VerhaltensforschungAuch Asiens Elefanten haben soziale Netze

Asiatische Elefanten galten lange als unsozial, weil sie nicht so enge Kontakte pflegen wie ihre Verwandten aus Afrika. Forscher beweisen das Gegenteil. von 

Asiatische Elefanten Zoologie Verhalten Sri Lanka

Zwei Asiatische Elefanten  |  © Torsten Blackwood/AFP/Getty Images

Es ist ein bisschen wie auf Facebook: Manche seiner dortigen "Freunde" sieht man auch im echten Leben oft, andere nur selten. Manche kennt man nur noch entfernt. Eine ähnliche Staffelung sozialer Beziehungen haben Verhaltensforscher aus Sri Lanka jetzt für Asiatische Elefanten ausgemacht.

Bisher hielt man die Tiere für eher unsozial, weil sie nicht – wie afrikanische Elefanten – in großen, eng verbundenen Herden, sondern in kleinen, wenig vernetzten Gruppen leben; dachte man. Die neue Studie im Online-Fachblatt BioMed Central Ecology zeigt, dass Asiatische Elefanten genau wie ihre Verwandten in Afrika größere Gruppen bilden, die über mehrere Jahre stabil bleiben.

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Dass Asiatische Elefanten in dichten Wäldern leben, erschwert Verhaltensforschern die Arbeit. Um überhaupt Elefanten sehen zu können, mussten Forscher bisher auf Bäume klettern und hoffen, dass Elefanten an Lichtungen oder Wasserlöchern zu sehen sind.

Weil das Zuhause der Großsäuger auf Sri Lanka in den Udawalawe-Nationalpark verwandelt wurde, leben dort seit 30 Jahren 800 bis 1.200 Elefanten in Gras- und Buschland. 286 von ihnen beobachtete ein Team um Shermin de Silva, die an der Pennsylvania-Universität   in den USA und auf Sri Lanka arbeitet, jetzt über zwei Jahre. Soziale Beziehungen konnten die Forscher für 51 Elefanten aufzeichnen.

Wie oft treffen sich zwei Elefanten? Wie häufig teilen sie eine Wasserstelle oder den Schatten unter einem Baum? Solche Situationen erfassten die Verhaltensforscher. "Ob Elefanten vertraut miteinander sind, erkennt man auch an ihrer Körpersprache, an den Augen, der Haltung ihrer Ohren, daran, ob sie etwa ihren Rüssel über den Rücken des anderen legen", erklärt de Silva.

Die Forscher betrachteten dabei drei verschiedene Ebenen: die Beziehungen zwischen zwei Elefanten, innerhalb einer kleinen Gruppe und innerhalb einer kompletten Population. Sie konnten zeigen, dass die soziale Interaktion abhängig von der jeweiligen Ebene ist. Das heißt: Die Tiere interagieren viel stärker, als das bisher bekannt war.

Leserkommentare
  1. Wenn in der Studie weibliche Tiere beobachtet wurden, wie ist der Begriff: ' Freunde' zu verstehen? Sind dies männliche Tiere oder 'Freundinnen', also Elefantenkühe?

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    Redaktion

    @Yakiyana

    Korrekterweise hätten wir "Freundinnen" schreiben müssen - es wurden lediglich die Beziehungen zwischen weiblichen Elefanten untereinander untersucht.

  2. Redaktion

    @Yakiyana

    Korrekterweise hätten wir "Freundinnen" schreiben müssen - es wurden lediglich die Beziehungen zwischen weiblichen Elefanten untereinander untersucht.

  3. 3. Irrtum

    Ich glaube nicht, dass es irgendwie feministisch gemeint war, die Frage war wohl eher, ob es auch reine Freundschaften zu männlichen Elefanten geben kann (wenn man den Text nicht ganz genau liest, weil es ja nur um weibliche Tiere ging). Und wie man dann die Freundschaft von männlichen mit weiblichen Tieren von einer sexuellen Beziehung trennt.
    Die Intention der Frage haben Sie, glaube ich, falsch verstanden. ^^

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