NaturkatastropheMindestens 16 Tote und 200 Verletzte durch Erdbeben in Norditalien

Mehrere Erdstöße haben in der Region Emilia Romagna Fabriken und Häuser zertrümmert. Die Schäden sollen größer sein als beim Beben vor wenigen Tagen. von afp, dpa und reuters

Der Norden Italiens ist von mehreren Erdstößen erschüttert worden. Ein Beben am Morgen in der Emilia Romagna erreichte die Stärke 5,8, ein weiteres am Mittag hatte die Stärke 5,6. Die Erdstöße waren unter anderem in Modena, Brescia und Mailand zu spüren, weiterhin in bis nach Bologna und Florenz , wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa meldete. In der Toskana wurden Behördengebäude sicherheitshalber geräumt.

Bei dem Beben am Morgen kamen mindestens 16 Menschen ums Leben und 200 wurden verletzt, teilte die italienische Regierung mit. Sieben Menschen sind vermisst. Die Opferzahl dürfte nach Einschätzung der Polizei weiter steigen, da zahlreiche Menschen unter den Trümmern von Wohn- und Geschäftshäusern eingeschlossen sind.

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In den Ortschaften San Felice sul Panaro und Mirandola starben mehrere Arbeiter, als zwei Fabrikgebäude zusammenbrachen. "Die Situation ist sehr ernst, einige Menschen sind von den Trümmern verschüttet", sagte der Bürgermeister von San Felice sul Panaro dem Fernsehsender sky TG24 .

Das Zentrum des ersten Bebens habe nordöstlich von Parma gelegen, teilte die US-Bebenwarte mit. Die Erde hatte gegen 9 Uhr gebebt, die Stöße dauerten mehrere Sekunden. Die Häuser und Wohnungen von 8.000 Menschen wurden ganz oder in Teilen zerstört. Sie kommen zu den 6.000 Bewohner hinzu, deren Häuser ein Beben vor gut eine Woche zerstörte.

EM-Vorbereitungsspiel abgesagt

Die Beben wirken sich auch auf die Europameisterschafts-Vorbereitung der italienischen Fußball-Nationalmannschaft aus. Der italienische Fußballverband sagte sein EM-Testspiel in Parma gegen Luxemburg ab. Der Anpfiff war für den Dienstagabend um 20.45 Uhr im Stadio E. Tardini vorgesehen.
 

Medien berichteten, dass durch das Beben mehr Gebäude einstürzten als bei dem vergangenen. Es handelte sich überwiegend um Bauwerke, die bereits beim vorigen Beben vor gut einer Woche beschädigt worden waren. In Mirandola stürzte eine Kirche teilweise in sich zusammen. Auch der berühmte Palazzo Ducale in Mantua mit seinen bedeutenden Fresken und mehrere Kirchen in der Stadt wurden beschädigt.

In der Metropole Mailand wurden vorsorglich mehrere Verwaltungsgebäude und Schulen geräumt. In der Stadt wurden aber nach Angaben der Behörden keine Schäden gemeldet. Das Ferrari-Werk nahe Modena schickte seine 3.000 Arbeiter nach Hause. Auch die Lamborghini-Fabrik in Sant'Agata Bolognese wie das Werk von Ducati in Borgo Panigale, beide liegen in der Nähe von Modena, wurden sicherheitshalber geräumt.

Der Bahnverkehr auf mehreren Strecken in Norditalien wurde zeitweise gestoppt. In Bologna, Modena und anderen Städten wurden die mobilen Telefonnetze unterbrochen.

Der Staatspräsident machte seinen Bürgern Mut: "Die Region Emilia-Romagna und ganz Italien werden diese schweren Momente überwinden", sagte Giorgio Napoletano. Ministerpräsident Mario Monti sagte: "Der Staat wird alles daran setzen, die Schäden sobald wie möglich zu beheben." 



Erst am 20. Mai hatte ein Erdbeben ähnlicher Stärke Norditalien erschüttert. Damals starben sieben Menschen, etwa 50 wurden verletzt.


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Leserkommentare
  1. das it. Institut für Geologie und Vulkanologie
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    danke für den link. wissen sie, wie schnell auf dieser seite reagiert wird? wir haben freunde in abruzzo und in der basilicata. gestern früh hatten wir weiche knie, als wir in rai-news von dem erdbeben im pollino erfuhren und unsere freunde nicht gleich erreichen konnten. per fortuna ist nichts weiter schlimmes passiert.

    bekommen Sie auf dieser Seite leider nicht. Da sind die Zeitungen oder die Gemeinden oder vor allem die Protezione civile sicher besser.

  2. danke für den link. wissen sie, wie schnell auf dieser seite reagiert wird? wir haben freunde in abruzzo und in der basilicata. gestern früh hatten wir weiche knie, als wir in rai-news von dem erdbeben im pollino erfuhren und unsere freunde nicht gleich erreichen konnten. per fortuna ist nichts weiter schlimmes passiert.

    Eine Leserempfehlung
    • suebe
    • 29. Mai 2012 14:03 Uhr

    Bitte nutzen Sie die Kommentarfunktion dafür, wofür sie vorgesehen ist: Zur Diskussion des Artikelthemas. Danke, die Redaktion/fk.

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    • Kelhim
    • 29. Mai 2012 23:07 Uhr

    ... dass dort kein Atomkraftwerk steht, das beschädigt werden könnte und noch größeren Schaden für Mensch und Natur anrichten würde, wie es in einer anderen Erdbebenregion der Fall war, ist berechtigt.

  3. bekommen Sie auf dieser Seite leider nicht. Da sind die Zeitungen oder die Gemeinden oder vor allem die Protezione civile sicher besser.

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  4. 5. [...]

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    Der Ausgangskommentar wurde wegen eines Netiquetteverstoßes entfernt. Wir haben Ihren Kommentar daher auch entfernt. Ich hab die Anmerkung geändert. Danke, die Redaktion/fk.

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    Antwort auf "Gut, dass Italien"
  6. da gegen 13:00 die erde um modena schon wieder gebebt hat, nehme ich doch noch bezug auf den kommentar 3.: das leid hat sich noch vergrößert. ich hoffe die häme und der zynismus von "suebe" kann da nicht mithalten

    4 Leserempfehlungen
    • sudek
    • 29. Mai 2012 16:06 Uhr

    da ist es wieder, dieses so typisch deutsche Verhalten:

    plappern über die Energiewende, Medienspektakel - und Totenstille angesichts der Natur-Katastrophe in Italien.

    Ich schäme mich für diese sogenannte Kanzlerin meines Landes!

    8 Leserempfehlungen
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    sollte man sich auch..

    Viele Grüße
    Montessori

    "...dieses so typisch deutsche Verhalten..."

    ich habe ihren beitrag empfohlen, doch wenn sie noch einmal in sich gehen, werden sie vielleicht feststellen, daß ...
    sie wissen es sicher selbst. ihren zorn allerdings kann ich verstehen und teile ihn.

    jetzt Frau Merkel, die Energiewende oder die Netzagentur
    für das Erdbeben in Italien?
    Sie schreiben von mangelnder Anteilnahme, doch es fällt Ihnen
    nichts weiter ein als Ihre eigene Politische Agenda mit dieser
    Tragödie zu "würzen". Sie versuchen damit die negativen emotionen die diese Katastrophe bei Menschen hinterlässt für Ihre "niederen" Zwecke zu nutzen.

    Absolut Menschenverachtend.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, Reuters, dpa
  • Schlagworte Erdbeben | Naturkatastrophe | Ducati | Erdstoß | Fußball-Nationalmannschaft | Mario Monti
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