Atom-UnfallJapans Regierung bestätigt weitere Kernschmelzen

Im AKW Fukushima-1 hat es Kernschmelzen nicht nur in Reaktor 1, sondern außerdem in 2 und 3 gegeben. Davon geht nun auch die Regierung aus und nannte neue Strahlenwerte. von dpa und Reuters

Drei Monate nach Beginn der Natur- und Atomkatastrophe in Japan ist die Lage im Atomkraftwerk Fukushima weiterhin außer Kontrolle. Die Regierung bestätigte am Montag, dass es bereits kurz nach Beginn der Katastrophe in den Reaktoren 1 bis 3 des AKW zu Kernschmelzen gekommen war. Die in den ersten fünf Tagen seit dem Beben und dem Tsunami in Fukushima am 11. März freigesetzte Radioaktivität sei mit 770.000 Terabecquerel doppelt so hoch gewesen wie zunächst geschätzt. Das gab die Atomaufsichtsbehörde bekannt.

Die Regierung erwägt, wegen der langfristigen Strahlenbelastung noch mehr Menschen außerhalb der 20-Kilometer-Sperrzone zum Verlassen ihrer Häuser aufzufordern.

Der Betreiber der Atomruine, Tepco, hatte bereits im Mai bekannt gegeben, dass die Kernbrennstäbe in Reaktor 1 zum größten Teil geschmolzen sind. Zu dem Zeitpunkt hatte Tepco erklärt, dass dies möglicherweise auch in den beiden anderen Reaktoren passiert sei. Das wurde von der Behörde jetzt bestätigt. Die Atomanlage war durch das Erdbeben und dem folgenden Tsunami schwer zerstört worden. Sollten noch mehr Menschen außerhalb der Sperrzone der Gefahr einer Strahlenmenge von mehr als 20 Millisievert im Jahr ausgesetzt sein, könnte die Regierung auch sie laut Medien auffordern, die Region zu verlassen.

Anzeige
Lage in Fukushima-1
BLOCK 1 BLOCK 2 BLOCK 3 BLOCK 4
Abschaltung nach Beben, Explosion am 12.03.2011 Abschaltung nach Beben, Explosion am 15.03.2011 Abschaltung nach Beben, Explosion am 14. und 16.03.2011 Abgeschaltet vor Beben, Brände und Explosion am 15.03.2011
Weil Temperaturen im Reaktor unter 100 Grad Celsius sind, spricht Tepco von Kaltabschaltung Weil Temperaturen im Reaktor unter 100 Grad Celsius sind, spricht Tepco von Kaltabschaltung Weil Temperaturen im Reaktor unter 100 Grad Celsius sind, spricht Tepco von Kaltabschaltung Abgeschaltet und auch vor dem Beben nicht in Betrieb
Gebäude schwer beschädigt, Sicherheitsbehälter und Reaktordruckbehälter beschädigt, in den Reaktorkern wird Wasser eingeleitet Gebäude leicht beschädigt, Außenhülle löchrig, Leck im Sicherheitsbehälter vermutet, in den Reaktorkern wird Wasser eingeleitet Gebäude schwer beschädigt, Sicherheitsbehälter beschädigt, Leck vermutet, in den Reaktorkern wird Wasser eingeleitet Gebäude schwer beschädigt, Wasserstoff aus Block 3 sprengte das Dach, keine Brennelemente im Kern
Strombetriebene Kühlsysteme mit Frischwasser und Wärmetauscher nicht funktionsfähig, es läuft ein alternatives Kühlsystem, das nach dem Tsunami eingerichtet wurde Strombetriebene Kühlsysteme mit Frischwasser und Wärmetauscher nicht funktionsfähig, es läuft ein alternatives Kühlsystem, das nach dem Tsunami eingerichtet wurde Strombetriebene Kühlsysteme mit Frischwasser und Wärmetauscher nicht funktionsfähig, es läuft ein alternatives Kühlsystem, das nach dem Tsunami eingerichtet wurde Strombetriebene Kühlsysteme mit Frischwasser und Wärmetauscher nicht funktionsfähig, es läuft ein alternatives Kühlsystem, das nach dem Tsunami eingerichtet wurde
Kernschmelze bestätigt (Tepco), Reaktorkern mit 400 Brennelemente, Zustand der 292 Brennelemente im Abklingbecken unklar (Wasser wird eingespeist) Kernschmelze bestätigt (Tepco), Reaktorkern mit 548 Brennelementen, Zustand der 587 Brennelemente im Abklingbecken unklar (Wasser wird eingespeist) Kernschmelze bestätigt (Tepco), Reaktorkern mit 548 Brennelementen beschädigt, Schäden an den 514 Brennelemente im Abklingbecken vermutet (Wasser wird eingespeist) keine Brennelemente im Reaktorkern, die meisten der 1331 Brennelementen im Abklingbecken sind vermutlich nicht beschädigt (Wasser wird eingespeist)
Radioaktiv belastetes Wasser im Untergeschoss und unterirdischen Tunneln des Gebäudes, Abpumpen läuft. Eine Aufbereitungsanlage, die nach dem Tsunami installiert wurde, dekontaminiert das Wasser Radioaktiv belastetes Wasser im Untergeschoss und unterirdischen Tunneln des Gebäudes, Abpumpen läuft. Eine Aufbereitungsanlage, die nach dem Tsunami installiert wurde, dekontaminiert das Wasser Radioaktiv belastetes Wasser im Untergeschoss und unterirdischen Tunneln des Gebäudes. Abpumpen läuft. Eine Aufbereitungsanlage, die nach dem Tsunami installiert wurde, dekontaminiert das Wasser Radioaktiv belastetes Wasser im Untergeschoss und unterirdischen Tunneln des Gebäudes, Abpumpen läuft. Eine Aufbereitungsanlage, die nach dem Tsunami installiert wurde, dekontaminiert das Wasser
Kunststoffzelt über dem Reaktorblock zur Abschirmung austretender Strahlung fertiggestellt kein Kunststoffzelt zur Abschirmung austretender Strahlung geplant Kunststoffzelt zur Abschirmung austretender Strahlung in Planung Kunststoffzelt zur Abschirmung austretender Strahlung in Planung
BLOCK 1 BLOCK 2 BLOCK 3 BLOCK 4

Quellen (u.a.): GRS, JAIF, Stand: März 2012
Blöcke 5 und 6
BLOCK 5 BLOCK 6
Abgeschaltet vor Beben Abgeschaltet vor Beben
Gebäude intakt, Sicherheitsbehälter intakt Gebäude intakt, Sicherheitsbehälter intakt
548 Brennelemente im Reaktorkern unbeschädigt, 946 Brennelemente im Abklingbecken intakt, Kühlung wieder intakt 764 Brennelemente im Reaktorkern unbeschädigt, 876 Brennelemente im Abklingbecken intakt, Kühlung wieder intakt
Lüftungsloch im Dach soll Wasserstoffexplosion vorbeugen, Elektrizität wieder vorhanden Lüftungsloch im Dach soll Wasserstoffexplosion vorbeugen, Elektrizität wieder vorhanden
Keine Informationen über austretende Radioaktivität Keine Informationen über austretende Radioaktivität
 
AKW-Übersicht

© ZEIT ONLINE

Die sechs Reaktoren von Fukushima-Daiichi liegen direkt an der Küste im Osten Japans. Ihr Zustand kann auf noch unabsehbare Zeit kritisch bleiben. Die japanische Regierung schätzt, dass eine sichere Demontage der Anlage mindestens 40 Jahre dauern werde. Im Dezember verkündete sie die Kaltabschaltung des Kraftwerks, allerdings ist umstritten, wie sicher die Lage dort wirklich ist.

Evakuierungszone

© ZEIT ONLINE

Ende September wurde die Sperrzone auf Gebiete in einem Umkreis von 20 Kilometern reduziert. Einige Städte außerhalb dieses Bereichs, wie etwa Iitate, die sehr stark durch radioaktiven Fallout belastet worden sind, bleiben jedoch vorerst gesperrt. 

Die Reparaturtrupps in der Atomruine arbeiten weiter. Berichte, wonach zwei Vertragsarbeiter wegen Dehydration in einem Krankenhaus behandelt werden mussten, zwangen den Betreiberkonzern Tepco zu der Zusage, sich mehr um die Gesundheit der Arbeiter zu kümmern. Neun der Arbeiter mussten wegen Hitzebelastung behandelt werden. Da es mit dem nahenden Sommer allmählich immer wärmer und schwüler wird, wird es für die Arbeiter in Fukushima in ihren Schutzanzügen immer anstrengender.

Der Chef der Tokyoter Börse hat eine geordnete Insolvenz für den AKW-Betreiber Tepco ins Gespräch gebracht. Eine vorübergehende Verstaatlichung sollte in Erwägung gezogen werden, zitierte das Online-Magazin Asahi Judiciary den Börsenchef Atsushi Saito. Er forderte die Regierung auf, über die geplanten Stützen für Tepco in Form von Staatshilfen hinaus zu gehen.

Obwohl die Regierung den Äußerungen Saitos entgegentrat und bekräftigte, es werde keine solche Restrukturierung für Tepco geben, reagierten die Aktien des Unternehmens deutlich. Die Titel verloren bis Börsenschluss 27 Prozent und markierten zeitweise ein Rekordtief. Seit der Atomkatastrophe haben die Papiere 90 Prozent ihres Wertes eingebüßt. Die Tokyoter Börse teilte mit, sie habe keine Ermächtigung, die Titel vom Handel zu nehmen, so lange die Finanzmitteilungen in Ordnung seien und Saito nur seine persönliche Meinung äußere.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. überraschend, daß Tepco lügt? Freigesetzte Radioaktivität doppelt so hoch wie geschätzt und die Lage nach 3 Monaten noch nicht unter Kontrolle - die wird auch nie unter eine wirkliche Kontrolle kommen; da muß man sich keine Illusionen machen. Bestenfalls wird hier so gut improvisiert, wie es eben geht.
    Das 'Restrisiko' mag ja minimal sein - aber wenn es denn mal zuschlägt, ist der Schaden dafür riesig und dauerhaft. Da es auf der Welt inzwischen 500 Atomreaktoren gibt, können wir in 25 Jahren mit dem nächsten Supergau rechnen - bei dem Tempo könnte ein guter Mathematiker sicher ausrechnen, wie lange es dauert, bis der größte Teil des bewohnbaren Landes verstrahlt ist - vermutlich wesentlich weniger Jahre als die Strahlung selbst.
    Naja, dann werden wir halt mit und als Mutationen leben müssen - sollte es nicht klappen, wird die Natur eine andere Spezies bevorzugen; Ratten vielleicht?

  2. Reaktor 1
    Reaktor 2
    Reaktor 3
    Gesamt 3 Kernschmelzen - oder verstehe ich da etwas falsch?

  3. Nicht genug, dass man diese Form der Energiegewinnung einfach niemals in trockene Tücher bekommen wird - Naturkatastrophen, Terrorgefahr etc. - und schlimmstenfalls auf Jahrtausende hin ganze Landstriche dadurch unbewohnbar gemacht werden(Plutonium), nein auch die Informationspolitik der jeweiligen Betreiber von AKWs wird wohl immer ein Netz aus Lügen und Beschwichtigungen sein.

  4. Immer, wenn ich eine weitere Hiobsbotschaft lese, wie weitere Kernschmelzen, Verseuchung weiterer Teile des Landes, Verseuchung von Teilen des Pazifiks, so werde ich sehr wütend, wie zerstörerisch Profitinteressen auf unseren Planeten großflächig wirken können.

    Gleichzeitig versuche ich mir vorzustellen, wie es den einzelnen Familien mit ihren Kindern wohl ergehen mag, wenn sie ihre Heimat verlassen müssen mit der Angst, dass ihre Kinder vielleicht schon so verstrahlt sind, dass sie das Erwachsenen alter nicht erreichen oder Kinder gebären werden, die nicht lebensfähig sind, die als "Missgeburt" ohne Hirn oder ohne Extremitäten geboren werden.

    Umsiedlung, Vertreibung und Verlassen der Heimat hat auch nach den Kriegen in Europa traumatisierte Generationen hinterlassen.

    Neben der Natur- und Nuklearkatastrophe findet in Japan wohl auch eine menschliche Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes statt.

    Da muss ich manchmal heulen. Ich bin auch Mutter.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Crest
    • 06. Juni 2011 20:16 Uhr

    sind in diesem Fall falsch kalibriert: Die Strahlenbelastungen waren weit davon entfernt, dass <em>ihre Kinder vielleicht schon so verstrahlt sind, dass sie das Erwachsenenalter nicht erreichen oder Kinder gebären werden, die nicht lebensfähig sind, die als "Missgeburt" ohne Hirn oder ohne Extremitäten geboren werden.<em>.

    Ich weiß, Sie werden dies nicht glauben.

    Irgendwann werden Sie es. :-)

    Herzlichst Crest

    Die Traumatisierung hat nach dem Krieg leider nicht lange angehalten, schwupps hatten wir eine Armee, schwupps sind wir nicht zur Verteidigung sondern aus anderen Gründen mit ihr in der Welt aktiv und die Vertriebenenorganisationen waren, na, sagen wir mal, rechtslastig ohne Ende.
    Wenn Sie heulen mögen , dann trauern sie doch um die 15 000 Toten, die nicht mal eine Beerdigung erhalten können, weil sie einfach weggespült worden sind.
    Trauern Sie um die Haitianer, die nach 2 Jahren immer noch so leben ( und sterben ) als sei das Erdbeben gestern gewesen.
    Trauern sie um die Kinder , die an Hunger sterben , mir fällt da zuviel ein.

    @Crest
    Sie meinen die Verstrahlung in der Umgebung sei nicht gesundheitsschädlich? Beziehen Sie Ihr Gehalt direkt von Tepco? Zu erzählen, daß das Gebiet rund um die Strahlkerzen keineswegs gesundheitsgefährdend verstrahlt sei ist fahrlässig. Warum dann der Aufwand mit dem Kühlwasser? Warum ein Schiff, daß dieses abtransportieren soll? Man kann doch daraus einfach ein Angelsee machen, wo zur Abkühlung die Tepco-Mitarbeiter ein Bad nehmen können und zum Grillen herrlichen Fisch angeln. Ach was rede ich Fisch, fertiges Sushi kann man da angeln.

    mfg.

    • Crest
    • 06. Juni 2011 20:16 Uhr

    sind in diesem Fall falsch kalibriert: Die Strahlenbelastungen waren weit davon entfernt, dass <em>ihre Kinder vielleicht schon so verstrahlt sind, dass sie das Erwachsenenalter nicht erreichen oder Kinder gebären werden, die nicht lebensfähig sind, die als "Missgeburt" ohne Hirn oder ohne Extremitäten geboren werden.<em>.

    Ich weiß, Sie werden dies nicht glauben.

    Irgendwann werden Sie es. :-)

    Herzlichst Crest

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • mickz
    • 06. Juni 2011 21:15 Uhr

    Entfernt. Bitte gehen Sie sachlich auf andere Beiträge ein. Danke, die Redaktion/se.

    in Ihrem Kommentar http://www.zeit.de/gesell... erzaehlen Sie noch, dass man auch schon auf Grund eines einzigen Atomzerfalls Krebs bekommen koenne und jetzt Kommentieren Sie von oben herab die Angst eines Mitforisten, der sich ob der simplen Annahme mehr Zerfaelle -> hoeheres Risiko so seine Gedanken macht als vollkommen unbegruendet, jedoch ohne jegliche Begruendung.

    Traurig diese Form der Rabulistik in diesem Forum mit ansehen zu muessen.

    Bitte verzichten Sie auf Streitigkeiten. Danke, die Redaktion/se.

    Sehr geehrter Herr /(Frau)Crest,

    ich habe einige Ihrer Kommentare gelesen, in denen Sie eine Art von "Abhärtung" gegen radioaktive Strahlung empfehlen, sukzessive geringe Aufnahme von atomarer Strahlung, um überlebensfähiger sein zu können bei atomaren Katastrophen. Nein, das funktionniert nicht.

    Es geht hier nicht um Bakterien oder Viren, gegen die ein Körper bei Exposition Antikörper entwickelt. Bei Exposition von Strahlung (Sonnen oder atomarer) wird der Schaden an Organismen additiv oder expotiental gerechnet.

    Also eine Exposition zur Strahlung ist für einen menschlichen Körper und auch andere vergleichbare Organismen ein destruktives Geschehen.

    ... ein wenig zynisch, gar respektlos, die Ängste Ihrer Mitmenschen, so berechtigt oder unberechtigt diese sein mögen, auf so überhebliche und süffisante Weise ins Lächerliche zu ziehen?

    Aber dank Ihnen ist die Endlagerungsfrage ja gelöst. Alles was strahlt kann zu Ihnen ins Wohnzimmer. Sie halten die Strahlung schon von der Außenwelt fern.

    Herzlichst

    ... Crest!

    Auch ich zähle zu denjenigen, die genug haben von den unanständigen Verharmlosungen, die wir von IAEA und UNSCEAR schon nach Tschernobyl vernehmen durften. Und jetzt natürlich erneut vernehmen.

    Nein, 'herzlichst' ist bei Ihnen allenfalls Ihre Schlussformel.

    Ich glaube kaum, dass Sie mit Sicherheit sagen können, dass die heutigen Kinder von Fukushima keine Schäden ihres Erbguts davontragen werden. Noch können Sie ausschließen, dass daraus mißgebildete Nachkommen entstehen werden.

    Mir scheint, hier hat Sie einfach ein teufelchen geritten, der Welt zu demonstrieren, wie Data Sie sind.
    Sind Sie aber nicht.
    Data hat sich immerhin bemüht, mit Emotionen der Menschen respektvoll umzugehen.
    Freundlichst
    Ihr Alraschid

  5. ... ist mehr als doppelt!

    • mickz
    • 06. Juni 2011 21:15 Uhr

    Entfernt. Bitte gehen Sie sachlich auf andere Beiträge ein. Danke, die Redaktion/se.

  6. Sehr geehrter "Crest",
    Sie sind ja immer dort zu finden, wo es um "Atom" geht... Es macht immer Spaß die Eskalation Ihrer sachlich wenig fundierten Kommentare zu begutachten. In den ersten 5 Tagen wurden in Fukushima (laut zeit.de) 0.77 *10^18 Bq freigesetzt. In Tschernobyl waren es in den ersten 10 Tagen etwas mehr als das Doppelte (1,7*10^18 Bq, Quelle wissenschaft.de). Also doppelte Strahlungsmenge in doppelter Zeit... Das macht dann nach Adam Ries(e) wie viel pro Zeiteinheit? Genau: das gleiche!
    Wobei man fairerweise sagen muss, dass man das noch nach den Isotopen diffenzieren muss, aber Sie geben sich mit dem differenzieren ja auch nicht so eine große Mühe.

    Die gesamte Belastung beläuft sich wohl auf ca 1/3 bis die hälfte von Tschernobyl - wenn dann auch der gleiche Anteil der Bewohner an Folgeschäden erkrankt, geht Fukushima mit einer noch grausigeren Statistik in die Geschichtsbücher ein als jetzt schon.

    Es gibt jedoch einen fundamentalen Unterschied zu Tschernobyl: Über Tschernobyl wusste die Weltbevölkerung wesentlich schneller Bescheid, als über Fukushima... So viel zur Informationspolitik der Japaner - nicht von TEPCO. Die japanische Regierung ist die Institution, die versagt.

    Nur eins noch: selbstverständlich haben Sie Recht, wenn Sie sagen, dass das "jetzt raus - aber schnell" aus der Kernenergie kurzsichtig und überstürzt ist - aber es ist emotional nachvollziehbar und eine gute gepflegte deutsche Tugend "aus der Geschichte zu lernen". ;-)

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
  • Schlagworte Regierung | AKW | Insolvenz | Reaktor | Tsunami | Verstaatlichung
Service