Die Urban Farmers liegen im Trend
Die Fischteiche machen mit nur fünf Prozent der Fläche den kleinsten Teil der Anlage aus. Drei Viertel sind dem Gemüseanbau vorbehalten. Gurken, Tomaten, Melonen, Erdbeeren oder Paprika sollen über der Stadt geerntet werden – Bakterienfrei, glaubt Fischfachmann Andreas Graber. "Die essbaren Anteile unseres Gemüses stehen mit dem Fischabwasser nicht in direktem Kontakt", erklärt er. Bei den schwimmenden Salatkulturen etwa stehen nur die Wurzeln im Wasser, die Blätter liegen auf Styropor. Aus professionellen Aquaponic-Kulturen, sagt Graber, seien ihm keine Probleme mit Verunreinigungen bekannt.
- Urban Gardening auf dem Land
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Die Doppelstadt Dessau-Roßlau liegt 140 Kilometer von Berlin entfernt in Sachsen-Anhalt. Mit weniger als 90.000 Einwohnern ist sie kleiner als ein Berliner Bezirk. Und doch ist die Landschaftsarchitektin Heike Brückner davon überzeugt, dass Urban Gardening auch in der ostdeutschen Provinz ein Zukunftsmodell ist. "Die Lebensqualität und Versorgungsqualität in den Städten ist nicht gut", sagt Brückner. "In den schrumpfenden Städten Ostdeutschlands haben wir jetzt die Chance, Freiräume zurück zu erobern und damit die Lebensqualität zu erhöhen."
12.000 Wohnungen stehen in der Bauhaus-Stadt Dessau leer, Tendenz: steigend. Mit ihrer Initiative, die Brückner im Buch Urban Gardening vorstellt, will sie aus Bauland Land für urbane Landwirte machen. "Natürlich haben die Hausbesitzer Angst, Geld zu verlieren, aber irgend jemand wird auf jeden Fall etwas verlieren – wenn wir Verluste geplant ausgleichen wollen, brauchen wir Konzepte." Dass sich der Trend irgendwann umkehrt und die Dessauer Wohnungen wieder gebraucht werden, dagegen sprächen Studien.In einem Pilotprojekt erforscht Heike Brückner derzeit, inwiefern benachteiligte Jugendliche für Urban Gardening zu begeistern sind. Dabei soll es sowohl um den Aufbau selbständiger Existenzen wie auch um Selbstversorgung gehen, denn: "Subsistenz hat in Deutschland keine Tradition, auch sie muss gelernt werden."
Zur Erwärmung des Wassers sollen Abwärme und Sonnenkollektoren genutzt werden. Die laufenden Kosten der Anlage sind dadurch so gering, dass Andreas Schläpfer, der in der Gruppe für die Finanzen zuständig ist, davon ausgeht, dass die Gärten nach fünf bis sieben Jahren Gewinn abwerfen. "Das notwendige Kapital zu finden, halte ich für relativ leicht: wenn in einer Gruppe von vierzig, fünfzig Leuten jeder tausend Euro investiert, lässt sich da schon was Ordentliches draus machen." Das Konzept der Urban Farms soll sich zudem auch für eine Übergangsnutzung eignen, etwa dann, wenn beispielsweise ein Supermarktbetreiber eine leer stehende Fläche nur für einen begrenzten Zeitraum abgeben will.
Die Urban Farmers liegen im Trend. Mitinitiator Roman Gaus stieß bei einem Studienaufenthalt in den USA auf die Urban-Gardening-Bewegung, die dort immer mehr Anhänger hat. "Und auch die Zahl der urbanen Gärtner in der Schweiz und in deutschen Städten nimmt ganz klar zu", sagt Gaus. "Für manche ist der Anbau des eigenen Gemüses ein politischer Akt, für andere schlicht ein Stück Lebensqualität – es macht einfach Spaß, den Spaten zu schwingen und etwas Eigenes zu ernten." Einen ernsten Hintergrund hat die Bewegung dennoch. In der zersiedelten Schweiz, sagt Gaus, werden viele landwirtschaftliche Produkte importiert, beim Fisch beträgt die Importquote sogar 95 Prozent. "Die Schweiz kann sich nicht selbst versorgen, und jede Sekunde geht ein weiterer Quadratmeter Agrarland verloren." Seine Urban Farms sieht Gaus als Alternative zur Rodung der letzten naturbelassenen Flächen – auch in Entwicklungsländern, wohin die Urban Farmers ihre Aquaponic-Kulturen eines Tages exportieren möchten.
- Datum 01.06.2011 - 16:07 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Falls man für saubere Luft in den Städten sorgen kann, ist auch die Ernte frei von Schadstoffen. Dieser geschlossene Kreislauf fasziniert. Man könnte es mit erneuerbaren Energien betreiben. Optimal bei neuen Quartieren, wo von Grund auf konzipiert werden kann. Oekologisch noch besser wäre Zucht von Maden und Insekten. mmhhh...
Entfernt. Bitte bemühen Sie sich um eine respektvollen Diskussionston. Danke. Die Redaktion/ag
ich kann mich mit grünen Städten anfreunden. Fischteiche und Gemüsebeete statt Parkplätze.
Mein Ding wäre es aber nicht, denn unter "Öko-Gemüse" verstehe ich nicht Salat, der im Fischabwasser schwimmt und auf Styropor wächst. Andere finden vielleicht gerade diese Technik spannend.
Gerade in diesem trockenen Frühjahr stellt sich mir aber z.B. die Frage des Frischwasserbedarfs für diese urbanen Fischfarmen... Wieviel würde da benötigt?
Ich selbst nutze übrigens das Fensterbrett zum Anbau von Tomaten, Paprika, Erdbeeren, Pflücksalat und Kräutern. Sind natürlich nur winzige Mengen, aber Spaß macht es trotzdem.
mfg
Das Aufzuchtsbecken für 7000 Fische hat 2,5 Kubikmeter Wasser, der Bedarf auf einer 1000 Quadratmeter großen Dachfarm wäre gut 40 Kubikmeter, also 40.000 Liter - die reichen aber für die gesamte Lebenszeit der Fische, weil das Wasser gereinigt wird.
Das Aufzuchtsbecken für 7000 Fische hat 2,5 Kubikmeter Wasser, der Bedarf auf einer 1000 Quadratmeter großen Dachfarm wäre gut 40 Kubikmeter, also 40.000 Liter - die reichen aber für die gesamte Lebenszeit der Fische, weil das Wasser gereinigt wird.
Das Styropor kann ganz ökologisch an jedem Strand dieser Welt eingesammelt werden. Die Fische haben zwar kaum mehr Platz in ihren Aquarien als Legehennen im Oldenburgischen; aber vielleicht spielt man denen ein bißchen New Age Musik ein. Oder verabreicht jene Stimmungsaufheller, die die Stadtmenschen dann ja nicht mehr brauchen. Weil sie so öko sind und sich völlig ohne Mühe selbst ernähren können. Und das alles OHNE Bakterien!!
Warum sind unsere dämlichen Vorfahren nicht drauf gekommen? Wir könnten uns den gesamten EU-Agrarhaushalt schenken.
Glückwunsch an die drei Schweizer - gute performance mit Fischscheisse. Soll erstmal jemand nachmachen.
Mannmann, früher wurden solche Späße von seriösen Medien zumindest auf ihren Warscheinlichkeitsgehalt geprüft. Heute wird einfach alles durchgewunken.
Love-Parade wurden Wagen mit winzigen Kartoffeläckern gesichtet, die während des Umzugs geerntet wurden.
Psychologen verbinden den Trend mit einem Rückzug ins mentale Dorf, welcher als eine Folge der Ueberforderung des Individuums durch den täglichen Kulturschock im Zusammenleben mit den Exponenten gesellschaftlicher Unrast als Reaktion auf migrationbedingte Umschichtungsprozesse zu sehen ist, oder so.
sind mit der Umsetzung solcher Konzepte schnell überfordert.
Kreislaufwirtschaft mit Hydro- und Fischkultur ohne chemische Keule ist relativ schwierig stabil zu halten und wenn es erstmal einen biologischen Einbruch gibt ist der Spass gründlich zum Teufel. Man will ja auch nicht bei den Mißständen früher Aquakulturen (Lachsfarmen) landen.
Also braucht es doch eher Profis, was ja im Artikel auch anklingt.
Der Jedermann sollte lieber normal gärtnern, gern auch rural statt urban.
Das Aufzuchtsbecken für 7000 Fische hat 2,5 Kubikmeter Wasser, der Bedarf auf einer 1000 Quadratmeter großen Dachfarm wäre gut 40 Kubikmeter, also 40.000 Liter - die reichen aber für die gesamte Lebenszeit der Fische, weil das Wasser gereinigt wird.
Ich weiß die Antwort auch nicht, aber die Schweizer waren hier wohl kaum die ersten.
http://sustainablecities....
http://www.thebigmoney.co...
http://www.good.is/post/m...
http://www.planetizen.com...
Ich weiß die Antwort auch nicht, aber die Schweizer waren hier wohl kaum die ersten.
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und Gemüse getötet zwar neu ... !!!
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