Die Teilgeber und deren Familien helfen bei der Bewirtschaftung des Gärtnerhofs. © Jörg von Schmeling

Die Medienberichte in den vergangenen Monaten waren erschreckend: Da war von Landwirtschaftsfabriken mit Hunderttausenden leidenden Tieren zu lesen, von vergifteten Böden und verseuchten Tieren. Die Artenvielfalt wird durch Monokulturen zerstört und die Meere überfischt. Unser Grundwasser wird täglich mit Fracking vergiftet. Außerdem wird die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer und die Schulden der Gesellschaft steigen in schwindelerregende Höhen.

Meine Frau und mich haben diese Berichte erschüttert. Wir wollten etwas an unserer Lebensweise ändern. Aber wir wussten nicht recht, wo wir anfangen sollten.

Dann kamen wir mit Bauern eines Community Supported Agriculture Projekts in Kontakt, einem landwirtschaftlichen Gemeinschaftshof in unserer Nachbarschaft. Wir waren erstaunt, was diese Menschen von ihrem Leben und ihrer Arbeit berichteten.

Die Bauern haben eine Genossenschaft gegründet. Der Hof gehört ihnen und den Konsumenten, die sich Teilgeber nennen. Die Genossenschaft arbeitet ohne Gewinnstreben. Im vergangenen Jahr hat der BUND den Hof mit der Leuchtturm-Plakette ausgezeichnet. Mit seinen 38 Hektar kann er rund 200 Menschen ernähren – biodynamisch, fair und regional.

Wir waren begeistert. Jeder, der mitmacht, zahlt für sich und seine Familie einen Beitrag. Damit bezahlt er nicht die einzelnen Produkte, sondern die laufenden Kosten des Hofes.

Jetzt bekommen wir über 40 Sorten Gemüse, dazu Schweine- und Schaffleisch, Käse, Wurst, Eier und Brot so viel wir benötigen. Die Lebensmittel sind ökologisch angebaut, gesund und lecker.

Außerdem haben wir gelernt, wie Lebensmittel eingemacht werden. Mit unseren Kindern helfen wir manchmal auf dem Hof. Und wenn Neuanschaffungen nötig sind, spenden die Vereinsmitglieder. Wir dienen damit dem Gemeinwohl und dem Wohl unserer Erde.