Erdbeben in NorditalienViele Italiener schlafen aus Angst in Autos

Gebäude liegen in Trümmern, Tausende sind obdachlos. In Norditalien fürchten die Menschen neue Beben und trauen sich nicht in ihre Häuser. von afp, dpa und reuters

Viele Menschen verbringen die Nacht in ihren Autos: Italiener in einem Park in Crevalcore.

Viele Menschen verbringen die Nacht in ihren Autos: Italiener in einem Park in Crevalcore.  |  © Oliver Morin/AFP/Getty Images

Einen Tag nach dem schweren Erdbeben in der nordostitalienischen Region Emilia Romagna halten Seismologen weitere Beben für möglich. "Wir können das nicht ausschließen", sagte Claudio Chiarabba vom Nationalen Geophysikalischen und Vulkanologischen Institut dem Sender Rai News. In der Nacht gab es mindestens 40 neue Erdstöße, der stärkste hatte eine Magnitude von 3,8. Viele Anwohner verbrachten die Nacht aus Angst in ihren Autos.

Feuerwehrleute bargen ein 17. Todesopfer. Die Leiche des vermissten Arbeiters sei unter den Trümmern einer eingestürzten Fabrik in Medolla entdeckt worden, teilten die Behörden mit. Er war der letzte noch Vermisste.

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Eine 65 Jahre alte Frau konnten die Helfer lebend aus den Trümmern ihres Hauses in Cavazzo in der Provinz Modena retten. Sie wollte Kleidung aus ihrer bereits bei dem ersten Beben stark beschädigten Wohnung holen, als die neuen Erdstöße das Haus vollkommen zertrümmerten. Unter den Toten ist auch ein Pfarrer, der durch die Trümmer seiner Kirche in Rovereto in der Provinz Modena getroffen wurde.


Die Behörden gehen insgesamt von 350 Verletzten aus. Die Häuser und Wohnungen von 8.000 Menschen wurden zerstört oder sind beschädigt. Sie kommen zu den 6.000 Bewohnern hinzu, die beim Beben vor gut einer Woche ihr Heim verloren hatten . Ein Hilfskonvoi startete in Rom und sollte Zelte, Betten, Kleidung und Trinkwasser in das Katastrophengebiet bringen.

Der Schaden am Kulturerbe der Region ist immens. Viele historische Gebäude stürzten ein , alte Kirchen wurden zerstört; der Palazzo Ducale in Mantua bekam Risse.

Erst am 20. Mai hatte ein Beben der Stärke 6,0 Norditalien erschüttert . Damals starben sieben Menschen, etwa 50 wurden verletzt.

Der kommende Montag soll in Italien zum Trauertag für die Erdbebenopfer werden. Am Mittwoch wollte das Kabinett in Rom über eine Soforthilfe für die Region entscheiden.

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    • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, Reuters
    • Schlagworte Erdbeben | Auto | Behörde | Erdstoß | Fabrik | Gebäude
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