Outback im Wandel Nach Jahren der Dürre schöpfen Australiens Farmer Hoffnung

Viele Viehzüchter haben im überschwemmten Murray-Darling-Becken Tiere verloren. Trotzdem sind sie froh, dass der Regen ihr Land wieder fruchtbar macht.

Nach Jahren der Dürre stand bereits 2010 Weideland – hier bei Wangaratta – in Victoria unter Wasser. Auch 2012 wurden Teile des Murray-Darling-Beckens nach langen heftigen Niederschlägen überflutet.

Nach Jahren der Dürre stand bereits 2010 Weideland – hier bei Wangaratta – in Victoria unter Wasser. Auch 2012 wurden Teile des Murray-Darling-Beckens nach langen heftigen Niederschlägen überflutet.

Wenn der Naturschützer Patrick Medway früher von Sydney nach Perth flog, sah er aus der Luft nur Orange, Rostrot und Braun. Trockenes Land auf der ganzen, fast 3.500 Kilometer langen Strecke bis an die Westküste.

In die Geschichte ging diese Zeit als Millenniumsdürre ein – The Big Dry, von 1997 bis 2009. Damals begann die Ödnis gleich am Fuße der Snowy Mountains, den Australischen Alpen. Sie bilden einen Teil der Great Dividing Range, dem größtem Gebirgszug des Kontinents, der sich die Ostküste entlang vom Norden des Bundesstaates Queensland durch New South Wales bis nach Victoria zieht.

Anzeige

In dem gewaltigen Gebirge entspringen die beiden längsten Flüsse des Landes – der 3.400 Kilometer lange Darling River und der 2.600 Kilometer lange Murray River. Sie verzweigen sich zu einem gigantischen Flusssystem, dem mehr als eine Million Quadratkilometer großen Murray-Darling-Becken, der fruchtbarsten Kulturlandschaft Australiens.

El Niño

El Niño ist ein globales Wetterphänomen, das alle drei bis sieben Jahre auftritt. Auf Deutsch bedeutet El Niño "der Junge", aber auch "das Christkind". Der spanische Name rührt daher, dass El Niño, die Erwärmung des tropischen Pazifiks, in der Regel um Weihnachten herum ihren Höhepunkt hat.

Aus bislang weitgehend ungeklärten Gründen kommt es dabei zu einer Erhöhung des Luftdrucks über Südostasien und dem westlichen Pazifik, während er im östlichen Pazifik sinkt. Starke Regenfälle und Überflutungen in Teilen Südamerikas sind die Folge. Die Regenwaldregionen auf der Rückseite der Anden dagegen leiden unter Trockenheit.

La Niña

La Niña – zu Deutsch "das kleine Mädchen" – folgt oft auf El Niño und bewirkt klimatisch das Gegenteil: Eine außergewöhnlich kalte Pazifikströmung rund um den Äquator führt, grob gesagt, zu Trockenheit in Peru und erhöhtem Niederschlag in Indonesien.

Wer das Murray-Darling-Becken heute überfliegt, sieht es im alten satten Grün erstrahlen. Nach Jahren der Trockenheit, in denen Farmer Zehntausende Tiere verloren, regnete es hier seit 2009 drei Sommer lang besonders stark. Das Wetterphänomen La Niña am Pazifischen Ozean trug dazu bei. Die bräunliche Halbsteppe hat sich in fruchtbares Ackerland verwandelt.

Doch der Regen bringt auch verheerende Überschwemmungen. Zuletzt mussten wieder Tausende Australier ihre Häuser zeitweise verlassen. Mindestens zwei Menschen kamen in den Fluten im Südosten ums Leben. Viele Bauern haben Vieh in den Wassermassen verloren. Häuser, Ställe und Strommasten sind beschädigt. Die Ernte ist zum Teil zerstört – und angeschwemmtes Salz aus den Bergen kann die Felder vergiften. Auch Wildtiere wie Kängurus oder Emus kamen in den Fluten um. Durch die Rückkehr des Wassers entstehe aber auch neuer Lebensraum für Tierarten, die während der Dürrejahre hier nicht überlebten, sagt Medway, leitender Naturschützer der Wildlife Preservation Society of Australia.

Trotz all der Probleme, die das Hochwasser mit sich bringt: Viele Farmer sind froh, dass der Regen die Kornkammer Australiens jetzt wieder speist. Sie hoffen auf bessere Jahre, in denen genug, aber eben auch nicht zu viel Wasser ihre Felder fruchtbar hält. Für die kommende Baumwollernte erwarten sie etwa einen Zuwachs von 25 Prozent.

Leser-Kommentare
  1. 1. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf gewaltverherrlichende Äußerungen und bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke, die Redaktion/jz

  2. 2. [...]

    Entfernt. Bitte wenden Sie sich mit Kritik an Moderationsentscheidungen an community@zeit.de. Der Kommentarbereich ist der Diskussion des Artikelthemas vorbehalten. Danke, die Redaktion/jz

  3. also nochmal:

    Bei dem beschriebenen Vorgang handelt es sich um triviale Erscheinungen des oberirdischen Abflusses.

    Und die sehr orginelle Formulierung: "signifikante geomorphologische Veränderungen" ist, zurückhaltend formuliert, als Erosion bekannt und wirklich nichts Neues.

    Die einschlägige Fachliteratur gibt darüber seit Jahrzehnten verläßlich Auskunft.

    MfG Karl Müller

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Bin auch zunächst über den Satz gestolpert...

    Einerseits ist es natürlich recht trivial, dass ein starkes Hochwasser-Ereignis signifikante geomorphologische Veränderungen bewirkt.

    Allerdings kann Erosion/Akkumulation für den Menschen durchaus negativ sein. Denn selbst (gerade?) unsere moderne Infrastruktur ist selten auf sich verändernde natürliche Systeme eingestellt.

    Das Hochwasser 2002 an der Elbe hat z.B. größere Mengen Material verlagert. Folge: Kolke und Anlandungen im Stromstrich, Erosion und Sandüberdeckungen auf Ackerflächen und an Infrastrukturen (Bahnlinien, Straßen,..). Für die betroffenen Wasserwirtschaftsämter, Landwirte, Kommunen durchaus signifikante Kostenfaktoren.

    Bin auch zunächst über den Satz gestolpert...

    Einerseits ist es natürlich recht trivial, dass ein starkes Hochwasser-Ereignis signifikante geomorphologische Veränderungen bewirkt.

    Allerdings kann Erosion/Akkumulation für den Menschen durchaus negativ sein. Denn selbst (gerade?) unsere moderne Infrastruktur ist selten auf sich verändernde natürliche Systeme eingestellt.

    Das Hochwasser 2002 an der Elbe hat z.B. größere Mengen Material verlagert. Folge: Kolke und Anlandungen im Stromstrich, Erosion und Sandüberdeckungen auf Ackerflächen und an Infrastrukturen (Bahnlinien, Straßen,..). Für die betroffenen Wasserwirtschaftsämter, Landwirte, Kommunen durchaus signifikante Kostenfaktoren.

  4. Bin auch zunächst über den Satz gestolpert...

    Einerseits ist es natürlich recht trivial, dass ein starkes Hochwasser-Ereignis signifikante geomorphologische Veränderungen bewirkt.

    Allerdings kann Erosion/Akkumulation für den Menschen durchaus negativ sein. Denn selbst (gerade?) unsere moderne Infrastruktur ist selten auf sich verändernde natürliche Systeme eingestellt.

    Das Hochwasser 2002 an der Elbe hat z.B. größere Mengen Material verlagert. Folge: Kolke und Anlandungen im Stromstrich, Erosion und Sandüberdeckungen auf Ackerflächen und an Infrastrukturen (Bahnlinien, Straßen,..). Für die betroffenen Wasserwirtschaftsämter, Landwirte, Kommunen durchaus signifikante Kostenfaktoren.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    etwas irritierend ist die Feststellung aus dem Artikel schon.

    [...]

    Das solche Umlagerungen negative Folgen haben, steht ja -aus sich der "Bewohner" außer Frage. Zumal dabei jedesmal auch erhebliche Mengen an Schadstoffen mit mobilisiert werden.

    Was vermuten Sie, war denn wohlso alles in der Emulsion aus dem Erzgebirge enthalten?

    Aber ist es denn angemessen in einem aktiven Sedimentations/Erosionsraum über die schon im Hangenden dokumentierten Vorgänge noch zu jammern?

    MfG Karl Müller

    Bitte verzichten Sie auf das Wiederholen bereits entfernter Äußerungen. Danke, die Redaktion/fk.

    etwas irritierend ist die Feststellung aus dem Artikel schon.

    [...]

    Das solche Umlagerungen negative Folgen haben, steht ja -aus sich der "Bewohner" außer Frage. Zumal dabei jedesmal auch erhebliche Mengen an Schadstoffen mit mobilisiert werden.

    Was vermuten Sie, war denn wohlso alles in der Emulsion aus dem Erzgebirge enthalten?

    Aber ist es denn angemessen in einem aktiven Sedimentations/Erosionsraum über die schon im Hangenden dokumentierten Vorgänge noch zu jammern?

    MfG Karl Müller

    Bitte verzichten Sie auf das Wiederholen bereits entfernter Äußerungen. Danke, die Redaktion/fk.

  5. etwas irritierend ist die Feststellung aus dem Artikel schon.

    [...]

    Das solche Umlagerungen negative Folgen haben, steht ja -aus sich der "Bewohner" außer Frage. Zumal dabei jedesmal auch erhebliche Mengen an Schadstoffen mit mobilisiert werden.

    Was vermuten Sie, war denn wohlso alles in der Emulsion aus dem Erzgebirge enthalten?

    Aber ist es denn angemessen in einem aktiven Sedimentations/Erosionsraum über die schon im Hangenden dokumentierten Vorgänge noch zu jammern?

    MfG Karl Müller

    Bitte verzichten Sie auf das Wiederholen bereits entfernter Äußerungen. Danke, die Redaktion/fk.

    Eine Leser-Empfehlung
  6. Da hat das Wetteramt usw. der "Aussis" eine Presseinformation rausgegeben (1.Übersetzung von Fachsprache in "Fast" Englisch)
    .
    Da baut ein Agenturmann da "Unten" das für den "Deutschen" Markt um. (2.Übersetzung von "Fast"Englisch in Pressedeutsch).
    .
    Und dann bekommt ein "armer" Schreiber in der "Morgenrunde" in Hamburg diese Meldung zugeteilt "Mach mal 1 Spaltig 200", hat Kommunikatioswissenschaften studiert und soll das bis Mittag fertig haben. (3.Übersetzung in "Zeit" Sprache)
    .
    Das hat er doch recht brauchbar gemacht,:-)) für die kurze Zeit die er dafür hatte! Die fünf "W's" sind doch drin :-) und dicke Fehler logischer oder inhaltlicher Art finde ich auch nicht!!!
    .
    Und dann kommt IHR mit Eurem geologischem Fachwissen und klopft den zusammen. Ist nicht nett:-).
    .
    Gruss aus der Innung mit der"gesunden Halbbildung"
    Sikasuu
    .
    Ps. Es ist oft recht schwer komplizierte Sachverhalte so um zu setzen, das es allgemeinverständlich wird und trotzdem genau bleibt.
    .
    Pps. Und immer weniger Allgemeinwissen bei Leuten ist leider heute üblich geworden:-) Sachartikel wie dieser hier werden oft von jemanden geschrieben, der wirklich dazu keine Grundlage hat..
    Und die Zeit sich da einzuarbeiten gibt es auch in der ZEIT nicht mehr :-(((

    Eine Leser-Empfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Danke das Sie nochmal an den "stille Post Effekt" erinnern;).

    Was mich bei solchen Verlautbarungen regelmäßig zur Verzweifelung treibt ist einfach das spekulative Verahrren im Ungefähren, was die Einordnung solcher Ereignisse angeht.

    Im Prinzip deutet ja schon der "lustige Meteorologe" d.h. eigentlich dessen Einlassung zur Sedimentologie die Antwort an!

    Es läßt sich eben recht schnell ergründen, welche Größenordnung das Ereignis hatte und wie häufig soetwas auf z.B. den letzten 10 m Sediment vorgekommen ist.....

    Zudem ist mir doch dunkel in Erinnerung das selbst die Warvenschichtung bzw. deren Analyse deutliche Hinweise auf Klimaänderungen im Liefergebiet der Sedimente nachweist!

    Warum stürzt sich niemand auf ein solches Thema? Besser und verlässlicher sind Veränderungen doch garnicht erfassbar?

    Die "Handwerkzeuge" sind verläßlich und allgemein bekannt, und unterbeschäftigte Geologen gibts auch down under...

    MfG Karl Müller

    Danke das Sie nochmal an den "stille Post Effekt" erinnern;).

    Was mich bei solchen Verlautbarungen regelmäßig zur Verzweifelung treibt ist einfach das spekulative Verahrren im Ungefähren, was die Einordnung solcher Ereignisse angeht.

    Im Prinzip deutet ja schon der "lustige Meteorologe" d.h. eigentlich dessen Einlassung zur Sedimentologie die Antwort an!

    Es läßt sich eben recht schnell ergründen, welche Größenordnung das Ereignis hatte und wie häufig soetwas auf z.B. den letzten 10 m Sediment vorgekommen ist.....

    Zudem ist mir doch dunkel in Erinnerung das selbst die Warvenschichtung bzw. deren Analyse deutliche Hinweise auf Klimaänderungen im Liefergebiet der Sedimente nachweist!

    Warum stürzt sich niemand auf ein solches Thema? Besser und verlässlicher sind Veränderungen doch garnicht erfassbar?

    Die "Handwerkzeuge" sind verläßlich und allgemein bekannt, und unterbeschäftigte Geologen gibts auch down under...

    MfG Karl Müller

    • keibe
    • 24.03.2012 um 18:03 Uhr

    gibt es auch noch andere, die nun Hoffnung und Wasser schöpfen:

    http://de.wikipedia.org/w...

  7. Danke das Sie nochmal an den "stille Post Effekt" erinnern;).

    Was mich bei solchen Verlautbarungen regelmäßig zur Verzweifelung treibt ist einfach das spekulative Verahrren im Ungefähren, was die Einordnung solcher Ereignisse angeht.

    Im Prinzip deutet ja schon der "lustige Meteorologe" d.h. eigentlich dessen Einlassung zur Sedimentologie die Antwort an!

    Es läßt sich eben recht schnell ergründen, welche Größenordnung das Ereignis hatte und wie häufig soetwas auf z.B. den letzten 10 m Sediment vorgekommen ist.....

    Zudem ist mir doch dunkel in Erinnerung das selbst die Warvenschichtung bzw. deren Analyse deutliche Hinweise auf Klimaänderungen im Liefergebiet der Sedimente nachweist!

    Warum stürzt sich niemand auf ein solches Thema? Besser und verlässlicher sind Veränderungen doch garnicht erfassbar?

    Die "Handwerkzeuge" sind verläßlich und allgemein bekannt, und unterbeschäftigte Geologen gibts auch down under...

    MfG Karl Müller

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service