Seebeben in JapanTsunami-Warnung in Japan nach starkem Beben

Vor der Ostküste der Insel Hokkaido hat die Erde gebebt. Vorsorglich hatten die Behörden vor einem Tsunami gewarnt. Die Welle blieb nun aus. Schäden sind nicht bekannt. von dpa

Die Menschen an Japans Nordostküste können beruhigt sein. Nach einem schweren Seebeben der Stärke 6,8 am Mittwoch im Pazifischen Ozean bestätigte sich die Warnung vor einem Tsunami nicht.

Zuvor hatte die japanische Meteorologiebehörde JMA vorsorglich Alarm vor einer möglichen Flutwelle ausgelöst. Die Wissenschaftler hatten den erwarteten Tsunami allerdings als niedrig eingestuft. Mittlerweile wurde die Warnung aufgehoben.

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Das Zentrum des Bebens, das sich um 18.08 Uhr Ortszeit ereignete, lag vor der Küste der Präfektur Aomori in rund 26,6 Kilometern Tiefe, wie die US-Erdbebenwarte USGS mitteilte. Schäden oder Verletzte in Folge des Bebens wurden zunächst nicht gemeldet.


Erdbeben am 14. März 2012 auf einer größeren Karte anzeigen

Vor einem Jahr, am 11. März 2011 , wurde Japan von einem gewaltigen Erdbeben der Stärke 9,0 erschüttert. Ein dadurch ausgelöster Tsunami traf die Ostküste der Hauptinsel Honshu und riss mehr als 15.800 Menschen in den Tod , mehr als 3.000 Menschen werden noch immer vermisst. Im Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi kam es zum GAU. Weite Gebiete nahe der Atomruine sind noch immer so stark radioaktiv belastet, dass eine Rückkehr der Menschen dorthin ungewiss ist.

Das Erdbeben vom 11. März

In fast 90 Prozent der Fälle werden Tsunamis durch Seebeben ausgelöst. Dabei brechen oder reißen aufeinander stoßende Erdplatten und erschüttern den Untergrund des Ozeans. In Japan taucht die Pazifische unter die Eurasische Platte.

Infografik Erdbeben
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Klicken Sie auf das Bild, um die Weltkarte der Erdbebengefahr herunterzuladen  |  © Anne Gerdes/ZEIT Grafik

Durch solche Erdverschiebungen können gewaltige Wassermassen in Bewegung gesetzt werden. Einmal angestoßen, beginnt eine Kettenreaktion: So wie ein Dominostein den nächsten anstößt, pflanzt sich die Bewegungsenergie im Wasser fort – mit einer Geschwindigkeit von bis zu 800 Kilometern in der Stunde.

In Japan ereignete sich am 11. März 2011 um 14.46 Uhr Ortszeit (06.46 Uhr MEZ) ein großes Erdbeben der Stärke 9. Zahlreiche weitere Beben erschütterten die Region. Das Epizentrum lag 130 Kilometer östlich der Stadt Sendai und fast 400 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Tokyo. Das Beben löste mehrere Flutwellen aus, die weite Landstriche verwüsteten.

Mehr als 15.800 Menschen starben durch die Naturkatastrophen, mehr als 3.200 gelten weiterhin als vermisst. Rund 120.000 Gebäude wurden zerstört, Hunderttausende weitere zum Teil erheblich beschädigt (Quelle: National Police Agency, Japan).

Der Tsunami

Eigentlich bedeutet das japanische Wort Tsunami "Hafenwelle". Meist ist es aber nicht eine einzige Welle, die ausgelöst durch ein Erdbeben die Küsten trifft, sondern die Erschütterungen lösen gleich eine ganze Serie von Flutwellen aus.

Treffen diese Wellen nach ihrer rasanten Ausbreitung über den offenen Ozean auf flachere Gewässer, türmen sich die Wassermassen meterhoch auf. Als gewaltige Brecher schlagen die Fluten an Land und können so kilometerweit ins Landesinnere vordringen.

Mit Beben muss man auf Japans Hauptinsel Honshu stets rechnen. Das Land liegt im Bereich des Pazifischen Feuerrings. Damit ist ein Vulkangürtel gemeint, der den Pazifischen Ozean umringt.

GAU in Fukushima

Während des Bebens am 11. März 2011 wurde auch das an der Ostküste der Präfektur Fukushima gelegene Atomkraftwerk Fukushima-1 beschädigt. Der anschließende Tsunami zerstörte sowohl die Notstromversorgung als auch wichtige Kontrollmöglichkeiten der sechs Reaktoren.

Grafik Radioaktivität
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Klicken Sie auf das Bild, um die Infografik als PDF-Datei herunterzuladen.  |  © Julika Altmann

Nachdem das Kühlsystem ausfiel, kam es zu mehreren Explosionen durch entzündeten Wasserstoff. Die Wände der Reaktoren 1, 2, 3 und 4 wurden teils schwer dadurch beschädigt. Zudem ereigneten sich Kernschmelzen in den Reaktoren 1 bis 3. Radioaktivität trat in hohen Mengen in die Umwelt aus.

Das umliegende Gebiet musste evakuiert werden. Noch immer sind Städte und Dörfer in einem Radius von 20 Kilometern um die Atomanlage gesperrt. Mindestens 60.000 Menschen mussten ihre Heimat verlassen.

Der AKW-Betreiber Tepco versucht, die havarierten Reaktoren langfristig unter Kontrolle zu halten. Die Regierung schätzt, dass eine sichere Demontage von Fukushima-Daiichi mindestens 40 Jahre dauern werde. Im Dezember verkündete sie die Kaltabschaltung des Kraftwerks, allerdings ist umstritten, wie sicher die Lage dort wirklich ist.


 

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    • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
    • Schlagworte Japan | Kernkraftwerk | Tod | Tsunami | Hokkaido
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