Der Atommüll aus dem einsturzgefährdeten ehemaligen Salzbergwerk Asse II bei Wolfenbüttel kann erst deutlich später zurückgeholt werden als bislang erwartet. Wie der NDR und die Braunschweiger Zeitung unter Berufung auf einen Rahmenterminplan des Bundesamts für Strahlenschutz berichten, kann die Rückholung der Fässer nicht vor Ende 2036 beginnen.

Bis 1978 wurden in dem früheren Salzbergwerk Asse bei Wolfenbüttel 126.000 Behälter mit schwach- und mittelradioaktivem Müll abgekippt.

Dem Bericht zufolge war die Bundesregierung beim Start des Projekts im Jahr 2010 davon ausgegangen, bis 2028 die Arbeiten abschließen zu können. Nach dem nun vorliegenden Rahmenterminplan soll aber erst 2029 entschieden werden, ob der Atommüll tatsächlich aus dem früheren Bergwerk geholt werden kann.

Das Bundesamt für Strahlenschutz bestätigte dem NDR zufolge den neuen Terminplan. Das Verfahren ließe sich nur verkürzen, wenn die Notfallarbeiten parallel zur Probebergung ablaufen könnten. Dafür müssten das Bundesumweltministerium und die Landesministerien aber die rechtlichen Voraussetzungen ändern.

"Die Asse kann absaufen"

Grundsätzlich gebe es aber keine Alternative zur Räumung . "Die Asse kann absaufen. Das ist die größte Gefahr", wurde ein Sprecher des Bundesamts für Strahlenschutz zitiert. In dem Fall würde das Grundwasser in der Region über Jahrtausende vergiftet. "Deswegen bleibt uns nach heutigem Stand des Wissens nur die einzige Möglichkeit, die Abfälle zurückzuholen."

Füllort auf der 750-Meter-Sohle: Rechts neben dem Schacht befindet sich ein Container mit einem Handfußkontaminationsmonitor, der die Strahlung anhaftender radioaktiver Verunreinigungen misst. | 360-Grad-Panorama:Stefan Sobotta

In der Asse wird derzeit durch Anbohren geprüft, in welchem Zustand sich die Kammern und der Atommüll befinden und ob eine Rückholung möglich ist . Örtliche Bürgerinitiativen fordern die Bergung, weil sie wegen anhaltenden Wassereinbruchs in den Schacht eine Verseuchung des Grundwassers befürchten.