Die größte Bedrohung der Menschheit sieht Hauptautor Randers allerdings im fortschreitenden und ungezügelten Wandel des Klimas, der die Erde erwärmt. "Der Meeresspiegel wird weiter steigen, das Arktiseis im Sommer verschwinden und verändertes Wetter wird Landwirte und Urlauber treffen", sagt er voraus. Die Treibhausgasemissionen werden ihm zufolge erst 2030 ihren Höhepunkt erreicht haben. Das sei zu spät, um den globalen Temperaturanstieg auf zwei Grad Celsius zu begrenzen, was als eben noch akzeptable Marke angesehen wird. Bis 2080 werde die Temperatur um 2,8 Grad steigen.

"Im Jahr 2052 wird die Welt mit Schrecken auf weitere Änderungen in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts blicken", sagt Randers. "Der sich selbst verstärkende Klimawandel wird die Sorge Nummer 1 sein." Aus den Permafrostböden hoch im Norden des Erdballs werde das starke Treibhausgas Methan entweichen, weil der frostige Grund zu tauen beginne. Es wird den Globus weiter aufheizen und noch mehr Permafrost schmelzen lassen.

Geholfen haben Untergangsszenarien nicht

Randers scheint zum Schluss zu kapitulieren. "Bitte helft, meine Vorhersage falsch werden zu lassen", sagt er. Die Menschheit werde sich nicht schnell genug ändern. Auch die Demokratien der Welt werden mit ihren langen und komplexen Entscheidungswegen dies verhindern. Eine Revolution könnte die Folge sein, die junge Generation sei nicht länger bereit, die Fehler und Umweltlasten ihrer Vorgänger zu tragen. Das österreichische Club-of-Rome-Mitglied Karl Wagner prophezeit in dem Bericht einen gesellschaftlichen Umbruch in den 2020er Jahren. Sie werde vergleichbar sein mit der Revolution von 1848 gegen das feudale Herrschaftssystem.

Der Weltuntergang so scheint es, ist nur noch eine Frage der Zeit. Ob apokalyptische Szenarien – wenngleich in Grundzügen plausibel – die Menschen zum Umdenken bewegen werden, ist zweifelhaft. Geholfen haben sie in der Vergangenheit nicht. Schnelles Handeln ist zweifellos nötig, doch der Mensch ist ein träges Wesen, das sich kaum mehr so leicht erschrecken lässt.