Die Menschen in den Industriestaaten müssen ihren Fleischkonsum erheblich einschränken, um der Klimaerwärmung entgegenzuwirken, sagt der Forscher Eric Davidson vom Woods Hole Research Centre in Massachusetts. Grund sei das in der Fleischproduktion entstehende Treibhausgas Distickstoffmonoxid (N2O), das auch als Lachgas bekannt ist. Es sei erheblich klimaschädlicher als etwa das Treibhausgas CO2. Davidson hat nun in seiner Studie errechnet, dass die Einwohner der Industriestaaten nur noch halb so viel Fleisch essen dürfen, damit der Anteil an Lachgas in der Atmosphäre ab dem Jahr 2050 auf einem stabilen Niveau bleibt.

Verantwortlich für den hohen N2O-Ausstoß in der Fleischproduktion seien die Düngemittel, die in der Landwirtschaft benutzt werden. Futterpflanzen für Rinder und Schweine produzierten dabei mehr Gas als die für Menschen bestimmten Pflanzen. Davidson fordert deshalb eine Verbesserung in der landwirtschaftlichen Produktion und eine Veränderung des Essverhaltens.

Das Problem sei, dass Fleisch in den Industriestaaten oft zum Essen dazugehöre und der Fleischkonsum in Ländern wie China und Indien ansteige. Davidson sagte im britischen Guardian, es sei "eine große Herausforderung, die Menschen in den westlichen Staaten dazu zu bewegen, die Häufigkeit oder Größe der Fleischportionen zu reduzieren".

Die abnehmende Zahl an Rauchern zeige jedoch, dass sich das Verhalten über einen gewissen Zeitraum verändern lässt. Außerdem könnte auch der Umstieg von Rinder- und Schweinefleisch zu Geflügel und Fisch den Gasausstoß verringern.