Japans Katastrophe - Zeitenwende nach Tsunami und Fukushima Japans Jahrtausendbeben vernichtete hunderttausende Existenzen und führte zum GAU. ZEIT ONLINE-Redakteur S. Stockrahm erzählt im Video von seiner Reise in die Region.

Ein Gremium aus Wissenschaftlern hatte Mitte Dezember in einem Kommentar im Fachmagazin Nature ebenfalls schwere Versäumnisse im Umgang mit der Katastrophe festgestellt: Die Forscher fordern die Verstaatlichung des AKW in Fukushima und Zugang zu den Reaktoren, damit endlich eine unabhängige, nicht von Tepco gesteuerte Risikoanalyse möglich wird.

In der Atomanlage Fukushima war am 11. März durch ein Erdbeben der Stärke 9,0 und anschließenden Tsunami-Wellen das Kühlsystem so schwer beschädigt worden, dass die Brennstäbe in den Reaktoren 1 bis 3 vollständig schmolzen. Es ist der schwerste Atomunfall seit der Katastrophe in Tschernobyl 1986.

Nur noch sechs Reaktoren laufen in Japan

In Japan laufen derzeit nur noch sechs der 54 Atomreaktoren. Der Stromversorger Kyushu Electric Power nahm in der Nacht zum Montag seinen Reaktor in Genkai im Südosten des Landes für vorgeschriebene Wartungsarbeiten vom Netz. Bis Ende Mai 2012 müssen auch die letzten laufenden Reaktoren für Wartungsarbeiten vorrübergehend abgeschaltet werden. Die mehrwöchigen Kontrollen sind alle 13 Monate vorgeschrieben. Vor dem Wiederanfahren müssen sie aufgrund der Atomkatastrophe von Fukushima Stresstests bestehen.