Fukushima Japan soll Tsunami-Gefahr unterschätzt haben
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Arbeiten an der havarierten Anlage gehen nur schwer voran

Unterdessen macht das stark kontaminierte Wasser in der japanischen Atomruine weiterhin Probleme. Wie die Betreibergesellschaft Tepco mitteilte, wurde im Wasser am Boden des Reaktorgebäudes 1 des zerstörten Atomkraftwerks hohe Strahlenwerte gemessen. Das Wasser ist mit Cäsium-Teilchen belastet, die eine Strahlung von bis zu 2,9 Millionen Bequerel pro Kubikzentimeter verursachen. Es wird vermutet, dass das radioaktive Material von den geschmolzenen Brennstäben im Reaktor stammt und aus dem Druckbehälter austritt. Die Frage der Entsorgung ist nach wie vor ungelöst. Da in Japan die Regenzeit beginnt, wird befürchtet, dass erneut kontaminiertes Wasser ins Erdreich oder ins Meer gelangen könnte.

Wegen des Umgangs mit der Natur- und Atomkatastrophe wird der japanische Ministerpräsident Naoto Kan zunehmend kritisiert. Der Chef der größten Oppositionspartei LDP, Sadakazu Tanigaki, will ein Misstrauensvotum im Parlament beantragen. Die Abstimmung wird voraussichtlich am Donnerstag stattfinden. Laut Medienberichten wollen auch mehrere Abgeordnete aus Kans eigener Partei für den Oppositionsantrag stimmen. Sollte das Misstrauensvotum Erfolg haben, müsste Kan entweder das Parlament auflösen und Neuwahlen anberaumen oder mit seinem Kabinett zurücktreten, was er bisher abgelehnt hat.
 

Lage in Fukushima-1
BLOCK 1 BLOCK 2 BLOCK 3 BLOCK 4
Abschaltung nach Beben, Explosion am 12.03.2011 Abschaltung nach Beben, Explosion am 15.03.2011 Abschaltung nach Beben, Explosion am 14. und 16.03.2011 Abgeschaltet vor Beben, Brände und Explosion am 15.03.2011
Weil Temperaturen im Reaktor unter 100 Grad Celsius sind, spricht Tepco von Kaltabschaltung Weil Temperaturen im Reaktor unter 100 Grad Celsius sind, spricht Tepco von Kaltabschaltung Weil Temperaturen im Reaktor unter 100 Grad Celsius sind, spricht Tepco von Kaltabschaltung Abgeschaltet und auch vor dem Beben nicht in Betrieb
Gebäude schwer beschädigt, Sicherheitsbehälter und Reaktordruckbehälter beschädigt, in den Reaktorkern wird Wasser eingeleitet Gebäude leicht beschädigt, Außenhülle löchrig, Leck im Sicherheitsbehälter vermutet, in den Reaktorkern wird Wasser eingeleitet Gebäude schwer beschädigt, Sicherheitsbehälter beschädigt, Leck vermutet, in den Reaktorkern wird Wasser eingeleitet Gebäude schwer beschädigt, Wasserstoff aus Block 3 sprengte das Dach, keine Brennelemente im Kern
Strombetriebene Kühlsysteme mit Frischwasser und Wärmetauscher nicht funktionsfähig, es läuft ein alternatives Kühlsystem, das nach dem Tsunami eingerichtet wurde Strombetriebene Kühlsysteme mit Frischwasser und Wärmetauscher nicht funktionsfähig, es läuft ein alternatives Kühlsystem, das nach dem Tsunami eingerichtet wurde Strombetriebene Kühlsysteme mit Frischwasser und Wärmetauscher nicht funktionsfähig, es läuft ein alternatives Kühlsystem, das nach dem Tsunami eingerichtet wurde Strombetriebene Kühlsysteme mit Frischwasser und Wärmetauscher nicht funktionsfähig, es läuft ein alternatives Kühlsystem, das nach dem Tsunami eingerichtet wurde
Kernschmelze bestätigt (Tepco), Reaktorkern mit 400 Brennelemente, Zustand der 292 Brennelemente im Abklingbecken unklar (Wasser wird eingespeist) Kernschmelze bestätigt (Tepco), Reaktorkern mit 548 Brennelementen, Zustand der 587 Brennelemente im Abklingbecken unklar (Wasser wird eingespeist) Kernschmelze bestätigt (Tepco), Reaktorkern mit 548 Brennelementen beschädigt, Schäden an den 514 Brennelemente im Abklingbecken vermutet (Wasser wird eingespeist) keine Brennelemente im Reaktorkern, die meisten der 1331 Brennelementen im Abklingbecken sind vermutlich nicht beschädigt (Wasser wird eingespeist)
Radioaktiv belastetes Wasser im Untergeschoss und unterirdischen Tunneln des Gebäudes, Abpumpen läuft. Eine Aufbereitungsanlage, die nach dem Tsunami installiert wurde, dekontaminiert das Wasser Radioaktiv belastetes Wasser im Untergeschoss und unterirdischen Tunneln des Gebäudes, Abpumpen läuft. Eine Aufbereitungsanlage, die nach dem Tsunami installiert wurde, dekontaminiert das Wasser Radioaktiv belastetes Wasser im Untergeschoss und unterirdischen Tunneln des Gebäudes. Abpumpen läuft. Eine Aufbereitungsanlage, die nach dem Tsunami installiert wurde, dekontaminiert das Wasser Radioaktiv belastetes Wasser im Untergeschoss und unterirdischen Tunneln des Gebäudes, Abpumpen läuft. Eine Aufbereitungsanlage, die nach dem Tsunami installiert wurde, dekontaminiert das Wasser
Kunststoffzelt über dem Reaktorblock zur Abschirmung austretender Strahlung fertiggestellt kein Kunststoffzelt zur Abschirmung austretender Strahlung geplant Kunststoffzelt zur Abschirmung austretender Strahlung in Planung Kunststoffzelt zur Abschirmung austretender Strahlung in Planung
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Quellen (u.a.): GRS, JAIF, Stand: März 2012
Blöcke 5 und 6
BLOCK 5 BLOCK 6
Abgeschaltet vor Beben Abgeschaltet vor Beben
Gebäude intakt, Sicherheitsbehälter intakt Gebäude intakt, Sicherheitsbehälter intakt
548 Brennelemente im Reaktorkern unbeschädigt, 946 Brennelemente im Abklingbecken intakt, Kühlung wieder intakt 764 Brennelemente im Reaktorkern unbeschädigt, 876 Brennelemente im Abklingbecken intakt, Kühlung wieder intakt
Lüftungsloch im Dach soll Wasserstoffexplosion vorbeugen, Elektrizität wieder vorhanden Lüftungsloch im Dach soll Wasserstoffexplosion vorbeugen, Elektrizität wieder vorhanden
Keine Informationen über austretende Radioaktivität Keine Informationen über austretende Radioaktivität
 
AKW-Übersicht

Die sechs Reaktoren von Fukushima-Daiichi liegen direkt an der Küste im Osten Japans. Ihr Zustand kann auf noch unabsehbare Zeit kritisch bleiben. Die japanische Regierung schätzt, dass eine sichere Demontage der Anlage mindestens 40 Jahre dauern werde. Im Dezember verkündete sie die Kaltabschaltung des Kraftwerks, allerdings ist umstritten, wie sicher die Lage dort wirklich ist.

Evakuierungszone

Ende September wurde die Sperrzone auf Gebiete in einem Umkreis von 20 Kilometern reduziert. Einige Städte außerhalb dieses Bereichs, wie etwa Iitate, die sehr stark durch radioaktiven Fallout belastet worden sind, bleiben jedoch vorerst gesperrt. 

 
Leser-Kommentare
    • WIHE
    • 01.06.2011 um 11:35 Uhr

    wurde im Wasser am Boden des Reaktorgebäudes 1 des zerstörten Atomkraftwerks radioaktives Caesium mit Strahlenwerten von zwei Millionen Becquerel pro Kubikmeter gemessen.<

    Zwei Millionen Bq pro Kubikmeter sind 2000 Bq pro liter.

    Hier zu den Grenzwerten:

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    Redaktion

    Liebe(r) WIHE,

    der Strahlenwert im Text bezieht sich, wie nun richtig angegeben, auf Bequerel pro Kubikzentimeter. Die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit, hat die Messergebnisse von Block 1 noch einmal zusammengefasst:

    "Das Wasser ist mit 2,5 x 10^6 Bq/cm³ Cäsium-134, 2,9 x 10^6 Bq/cm³ Cäsium-137 und 30000 Bq/cm³ Jod-131 belastet. Diese Werte sind nahezu identisch mit denen, die für das Wasser aus dem Maschinenhaus von Block 2 ermittelt wurden. Die hohen Werte könnten aus einer Kernschmelze stammen, die über Leckagen aus dem Reaktordruckbehälter und dem Containment in das Reaktorgebäude gelangten."

    http://fukushima.grs.de/i...

    Grüße aus der Redaktion

    Redaktion

    Liebe(r) WIHE,

    der Strahlenwert im Text bezieht sich, wie nun richtig angegeben, auf Bequerel pro Kubikzentimeter. Die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit, hat die Messergebnisse von Block 1 noch einmal zusammengefasst:

    "Das Wasser ist mit 2,5 x 10^6 Bq/cm³ Cäsium-134, 2,9 x 10^6 Bq/cm³ Cäsium-137 und 30000 Bq/cm³ Jod-131 belastet. Diese Werte sind nahezu identisch mit denen, die für das Wasser aus dem Maschinenhaus von Block 2 ermittelt wurden. Die hohen Werte könnten aus einer Kernschmelze stammen, die über Leckagen aus dem Reaktordruckbehälter und dem Containment in das Reaktorgebäude gelangten."

    http://fukushima.grs.de/i...

    Grüße aus der Redaktion

    • WIHE
    • 01.06.2011 um 11:38 Uhr

    www.umweltinstitut.org - EU-Grenzwerte und radioaktive Belastung ...Im Eilverfahren wurden „vorläufige maximale Grenzwerte“ für Gesamtcäsium (Cs-134 und Cs-137) festgelegt, nämlich 370 Bq/kg für Milch und Babynahrung und 600 ...<

    Würde man einen Liter Wasser aus dem reaktor in Fukushima mit 5 Litern unbelastetem Wasser verdünnen, dann könnte man das Gemisch nach deutschen Grenzwerten trinken.
    So wundert mich nicht, dass man sich auf 1 m3 bezieht, sprich 1000 Liter.
    Würde man sich auf ein Liter beziehen, käme die Zahl 2000 Bq ganz unspektakulär daher.

  1. ihre Erkenntnisse nur mit Verspätung bekommt.

    Heute schreiben sie: "Die Planer und Betreiber von Atomkraftwerken sollten die Risiken durch alle möglichen Naturkatastrophen besser abschätzen und entsprechende Schutzmaßnahmen einsetzen"

    Besser wäre vorausschauend: "Die Planer und Betreiber von Atomkraftwerken sollten die Risiken durch alle möglichen

    menschlichen Katastrophen wie z.B. Terrorismus, Geltungssucht und Inkompetenz

    besser abschätzen und entsprechende Schutzmaßnahmen einsetzen"

  2. Dass die Schutzmauer für die AKWs zu nieder war, um vor dem Tsunami zu schützen: Auf diese Erklärung des Katastrophengeschehens wäre nun wirklich niemand ohne das Statement der Internationalen Atomenergieagentur gekommen. Die ganze Welt hat sich seit Monaten und Wochen das Hirn zermartert, wie es nur zu diesem GAU hat kommen können, und jetzt hat diese Agentur aufgrund einer intellektuellen Anstrengung ohne Gleichen endlich die Ursache gefunden. Es ist sehr zu begrüßen, dass diese Behörde dermaßen effizient und schnell arbeitet, und den Mut hat, selbst dann noch ihre Erkenntnissse in die Öffentlichkeit zu bringen, wenn sie dermaßen überraschen wie im konkreten Fall.

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    ...denn nach meinen bisherigen Informationen hat das Erdbeben die wirklichen Schäden verursacht und nicht wie Welle.

    ...denn nach meinen bisherigen Informationen hat das Erdbeben die wirklichen Schäden verursacht und nicht wie Welle.

  3. ...denn nach meinen bisherigen Informationen hat das Erdbeben die wirklichen Schäden verursacht und nicht wie Welle.

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    Redaktion

    Lieber derritter,

    Sie sind zu Recht verwirrt. Die Feststellung der IAEA hinkt den Berichten hinterher, die der AKW-Betreiber Tepco selbst bereits veröffentlicht hat.

    Wie auch im Text erwähnt, geht Tepco davon aus, dass das Beben allein bereits ausgereicht hat, um zumindest den Reaktordruckbehälter in Block 1 leckzuschlagen.

    Hier dazu mehr: http://www.zeit.de/wissen...

    Grüße

    Redaktion

    Lieber derritter,

    Sie sind zu Recht verwirrt. Die Feststellung der IAEA hinkt den Berichten hinterher, die der AKW-Betreiber Tepco selbst bereits veröffentlicht hat.

    Wie auch im Text erwähnt, geht Tepco davon aus, dass das Beben allein bereits ausgereicht hat, um zumindest den Reaktordruckbehälter in Block 1 leckzuschlagen.

    Hier dazu mehr: http://www.zeit.de/wissen...

    Grüße

  4. Für mich ist nach wie vor die wichtigste Aussage:

    "Wann die Anlage unter Kontrolle gebracht werden kann, ist derzeit nicht absehbar."

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