Umweltschutz: Waldbrände in Südamerikas Urwald jetzt vorhersagbar
Forscher haben eine Methode entwickelt, mit der sich Waldbrände vorhersagen lassen: Dazu messen sie die Temperatur der Meeresoberfläche.
© Science/AAAS

Ein Brand zerstörte während der Feuersaison 2006 große Teile des Waldes in Mato Grosso.
Den Umstand, dass sich Feuer mit Wasser bekämpfen lässt, nutzen Forscher nun auf eine neuartige Weise, um gegen Waldbrände vorzugehen: In der aktuellen Ausgabe des Magazins Science präsentieren sie ein Modell für ein Frühwarnsystem , das anhand der Oberflächentemperatur des Meeres die Waldbrandgefahr drei bis fünf Monate im Voraus bestimmen kann. Diese Zeit könnte genutzt werden, um Feuerwehr-Teams zu mobilisieren und Gegenmaßnahmen zu ergreifen, wie etwa das kontrollierte Abbrennen einzelner Waldregion, um Schneisen zu bilden und den Flammen das Futter zu nehmen.
Die Idee des Modells hat das Team um Yang Cheng von der Universität Kalifornien in Irvine von anderen Forschern übernommen , die zeigen konnten, dass die meisten Dürre-Perioden im Amazonas-Gebiet dann auftreten, wenn die Oberflächentemperaturen des Pazifischen Ozeans und des Nordatlantik ungewöhnlich warm waren.
Das Modell von Cheng und seinen Kollegen gewichtet die Oberflächentemperaturen beider Meere gemäß ihrer Bedeutung für die Dürre in einzelnen Regionen Südamerikas und errechnet die Schwere der dort zu erwartenden Brände. Um zu überprüfen, ob ihr Modell funktioniert, verglichen sie ihre Berechnungen mit Satellitenaufnahmen verschiedener Waldbrände in Brasilien und Bolivien zwischen 2001 und 2009.
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Die Vorhersagen der Wissenschaftler (rechts) ist fast identisch mit den tatsächlich beobachteten Waldbrandregionen (links).
Waldbrände in Südamerika vernichten große Waldflächen und setzen vermehrt Kohlenstoff frei , der in Form von CO 2 in der Atmosphäre den Klimawandel beeinflusst, so die Wissenschaftler. Brandrodungen sind die gängigste Methode, um Wald in Acker- oder Weideland umzuwandeln . Etwa die Hälfte der CO 2 -Emission, die in Südamerika durch die Zerstörung von Wäldern verursacht wird, geht nach Einschätzung der Forscher auf Waldbrände zurück.
Obwohl die Abholzung von Regenwald im brasilianischen Teil des Amazonas in den letzten fünf Jahren zurückgegangen ist, ist die Anzahl der Feuer nicht im gleichen Maße gesunken . Eine Ursache könnte sein, dass Feuer unkontrolliert auf angrenzende Waldgebiete überspringen.
Der vorausgesagte Rückgang der Niederschlagsmenge in der Regenzeit im Amazonas, könnte das Waldbrandrisiko weiter steigern, so die Wissenschaftler in ihrer Veröffentlichung.









Was für eine Verarmung der Argumentation. Früher war Regenwald wertvoll, weil er schön war! Weil dort viele hunderttausend Arten sich auf engsten Biotopen tummelten!
Heute zählt nur noch, wie viel CO2 dabei freigesetzt wurde. Frosch, Baum, Zuckerrohrplantage - alles wird gleichgemacht vom CO2-Wahn.
Nicht dass die Klimaveränderung nicht relevant wäre. Aber es verändert das Gefühl. Einst trauerten intelligente Menschen, weil Regenwald verloren ging, der unersetzbar war. Heute zählt nur noch die Angst vor der Klimakatastrohpe. Um die zu verhindern würde man noch jeden hübschen Frosch ins Feuer schicken, solange nur die CO2 Bilanz stimmt.
Woher weiß man denn bitte genau, in welchem Gebiet sich das Feuer entfacht, wo Schneißen geschlagen werden sollen, geschweige denn welcher Richtung der Wind weht?
Für mich ist das wieder mal eine Legitimierung, in naturgeschützten Urwäldern Kahlschlag zu betreiben.
Wie wird das Holz verwendet? Etwa verbrannt?
Und wenn der Wald dann schonmal weg ist, kann man gleich Monokulturen auf dem Gebiet anpflanzen?!
... die "Umweltschutz"-Praxis betreffend habe ich vor Jahren in einem franz. Blättchen gesehen. Ein dickes Rohr übergibt Stadtabwasser incl. Kotballen direkt dem Meer, "vorher". "Nachher" sieht man einangebrachtes Schaufelrad, den (ich übersetze wörtlich) Scheissezähler.
Ich meine, Quantifizieren und Vorhersagen sind eine Sache, aber effektiv zu schützen ist eine ganz andere. Tatsächlich habe ich, dort wo ich lebe manchmal sehr intensiv mit Waldbrand-Stiftern zu tun. Das sind Profis in ihrem Fach. Die zünden an, wenn es gut brennt und nicht zu löschen geht, und die brauchen dazu keine Meerestemperatur zu messen. Was zu erforschen und zu verändern ist, sind die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse z.B. in Brasilien, incl. Komplizenschaften in europäischen Regierungen.
und ich dachte die Wachstumsentwicklung hätte sich schon multispektral aus den alten LANdSat-Daten machen lassen?
MfG Karl Müller
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