WHO-BerichtForscher dämpfen Angst vor Strahlenschäden nach dem GAU

Die Daten sind knapp, doch die meisten Wissenschaftler ziehen ein eher beruhigendes Fazit: Der Fallout aus Fukushima wird kaum jemanden krank machen. von 

Arbeiter des AKW-Betreibers Tepco stehen Ende Februar 2012 vor den havarierten Reaktoren von Fukushima-Daiichi.

Arbeiter des AKW-Betreibers Tepco stehen Ende Februar 2012 vor den havarierten Reaktoren von Fukushima-Daiichi.  |  © Yoshikazu Tsuno/AFP/Getty Images

Eines steht schon jetzt fest: Eine subtile Angst vor den Folgen, die der GAU von Fukushima den Japanern bringt, wird bleiben – ganz gleich, welche Werte Dosimeter, Messsonden, Strahlenscanner und Computermodelle noch ausspucken werden. Der vorläufige Bericht , den die Weltgesundheitsbehörde WHO jetzt zu den Strahlendosen nach dem Atomunfall in Fukushima vorgelegt hat, wird daran kaum etwas ändern. Es fehlen Daten, und endgültige Antworten kann er nicht liefern. Und doch ist er ein Grund zur Zuversicht.

Die Autoren schließen aus ihrer Analyse, dass die große Mehrheit der Menschen nach dem GAU nur geringen Strahlendosen ausgesetzt gewesen war. Außerhalb Japans liegen sie sogar deutlich unter dem, was die internationale Strahlenschutzkommission als "sehr gering" einstuft.

Anzeige

Doch was bedeutet das konkret? In der Präfektur Fukushima und den umliegenden Regionen haben die Menschen Strahlung abbekommen, die unter einem Wert von 10 Millisievert im ersten Jahr nach der Reaktorkatastrophe liegt. Ähnlichen Dosen sind Menschen weltweit ständig ausgesetzt, da in der Natur unentwegt radioaktive Atome zerfallen. Wer beispielsweise in Deutschland in Regionen lebt, in denen radioaktives Radon im Boden und in der Luft häufig vorkommt , muss mit jährlichen Strahlendosen bis zu 10 Millisievert rechnen. Wer im Computertomografen untersucht wird, bekommt etwa bei Unterleibsaufnahmen sogar rund 15 Millisievert auf einmal ab.

Doch nicht alle hatten nach dem Beben und dem Stromausfall im AKW Fukushima Glück: Vergleichsweise hohen Strahlenwerten waren Menschen in Namie und Iitate ausgesetzt. Diese Städte liegen entlang der Route, in die der Wind den radioaktiven Fallout gen Nordwesten trug. Als am 12. März 2011 um 15:36 Uhr die Außenhülle des Reaktorblocks 1 von Fukushima-Daiichi explodierte, flüchteten Zehntausende in diese Richtung. Sie ahnten nicht, dass die Wolke mit radioaktiven Teilchen ihnen folgte .

Japans Katastrophe
Tage am Abgrund nach Beben, Tsunami und GAU
11. März 2011, 14.46 Uhr
Satellitenbild von Japan

Satellitenbild von Japan  |  © Nasa/Goddard/SeaWiFS/ORBIMAGE

Das schwerste Erdbeben in der Geschichte Japans erschüttert rund sechs Minuten das Land mit einer Stärke von 9,0. Das Epizentrum liegt rund 130 Kilometer vor der Ostküste der Hauptinsel Honshu. Die Auswirkungen sind dramatisch: Auf dem Meeresgrund reißt die Erdkruste auf 400 Kilometern Länge, Teile der Küste verlagern sich ruckartig um bis zu 50 Meter nach Osten. Eine Fläche so groß wie Schleswig-Holstein hebt sich um einige Meter an.

11. März 2011, ca. 15.40 Uhr
Zerstörung in der Stadt Natori

Zerstörung in der Stadt Natori  |  © STR/AFP/Getty Images

Ein Tsunami rast mit 800 Kilometern pro Stunde auf die Küste zu. Über zehn Meter sind die Flutwellen mancherorts hoch, an einzelnen Stellen erreichen sie fast 40 Meter. Kilometerweit dringen die Wassermassen landeinwärts. Mehr als 18.000 Menschen sterben. Ganze Städte werden ausgelöscht. Im Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi fällt der Strom aus. Das Beben hat die Leitungen gekappt, der Tsunami Dieselgeneratoren überspült.

11. März 2011, 16.30 bis 20.30 Uhr
Das AKW Fukushima am 12. März 2011

Das AKW Fukushima am 12. März 2011  |  © STR/AFP/Getty Images

Die Wasserkühlung zweier Reaktoren des Kraftwerks Fukushima-Daiichi ist ausgefallen. Der japanische Ministerpräsident Naoto Kan sagt, die Lage in den 54 Reaktoren des Landes sei stabil, weil sie sofort nach dem Beben automatisch heruntergefahren wurden. Um 20.30 Uhr muss die Regierung dann für Fukushima-Daiichi den atomaren Notfall verkünden. Etwa 2.000 Bewohner in der Umgebung werden aufgefordert, sofort ihre Häuser zu verlassen.

12. März 2011, morgens
Soldaten retten Menschen aus den Unglücksgebieten.

Soldaten retten Menschen aus den Unglücksgebieten.  |  © STR/AFP/Getty Images.jpg

Nach Strahlenmessungen am Kernkraftwerk wird die Evakuierungszone vergrößert. Mindestens 60.000 Personen sind auf der Flucht. Ministerpräsident Kan fliegt im Hubschrauber nach Fukushima, um sich ein Bild der Lage zu machen. Im AKW lassen Ingenieure Dampf durch die Notventile ab, um den Druck in den Reaktorbehältern zu senken. Inzwischen kocht das Wasser in den Notkühlbecken.

12. März 2011, 15.36 Uhr
Menschen in aller Welt sehen die Explosion im Fernsehen.

Menschen in aller Welt sehen die Explosion im Fernsehen.  |  © Park Ji-Hwan/AFP/Getty Images

In Fukushima-Daiichi entzündet sich Wasserstoff und zerfetzt die Außenhülle von Reaktor 1. Ohne Strom für die Pumpen, die den Kühlkreislauf antreiben, waren Temperatur und Druck zu stark angestiegen. Trotz Abschaltung des Blocks begannen so die Brennstäbe zu glühen, Wasser verdampfte und Wasserstoffgas bildete sich, während der Reaktorkern schmolz. Japan und die Welt fürchten die atomare Apokalypse.

13. März 2011
Der damalige Premier Naoto Kan am 13. März während einer Pressekonferenz.

Der damalige Premier Naoto Kan am 13. März während einer Pressekonferenz.  |  © JIJI PRESS/AFP/Getty Images

In der Nähe des von Reaktor 1 in Fukushima-Daiichi wird eine vierhundertfach erhöhte Radioaktivität gemessen. Ministerpräsident Kan räumt erstmals ein, dass eine Kernschmelze möglich sei. Simulationen und Messdaten von außen bestätigen die Schmelze in den Wochen nach der Havarie. Heute ist die Ruine, die von Block 1 übrig ist, luftdicht in Plastik eingehüllt.

14. März 2011
Eine Frau sucht in der Verwüstung nach Habseligkeiten.

Eine Frau sucht in der Verwüstung nach Habseligkeiten.  |  © Paula Bronstein/Getty Images

Allein in der Präfektur Miyagi im Nordosten Japans werden 2.000 Tote gefunden. 390.000 Menschen sind auf der Flucht aus dem Tsunami-Katastrophengebiet, mehr als 1.400 Notlager werden eingerichtet. Inzwischen gibt es an vielen Orten kein Heizöl mehr, die Menschen frieren. Rund 400.000 Häuser sind zerstört weitere Huntertausende Gebäude beschädigt, Straßen, Zugstrecken und ganze Landstriche unpassierbar.

14. März 2011
Fallout nahe der Küste

Fallout nahe der Küste  |  © ZEIT-Grafik

Obwohl die AKW-Arbeiter die Reaktoren verzweifelt mit Meerwasser kühlen, gibt es eine weitere Wasserstoffexplosion, im Reaktor 3 von Fukushima-Daiichi. Radioaktives Material dringt nach draußen, der Großteil wird in den kommenden Tagen auf den Pazifik geweht. Doch ein Teil verbreitet sich auch über dem Festland. Die Abbildung zeigt, wo sich langlebiges Cäsium konzentriert hat (rot steht für die höchsten Strahlenwerte).

15. März 2011
Strahlenuntersuchung

Strahlenuntersuchung  |  © Issei Kato/AFP/Getty Images

Eine dritte und vierte Explosion ereignen sich in Fukushima. Das Gebäude von Reaktor 2 bleibt intakt, Wasserstoff aus Block 3 sprengt das Dach von Reaktor 4. Von vorher 800 Arbeitern bleiben etwa 40 im stockfinsteren Kraftwerk. Vergeblich hatten sie versucht, weitere Detonationen zu verhindern. Das Unglück wird als nukleares Ereignis der Stufe 6 bewertet. Einen Monat später erhält es wie Tschernobyl die Höchststufe 7: GAU.

Vorläufige Bilanz des Unglücks
Fukushima-Daiichi ein Jahr nach der Havarie

Fukushima-Daiichi ein Jahr nach der Havarie  |  © Yoshikazu Tsuno/AFP/Getty Images

In einem der sechs Reaktorblöcke ereignete sich offenbar eine komplette Kernschmelze, in zwei weiteren verflüssigten sich die Brennstäbe wohl mindestens zur Hälfte. Die Regierung schätzt, dass eine sichere Demontage von Fukushima-Daiichi mindestens 40 Jahre dauern werde. Im Dezember verkündete sie die Kaltabschaltung des Kraftwerks, allerdings ist umstritten, wie sicher die Lage dort wirklich ist.

Vorläufige Bilanz des Unglücks
Eine Stadt in Trümmern

Eine Stadt in Trümmern  |  © Nicholas Kamm/AFP/Getty Images

Die Strahlenbelastung der Menschen war weit geringer als für die Bewohner von Tschernobyl. Das Strahlenschutz-Komitee der UN schätzt, dass die Zunahme der Krebsfälle nicht messbar sein wird. Das liegt vor allem daran, dass kaum radioaktives Jod von Menschen eingeatmet oder mit der Nahrung aufgenommen worden ist. Der Tsunami hingegen tötete mehr als 18.000 Menschen. Bis heute wohnen Überlebende in provisorischen Wohnungscontainern.

Iitate liegt rund 40 Kilometer vom Atomkraftwerk entfernt und wurde erst Wochen nach dem GAU evakuiert. Männer und Frauen könnten hier Dosen zwischen 10 und 50 Millisievert abbekommen haben, schätzen die mehr als 30 Forscher, die an dem WHO-Bericht mitgearbeitet haben. Ab einer Dosis von 100 Millisievert stellen sich Strahlenmediziner darauf ein, dass sie Auswirkungen auf die Gesundheit nachweisen können.

Statistisch heißt das lediglich: Haben 100 Menschen eine Dosis von 100 Millisievert abbekommen, erhöht sich die Anzahl der durchschnittlich zu erwarteten Krebsfälle unter ihnen um einen. Hinzu kommt, rein rechnerisch, ein zusätzlich von einer Herz-Kreislauf-Erkrankung betroffener Mensch. 45 der 100 entwickeln in ihrem Leben ohnehin einen Tumor – ganz gleich, ob sie eine erhöhte radioaktive Strahlung getroffen hat.

Strahlendosis

Die Strahlenwirkung auf Menschen, Tiere und Pflanzen wird häufig in Sievert pro Stunde angegeben. Mit Hilfe der Einheit lässt sich abschätzen, wie schädlich eine Strahlung für einen Organismus ist. Sie berücksichtigt dabei die Strahlungsdauer, -art und -wirkung. 1 Sievert entspricht 1.000 Millisievert oder 1.000.000 Mikrosievert. Grundsätzlich gilt eine Einzeldosis von 6.000 Millisievert als tödlich (100 Prozent Sterblichkeit innerhalb von 14 Tagen).

Ob eine Person, die einer geringen Strahlendosis ausgesetzt war, gesundheitliche Schäden zu erwarten hat, lässt sich nicht eindeutig sagen. Die Grenzwerte beziehen sich in der Regel auf ein Jahr. Manche Experten gehen davon aus, dass dieselbe Strahlendosis über einen längeren Zeitraum weniger schädlich ist. Andere sagen, die Strahlung müsse addiert werden.

Natürliche Quellen

Die durchschnittliche Strahlendosis, die ein Deutscher durch natürliche Quellen innerhalb eines Jahres aufnimmt, liegt zwischen zwei und fünf Millisievert. Diese äußere Bestrahlung, der der Mensch je nach Ort und Zeitin unterschiedlicher Höhe ausgesetzt ist, wird Gamma-Ortsdosisleistung genannt. In dieser Deutschlandkarte des Bundesamts für Strahlenschutz ist die Strahlungsstärke je nach Region verzeichnet.

Bei medizinischen Untersuchungen werden zum Teil viel höhere Einzeldosen erreicht, die aber auf einen kurzen Zeitraum beschränkt sind. So nimmt ein Mensch während einer Computertomografie (CT)seines Kopfes ungefähr zwei Millisievert auf, bei der Mammografie 0,4 Millisievert.

Andere Einheiten

Die Energiedosis einer Strahlenquelle wird in Gray angegeben. Ein Gray bedeutet, dass ein Körper von einem Kilogramm Masse eine Energiemenge von einem Joule aufgenommen hat. Für die in Atomkraftwerken vor allem freigesetzte Beta-, Gamma- und Röntgenstrahlung ist die Einheit Grayidentisch mit der Äquivalenteinheit Sievert, ein Gray ist also gleich einem Sievert. Bis Mitte der 1980er Jahre wurde die Äquivalentdosis statt in Sievert in Rem angegeben. Das meinte die Strahlendosis in Roentgen, die ein Mensch aufgenommen hat.

Es wird mit Sicherheit Helfer geben, die bei den Rettungsarbeiten am AKW bedrohlich viel Strahlung abbekommen haben. Ob ihnen das schaden wird oder sie es wegstecken, können auch die Wissenschaftler des WHO-Berichts nicht vorhersagen. Genauso wenig, warum auch Menschen erkranken könnten, die weit geringere Radioaktivität abbekommen haben. Das ist das Tückische an Strahlenfolgen.

Zunahme von Krebsfällen wird kaum zu ermitteln sein

Computersimulationen der Wissenschaftler zeigen zudem, dass Kleinkinder in der Stadt Namie möglicherweise radioaktives Jod einatmeten, was ihre Schilddrüsen mit Strahlendosen zwischen 100 und 200 Millisievert belastet haben könnte. Konkrete Untersuchungen widersprechen  dem allerdings: Zwei Wochen nach dem GAU wurden 1.080 Kinder aus Namie untersucht . Bei allen wurden Werte unterhalb von 10 Millisievert gemessen. Bei einem Kind ermittelten die Mediziner eine Dosis von etwa 50 Millisievert. Das ist noch immer ein Hundertstel jener Strahlenbelastung, der Kinder 1986 in Tschernobyl ausgesetzt waren.

Leserkommentare
    • mahkay
    • 25. Mai 2012 9:43 Uhr

    Das ist wohl auch kein Problem, für sie, nehme ich an.

    Quelle:
    http://www.n-tv.de/panora...

    Hören Sie auf rum zu spinnen. Argumentieren Sie mit Fakten.
    Tschernobyl wird man für Tausende Jahre nicht bewohnen können.
    Die Halbwertzeiten einiger Strahlungen dauern 100 tausende Jahre.
    Keine Hexenjagt. Eine Tatsache. So wie der Blut- und Lungenkrebs, welche durch die Strahlung verursacht wird.

    Antwort auf "Moderne Hexenjagd"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Diese Zahl ist reine Spekulation. Soll ich mal mit echten Zahlen emotionalisieren?

    Jedes Jahr sterben auf der Welt 1,2 Millionen Menschen an Lungenkrebs. Meist als Folge von Rauchen. In Deutschland rauchen 20-30 % der Bevölkerung. Lungenkrebs überholt bei den Frauen Brustkrebs als Killer Nummer eins.

    Wie oft schon habe ich mir von KKW Gegnern in verrauchten Kneipen erklären lassen müssen, wie schrecklich das ist mit dem Atomkraftwerk nebenan. Von den großen Krebsgeschwüren, die man angeblich bei den Fischen im benachbarten Fluß gefunden hat. Und noch einen Zug am Halfzware Shag!

    Oder die Anzahl der jährlichen Toten als Folge von Verkehrsunfällen oder Umweltkatastrophen. Wo bleiben die Aufschreie nach Bauverboten in Erdbebengebieten oder Abschaffung von Autos?

    Spekulationen, wie viele Menschen bislang als Folge von Strahlung an Krebs gestorben sind, helfen überhaupt nicht. Hier herrscht reine Irrationalität vor.

    Aber Hauptsache draufhauen auf den Ketzer, der es wagt hier mal die Hysterie kritisch zu hinterfragen! Ich wünschte nur dieser lobenswerte Artikel würde nun eine Flut an Talkshows provozieren, wie damals die Untergangsszenarien. Aber darauf dürfen wir wohl vergeblich warten.

    • Crest
    • 25. Mai 2012 18:53 Uhr

    sagte in einem Filmbericht ein Vertreter von Greenpeace.

    Ich würde mal sagen in (nur) 300 Jahren ist das Strahlungsniveau überschlagsmäßig auf 1 tausendstel (!) zurückgegangen. C.

    • xpeten
    • 25. Mai 2012 9:49 Uhr

    Für jeden kritischen Wissenschaftler findet sich doch mindestens einer, der im Sinne der Atomstromlobby argumentiert. Die Verdienstmöglichkeiten mit AKWs im Bereich von 1 mio. € / Tag. gebieten hier erst einmal ein wenig Skepsis,

    Atomkraft, Lüge und Desinformation sind und waren immer untrennbar miteinander verwoben.

    Die Aussage:

    "45 der 100 entwickeln in ihrem Leben ohnehin einen Tumor – ganz gleich, ob sie eine erhöhte radioaktive Strahlung getroffen hat."

    könnte auf solch eine Pro-Kernkraft-Agitation hinweisen, ist doch überhaupt nicht bewiesen, ob diese genannte Krebsrate bereits vor der Aufnahme von Atomtests bzw. der Nutzung der Kernkraft mit allen ihren Gaus, Pannen und Unfällen so bestand.

    • Evolux
    • 25. Mai 2012 9:51 Uhr

    Einerseits ja,wobei man bis zum endgültigen Bericht der WHO abwarten sollte.

    Andererseits:
    was ist das für eine Technologie,die im Schadensfall die Verluste/Ansprüche auf Entschädigung durch Verstaatlichung auf alle Schultern verteilt(Verstaatlichung von TEPCO),Verluste dann durch Erhöhung der Stromtarife und Steuern versucht wieder rein zu bekommen?

    Bei den japanischen AKW ist der Schutz vor Erdbeben und Tsunamis trotz des Super-GAUs 2011 nicht verbessert worden.
    Und die Präfekturen laufen Sturm gegen das Wiederanfahren der zumeist vorübergehend stillgelegten AKWs.

    Was lernt man jetzt daraus,wenn Standards nicht verbessert wurden,weil schlicht und einfach das Geld fehlt,notwendige Verbesserungen durchzuführen?

    Wie man in 40 Jahren eine havarierte Atomanlage kostengünstig verschrottet(inkl. geschmolzene Kerne,abbruchreife Abklingbecken,massenweise radioaktiver Müll)?
    Eine wahre Herculesaufgabe für die Ingenieure und Wissenschaftler

    ne gute Lösung wäre,das Gebiet zum größten Zwischen/Endlager umzubauen.

    "Nuclear Ghost Towns Won’t See Residents for At Least 20 Years"
    Environment Minister Goshi Hosono said Sunday that some of those displaced won’t be able to go back for 20 years or more.
    (...)
    He also requested that the communities let the government store spent nuclear fuel in their towns temporarily — since they’ll be empty of people anyway.

    http://blogs.wsj.com/japa...

  1. Ja - ist das so?

    EE liefern heute - gegen alle Widerstände und Behinderungen auf allen politischen, wirtgschaftlichen und gesellschaftl.
    Ebenen - deutlich über 20% - das ist doch schon mal ein
    Ergebnis.

    Es steht Ihnen frei, den Forumern das Szenarium zu erklären in DE und den angrenzenden Ländern, falls ein Fukushima-ähnlicher SuperGAU passieren würde.

    Ja - es stimmt, AKW haben mal 23% des Strombedarfs in DE
    beigetragen, ohne Rücksicht auf Risiken und Nebenwirkungen!

    Obwohl es sicher die dümmste Art und Weise ist, auf diese
    hochriskante Art und Weise Wasser zu kochen, um Strom zu fabrizieren!
    Denn was anderes kann ein AKW nicht, ausser 'ausserplanmässig' in die Luft zu fliegen - die Folgen sind doch mehr als bekannt?

    Ach ja: die 100.000 radioaktiv strahlenden Rückstände aller Strahlenarten - die verflüchtigen sich ja auch - dauert hat paar
    100.000 Jahre!

  2. Sicherlich kommt es immer wieder zu Hysterie unter den Atomkraftgegner, doch leider eben auch zu einem konsequenten herunterspielen der Folgen durch Regierungen und Wissenschaftlern, die nicht exakt arbeiten sonder interessengesteuert sind.

    Viele Tage Lang wurde vom "verzweifelten Kampf das Schlimmste, die Kernschmelze, zu verhindern" gesprochen und die Bevölkerung für Dumm verkauft. Als die Gebäude in die Luft flogen waren die Brennstäbe längst geschmolzen.
    Und die Gefahr ist noch nicht vorüber, denn neue Erdbeben können die Gebäude kollabieren lassen. Dann verteilt sich erneut der Mist in den Abklingbecken in der Landschaft.

    Nur der Wind hat schlimmeres verhindert.
    Bei Ostwind wäre Tokio heute unbewohnbar.

    Grundsätzlich zeigen Studien das es keinen Schwellwert für die Gefährlichkeit radioaktiver Strahlung gibt. Grenzwerte sind also willkürlich und werden nur aus praktischen Gründen so gelegt wie es einer Regierung gerade passt.

    Zweitens regiert das Diktat der homogenen Verteilung. Wer in einem Meter über dem Boden die Strahlung misst, misst Mist. Denn entscheidend ist die Menge des in den Körper aufgenommenen radioaktiven Mist. Wer radioaktive Partikel, möglichst noch alpha-Strahler, in der Lunge hat wird sich wenn er Lungenkrebs bekommt nicht darüber freuen können das er eigentlich, bei der geringen Gesamtdosis, gar keinen Krebs hätte bekommen dürfen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    daß man nie hundertprozentig nachweisen kann, welche Partikel genau zur Erkrankung, sei es Schilddrüsenkrebs o.a., geführt haben; genausowenig, wie man nachweisen kann, welches Virus von wem genau zu einer Grippeerkrankung führt, da ein Erkrankter potentiell tausende von Viren verbreiten kann. Man stellt dann nur fest, daß man erkrankt ist - bei wem man sich infiziert hat, wird man nie hundertprozentig genau nachweisen können.
    Auch bei Ausbruch einer Epidemie kann man nur statistische Zahlen liefern und versuchen, die Epidemie großräumig einzuschränken, indem man beispielsweise Quarantänemaßnahmen ergreift oder, falls man Glück hat, Impfstoffe einsetzen kann. Diese sind aber keine Garantie, daß man nicht erkranken kann.

  3. "medialen Shitstorm".

    Sie bringen nämlich keine Fakten, sondern verunglimpfen Kritik als "Verschwörungstheorie".

    Antwort auf "Moderne Hexenjagd"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Wyrd
    • 25. Mai 2012 10:41 Uhr

    "Sie bringen nämlich keine Fakten, sondern verunglimpfen Kritik als "Verschwörungstheorie"."

    Amüsanter Satz im ANgesicht der Tatsache dass vom Großteil der Kommentatoren (Sie eingeschlossen) die Berichte der WHO als politisch motiviert und gefälscht bezeichnet werden- freilich ohne Daten oder Quellen aufzustellen.

    Wie einer meiner englischsprachigen Lieblingssatiriker mal sagte "As if to prove my point."

    Nein, nicht die Kritik an KKW ist die Verschwörungstheorie. Aber die Unterstellungen hier gegen den Zeitartikel, dass der die Strahlungsfolgen objektivierbare Bericht wieder von irgendwelchen Atomlobbyisten manipuliert worden ist.

  4. Statt rational zu prüfen, welche Energieform welche und wie grosse Probleme verursacht, ist bei vielen das "ATOM" das Ungeheuer, egal warum.

    "Strahlung" wird gleichgesetzt mit Schäden und Toten.

    Fakten interessieren wenig, ANGST regiert.

    Es gibt eine natürliche Radioaktivität, die stark schwankt. In vulkanischen Gebieten kann sie sehr viel höher sein, beispielsweise sammelt sich in der Eifel Radon in den Kellern an. Und - oh Wunder - es gibt KEINEN Zusammenhang zwischen höherer natürlicher Radioaktivität und höheren Krebsraten.

    Oder ist das "natürliche" Radon etwa gesünder als das aus dem AKW???

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Rational - ja. Da gibt es radioaktive, tipolog. wenige, natürl. Strahlung.
    Daran haben sich wohl Mensch, Tier und Florawohl seit Jahrtausenden angepasst.

    Seit ca. 70 Jahren gibt es dann ein ganzes £Spektrum von
    menschgeschaffener Strahlung, in Erde, Luft und Wasser ab-gegeben - keiner weiss, wo wieviel und über welche Dauer.

    Wen's trifft, den trifft's - wen nicht, der hat Glück gehabt.

    Die Inkorporation ist wohl der hinterfotzigste Teil ds.Technik, sie wirken über Jahre bis sich der Krebs manifestiert.

    Keiner kann nachweisen, ob die Ursache eben nicht eines derStrahlenpartikel ist.

    Radioaktive Strahlung 'per se' ist immer ein Risiko, das
    sich garantiert manifestiert, aber genauso schwer als Ursache nachzuweisen ist.

    Und darauf baut die Atomwirtschaft - und deren Claqeure!

    • Crest
    • 25. Mai 2012 19:02 Uhr

    Wenn man die OB aus Bad Kreuznach fragt: ja.

    Denn die hat gerade ein Problem mit einem geplanten Behördenbau und der vorhandenen Radonstrahlung. Sie verweist deshalb auf die schon seit 100 Jahren existierenden Radonkuren.

    Die Dame ist von der SPD.

    Selbstverständlich ist auch das wieder ein Stück aus dem Tollhaus.

    C.

    • Wyrd
    • 25. Mai 2012 10:41 Uhr

    "Sie bringen nämlich keine Fakten, sondern verunglimpfen Kritik als "Verschwörungstheorie"."

    Amüsanter Satz im ANgesicht der Tatsache dass vom Großteil der Kommentatoren (Sie eingeschlossen) die Berichte der WHO als politisch motiviert und gefälscht bezeichnet werden- freilich ohne Daten oder Quellen aufzustellen.

    Wie einer meiner englischsprachigen Lieblingssatiriker mal sagte "As if to prove my point."

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Artikel Auf einer Seite lesen
  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte AKW | Gesundheitsrisiko | Japan | Reaktor | Fukushima | Ukraine
Service