Fossilien: Schwämme bevölkerten die Erde wohl früher als gedacht
Aus Namibia berichten Forscher von den ältesten Überresten von Tieren der Erde. Die versteinerten Schwamm-Fossilien sollen rund 760 Millionen Jahre alt sein.
Wissenschaftler um den südafrikanischen Paläontologen Charles Kimberlin Brain sind bei Grabungsarbeiten in Namibia auf schwammartige Fossilien gestoßen, bei denen es sich ihrer Ansicht nach um die ältesten Tiere handelt, von denen der Mensch bisher Überreste fand. In einem im South African Journal of Science veröffentlichten Beitrag führt das aus zehn Forschern bestehende internationale Team aus, dass die winzigen Fossilien im Etosha-Nationalpark und anderen Orten in Namibia in Felsen gefunden wurden, die bis zu 760 Millionen Jahre alt seien.
Das bedeute, dass Tiere nicht wie bisher angenommen erstmals vor 600 bis 650 Millionen Jahren auftauchten, sondern bereits 100 oder 150 Millionen Jahre früher. Die staubkorngroßen und zur Flüssigkeitsaufnahme und -abgabe mit Löchern versehenen Schwämme sind somit die ältesten bisher bekannten Tiere, davon ist Mitautor Tony Prave, ein Geologe von der St.-Andrews-Universität in Schottland, überzeugt.
Der Fund der uralten Fossilien passt Prave zufolge mit den von Genetikern anhand von "molekularen Uhren" aufgestellten Hypothesen zusammen – eine Methode zur Bestimmung des Alters einer Art durch Vergleich ihrer DNA-Varianten mit der anderer Arten. Im Jahr 2009 hatten Forscher von der Durham-Universität im Magazin Nature von den bislang ältesten Schwämmen berichtet: Diese waren auf ein Alter von 635 Millionen Jahren datiert worden.
- Land vor unserer Zeit
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© NASA

Die Erde aus dem Weltall
Azoikum, Kambrium, Perm oder Jura? Von wann bis wann reichen die verschiedenen Phasen der Erdgeschichte? Wann entstanden erste Pflanzen, Insekten, Fische, die Dinosaurier und schließlich der Mensch? Die Zeitleiste gibt einen Überblick der vergangenen Jahrmilliarden auf unserem Planeten. Paläontologen und Geologen teilen sie in Systeme ein. Deren zeitlichen Grenzen sind unter Forschern umstritten. Diese Zeitleiste hält sich an Näherungswerte.
- Azoikum
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© lama-photography/photocase.com

Illustration einer Vulkanlandschaft
Rund -4.600 bis -4.000Millionen Jahre
Das Azoikum entspricht der Erdurzeit. Es gibt noch kein Leben auf der Erde, und die Atmosphäre ist noch frei von Sauerstoff. Sie besteht stattdessen aus Wasserdampf, Kohlendioxid und Stickstoff. Lebhafter Vulkanismus beherrscht den Planeten. Aus der bestehenden Ursuppe entwickelt sich später Leben. - Archaikum
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Rund -4.000 bis -2.500 Millionen Jahre
Das Archaikum gehört zur Erdfrühzeit. Erste Lebewesen entwickelten sich, darunter die Cyano- und Archaeobakterien, auch Megasphären genannt. Außerdem bildet sich allmählich die Sauerstoff-Atmosphäre. Eine erste Erdkruste umschließt den flüssigen Kern. Neben den ältesten Gesteinen entstehen die Urmeere. - Proterozoikum
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Rund -2.500 bis -543 Millionen Jahre
Wie das Archaikum gehört auch das Proterozoikum zur Erdfrühzeit. Aus Einzellern werden erste mehrzellige Lebewesen. Klimatisch ist das Proterozoikum sehr gegensätzlich, zeitweise liegt in dieser Zeit der ganze Globus unter einer eisigen Schicht. - Kambrium
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Rund -543 bis -495 Millionen Jahre
Mit dem Kambrium beginnt auch das Erdaltertum, die Erdfrühzeit ist beendet. Im Meer entfalten sich die wirbellosen Tiere wie etwa Krebse. Die Landmassen bilden die fünf Kontinentalschollen. Aufgrund des warmen Klimas bilden sich Riffe im warmen Meerwasser. - Ordovizium
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Rund -495 bis -443 Millionen Jahre
Auch das Ordovizium gehört noch zum Erdaltertum. Erste fischförmigen Wirbeltiere bevölkern die Erde. Viele Arten von Stachelhäutern leben im Meer. Es ist gleichmäßig mild warm und recht feucht. Außerdem bilden sich erste Küstenregionen. - Silur
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Rund -443 bis -417 Millionen Jahre
Wie das Ordovizium zählt auch das Silur zum Erdaltertum. Im Silur gibt es erste primitive Landpflanzen und echte Fische. Im Wasser lebende Tiere breiten sich im Süßwasser aus. Das vorherrschende Klima ist trocken und warm. - Devon
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Rund -417 bis -358 Millionen Jahre
Das Devon ist das vierte System, das zum Erdaltertum gehört. In dieser Zeit kriechen die ersten Amphibien über die Erdoberfläche. Während die Fische es schon zu großer Vielfalt gebracht haben, entwickelten sich erst jetzt Samenpflanzen und flügellose Insekten. Für den Fortbestand der Arten ist das anhaltend stabil warme Klima von Vorteil. - Karbon
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Rund -358 bis -296 Millionen Jahre
Das Karbon ist das vorletzte System, das zum Erdaltertum zählt. Nach den Amphibien aus dem Silur setzen sich im Karbon die ersten Reptilien durch. Außerdem schwirren flugfähige Insekten wie die Riesenlibelle durch die Luft. Spinnen krabbeln umher. Auch die Waldlandschaft wird vielseitiger: Die ersten Nadelbäume wachsen auf der Erde. Auf der Nordhalbkugel findet eine intensive Steinkohlebildung statt, während die Südhalbkugel vereist. - Perm
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Rund -296 bis -251 Millionen Jahre
Das Perm beendet das Erdaltertum. Die ersten Raubechsen bevölkern die Erde. Neue Arten entstehen, andere sterben wieder aus – etwa die Krebsgattung der Trilobiten. Während im Karbon die Nadelbäume erst vereinzelt zwischen Schachtelhalmgewächsen und Farnen wuchsen, werden sie im Perm zu den vorherrschenden Bäumen. Die im Karbon begonnene Vereisung umspannt die Südhalbkugel, auf der Nordhalbkugel herrscht wüstenartiges Klima. - Trias
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© Carl de Souza/AFP/Getty Images

Ausgestellte Dinosaurier-Roboter
Rund -251 bis -208 Millionen Jahre
Mit dem Trias beginnt das Erdmittelalter. In dieser Phase bevölkern die ersten primitiven Säugetiere die Erde und die großen Reptilien, die Dinosaurier, nähern sich ihrer Hoch-Zeit. Während die Nadelbäume das Grün beherrschen, sterben ursprüngliche Bärlapp- und Schachtelhalmgewächse aus. Auf der Südhalbkugel gibt es starken Vulkanismus und es bilden sich kleinere Salzlager. - Jura
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© Fotoline/photocase.com

Eine Schnecke
Rund -208 bis -142 Millionen Jahre
Das Jura ist das zweite System des Erdmittelalters. Neben den großen Dinosauriern – wie etwa dem Allosaurus – leben im Jura auch erste vogelartige Tiere, wie der berühmte Archaeopteryx. Die Meere werden zunehmend von Schnecken und Muscheln bevölkert. Außerdem treten erste Meeresüberflutungen auf, aber das Klima ist zunehmend trocken und mild. Durch Plattenbewegung falten sich die Rocky Mountains auf. - Kreide
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Rund -142 bis -65 Millionen Jahre
Mit der Kreidezeit endet das Erdmittelalter und mit ihm sterben viele Tiere aus, wie etwa die Dinosaurierer oder eine Gruppe der Kopffüßler, die Ammoniten. Es wachsen erste Blütenpflanzen wie Gräser, Pappeln und Eichen. Nach den Rocky Mountains beginnt in der Kreidezeit auch die Auffaltung der Alpen. Das Klima kühlt sich etwas ab. - Paleogen
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Rund -65 bis -23,8 Millionen Jahre
Mit dem Paleogen beginnt die Erdneuzeit. Nach den ausgestorbenen Dinosauriern entfalten sich nun die Säugetiere, darunter Pferde und Tapire. Vögel und Insekten teilen sich den Luftraum. Es gibt außerdem zahlreiche Schlangen und Schildkröten. Im feuchtwarmen Klima entsteht eine große Artenvielfalt unter den Pflanzen in tropischen und subtropischen Gebieten. - Neogen
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© Julie Naylor

Illustration des tibetischen Wollnashorns
Rund -23,8 bis -2,5 Millionen Jahre
Das Neogen gehört wie das Paleogen zur Erdneuzeit. In Afrika leben die ersten Menschenartigen, die Hominiden. Außerdem bedecken nun die ersten Mischwälder weite Landflächen. Im Pliozän, einer Phase des Neogen vor 5,3 bis vor 2,5 Millionen Jahren, leben die ersten Wollnashörner, die besonders gut für kalte Bedingungen gewappnet sind. Auf der Erde wird es allmählich kühler. - Quartär
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© misterQM/photocase.com

Eine Gruppe Menschen
Rund -2,5 Millionen Jahre bis heute
Das Quartär gehört ebenfalls zur Erdneuzeit, in der wir noch leben. In dieser Zeit entwickelte sich der Mensch auf der Erde. In das Pleistozän fällt auch "die" Eiszeit. Eigentlich gab es mehrere Eiszeiten, aber wer von "der" Eiszeitspricht, meint die im Pleistozän vor 2,5 Millionen Jahren. Damals bildeten sich die heutigen Gletscher. Auf das Pleistozän folgte unser derzeitiges, wärmeres Holozän, in dem an Kälte angepasste Tiere wie das Mammut ausstarben.
Aber die schwammartigen Vielzeller waren sicherlich nicht die ersten Lebewesen auf der noch jungen Erde. Die ältesten Überreste von Cyanobakterien fanden Wissenschaftler in Form von bis zu 3,5 Milliarden Jahre altem organischen Sedimentgestein, unter anderem in Australien und Simbabwe. Ähnlich wie Korallenriffe bildeten sich solche Stromatolithen aus Kalkablagerungen. Sie gehören zu den ältesten Überresten irdischen Lebens.
Die ersten Pilze, von denen Wissenschaftler bislang wissen, lebten schon vor schätzungsweise 1,3 Milliarden Jahren, die ersten Pflanzen konnten aus einer Zeit vor 700 Millionen Jahren nachgewiesen werden. Allerdings sind solche Fossilien immer nur einzelne Indizien dafür, wann sich bestimmte Arten entwickelt haben könnten.


















Es ist allgemein bekannt, dass sich Schwämme, Seesterne, Tintenfische und Krebse gemeinsam entwickelt haben. Und natürlich das Plankton nicht vergessen.
Moment...
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