Bohrplattform "Elgin"Probleme an Gasplattform kündigten sich an

Der Konzern Total hat eingeräumt, früher als bisher bekannt von den Problemen an der Plattform gewusst zu haben. Es gebe keine Anzeichen für menschliches Versagen.

Die "Elgin"-Gasplattform des französischen Energiekonzerns Total in der Nordsee (Archivbild)

Die "Elgin"-Gasplattform des französischen Energiekonzerns Total in der Nordsee (Archivbild)

Die Probleme an der Gasbohrplattform Elgin haben sich angebahnt: Wie der Management-Direktor des Energiekonzern Total, Philipe Guys, einräumte, gab es bereits mehr als einen Monat vor Bekanntwerden des Gaslecks Probleme bei der Gasförderung in der betroffenen Bohrung.

Am 25. Februar seien zum ersten Mal Druckschwankungen festgestellt worden. Von da an bis zum Verlassen der Plattform am vergangenen Sonntag sei versucht worden, die Probleme unter Kontrolle zu bekommen. Die Ursache sei derzeit nicht klar. "Zurzeit gibt es keine Anzeichen für menschliches Versagen", sagte Guys.

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Ob sich das bewahrheitet, ist noch offen: Die Gewerkschaft RMT hat den Betreiber eigenen Angaben nach schon vor Wochen auf die Probleme aufmerksam gemacht. Arbeiter hätten wiederholt Sicherheitsbedenken angemeldet, sagte ein Sprecher der Arbeitervertretung. Entsprechende Diskussionen habe es selbst noch "wenige Stunden vor dem Ereignis" gegeben. Den Arbeitern sei jedoch immer wieder gesagt worden, das betroffene Leitungsteil könne nicht versagen "und selbst wenn, so würde ein Design-Feature ein Gasleck verhindern". 

Mehrere Szenarien

Derzeit konzentriert der Konzern seine Bemühungen darauf, die Gasflamme oberhalb der Plattform zu löschen. So wollen die Fachleute die Explosionsgefahr mindern. Denn laut Schätzungen von Total strömen täglich etwa 200.000 Kubikmeter Methangas aus dem Leck. Schon jetzt dürfen sich keine Schiffe oder Flugzeuge nähern. Die Fackel wurde bei der Evakuierung der Elgin am Sonntag gezündet, um überschüssiges Gas zu verbrennen.

Laut britischem Energieministerium hat Total mehrere Szenarien für das Löschen entwickelt: Den Abwurf von Wasser aus Hubschraubern, den Einsatz von Löschschiffen oder den Einsatz von Stickstoff. Schwierig ist das auch deshalb, weil keiner mehr auf der Plattform arbeitet: Alle 238 Arbeiter wurden am Sonntag in Sicherheit gebracht.

Gegenwärtig bläst der Wind die Gaswolke von der Fackel weg. Luftaufnahmen deuten dem Ministerium zufolge darauf hin, dass die Flamme kleiner geworden ist, womit sich das Problem von selbst lösen könnte.

Noch keine Lösung für das Leck

Wie das Leck geschlossen werden soll, blieb unklar. Eine internationale Expertengruppe habe noch keine Empfehlung vorgelegt, teilte die britische Regierung mit. Diskutiert wurden unter anderem eine Entlastungsbohrung – was sechs Monate dauern würde – oder das Einspritzen von schwerem Schlamm – was schneller ist, aber auch gefährlicher.

Die Elgin liegt rund 240 Kilometer vor der schottischen Küste, wo das Wasser weniger als 100 Meter tief ist. Das Gas kommt aus einer Gesteinsschicht in etwa vier Kilometern Tiefe unter dem Meeresgrund und damit einen Kilometer über der Lagerstätte, die eigentlich ausgebeutet wird.

Dem Energieministerium zufolge wird inzwischen davon ausgegangen, dass die Leitungen durch die extremen Druck- und hohen Temperaturen durchlässig geworden sind. Das Leck selbst liegt auf der Plattform und damit über dem Wasserspiegel.

 
Leserkommentare
    • Kric
    • 30.03.2012 um 19:29 Uhr

    "Es gebe keine Anzeichen für menschliches Versagen"
    die gesamte Plattform ist menschliches Versagen.
    Wir leben in einer Zeit, in der die offensichtlichsten Tatsachen
    kollektiv einfach ausgeblendet werden.

    5 Leserempfehlungen
  1. Immer wieder das Gleiche bei solchen Unfällen. Der Öffentlichkeit wird vorgegaukelt dass alles unter Kontrolle ist, nichts passieren kann und sowieso alles harmlos ist.
    Als hätten wir nichts aus der Vergangenheit gelernt.

    2 Leserempfehlungen
    • keibe
    • 30.03.2012 um 20:57 Uhr

    "Der Konzern Total hat eingeräumt, früher als bisher bekannt von den Problemen an der Plattform gewusst zu haben. Es gebe keine Anzeichen für menschliches Versagen."

    Wenn jemand von den Problemen der Plattform gewusst hat und nichts unternahm, ist das dann technisches Versagen?

    3 Leserempfehlungen
  2. sind natur und menschenleben nichts wert. manchmal fällt mir ddie voraussage der indianer ein, erst wenn der letzte baum ... werden wir feststellen das geld nicht essbar ist, oder so ähnlich.

    2 Leserempfehlungen
  3. mit Löcherbohren an. Besonders wenn die Löcher etwas Größer und Länger sind, und in Unbekanntes Terrain vorstoßen!

    Relative Sicherheit wird vom Kostenfaktor eingefangen! Risiko von Versicherungen um verteilt.

    Das wird erst aufhören, wenn Manager mit einem großen Teil es eigenen Geldes, in Haftung genommen werden können. Schließlich wollen Manager wie Unternehmer, Bezahlt werden.

    4 Leserempfehlungen
    • Aluni
    • 30.03.2012 um 23:58 Uhr

    seit Wochen rumort es auf der Plattform und die Arbeiter schlugen mehrfach Alarm.
    Das Gas kommt aus der Tiefe des festen Meeresbodens, aber das Rohr reicht (vermeintlich?) noch 1 km tiefer, ist aber noch so intakt, dass das Gas oben über der Wasseroberfläche austritt.
    200.000 m3 Methangas pro Tag, die dank der Vorsicht der Arbeiter vor ihrer Flucht derzeit kontinuierlich abgefackelt werden. Muss eine beachtliche Fackel sein!
    Wie will man diese Flamme auslöschen? Problematisch wird es wohl besonders, wenn der Druck von unten nachlässt und die Flamme sich in das Rohr reinziehen könnte. Dann zerfetzt es das Rohr unterhalb der Wasseroberfläche und oberhalb des festen Meeresbodens, denke ich.
    Und was bedeutet ""und selbst wenn, so würde ein Design-Feature ein Gasleck verhindern"."? Haben sie das massgeschneiderte Stück schon vor ort?
    Eine Kerze lässt sich durch darüberhalten einer metallenen Glocke ohne Berührung löschen, qualmt aber nach. So eine Gasfackel, die keine Absperrung hat, ist jedoch was anderes.
    Trotzdem, wenn der Gasdruck am Austrittsloch nachlässt, müsste man nach meiner Überlegung die Flamme löschen, denn das Gas ist trotzdem besser in den Weltenweiten als komprimiert im Rohr.
    --- Nu Du!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ist so konstruiert daß es kein Flammenrückschlag möglich ist,
    selbst wenn die diese Einrichtung versagt ist es der fehlende Sauerstoff in der Steigeleitung der eine mögliche Explosion vrhindert. Nur so am Rande.

    • Aluni
    • 04.04.2012 um 1:19 Uhr

    Es würde mich sehr beruhigen, wenn es so wäre!

    ist so konstruiert daß es kein Flammenrückschlag möglich ist,
    selbst wenn die diese Einrichtung versagt ist es der fehlende Sauerstoff in der Steigeleitung der eine mögliche Explosion vrhindert. Nur so am Rande.

    • Aluni
    • 04.04.2012 um 1:19 Uhr

    Es würde mich sehr beruhigen, wenn es so wäre!

  4. Seit zwei Tagen zieht mein Auto besser und das Gasfeuerzeug brennt heller!

  5. Aus den Nachrichten der verschiedenen Verlautbarungen zu dem
    Leck muß es sich um mehrere Undichtigkeiten handeln.
    Wenn wie zuletzt gehandelt das Leck über Wasser liegt, sind
    Entlastungsbohrungen nur in der Nase notwendig.
    Erzählt der Gemeinde was wirklich los ist und kommt nicht immer mit Spekulationen über Sachen von denen Schreiberlinge so gut wie keine Ahnung haben. Herr, laß es regnen!!!

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, AFP
  • Kommentare 11
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  • Schlagworte Evakuierung | Gas | Schiff | Wasser | Bohrplattform
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