Die japanische Atomanlage Kashiwazaki-Kariwa. Insgesamt verfügt das Land über 54 Reaktoren. © Kazuhiro Nogi/AFP/Getty Images

Experten der Internationalen Atomenergieagentur ( IAEA ) haben ihre Inspektion der japanischen Atomkraftwerke ohne größere Beanstandungen abgeschlossen. Japans Atomsicherheitstests entsprechen "allgemein" den Standards der IAEA, heißt es in einem entsprechenden Bericht. Es bedürfe jedoch weiterer Inspektionen auch nach Abschluss der "Stresstests", heißt es darin.

Auf Bitte der japanischen Regierung hatte sich eine zehnköpfige Expertengruppe der IAEA neun Tage im Land aufgehalten. Die Mitarbeiter sollten die nach dem GAU im AKW Fukushima-Daiichi von der Regierung angeordneten Sicherheitstests für alle 54 Reaktoren Japans  noch einmal prüfen.

"Die Schlussfolgerung des Teams ist, dass die Anweisungen und Prüfungen (der japanischen Atomaufsicht) Nisa für die umfassende Sicherheitsbewertung allgemein mit den IAEA-Sicherheitsstandards übereinstimmen", hieß es.

Die Stresstests sollen zeigen, ob Japans Atomkraftwerke ausreichend gegen schwere Katastrophen wie Erdbeben, Tsunamis und Stromausfällen gewappnet sind. In dem IAEA-Bericht heißt es Medien zufolge, Japans Atomaufsicht müsse sicherstellen, dass alle zukünftigen Maßnahmen der Atombetreiber angemessen dokumentiert und überprüft werden. Die IAEA kann Japan nur beraten, sie hat keinerlei Befugnisse, darüber zu entscheiden, ob Atomanlagen wieder angeschaltet werden dürfen oder nicht.

Die Kernkraftwerke des Landes werden ohnehin alle 13 Monate für eine Wartung heruntergefahren. Gegenwärtig erzeugen dadurch nur noch drei der 54 Reaktoren Strom. Sie werden ebenfalls bis Ende April abgeschaltet. Dann ist die Inselnation vorerst atomstromfrei. Ans Netz dürfen die Anlagen erst wieder, wenn die lokalen Behörden zugestimmt haben. Seit der Katastrophe von Fukushima ist dies jedoch nicht mehr geschehen. Sowohl die Sorgen und Bedenken in der Bevölkerung als auch der zeitaufwendige Genehmigungsprozess haben dies verhindert.

Bis zum GAU in Fukushima-Daiichi deckten die Atomkraftwerke bis zu 30 Prozent des Strombedarfs, inzwischen sind es weniger als drei Prozent. Die Betreiberkonzerne haben deswegen stillgelegte Thermalkraftwerke wieder angefahren.