Braunalgen Forscher gewinnen Biosprit aus dem Meer
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Eine Pilotanlage ist im Bau

"Die Entwicklung dieser Kolibakterien ist ein Highlight in der Bioenergie-Forschung", sagt der Mikrobiologe Wolfgang Schwarz, der an der Technischen Universität München an der Energiegewinnung aus Ernte-Abfallprodukten forscht. "Die Details sind faszinierend und die Idee, auf das Meer auszuweichen, ist gut."

Allerdings sieht er auch einige Herausforderungen, die die Forscher erst noch überwinden müssen. Zum Beispiel sei es nötig, zu zeigen, ob die Treibstoff-Bakterien auch in großem Maßstab gezüchtet werden könnten. Außerdem seien Braunalgen sehr schwer zu lagern. "Die faulen sofort."

Um ihre Bakterien unter realistischen Bedingungen zu testen, bauen die Wissenschaftler um Yasuo Yoshikuni gerade eine Pilotanlage an der chilenischen Küste. Die Forscher haben auch aus finanziellen Gründen ein Interesse am Erfolg ihres Projektes. Yoshikuni sagt: "Aktuell arbeiten wir nur in den USA und in Chile, doch die Technik könnte weltweit angewandt werden, überall dort, wo es Küsten gibt."

Braunalgen-Monokulturen könnten zum Problem werden

Das Ausweichen aufs Meer entschärft zwar die Konkurrenz zwischen Nahrungsmitteln und Treibstoff. Allerdings ist es aus ökologischer Sicht nicht unbedenklich. "Wenn ich mir die Ausmaße vorstelle, die eine solche Braunalgenzucht haben müsste, um daraus ökonomisch Biokraftstoff zu produzieren, macht mich das skeptisch", sagt der Meeresökologe Benjamin Kürten vom Geomar, dem Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. Im kleinen Maßstab werden auch in Deutschland schon Braunalgen gezüchtet, unter anderem für Nahrungsmittel. Das funktioniere ganz gut und scheine in diesem Ansatz keine negativen Folgen für die Umwelt zu haben.

"Doch wenn sie als großflächige Monokulturen angelegt werden, kann das ein Problem sein." In der natürlichen Umgebung bilden manche Braunalgen Kelpwälder aus meterhohem Tang. "Dort sind sie Oasen, die vielen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum bieten", sagt Kürten.

Auf Biotreibstoff aus Braunalgen werden Verbraucher wohl noch warten müssen. Sollte er tatsächlich eines Tages erhältlich sein, haben Spritkonzerne und Politik hoffentlich aus dem Chaos und der Kritik um E 10 gelernt.

 
Leser-Kommentare
  1. Durch diese Massenfelder bleibt weniger Platz für Getreide

  2. Mit bioerdöl aus anlagen wie sie in spanien stehen? Da wird erdöl aus algen gewonnen die in zylindern reifen. Erscheint mir persönlich vernunftiger als nochmehr unsere ozeane zu belasten...

    Trotzdem interessant...du meine güte - bei all den methoden biosprit zu produzieren, brauchen wir da überhaupt noch batterieautos ^^

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    weil man die Illusion hat, durch reduzierte CO2-Erzeugung
    die Temperatur der Erdatmosphäre auf 2 °C genau regeln zu können.

    weil man die Illusion hat, durch reduzierte CO2-Erzeugung
    die Temperatur der Erdatmosphäre auf 2 °C genau regeln zu können.

  3. Die unterschiedlichsten Möglichkeiten Energieträger für Sprit, oder auch andere Energieträger, zu nutzen werden viel zu wenig eingebracht.

    Leider scheinen die nötigen politischen Entscheidungen im derzeitigen System nicht durchsetzbar zu sein. Die derzeit sichtbaren Auswirkungen der Biospriterzeugung waren dabei absehbar. Von den Konzernen war nichts anderes zu erwarten als der Zugriff auf existierende Strukturen. Die Vernichtung von Nahrungsmitteln ist eine logische Folge dieses Systems.

    So wird aber auch kein Raum für vielfältige neue Innovationen entstehen können. Der derzeitige politische Fokus auf das "E-Auto" ist hierfür ein gutes Beispiel. Hauptsache Monopole erhalten scheint die Devise.

    Ich selbst halte diese ständige Festlegung auf einzelne Möglichkeiten für mehr als bedenklich. Zumal nach meiner Meinung regional angepaßt erzeugte Energieträger auch wirtschaftlich deutliche Vorteile bringen. Kleinere Betriebe, regionale Arbeitsplätze, bessere Möglichkeiten des Umweltschutzes.

    Mein Vorschlag, hören wir doch einfach mal auf, Wirtschaftsleistung für den 46.Knopf am Autolenkrad oder dessen Entwicklung zum Wegwerfprodukt hin zu vergeuden, und entwickeln wir Autos mit austauschbaren Antriebskomponenten. Bei gleichzeitiger Erhöhung der möglichen Nutzungsdauer. Dann kann man regional bei verkürzten Transportwegen und je nach Verfügbarkeit Sprit, Elektro, Wasserstoff, oder was auch immer wählen. Kann Mobilität deutlich stärker an Mensch und Umwelt ausgerichtet werden.

  4. es ist wirklich beschämend: Deutschland ist schon seit Jahren ein Proteinimporteur und nun sind wir zusätzlich noch Importeur von Kohlehydraten. Das alles für vermeintlich CO2 neutrale Bioenergie.
    Wir trinken nett Latte und gegen uns grün, während Menschen in der dritten Welt von ihren Äckern vertrieben werden und hungern müssen.

    Eine Leser-Empfehlung
  5. weil man die Illusion hat, durch reduzierte CO2-Erzeugung
    die Temperatur der Erdatmosphäre auf 2 °C genau regeln zu können.

    Antwort auf "aber was ist"
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    • xpeten
    • 20.01.2012 um 11:47 Uhr

    von Seiten der reaktionären Automobillobby und der Alles-muss-bleiben-wie-es-ist-Fraktion,

    auch Ihres hier ist echt Spitze.

    Wie muss man gestrickt sein, um gegen eine Brückentechnik zu polemisieren, die uns erst einmal vom Öl und damit auch von der Abhängigkeit gegenüber der Ölkonzerne erlöst und dazu noch den CO2 Ausstoß reduziert? Demnächst fahren wir ohnehin alle mit Sonnenenergie, dauert eben noch etwas. Nur Geduld.

    • xpeten
    • 20.01.2012 um 11:47 Uhr

    von Seiten der reaktionären Automobillobby und der Alles-muss-bleiben-wie-es-ist-Fraktion,

    auch Ihres hier ist echt Spitze.

    Wie muss man gestrickt sein, um gegen eine Brückentechnik zu polemisieren, die uns erst einmal vom Öl und damit auch von der Abhängigkeit gegenüber der Ölkonzerne erlöst und dazu noch den CO2 Ausstoß reduziert? Demnächst fahren wir ohnehin alle mit Sonnenenergie, dauert eben noch etwas. Nur Geduld.

    • xpeten
    • 20.01.2012 um 11:23 Uhr

    Da müssen erst noch schnell die Urwäder Südamerikas im Namen der unsäglichen Biosprit-Idee gerodet werden. Algen und Bakterien wurden schlichtweg vergessen? Erneuerbare Energien und die Wissenschaft, zwei Welten prallen aufeinander.

    Oder verschwindet das alles in den Schließfächern von Shell, Exxon und Haliburton?

    • Dr_eee
    • 20.01.2012 um 11:41 Uhr

    nach meiner Theorie ist das Erdöl nicht durch die wenigen Urwälder und dem normalen Algenwachstum entstanden.
    Sondern nach einem Umkippen der Meere.
    So wie das Mileau eines Sees umkippen kann, dass er plötzlich nur noch aus Algen besteht,
    ...
    so ist wahrscheinlich auch in unerer Geschichte abundzu das ganze Meer umgekippt. So sind dann die Massen an Kohlenstoffmolekülen entstanden, die heute das Erdöl ausmachen.

    Ich glaube in Neuseland ist es schon geschafft worden aus Algen Erdöl herzustellen.

    • xpeten
    • 20.01.2012 um 11:47 Uhr

    von Seiten der reaktionären Automobillobby und der Alles-muss-bleiben-wie-es-ist-Fraktion,

    auch Ihres hier ist echt Spitze.

    Wie muss man gestrickt sein, um gegen eine Brückentechnik zu polemisieren, die uns erst einmal vom Öl und damit auch von der Abhängigkeit gegenüber der Ölkonzerne erlöst und dazu noch den CO2 Ausstoß reduziert? Demnächst fahren wir ohnehin alle mit Sonnenenergie, dauert eben noch etwas. Nur Geduld.

    Antwort auf "Batterieautos, ..."
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    Die PVA-Anlagen tragen schon zu 3 % zur Energie-Erzeugung
    bei. Aber nur bei Sonnenschein, im richtigen Winkel.

    Die PVA-Anlagen tragen schon zu 3 % zur Energie-Erzeugung
    bei. Aber nur bei Sonnenschein, im richtigen Winkel.

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