Im Kampf gegen die Zerstörung der letzten natürlichen Waldflächen Sumatras – der Heimat von nur noch etwa 6.000 bis 7.000 wild lebenden Orang-Utans – haben Indonesiens Behörden einen kleinen, aber wichtigen Schritt gemacht: Sie haben Ermittlungen gegen zwei Firmen eingeleitet, die in Tripa im Norden Sumatras 1.600 Hektar Wald in Brand gesteckt haben sollen, um Flächen für neue Plantagen aus Ölpalmen zu gewinnen.

Durch das Feuer sollen 100 Orang-Utans verendet sein. Etwa 200 Tiere haben nach Berichten von Umweltschützern überlebt. Schon seit Monaten machen Aktivisten auf die Situation in Tripa aufmerksam: Nur noch 14.000 der einst 60.000 Hektar Wald in der Region sollen intakt sein.

Immer wieder kommen auf Sumatra – genau wie auf der Nachbarinsel Borneo – Orang-Utans durch Brandrodungen oder natürliche Waldbrände ums Leben. Viele der Tiere verhungern, weil die übrig gebliebenen Regenwald-Flächen nicht mehr genug Nahrung abwerfen. Die beiden indonesischen Inseln, die einst vollständig von dichtem Urwald bedeckt waren, sind der einzige natürliche Lebensraum der Menschenaffen .

Die Zerstörung der Wälder begann in den achtziger Jahren, als Holzfäller die wertvollen alten Tropenbäume schlugen, um das teure Holz zu verkaufen. Erst später begann die systematische Brandrodung, um schnell Flächen für Palmölplantagen frei zu machen. Aus der Luft zeigt sich, dass der Großteil Sumatras und weite Teile Borneos heute von Monokulturen aus Ölpalmen bedeckt sind, die sich in geraden Reihen durch die Landschaft ziehen.

Torfmoorwald als Kohlenstoffspeicher

Die Urwälder Indonesiens sind besonders kohlenstoffhaltig, weil sich am Waldboden über Jahrtausende eine meterdicke Torfschicht aus den Resten abgestorbener Pflanzen aufgeschichtet hat. Bei jedem Feuer werden große Mengen des Klimagases CO 2 frei – mit enormen Auswirkungen auf das globale Klima.

Seitdem dieser Effekt bekannt ist, wächst der Druck auf Indonesiens Regierung, die letzten Torfmoorwälder zu schützen. Dennoch agieren Palmölfirmen in  Asien bis heute nahezu unbehelligt. Zwar ist Brandrodung in Indonesien inzwischen verboten und kann mit zehn Jahren Gefängnis und umgerechnet fast 800.000 Euro Geldstrafe geahndet werden. Aber die Abgeschiedenheit Sumatras von der Regierung in Jakarta , die auf der Hauptinsel Java liegt, spielt den Palmölkonzernen und korrupten Lokalpolitikern in die Hände.

Armut und Arbeitslosigkeit prägen die Region heute. Ein Großteil der Bevölkerung stammt von der überbevölkerten Insel Java und wurde im Zuge von Umsiedlungsprogrammen nach Sumatra und Borneo gebracht. Diese Menschen sind auf Jobs auf den Palmölplantagen angewiesen oder leben selbst von der illegalen Holzfällerei.