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Wenn es um die grundlegende Frage ging, ob Katzen oder Hunde die besseren Gefährten für den Menschen abgeben, stand ich immer eindeutig auf der Seite der Hunde. Dabei mochte ich schon die nicht. Aber Katzen erst ...

Touchscreens haben das geändert. Seit Jahren werden im Internet Videos mit putzigem Katzenkrimskrams wie verrückt geklickt. Lange kannte ich für erwachsene Menschen, die sich so etwas anschauten, bloß Verachtung.

Seit sich aber tablettförmige Minimalcomputer mit berührungsempfindlichen Bildschirmen ausbreiten, machen Kurzfilme mit folgender Dramaturgie die Runde: Katze sitzt vor einem iPad, betapscht mit einer Vorderpfote das Display, probiert ein Bisschen herum und kann wie hypnotisiert nicht mehr davon lassen. Regelrecht berühmt wurden so etwa "iPad-cat" Iggy – andere Artgenossen fischen im virtuellen Teich , jagen nach Motten oder spielen mit ihren Besitzern Pong am iPad .

Der Betrachter lernt: Auch unter Katzen gibt es Links- und Rechtshänder beziehungsweise -pföter. Und sie scheinen zur symbolischen Interaktion mit einer leuchtenden Glasscheibe fähig. Mag es auch nur reine Neugier und kein Quäntchen Einsicht sein – für einen Außenstehenden unterscheiden sich die YouTube-Katzen nicht arg von vielen Menschen beim Betasten solcher Geräte.

Man hörte bereits von surfenden Lamas und breakdancenden Hunden , von Ziervögeln mit Beatbox-Ambitionen gar. Aber ein Tier mit Begeisterung für elektronische Gadgets – ... soll noch einer behaupten, Katzen seien Frauentiere!

Angesichts der Touchkatzen goutiere ich plötzlich die wildesten Hypothesen von Katzenfans: Die unterschätzten Tiere könnten Gedanken lesen. Ja, gar hypnotisieren. Und überhaupt manipulierten sie subtil schnurrend ihre menschlichen Versorger. So habe sich Felis catus mühelos in unfassbarer Zahl über den gesamten Planeten ausbreiten können. Um dann am eigenen Fell schleckend darauf zu warten, dass Herrchen oder Frauchen ein cat tablet bringt.