Fukushima Wieder fließt radioaktives Wasser in den Pazifik

Aus dem havarierten japanischen Atomkraftwerk Fukushima sind 45 Tonnen kontaminiertes Wasser ausgetreten. Mit Sandsäcken wollen die Betreiber die Wassermengen aufhalten.

Tepco-Mitarbeiter und Journalisten beim Atomkraftwerk Fukushima

Tepco-Mitarbeiter und Journalisten beim Atomkraftwerk Fukushima

Erneut ist von dem Gelände des havarierten Atomkraftwerks in der japanischen Präfektur Fukushima radioaktiv belastetes Wasser ins Meer geströmt. Nahe einer Aufbereitungsanlage für kontaminiertes Wasser seien etwa 45 Tonnen ausgelaufen, teilte die AKW-Betreibergesellschaft Tepco mit.

Arbeiter versuchen nun, die Ursache für das Leck zu finden. Sandsäcke sollen zudem ein weiteres Auslaufen ins Meer verhindern. Laut Tepco blieb das meiste verseuchte Wasser zwar innerhalb des Gebäudes, etwa 300 Liter seien aber in den Pazifik geflossen.

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Das Wasser ist mit den radioaktiven Substanzen Cäsium 137 und Jod 131 belastet und könnte zudem auch schädliches Strontium enthalten. Nimmt der Mensch zu viel dieses radioaktiven Materials auf, erhöht sich unter anderem das Risiko, an Knochenkrebs zu erkranken. Tepco hatte bereits nach der Beschädigung des Atomkraftwerkes im März 10.000 Tonnen leicht verseuchten Wassers in den Pazifik abgelassen. Amtliche Untersuchungen ergaben damals, dass die radioaktiven Partikel im Meer so stark verdünnt wurden, dass sie keine direkte Gefahr für Menschen und Tiere darstellten.

Die Havarie von Fukushima ist der größte Atomunfall seit der Katastrophe von Tschernobyl. Das Kraftwerk war am 11. März bei einem schweren Beben und einem anschließenden Tsunami stark beschädigt worden. Seither tritt Radioaktivität aus. Tepco und die japanische Regierung waren wegen ihrer zögerlichen Informationspolitik in die Kritik geraten.

Für die Bevölkerung in der Provinz Fukushima und in angrenzenden Provinzen stehen noch immer die Schäden im Vordergrund, die direkt durch das schwere Beben und die dadurch ausgelösten Flutwellen entstanden sind. Viele können bis heute nicht nach Hause zurückkehren, ganze Städte und Dörfer sind zerstört. Ob und wann sie aus ihren Übergangswohnungen wieder ausziehen können, ist ungewiss.


Japan nach Beben, Tsunami und GAU auf einer größeren Karte anzeigen
 
Leser-Kommentare
    • Crest
    • 05.12.2011 um 14:45 Uhr

    ein Bericht ohne irgendeine irgendwie präzisierte und belastbare Zahl bzgl. der Höhe der Radioaktivität kann<7em> nicht seriös kommentiert werden - und dürfte eigentlich auch nicht seriös als Bericht in den Medien verbreitet werden.

    (Es sei denn, man verfolgte subtile Hintergedanken zur "Rettung der Welt. :-)) C.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    aber in einer etwas anderen Richtung:

    45 to sind noch nicht einmal zwei gewöhnliche Tank-LKW voll. Eine verschwindend geringe Menge.

    300 l sind sogar nur zwei bis drei Badewannen voll. Diese
    letzte Menge ist so gering, dass sie auch leicht durch eine intakte Barriere aus Sandsäcken durchsickern kann.

    Warum also wird darüber die Presse informiert?

    Eine Vermutung ist, dass mit dieser Meldung etwas vertuscht werden soll, was sich anders nicht vertuschen ließe. Vielleicht befürchtet "man" ja, dass im Meer bald wieder höhere Dosen an Radioaktivität gemessen werden und gibt deshalb schon mal vorsorglich ein paar Tropfen zu?

    Nehmen Sie Abstand von der Verbreitung haltloser Theorien. Die Redaktion/mak

    aber in einer etwas anderen Richtung:

    45 to sind noch nicht einmal zwei gewöhnliche Tank-LKW voll. Eine verschwindend geringe Menge.

    300 l sind sogar nur zwei bis drei Badewannen voll. Diese
    letzte Menge ist so gering, dass sie auch leicht durch eine intakte Barriere aus Sandsäcken durchsickern kann.

    Warum also wird darüber die Presse informiert?

    Eine Vermutung ist, dass mit dieser Meldung etwas vertuscht werden soll, was sich anders nicht vertuschen ließe. Vielleicht befürchtet "man" ja, dass im Meer bald wieder höhere Dosen an Radioaktivität gemessen werden und gibt deshalb schon mal vorsorglich ein paar Tropfen zu?

    Nehmen Sie Abstand von der Verbreitung haltloser Theorien. Die Redaktion/mak

  1. aber in einer etwas anderen Richtung:

    45 to sind noch nicht einmal zwei gewöhnliche Tank-LKW voll. Eine verschwindend geringe Menge.

    300 l sind sogar nur zwei bis drei Badewannen voll. Diese
    letzte Menge ist so gering, dass sie auch leicht durch eine intakte Barriere aus Sandsäcken durchsickern kann.

    Warum also wird darüber die Presse informiert?

    Eine Vermutung ist, dass mit dieser Meldung etwas vertuscht werden soll, was sich anders nicht vertuschen ließe. Vielleicht befürchtet "man" ja, dass im Meer bald wieder höhere Dosen an Radioaktivität gemessen werden und gibt deshalb schon mal vorsorglich ein paar Tropfen zu?

    Nehmen Sie Abstand von der Verbreitung haltloser Theorien. Die Redaktion/mak

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    Antwort auf "Metakommentar"
  2. "Arbeiter versuchen nun, die Ursache für das Leck zu finden. Sandsäcke sollen zudem ein weiteres Auslaufen ins Meer verhindern."

    Das hört sich irgendwie ziemlich hilflos an und erinnert an die Hilflosigkeit, mit der in Tschernobyl der GAU bekämpft wurde.

    Auch die Informationspolitik erinnert an jene zur Zeiten der Sowjetunion.

    Ich bin gespannt, wann die Weltöffentlichkeit endlich vom wahren Ausmaß dieses GAUs in Japan erfährt.

    • kinnas
    • 05.12.2011 um 16:16 Uhr

    bin ich glücklich ab und an mal noch Informationen zu solchen Katastrophen zu bekommen.

    Leider wird da viel zu wenig berichtet (was passiert zB aktuell bei den ganzen Ölkatastrophen?)

    lg

  3. Woher kommt die Angabe mit dem Iod-131? Vermutung, weils beim letzten Mal im April, also kurz nach der Katastrophe, auch so war? Iod-131 hat eine Halbwertszeit von acht Tagen. Sollte nach inzwischen 30 Halbwertszeiten nicht mehr nachweisbar sein. Wenn da tatsächlich eine relevante Menge Iod-131 wäre (was ich erheblich bezweifle), deutete das auf eine relativ frische Kettenreaktion hin.

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  4. Es ist alles so undurchsichtig!
    Ich frage mich, wo soll Japan all das kontaminiertes Wasser und all die kontaminierte Erde
    lagern. Japan ist nicht groß und es gibt kein Endlager!
    Die Welt müssen Japan helfen sonst wird illegal entsorgt!

  5. fokushima für die medien überhaupt noch präsent ist?!

    die ölpest im golf von mexiko und viele viele viele andere umweltkatastrophen interessieren doch nicht mehr wirklich?! ?!

    => there's no business like show-business

    die wahren und dauerhaften schäden interessieren die 'nichtbetroffenen' doch nur während des show-acts und danach nur noch nachrichtlich, wenn überhaupt ,-((((

  6. Manchmal frage ich mich wirklich, wie schwer es anscheinend für einige Nachrichtenunternehmen ist, offiziell herausgegebene Zahlen zu nennen.

    Laut Tepco:
    - 16,000 bq/l Caesium 134
    - 29,000 bq/l Caesium 137
    - es könne bis zu 130,000 bq/cm3 Strontium enthalten
    - 110 mSv/h Beta-Strahlung und 1,8 mSv/h Gamma-Strahlung an der Oberfläche des ausgetretenen Wassers
    - Untersuchungen des außenliegenden Seewassers auf Strontium werden bereits unternommen, Resultate sind in maximal 2 Wochen zu erwarten

    Außerdem finde ich es erstaunlich, dass ich keine einzige Nachrichtenplatform jemals auch nur auf das Vorhandensein der täglichen Reporte über die Radioaktive Belastung des innen- sowie außenliegenden Seewassers um Fukushima Daiichi mit Cs-134, Cs-137 und I-131 oder gar deren zeitgetreue Entwicklung habe berichten sehen.
    Und diese Pressemitteilungen mit anliegenden PDFs sind frei für jeden Menschen mit einer Internetleitung verfügbar.

    Traurig.

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