Atommüll: Asse-Räumung könnte sich um Jahre verzögern
Die Bergung der 126.000 Atommüll-Behälter in dem undichten Salzstock beginnt erst weit später als bisher geplant. Der Zeitrahmen könnte sich bis 2036 ausweiten.
© Nigel Treblin/Reuters

Ein Arbeiter im Bergwerk Asse
Der Atommüll aus dem einsturzgefährdeten ehemaligen Salzbergwerk Asse II bei Wolfenbüttel kann erst deutlich später zurückgeholt werden als bislang erwartet. Wie der NDR und die Braunschweiger Zeitung unter Berufung auf einen Rahmenterminplan des Bundesamts für Strahlenschutz berichten, kann die Rückholung der Fässer nicht vor Ende 2036 beginnen.
Bis 1978 wurden in dem früheren Salzbergwerk Asse bei Wolfenbüttel 126.000 Behälter mit schwach- und mittelradioaktivem Müll abgekippt.
Dem Bericht zufolge war die Bundesregierung beim Start des Projekts im Jahr 2010 davon ausgegangen, bis 2028 die Arbeiten abschließen zu können. Nach dem nun vorliegenden Rahmenterminplan soll aber erst 2029 entschieden werden, ob der Atommüll tatsächlich aus dem früheren Bergwerk geholt werden kann.
- Geschichte der Asse: 1900-1970
Zehn Kilometer südöstlich von Wolfenbüttel wird 1906 der erste Schacht des Bergwerks Asse in die Tiefe getrieben. 1964 endet die Förderung von Steinsalz aus wirtschaftlichen Gründen. Im selben Jahr wird die Gesellschaft für Strahlenforschung (GSF) in München gegründet. Sie kauft im Auftrag des Bundes die Schachtanlage für umgerechnet etwa 45.0000 Euro. 1965 wird die Asse vom Salz- zum Forschungsbergwerk erklärt.
- 1971-1980
Von 1967 an erforscht die GSF die Eignung der Asse als Atommülllager. Zugleich werden in der Schachtanlage in Niedersachsen (Bild links) schon leicht und mittelradioaktive Abfälle eingelagert. Bis zum Ende der Einlagerung 1978 sind es 126.000 Fässer mit leicht radioaktivem Material in mehr als 700 Metern Tiefe und 1300 Fässer mit mittelradioaktivem Material in 511 Metern Tiefe.
- 1981-2000
1988 entdeckt man erstmals, dass ins sogenannte Versuchsendlager Asse Salzlauge einsickert. Die Öffentlichkeit wird darüber nicht informiert.1995 läuft die Forschung in der Asse aus. Im selben Jahr wird die Helmholtz-Gemeinschaft gegründet, deren Mitglied die GSF ist. Im August 1998 wird ein täglicher Zufluss von elf Kubikmetern Lauge gemessen.
- 2001-2010
Seit 2005 eskaliert der Streit um die Asse. 2008 wird unter Tage radioaktiv strahlendes Cäsium-137 gemessen. Dem Helmholtz-Zentrum entzieht man die Aufsicht. Seit dem 1. Januar 2009 ist das Bundesamt für Strahlenschutz verantwortlich für die Asse. Am 15. Januar 2010 empfiehlt das Bundesamt, den radioaktiven Müll aus dem Bergwerk zu holen.
Das Bundesamt für Strahlenschutz bestätigte dem NDR zufolge den neuen Terminplan. Das Verfahren ließe sich nur verkürzen, wenn die Notfallarbeiten parallel zur Probebergung ablaufen könnten. Dafür müssten das Bundesumweltministerium und die Landesministerien aber die rechtlichen Voraussetzungen ändern.
"Die Asse kann absaufen"
Grundsätzlich gebe es aber keine Alternative zur Räumung. "Die Asse kann absaufen. Das ist die größte Gefahr", wurde ein Sprecher des Bundesamts für Strahlenschutz zitiert. In dem Fall würde das Grundwasser in der Region über Jahrtausende vergiftet. "Deswegen bleibt uns nach heutigem Stand des Wissens nur die einzige Möglichkeit, die Abfälle zurückzuholen."
Füllort auf der 750-Meter-Sohle: Rechts neben dem Schacht befindet sich ein Container mit einem Handfußkontaminationsmonitor, der die Strahlung anhaftender radioaktiver Verunreinigungen misst. | 360-Grad-Panorama: Stefan Sobotta
In der Asse wird derzeit durch Anbohren geprüft, in welchem Zustand sich die Kammern und der Atommüll befinden und ob eine Rückholung möglich ist. Örtliche Bürgerinitiativen fordern die Bergung, weil sie wegen anhaltenden Wassereinbruchs in den Schacht eine Verseuchung des Grundwassers befürchten.






Überschrift sagt alles!
... die modernste und umweltfreundlicheste Art der Energieerzeugung."
Immerhin können sich unsere Politiker darauf berufen stets die Wahrheit gesagt zu haben. Schließlich ging es ja nie um die Entsorgung sondern immer nur um die Erzeugung. Was interessieren unsere Politik da die noch folgenden (oder eben auch nicht) Generationen die mit dem verstrahlten Grundwasser leben müssen?
Hauptsache das Aufsichtsratsmandat bei EON, RWE und Co. wirft kräftig was ab.
Ich schlage vor, man soll allen Politikern die in irgendeiner Weise an der Genehmigung der Asse beteiligt waren die bestehenden und zukünftigen Pensionen streichen. Das soll auf alle Gutachter in der Weise übertragen werden, dass sie alle Einkünfte zurückgezahlt werden, einschl. Zinsen natürlich.
Mir scheint, anders kann man den Damen und Herren nicht beikommen. Schlamperei muss fühlbare Folgen haben. Die beliebte Formel: “Ich übernehme die politische Verantwortung“ muss in der beschriebenen Weise erweiter werden.
Jeder, der in der Zukunft strahlenden Abfall produziert oder produzieren lässt, ohne zu wissen, wie er den entsorgt, gehört der Prozess gemacht.
Die Politiker vera…… uns. Bis dahin, zum nächsten Wahltermin.
...und Trittin und Herr Gabriel. Die haben alle das Problem nicht genügend weiter betrieben und thematisiert wurde es Jahre lang gar nicht. Das ist schon etwas enttäuschend.
" Ich habe nur ein paar Bilder im Internet gesehen. Die kleinen Filmchen haben gezeigt, wie "planvoll" die Fässer dort gelagert wurden. Mein Entsetzen war groß. "
Die gleichen Spezial-Experten die für die Asse verantwortlich sind, haben damals auch für den Standort Gorleben als Endlager hochradioaktiver Abfälle gestimmt.
Gorleben, das ist dieses Kaff im Wendland wo der anfallende Müll in Form von Brennstäben jedes Jahr durch eine Menschenmasse hindurch geprügelt werden muss.
Worüber sich die "schweigende Mehrheit" jedesmal empört.
Nein, nicht darüber, dass der Staat Müll in eine dafür nicht sichere Lagerstätte bringt, und dabei regelmäßig hunderte Demonstranten verletzt werden.
Sondern über diese fiesen linken Chaoten die Gesetze missachten und noch demonstrieren, obwohl der Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg beschlossen ist und doch jetzt alles wieder bestens ist...
Hat Mutti doch schließlich gesagt.
Ich würde sogar soweit gehen, die Asse wird nicht geräumt, da sie bis dahin kaputt ist...
Danke Frau Merkel ( sie war doch Umweltministerin damals)
Das heisst, wir haben da ein russisches Majak uns eingebrockt.
Bin ja gespannt, wie groß die Sperrzone bez. Trinkwasser wird, 50 Km oder 200 Km....
..., fürchte ich, sondern nur endlos verzögert.
...dass die Asse kurz vor dem Einsturz steht oder vor dem Absaufen.
Wenn nun ca. 25 Jahre ab jetzt in die Diskussion eingebracht werden, dann ist alles zu spät.
Die Asse steht in Kontakt mit dem Grundwasser.
Wer jemals was über Diffusion gehört hat, dem ist klar, dass dieses radioaktive Lager sich langsam aber stetig ausbreiten wird wie ein Geschwür, es geht auch um sehr lange Zeiträume.
Man wird's ja wohl nicht rundum und bis in wieviel hundert Meter Tiefe einbetonieren können.
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