Die Gefahr einer Ölpest vor Neuseeland wächst: 1.000 Tonnen Treibstoff könnten aus dem havarierten Containerschiff Rena austreten, das mittlerweile fast ganz auseinandergebrochen ist. Bergungsmannschaften eilten am Freitag zur Unglücksstelle, um den Sprit aus den Tanks des 236 Meter langen Frachters zu pumpen. Am Rumpf des Schiffes befestigten die Experten Stahlplattformen, um eine ebene Fläche für die Arbeiten zu haben.

Es bestehe Hoffnung, dass am Samstag mit dem Entleeren begonnen werden könne, sagte ein Vertreter des Schifffahrtsamtes. Dennoch bleibe die Lage sehr gefährlich. Das 47.230 Tonnen schwere Schiff befinde sich in einer prekären Position – es hat eine starke Schlagseite von fast 25 Grad.

Die mit 1.360 Containern beladene Rena war vor neun Tagen 22 Kilometer vor der Nordinsel Neuseelands auf ein Riff gelaufen. Aus dem unter liberianischer Flagge fahrenden Schiff sind seitdem mehr als 300 Tonnen Treibstoff ins Meer gelaufen. Etwa 1.300 Tonnen Schweröl sollen sich noch an Bord befinden. Bergungsmannschaften hatten bereits am Montag mit dem Abpumpen des Öls aus dem Schiff begonnen, wegen schlechten Wetters mussten die Arbeiten jedoch wieder eingestellt werden. 

Neuseeland droht durch das Frachterunglück die größte Umweltkatastrophe in seiner Geschichte: An der bei Surfern beliebten und fischreichen Küste hat sich ein etwa 60 Kilometer langer Ölfilm gebildet, mehr als 1.000 verklebte Seevögel sind bereits verendet. Hunderte Helfer und Freiwillige sind mit der Reinigung der Strände beschäftigt. Im Unglücksgebiet vor der Plenty-Bucht sind auch Delfine und Wale heimisch.