehr CO 2 fixieren als etwa in den Nadelwäldern des hohen Nordens. "Darum ist die Aufforstung in den Tropen drei Mal effektiver als in den gemäßigten und hohen Breiten", schreiben die Wissenschaftler. Sie weisen allerdings darauf hin, dass ihre Resultate teilweise mit großen Unsicherheiten behaftet seien. So wurde die Albedo von Wäldern und Äckern von verschiedenen Forschergruppen recht unterschiedlich eingestuft. Ebenfalls unklar sei, wie der positive Einfluss eines erhöhten CO 2 -Gehalts auf das Pflanzenwachstum genau zu beziffern ist.
Auch wenn neu geschaffene Wälder die Erderwärmung kaum aufhalten, haben sie doch weitere positive Einflüsse aufs Klima, betonen die Forscher: Sie seien wichtig für den Artenschutz , produzieren den nachwachsenden Rohstoff Holz, schützen den Boden vor Erosion. Nicht zuletzt nehmen die Bäume viel CO 2 auf, was der Versauerung der Ozeane entgegenwirkt.








Bislang überschlugen sich doch die Meldungen, nach denen es für das Erdklima nichts verheerenderes gäbe als die Abholzung von Wäldern für die Herstellung von Biotreibstoffen. Und jetzt lesen wir, daß andere Vegateationsformen (am Ende vielleicht sogar die so geschmähten Palmplantagen?) sooo furchtbar auch nicht sind und der Effekt einer Wiederaufforstung überschätzt wird.
Vielleicht gelegentlich nochmal nachrecherchieren und schauen, ob das alles so gestimmt hat, oder ob man da nicht vielleicht gezielt lancierten Tatarenmeldungen aufgesessen ist, mit denen interessierte Kreise unliebsame Konkurenz in Mißkredit bringen wollten?
Ein Urwald(alter Wald) Speichert Unmengen mehr CO2 als ein junger Wald, oder ein forstwirtschaftlich genutzter Wald.
ZB finden sich an alten Bäumen Algen, Pilze, Moose, Flechten, Aufsitzerpflanzen und eine Vielzahl an Tieren.
Alles Biomasse, alles gebundener Kohlenstoff ;)
Ein Urwald(alter Wald) Speichert Unmengen mehr CO2 als ein junger Wald, oder ein forstwirtschaftlich genutzter Wald.
ZB finden sich an alten Bäumen Algen, Pilze, Moose, Flechten, Aufsitzerpflanzen und eine Vielzahl an Tieren.
Alles Biomasse, alles gebundener Kohlenstoff ;)
Klingt für mich alles nicht haltbar. Wie kann man behaupten das der Albedo-effekt mehr Wirkung zeigt, als die Umsetzung von CO2 zu O2. Denn die Energie die von der Sonne auf die Wälder trifft wird ja nicht zu Wärme, sondern größtenteils zum generieren von Glukose benutzt.
Das bedeutet, dass erstens das Licht aus dem roten und grünen Spektrum absorbiert wird und dazu noch Kohlenstoff aus der Luft in Bäume und Pflanzen und letztlich an den Boden gebunden wird.
Die Politiker der Lateinamerikanischen Länder wird es aber sicher freuen. Jetzt haben sie sogar eine Studie die beweist, dass der Schutz des Waldes nicht existenziell für den Klimaschutz ist.
@2, Zitat: "Denn die Energie die von der Sonne auf die Wälder trifft wird ja nicht zu Wärme, sondern größtenteils zum generieren von Glukose benutzt."
Oh, schön wär's. Das stimmt leider nur dann, wenn man unter "größtenteils" einen niedrigen einstelligen Prozentsatz versteht. :-) Abhängig von den Umweltbedingungen sind es nur 1-2 %. Selbst wenn die Pflanze hocheffizient die Energie des Sonnenlichts einfangen würde (und das tut sie nicht), geht der ein guter Teil davon für den eigenen Metabolismus drauf (und wird damit zu Wärme), und nur ein geringer Anteil wird zum Aufbau von Biomasse genutzt. Und selbst diese Biomasse wird letztlich wieder zu Wärme wenn sie von anderen Organismen verstoffwechselt wird (abgefressene Blätter, faulendes Holz, usw).
Eine anschauliche Erklärung und weiterführende Quellen findet man im Photosynthese-Artikel der Wikipedia, Abschnitt Wirkungsgrad der Photosynthese: http://de.wikipedia.org/w...
@2, Zitat: "Denn die Energie die von der Sonne auf die Wälder trifft wird ja nicht zu Wärme, sondern größtenteils zum generieren von Glukose benutzt."
Oh, schön wär's. Das stimmt leider nur dann, wenn man unter "größtenteils" einen niedrigen einstelligen Prozentsatz versteht. :-) Abhängig von den Umweltbedingungen sind es nur 1-2 %. Selbst wenn die Pflanze hocheffizient die Energie des Sonnenlichts einfangen würde (und das tut sie nicht), geht der ein guter Teil davon für den eigenen Metabolismus drauf (und wird damit zu Wärme), und nur ein geringer Anteil wird zum Aufbau von Biomasse genutzt. Und selbst diese Biomasse wird letztlich wieder zu Wärme wenn sie von anderen Organismen verstoffwechselt wird (abgefressene Blätter, faulendes Holz, usw).
Eine anschauliche Erklärung und weiterführende Quellen findet man im Photosynthese-Artikel der Wikipedia, Abschnitt Wirkungsgrad der Photosynthese: http://de.wikipedia.org/w...
Das würde ich gerne mal wissen, wie die dadrauf kommen. Mit welcher Begründung die so etwas sagen können. Und vielleicht geht man bei dem ganzen Klimawandel ja auch von vollkommen falschen "Tatsachen" aus. Mir müsste erst mal jemand plausibel erklären, warum 3% des CO2's (also das Menschengemachte), für eine solche "Katastrophe" verantwortlich sein sollen.
… hören sie auch einfach mal auf hier rumzuschreien, dass man ihnen was erklären soll, sondern informieren sich einfach mal selber.
Aber hier einmal für sie und alle anderen Experten. Der aktuelle CO2 Gehalt der Atmosphäre liegt bei 390ppm. Das sind ca. 0,04%. Vor der industriellen Revolution (und mit vor meine ich 400.000 v.Chr bis ca. 1800 n.Chr, sprich vierhundertausend Jahre!) schwankte der CO2-Gehalt einigermaßen periodisch zwischen 180 und 280 ppm (ca. 0,02-0,03%). Das heißt, dass aktuell die CO2 Konzentration in etwa ein Drittel über dem Maximum der vergangenen 400000[!] Jahre liegt, beginnend mit der industriellen Revolution. Das könnte jetzt Anlass geben darüber nachzudenken, ob es vielleicht etwas mit der gesteigerten Nutzung von fossilen Brennstoffen zu tun hat.
Hier nochmal als Bild für die Wand:
https://secure.wikimedia....
Durch den Treibhauseffekt hält (mitunter) CO2 die Erde warm. Eine Steigerung der Konzentration bewirkt ganz offensichtlich eine verstärkte Streuung (*) der vom Boden abgegebenen Infrarotstrahlung (Wärmestrahlung). D.h. die Wärme wird näher am Boden gehalten. Dabei muss nichtmal die Gesamtmenge der auf der Erde gehaltenen Wärme sich ändern. Was reicht, ist, dass es nah am Boden wärmer wird.
(*) Der Boden gibt Wärmestrahlung ab, die normalerweise ins Weltall fliegen würde. Das Co2 absorbiert einen Teil davon und gibt ihn seinerseits ab, d.h. reflektiert einen Teil wieder zum Boden zurück.
3 % sind schließlich fast nichts. schon mal versucht, bei 3 % CO2 in der Luft zu atmen?
… hören sie auch einfach mal auf hier rumzuschreien, dass man ihnen was erklären soll, sondern informieren sich einfach mal selber.
Aber hier einmal für sie und alle anderen Experten. Der aktuelle CO2 Gehalt der Atmosphäre liegt bei 390ppm. Das sind ca. 0,04%. Vor der industriellen Revolution (und mit vor meine ich 400.000 v.Chr bis ca. 1800 n.Chr, sprich vierhundertausend Jahre!) schwankte der CO2-Gehalt einigermaßen periodisch zwischen 180 und 280 ppm (ca. 0,02-0,03%). Das heißt, dass aktuell die CO2 Konzentration in etwa ein Drittel über dem Maximum der vergangenen 400000[!] Jahre liegt, beginnend mit der industriellen Revolution. Das könnte jetzt Anlass geben darüber nachzudenken, ob es vielleicht etwas mit der gesteigerten Nutzung von fossilen Brennstoffen zu tun hat.
Hier nochmal als Bild für die Wand:
https://secure.wikimedia....
Durch den Treibhauseffekt hält (mitunter) CO2 die Erde warm. Eine Steigerung der Konzentration bewirkt ganz offensichtlich eine verstärkte Streuung (*) der vom Boden abgegebenen Infrarotstrahlung (Wärmestrahlung). D.h. die Wärme wird näher am Boden gehalten. Dabei muss nichtmal die Gesamtmenge der auf der Erde gehaltenen Wärme sich ändern. Was reicht, ist, dass es nah am Boden wärmer wird.
(*) Der Boden gibt Wärmestrahlung ab, die normalerweise ins Weltall fliegen würde. Das Co2 absorbiert einen Teil davon und gibt ihn seinerseits ab, d.h. reflektiert einen Teil wieder zum Boden zurück.
3 % sind schließlich fast nichts. schon mal versucht, bei 3 % CO2 in der Luft zu atmen?
"Auch wenn neu geschaffene Wälder die Erderwärmung kaum aufhalten, haben sie doch weitere positive Einflüsse aufs Klima, betonen die Forscher: Sie seien wichtig für den Artenschutz, produzieren den nachwachsenden Rohstoff Holz, schützen den Boden vor Erosion. Nicht zuletzt nehmen die Bäume viel CO2 auf, was der Versauerung der Ozeane entgegenwirkt."
Kommt ein bischen zu kurz, das "Pro Wald" im Beitrag - wo doch die Überschrift schon sagt "Wälder sind dennoch wichtig"
Regenwald aufforsten klingt schön, bringt auch dem Klima wohl ein wenig mehr, aber wirds gemacht? Eher abgerodet!
Was mich noch stört - aber das ist ein generelles Problem: Die Reduzierung der Umweltsorgen auf den Klimawandel. Ich bin der festen Überzeugung dass wir bald mit weit mehr werden zu kämpfen haben.. Aber wenn der Fokus auf eine Stelle gerichtet wird, kann woanders jeder machen was er will.. Ölkonzerne können ganze Landstriche verdrecken, Atomkraftwerke können ..., Schwellenländerfabriken haun Filterlos ALLES ins Meer was geht, usw - die Liste ist Endlos..
Warum aber ist es dann in Waldgebieten kühler?
Irgendwie scheinen mir da auch andere Interessen als Grund für solche Forschung und Ergebnisse wahrscheinlich. Mal abgesehen davon: Der Wald ist notwendiger Lebensraum für Tiere, Wasserspeicher etc.
Übrigens sind es durchaus andere klimaschädliche Gase, die für den Klimawandel verantwortlich sind. Da gibt es vor allem das Methan aus der Massentierhaltung und Lachgas aus dem Pflanzenbau.
http://www.wwf.de/fileadm...
Aber das wird dann lieber nicht so groß rausgestellt.
Lieber wird Symbolpolitik betrieben und womöglich mit den gedüngten Feldern zum Anbau von Pflanzen für Biodiesel ein Vielfaches von dem erzeugt, was ohnehin nicht eingespart wird.
sehr geehrter Gafra,
und weils im Wald so warm ist, kann derselbe auch garnichts zur verbesserten Grundwasserneubildung und zum auslaufverhalten Beitragen.
Da täuschen uns die hydrologischen Befunde der letzten 60 Jahre wohl....
Was für ein Mist, ungefähr so qualifiziert wie die "Wirksamkeit von Umweltzonen" hier schonmal nachgewiesen worden ist. Schon der Titel erfüllt einen mit Grauen.
MfG Karl Müller
sehr geehrter Gafra,
und weils im Wald so warm ist, kann derselbe auch garnichts zur verbesserten Grundwasserneubildung und zum auslaufverhalten Beitragen.
Da täuschen uns die hydrologischen Befunde der letzten 60 Jahre wohl....
Was für ein Mist, ungefähr so qualifiziert wie die "Wirksamkeit von Umweltzonen" hier schonmal nachgewiesen worden ist. Schon der Titel erfüllt einen mit Grauen.
MfG Karl Müller
sehr geehrter Gafra,
und weils im Wald so warm ist, kann derselbe auch garnichts zur verbesserten Grundwasserneubildung und zum auslaufverhalten Beitragen.
Da täuschen uns die hydrologischen Befunde der letzten 60 Jahre wohl....
Was für ein Mist, ungefähr so qualifiziert wie die "Wirksamkeit von Umweltzonen" hier schonmal nachgewiesen worden ist. Schon der Titel erfüllt einen mit Grauen.
MfG Karl Müller
'...im Zeitraum zwischen 2081 und 2100...'
'...dass ihre Resultate teilweise mit großen Unsicherheiten behaftet seien.... von verschiedenen Forschergruppen recht unterschiedlich eingestuft... Ebenfalls unklar sei,...'
0,007 % ist der Prozentanteil vom menschlichen CO2, vieleicht geht es noch schneller weil man die Urwälder abgeholzt hat, in der tropischen Zone gab es eine Regenmenge vom 2 Kubikmeter Wasser pro Quadratmeter! Sagen wir es einfach: Wald erzeugt Klima!
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