WasserkraftMit der Kraft des Nils gegen Ugandas Energieproblem

Keine zehn Prozent der Haushalte Ugandas haben Strom. Und der kommt aus klapprigen Generatoren. Ein privates Wasserkraftwerk soll das ändern. von Kirsten Milhahn

Wasserkraft Bujagali Energiewende Uganda

Das Bujagali-Kraftwerk in Uganda. Über einen Umlaufschacht wird das Nilwasser, das nicht durch die Turbine fließt, zurück in den Fluss geleitet. So wird verhindert, dass sich am Kraftwerk zu viel Wasser aufstaut.  |  © Kirsten Milhahn

Bill Groth hat sein Werk am Nil fast vollendet. Der Chefingenieur des Unternehmens Bujagali Energy Limited (BEL) steht hoch oben auf der Staumauer. Wie ein gigantischer Elefantenrücken teilt sie den Fluss in zwei Hälften. Hinter dem Damm wälzt sich der breite Strom vom südlich gelegenen Victoriasee heran, presst sich mit aller Kraft in die engen Betonkanäle des Wasserkraftwerks und stürzt mit Getöse über die Umlaufschächte mehr als 50 Meter in die Tiefe. "Eine Million Liter Wasser rauschen hier pro Sekunde abwärts", ruft Groth, während ihm der Lärm fast die Worte von den Lippen fegt. Dabei deutet er auf den Betonkoloss gleich neben Staudamm und Schächten. "Dort in der Turbinenhalle bündelt sich die Gewalt des Wassers."

Seit Anfang Februar treibt der Nil die erste der fünf riesigen Turbinen von Ugandas erstem modernen Laufwasser-Kraftwerk an. Mit einer Leistung von 250 Megawatt ist es die größte, privat betriebene Hydropower-Anlage in der ganzen Sub-Sahara-Region. Nahe der Stadt Jinja, dort wo der Victoriasee mit geeignetem Gefälle in den Nil spült, produziert das Bujagali-Projekt künftig, was das Entwicklungsland in Ostafrika so dringend braucht, um wirtschaftlich auf die Beine zu kommen: eigenen, bezahlbaren Strom für möglichst viele Menschen – und wird auf die Weise zum Vorreiter für andere afrikanische Staaten südlich der Sahelzone.

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Bislang lähmen fehlende Energieressourcen ganze Nationen Afrikas, wie etwa Uganda. Das will schon 2025 Schwellenland werden. "Doch ohne Strom wächst keine Wirtschaft, floriert keine Landwirtschaft", sagt Frank Albert, der das Büro der KfW-Entwicklungsbank in Ugandas Hauptstadt Kampala leitet. "Wie etwa soll ein Bauer die Milch seiner Kühe in großem Stil verkaufen, wenn ihm der Strom fehlt, um sie zu kühlen?"

Uganda produziert nicht mehr Strom als eine deutsche Stadt

Und die Bevölkerungszahlen steigen, allein in Uganda jedes Jahr um eine Million. Diese Menschen bräuchten Perspektiven, sagt Albert. Und sie benötigten Jobs. Doch ohne Strom laufe nichts.

Laufwasserkraftwerke

Laufwasserkraftwerke, wie das an den Bujagali-Fällen in Uganda, nutzen zur Energieerzeugung das natürliche Gefälle und die Kraft eines strömenden Flusses.

Durch die Kraft des Wassers werden Turbinen in Bewegung gesetzt, die Generatoren zur Stomerzeugung antreiben.

Für ein solches Kraftwerk muss kein oder nur wenig Wasser aufgestaut werden. Zudem nutzt das Bauwerk die gesamte Breite des Gewässers. Staudamm und Turbinenhalle sind miteinander verbunden.

Ein Wehr regelt den Wasserstand am Kraftwerk. Während ein Teil des Wassers in schmalen Schächten zu den Turbinen fließt, wird das übrige Wasser über Ausweichschächte zurück in den Fluss geleitet.

Vorteil für die Umwelt

Da Laufwasserkraftwerke Breite und Gefälle des Flusses nutzen, werden große Stauseen überflüssig. Vergleichsweise gering sind dadurch die Umweltschäden. Weniger Menschen müssen umgesiedelt werden, wertvolle Natur bleibt verschont.

Für Bujagali wurden nur knapp 120 Hektar Land um die geplante Kraftwerksfläche geflutet. Das neu entstandene Becken führt das Wasserreservoir für einen Tag. Auf die Weise wird dem Nil durch Verdunstung kaum Wasser entzogen. Nachdem das Wasser durch Wehr- und Turbinenanlage geströmt ist, fließt es komplett zurück ins Flussbett. Das befriedet letztlich auch die Anrainerstaaten im Norden. Sie fürchteten, dass durch Bujagali in den Wüstenregionen der Sahara künftig weniger Wasser ankommen könnte.

Treppen für Fische

Fische und andere Wassertiere passieren das Hindernis über die sogenannte Fischtreppe, ein angrenzender und oft naturbelassener Umgehungskanal. Er ist zwar mit dem aufgestauten Flussbecken verbunden, nicht aber mit der Anlage.

Derzeit produziert Uganda nicht mehr Elektrizität im Jahr als eine mittelgroße Stadt in Deutschland in derselben Zeit verbraucht – meist mittels gemieteter Dieselgeneratoren und Notstromaggregaten. Keine zehn Prozent der Haushalte sind ans Netz angeschlossen. Vor allem die Menschen in den Dörfern leben fast ohne Strom. Dort wo es ihn gibt, fällt er mehrmals täglich aus: in Krankenhäusern, Betrieben oder sogar auf dem Flughafen in Entebbe. Das verursacht hohe Verluste und kostet schlimmstenfalls das Leben.


Bujagali-Staudamm-Projekt auf einer größeren Karte anzeigen

Mit der Kraft des Nilwassers soll sich das ändern. "Geht das Bujagali-Kraftwerk bis Mitte 2012 vollständig ans Netz, steigert sich das verfügbare Stromaufgebot im Land um mehr als die Hälfte", sagt Albert. Uganda vollzöge damit gewissermaßen die Energiewende. Stinkende, überteuerte Generatoren würden dann in die Vergangenheit gehören. Die Kilowatt-Stunde wird bezahlbar. Statt im Schnitt 19 Euro-Cent vom Dieselmotor kostet sie nur noch fünf Euro-Cent. Zudem wird die Energie klimafreundlicher. Fachleute schätzen, dass Uganda durch Bujagali mehr als 900.000 Tonnen an CO2-Emissionen pro Jahr einspart.

Uganda: Mangel an Strom im Alltag
Um die Fotostrecke zu sehen, klicken Sie bitte auf das Bild.

Um die Fotostrecke zu sehen, klicken Sie bitte auf das Bild.  |  © Edward Echwalu

"Nicht zuletzt das rechtfertigt die hohen Investitionskosten", betont KfW-Büroleiter Frank Albert. Mehr als 660 Millionen Euro sind bislang in den Bau des Kraftwerks geflossen. Der Großteil des Geldes stammt von einem internationalen Finanzierungskonsortium, zu dem auch die KfW-Entwicklungsbank und die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) zählen. 34 Millionen Euro haben beide im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit zum Bau beigesteuert. Ein Förderkredit, den Kraftwerksbetreiber BEL dafür dringend benötigte.

Zehntausende Tonnen Material und unzählige Spezialmaschinen mussten herangeschafft werden. Mehr als 4.000 Ugander fanden Arbeit auf der Großbaustelle am Nil. Fachleute wie Bill Groth wurden gebraucht. Der 51-jährige Amerikaner hat schon überall auf der Welt Kraftwerke gebaut. Im Jahr 2008 kam er nach Jinja, zwölf Monate nach Baubeginn – und mit ihm weitere Experten aus über 50 Ländern. Ferien hat er seitdem nie gemacht. "Am Wochenende mal ein bisschen Golf", das sei es schon gewesen. Die Hektik dieser Baustelle liege ihm mehr als das Idyll irgendeines Tropenstrandes. Groth, der den Fluss liebt, hat in Uganda etwas Besonderes gefunden, sagt er. "Hier kann ich etwas bewegen. Dieses Gefühl treibt mich an."

Leserkommentare
  1. Bei den gleichen Anlagenpreisen wie in Deutschland würde sich mit Photovoltaik Strom für rund 8-9 €ct/kWh heute produzieren lassen.
    Warum hatten die nicht schon längst ihre Dieselgeneratoren nur in der Nacht laufen lassen (ein Großteil der Kosten ist ja der Diesel)? Das wäre doch ein riesen Einsparpotential gewesen?

    Wenn sie zusätzlich noch einen Staudamm hätten, könnten sie - wenn in ein paar Jahren PV-Strom dort nur noch 5 €ct/kWh kostet - den PV-Strom am Tag und den Strom vom Staudamm in der restlichen Zeit benutzen.
    Es sind ja nur 10% überhaupt ans Netz angeschlossen. Was wird wohl passieren, wenn der Strom auf einmal so viel billiger wird und andere auch einen Stromnetzanschluss bekämen? Der Stromverbrauch explodiert!

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    • tobmat
    • 02. März 2012 11:28 Uhr

    Das Problem an PV ist, das die Kosten fast komplett bei der Anschaffung anfallen, während sie bei Dieselgeneratoren nur anfallen wenn man den einschaltet.
    Daher ist PV ungeeignet. Es ist in der Anschaffung einfach zu teuer. Das klappt nur wenn es externe Geldgeber gibt.
    Dazu kommt das PV-Anlagen viel Platz verbrauchen und auch ziemlich empfindlich sind. Also im Vergleich zu Dieselgeneratoren. Und wenn man zur PV-Anlage sowieso noch nen Dieselgenerator braucht, werden die meisten auf die PV-Anlage einfach verzichten.

  2. Der Artikel suggeriert die Grossartigkeit der Entscheidung.
    Die Entscheidung wurde vom Präsidenten Museveni getroffen und durchgesetzt. Eine Diskussion darüber erfolgte weder über die Ökölogischen Auswirkungen noch über den Nutzen für die Bevölkerung. Zwangsumsiedlung .
    Da am Viktoria See bereits ( nach meiner unzureichenden Info ) zwei Wasserkraftwerke , Owens falls ( 60 MW ) und Owens Falls Extension ( 5X 40 MW ) bestehen wird jetzt zusätzlich eine Leistung von 250 MW installiert. ( Laufwasserkraftwerk = Fischhäkselanlage )
    Der private Investor erhält eine garantierte Jahreszahlung von 100 MIO US$, das treibt den Strompreis für die Abnehmer in ungeahnte Höhen. Nach 30 Jahren fällt der Besitz an den Staat.
    Das grösste Problem in Uganda ist aber nicht die Stromerzeugung sondern die Stromverteilung, darum fällt auch laufend der Strom aus und die sich einen Notstromdiesel leisten können haben ihn min. 1X inder Woche in Betrieb.Das ist für afrikanische Verhältnisse aber ok.
    Von dem erzeugten Strom soll ein Grossteil nach Kenia geliefert werden, die dann diesen bezahlen sollen.
    Die Stromversorgung mittels Solaranlagen scheitert natürlich an der nicht Speicherbarkeit, denn der Ugander braucht den Strom Nachts, gerade auf dem Land. Da ist unsere Solarlobby schon an der Arbeit.
    Der Artikel wurde mal wieder von einem Komplettlaien geschrieben, der uns erzäht, dass stinkende Generatoren der Vergangenheit angehören. Generatoren stinken nicht, er meinte wohl die Dieselmotoren

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    • xy1
    • 02. März 2012 12:49 Uhr

    Bitte mal ohne Kapitlistenkritik.
    Der Investor muss doch sein Geld zurückerhalten und etwas dabei verdienen. Der Artikel nennt den Strompreis - ca.
    5Cent/kwh, also nix ungeahnte Höhen.
    Sicher ist ein Kraftwerk ein Eingriff in die Natur, der Standpunkt eines Uganders der jetzt zum ersten mal zuverlässig Strom erhält unterscheidet sich aber wesentlich von dem eines saturierten Bundesbürger, der eifrig nach allen denkbaren Problemen Ausschau hält.
    Dass die Entwicklungshilfe etwas sehr nützliches auf die Beine gestellt sollte man doch wirklich begrüssen.

  3. Uganda kann erstmals Energiereserven anlegen, dass hört sich an, als ob man den Strom jetzt erzeugen und später verbrauchen kann.
    Schade, geht nicht.
    Man hat die benötigte Anlagenlleistung für ganz Uganda auf 300 MW geschätzt.
    wenn, wie bereits 2005 der Wasserstand des Viktoriasees fällt ( weil die Ninjos ausbleiben ) welche Vorkehrungen wurden getroffen ?
    Nein, von einem Zeit Artikel erwarte ich Recherche und nicht Propaganda.

    • tobmat
    • 02. März 2012 11:28 Uhr

    Das Problem an PV ist, das die Kosten fast komplett bei der Anschaffung anfallen, während sie bei Dieselgeneratoren nur anfallen wenn man den einschaltet.
    Daher ist PV ungeeignet. Es ist in der Anschaffung einfach zu teuer. Das klappt nur wenn es externe Geldgeber gibt.
    Dazu kommt das PV-Anlagen viel Platz verbrauchen und auch ziemlich empfindlich sind. Also im Vergleich zu Dieselgeneratoren. Und wenn man zur PV-Anlage sowieso noch nen Dieselgenerator braucht, werden die meisten auf die PV-Anlage einfach verzichten.

    Antwort auf "Warum eigentlich?"
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    Natürlich bedarf es einer Finanzierung für die Anlage, aber man hat inflationssicheren Strom für die nächsten 20-30 Jahre, was man von Diesel jetzt nicht behaupten könnte.
    Und auch in Uganda wird Strom nicht nur zur Beleuchtung also nachts gebraucht. Je fortschrittlicher das Land wird, je mehr wird Wirtschaft und Haushalt am Tag verbrauchen, gerade wenn irgendwann sich ein gewisser Teil eine Klimaanlage leisten kann.

    Wie wäre es mit Entwicklungshilfe? Statt für korrupten Regierungsbeamten, Warlords, usw., für die Anschaffung von "Solar"-Anlagen auszugeben. Dann könnte man auch die sinnlosen Subventionen besser verstecken.

  4. Natürlich bedarf es einer Finanzierung für die Anlage, aber man hat inflationssicheren Strom für die nächsten 20-30 Jahre, was man von Diesel jetzt nicht behaupten könnte.
    Und auch in Uganda wird Strom nicht nur zur Beleuchtung also nachts gebraucht. Je fortschrittlicher das Land wird, je mehr wird Wirtschaft und Haushalt am Tag verbrauchen, gerade wenn irgendwann sich ein gewisser Teil eine Klimaanlage leisten kann.

    Antwort auf "PV ungeeignet"
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    • tobmat
    • 02. März 2012 12:46 Uhr

    "aber man hat inflationssicheren Strom für die nächsten 20-30 Jahre"
    Das ist nur inflationssicher, wenn sie die Finanzierung der PV-Anlage nicht zurückzahlen müssen. Es gibt weitere Probleme. Der PV-Strom ist nicht speicherbar, so das man alternative Energiequellen benötigt, was zusätzlichen Aufwand bedeutet. Man hat mit einer PV-Anlage also die Ausgaben für die PV-Anlage, die sich kaum einer leisten kann und die Ausgaben für das Dieselaggregat. Das einzige was man einspart ist der bisherige Dieselverbrauch wenn die Sonne scheint.
    Dazu kommt das Problem mit der Wartung von PV-Anlagen. Die sind ja nicht wartungsfrei, aber eine entsprechende Infrastruktur müsste überhaupt erstmal aufgebaut werden.

    • tobmat
    • 02. März 2012 12:46 Uhr

    "aber man hat inflationssicheren Strom für die nächsten 20-30 Jahre"
    Das ist nur inflationssicher, wenn sie die Finanzierung der PV-Anlage nicht zurückzahlen müssen. Es gibt weitere Probleme. Der PV-Strom ist nicht speicherbar, so das man alternative Energiequellen benötigt, was zusätzlichen Aufwand bedeutet. Man hat mit einer PV-Anlage also die Ausgaben für die PV-Anlage, die sich kaum einer leisten kann und die Ausgaben für das Dieselaggregat. Das einzige was man einspart ist der bisherige Dieselverbrauch wenn die Sonne scheint.
    Dazu kommt das Problem mit der Wartung von PV-Anlagen. Die sind ja nicht wartungsfrei, aber eine entsprechende Infrastruktur müsste überhaupt erstmal aufgebaut werden.

    Antwort auf "PV geeignet"
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    Ich kann jetzt nicht viel über das Bankenwesen in Uganda sagen, aber im angenommenen Preis von 8-9 ct/kWh ist die Finanzierung nach deutschem Maßstab enthalten.

    Bei 1400 €/kWp Anlagenpreis und 20 Jahren Laufzeit bei 1800 kWh/kWp komme ich theoretisch ohne Finanzierung auf nur 4 ct/kWh. Eine zusätzliche Wechslrichteranschaffung kommt wohl dazu, dafür kann man eine PV-Anlage auch länger als 20 Jahre betrieben.

    Ein Wasserkraftwerk muss ja auch finanziert werden, und das hat ja anscheinend auch geklappt.

    Die Speicherproblematik würde sich leicht über ein Stauseekraftwerk lösen lassen, bei dem der Wasserstrom den Ausgleich für PV übernimmt.
    Ansonsten darf man nur soviel PV bauen, dass der Tagesbedarf nicht niedriger ist als die PV-Produktion.

    Wartung? Die Wartung bei einer PV Anlage ist praktisch null (~1 ct/kWh Deutschland -> ~0,6 ct/kWh Uganda). Der Wechselrichter muss evt nach 10 Jahren mal ausgetauscht werden, aber bis dahin sind die Dinger auch nochmal ein ganzes Stück günstiger geworden.
    Jedes Kohle-,Gaskraftwerk bzw Dieselgenerator bzw Wasseerkraftwerk hat höhere Wartungskosten.
    Und der Vorteil ist immer: Praktisch jede Komponente wird in Zukunft billiger werden, sodass ein Austausch relativ günstig sein wird.

    • xy1
    • 02. März 2012 12:49 Uhr

    Bitte mal ohne Kapitlistenkritik.
    Der Investor muss doch sein Geld zurückerhalten und etwas dabei verdienen. Der Artikel nennt den Strompreis - ca.
    5Cent/kwh, also nix ungeahnte Höhen.
    Sicher ist ein Kraftwerk ein Eingriff in die Natur, der Standpunkt eines Uganders der jetzt zum ersten mal zuverlässig Strom erhält unterscheidet sich aber wesentlich von dem eines saturierten Bundesbürger, der eifrig nach allen denkbaren Problemen Ausschau hält.
    Dass die Entwicklungshilfe etwas sehr nützliches auf die Beine gestellt sollte man doch wirklich begrüssen.

    Antwort auf "Beleuchtung"
  5. Ich kann jetzt nicht viel über das Bankenwesen in Uganda sagen, aber im angenommenen Preis von 8-9 ct/kWh ist die Finanzierung nach deutschem Maßstab enthalten.

    Bei 1400 €/kWp Anlagenpreis und 20 Jahren Laufzeit bei 1800 kWh/kWp komme ich theoretisch ohne Finanzierung auf nur 4 ct/kWh. Eine zusätzliche Wechslrichteranschaffung kommt wohl dazu, dafür kann man eine PV-Anlage auch länger als 20 Jahre betrieben.

    Ein Wasserkraftwerk muss ja auch finanziert werden, und das hat ja anscheinend auch geklappt.

    Die Speicherproblematik würde sich leicht über ein Stauseekraftwerk lösen lassen, bei dem der Wasserstrom den Ausgleich für PV übernimmt.
    Ansonsten darf man nur soviel PV bauen, dass der Tagesbedarf nicht niedriger ist als die PV-Produktion.

    Wartung? Die Wartung bei einer PV Anlage ist praktisch null (~1 ct/kWh Deutschland -> ~0,6 ct/kWh Uganda). Der Wechselrichter muss evt nach 10 Jahren mal ausgetauscht werden, aber bis dahin sind die Dinger auch nochmal ein ganzes Stück günstiger geworden.
    Jedes Kohle-,Gaskraftwerk bzw Dieselgenerator bzw Wasseerkraftwerk hat höhere Wartungskosten.
    Und der Vorteil ist immer: Praktisch jede Komponente wird in Zukunft billiger werden, sodass ein Austausch relativ günstig sein wird.

    Antwort auf "PV ungeeignet 2"
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    • tobmat
    • 02. März 2012 14:04 Uhr

    "Die Speicherproblematik würde sich leicht über ein Stauseekraftwerk lösen lassen, bei dem der Wasserstrom den Ausgleich für PV übernimmt."
    Wir reden von Uganda. Sowas schafft man ja kaum in Deutschland. Nebenbei würde das ihre Kostenkalkulation verändern.

    "Ansonsten darf man nur soviel PV bauen, dass der Tagesbedarf nicht niedriger ist als die PV-Produktion."
    Das ist schwierig bis gar nicht machbar. Wenn man das tatsächlich umsetzen wollte, müsste die maximale PV-Leistung zur Mittagszeit als Deckelung dienen, was schnell zu Lücken zu anderen tageszeiten führt. Solarstrom schwankt halt sehr.

    "Die Wartung bei einer PV Anlage ist praktisch null (~1 ct/kWh Deutschland -> ~0,6 ct/kWh Uganda)."
    Ja genau sie ist fast null. Nur für das "fast" können sie nicht den Autodidakt-Mechaniker von nebenan nehmen. Das funktioniert nur beim Dieselgenerator. Denn bei der Wartung ging es mir nicht um die Kosten, sondern um die notwendige Technologie und Fähigkeiten.

    "aber im angenommenen Preis von 8-9 ct/kWh ist die Finanzierung nach deutschem Maßstab enthalten."
    Den können sie bei weitem nicht mit der Finanzierung in dritte Welt Ländern vergleichen. Der Leitzins in Uganda liegt bei 21%.
    Und auch die deutsche Finanzierung ist nicht infaltionsgesichert. Nur haben wir im Vergleich zu Uganda kaum Inflation.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Uganda | Dorf | Fluss | Kraftwerk | Strom | Wasserkraft
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