Bundesumweltminister Peter Altmaier hat die erste Probebohrung im maroden Atommülllager Asse gestartet. Wegen bürokratischer Schwierigkeiten hatten die Arbeiter vor Ort zwei Jahre lang mit der Erkundung warten müssen.

"Wir müssen die Rückholung so schaffen, dass die Sicherheit der Menschen nicht gefährdet ist", sagte der Minister. In dem früheren Salzbergwerk Asse lagern rund 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Atommüll. Wegen Wassereintritts sollen die radioaktiven Abfälle geborgen werden.

Per Knopfdruck startete Altmaier das Anbohren von Kammer 7 aus. Binnen sechs Wochen soll Stück für Stück die 20 Meter dicke Wand durchbohrt werden, hinter der radioaktive Abfälle lagern. Mit einer Mini-Kamera soll dann erstmals geschaut werden, wie es in einer Atommüll-Kammer aussieht, ob sich die Abfälle überhaupt noch in Fässern befinden oder ob diese vom eintretenden Wasser bereits aufgelöst wurden.

Gabriel lobt Altmaier

Zum Besuch in der Asse hatte der CDU-Politiker Altmaier den SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel eingeladen. Dieser versicherte dem Umweltminister seine Unterstützung: "Wir werden alles dafür tun, damit hier alle politisch an einem Strang ziehen."

Gabriel war von 2005 bis 2009 Umweltminister. Er sagte, seine Partei unterstütze ein Sondergesetz (Lex Asse) zur Beschleunigung der Bergung. Ohne das Gesetz könnte sich die Sanierung wegen der komplizierten atomrechtlichen Auflagen im schlimmsten Fall bis 2036 verschieben .

Auch Altmaier will sich für eine Lex Asse einsetzen. Spätestens im ersten Halbjahr 2013 solle der Deutsche Bundestag das Gesetz verabschieden, sagte der Minister.

Gabriel lobte Altmaier ausdrücklich: "Er ist ein Kommunikator und traut sich Entscheidungen zu." Unter Vorgänger Norbert Röttgen sei bei der Asse nichts entschieden worden. " Röttgen hat sich davor gedrückt." Bei der Asse sei niemals eine risikofreie Entscheidung zu treffen. "Ich hoffe, dass Herr Altmaier diesen Schwung beibehält."

Der Präsident des Bundesamts für Strahlenschutz, Wolfram König, sagte zum Start der Bohrung: "Für das Projekt ist das ein ganz großer Schritt, aber es ist nur ein ganz kleiner Schritt auf dem langen Weg zu einer sicheren Schließung."