FleischRegierung sieht schwere Missstände auf Schlachthöfen

Bis zu 750 Schweine oder 80 Rinder pro Stunde: Die Akkordarbeit auf Schlachthöfen führt laut Regierung zu Fehlern bei der Betäubung. Viele Tiere müssten unnötig leiden. von afp

Ein Schlachthof in Mannheim (Archivbild)

Ein Schlachthof in Mannheim (Archivbild)  |  © Ralph Orlowski/Getty Images

Die Bundesregierung hat "schwerwiegende" Zwischenfälle bei der Tötung von Schweinen und Rindern auf deutschen Schlachthöfen festgestellt. Dies geht aus der Antwort auf eine Anfrage der Grünen hervor, von der die Saarbrücker Zeitung berichtet .

Aufgrund der Akkordarbeit auf den etwa 5.100 zugelassenen deutschen Schlachthöfen müssten Tiere wegen Fehlern bei der Betäubung unnötig leiden . Bis zu neun Prozent der Rinder würden nicht richtig betäubt, bei Schweinen belaufe sich die "Fehlbetäubungsrate" bei von Hand bedienten, elektrischen Anlagen auf bis zu zwölf Prozent.

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Solche Zwischenfälle sind "aus Sicht der Bundesregierung so schwerwiegend", dass die tierschutzgerechte Tötung weiterentwickelt werden müsse, berichtet die Zeitung.

Demnach würden auf einem Schlachthof bis zu 750 Schweine pro Stunde betäubt, fünf Sekunden blieben dann für die fachgerechte Tötung. Bei Rindern seien es 80 Tiere pro Stunde und 45 Sekunden für die Tötung.

Die Grünen forderten ein Ende der Akkordarbeit auf den Schlachthöfen. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Bärbel Höhn sagte der Zeitung: "Wenn nur fünf Sekunden für die Tötung eines Schweins zur Verfügung stehen, muss man sich über die hohe Fehlerquote nicht wundern."
 

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Leserkommentare
    • Bommel
    • 21. Juni 2012 8:12 Uhr
    1. besser

    kein Fleisch essen.

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    • vadeho
    • 21. Juni 2012 15:25 Uhr

    Mal eine nicht ganz neue aber nach wie vor sehr interessante Frage an die Tierproduktkonsumenten:

    Was wäre eigentlich, wenn wir hypothetischer Weise (und wir sind evtl. nicht mehr fern davon) Tierprodukte (Fleisch, Milch Eier u.a.) synthetisieren könnten und die auch so ähnlich schmecken würden, dass das Erschmecken von Unterschieden ähnlich schwierig wäre wie das von Unterschieden bei Qualitätsweinen? Würden Sie dann immer noch auf dem Original bestehen?

    • kauda8
    • 21. Juni 2012 21:58 Uhr

    Dafür ist das zu lecker, tut mir leid! :)

  1. Wer Fleisch zum 1-Euro-Preis kauft, der braucht nicht lange darüber nachzudenken, wie man zu diesem Preis kommt...

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    • joG
    • 21. Juni 2012 8:41 Uhr

    .... Untertan machte?

    ...kann sich vielleicht nichts teureres Bio leisten?

  2. "Wir leben zu Hause vegan und wenn wir ausgehen vegetarisch, das ist auch ganz gut so."

    Ich bin am Weg dorthin und selbst seit über 5 Jahren Vegetarier. Mir ist der Appetit an Fleisch vergangen (es fällt mir um ein Vielfaches leichter darauf ganz zu verzichten als auf Alkohol oder Zigaretten). Im Gegensatz zu zahllosen Unkenrufen fühle ich mich vegetarisch ernährt wohler denn je zuvor, spende regelmäßig Blut und habe weder Mängel noch zu hohe Werte irgendeiner Art.

    Mir ist wichtig, meinen Weg nicht zu verallgemeinern. Ich möchte niemanden bekehren oder sonstwas - ich leite keine Regel aus meinem Verhalten ab. Für mich ist es das Richtige.

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    Ich versuche selbst, so wenig Fleisch wie möglich zu essen. Zum einen natürlich wegen der Tierhaltung, zum anderen auch deshalb, weil es einfach total schwer im Magen liegt. Esse ich abends Fleisch, kann ich kaum schlafen, esse ich es mittags, kann ich nicht gut lernen und schon gar keinen Sport machen.

    Auf der anderen Seite schmeckt es mir einfach zu gut. Ich versuche es in Zukunft auf 1x Woche einzuschränken.

    Ein Freund von mir ist Vegetarier und der kommt super damit zurecht. Wenn wir in den Griechen gehen und alle vor unseren fettigen Biftekis oder Lammspießen für 17 Euro sitzen, ist er gegrillte Peperoni und Schafskäse und ist dann genauso satt wie wir, aber kaum schwerer.

    Es hat schon Vorteile.

    Mir zum Beispiel fiel es leicht das Rauchen wieder aufzugeben und es fällt mir leicht, wenig Alkohol zu konsumieren.
    Ich fühle mich auch wohl und meine Werte sind ok ... auch wenn oder weil (?) ich Fleisch und Fleischprodukte konsumiere.
    Dies übrigens ganz bewusst seit meiner Kindheit im Wissen darum, dass ich z.B. den Hasen esse, den ich vorgestern noch gefüttert haben und dessen Hausschlachtung incl. Anatomie- und Organerläuterung (beides durch meine Mutter) ich aktiv begleitet habe.
    Auch heute noch bin ich mir durch mein Einkaufsverhalten relativ sicher (und mehr geht auch für Ökos nicht), dass das Fleisch was ich esse unter akzeptablen Bedingungen gewachsen ist.
    Es ist mir allerdings klar, dass ich mit meinem Verhalten den Massenmarkt nicht ändern kann, aber das können auch Vegetartier und Veganer mit noch so viel guten Worten nicht.

  3. Ich erlaube mir Mahatma Ghandi zu zitieren:

    "Den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie Tiere behandelt."

    Wir leben zu Hause vegan und wenn wir ausgehen vegetarisch, das ist auch ganz gut so.

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    • inquam
    • 21. Juni 2012 9:34 Uhr

    Kann mich dem nur anschliessen. Denn auch die Milchwirtschaft spielt der Fleisch-Mafia in die Hände. Jede Milchkuh geht am Ende diesen grausamen Weg und ihr Leben war alles andere "glücklich" Man hat ihr statistisch gesehen 3 - 4 Kälber gleich nach der Geburt weggenommen, und damit die Frühstücksbutter auf deutschen Tellern gesichert. Ferner brennt man ihr höchstwahrscheinlich bereits als Kalb die Hörner weg, denn die Bauern halten zuviele ihrer Art, so dass es vermehrt zu Rangkämpfen kommt. Ihr Euter ist so großgezüchtet, dass schmerzhafte Entzündungen an der Tagesordnung stehen.
    Am Ende lügen sich auch die Vegetarier selbst an. Ich halte es mittlerweile genauso. Zuhause nur noch vegan. Und schau schau. Seither sind meine Pollenallergien verschwunden. Man darf auch den gesundheitlichen Effekt nicht ausser Acht lassen.

    "Den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie Tiere behandelt."

    Wie wäre es, wenn sich Indien erstmal um seine hungernden Menschen kümmerte?

  4. ist richtig; Fleisch kann bequem ersetzt werden und führt zu einer ernährungsphysiologischen Verbesserung der eigenen, körperlichen Situation.

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    Antwort auf "Jammer"
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    Schränken Sie IHre absolute Aussage doch ein: Kein Fleisch zu essen, halten Sie für richtig. Ich halte es für eine Einschränkung meiner persönlichen Lebensqualität.

  5. ... ist. Allerdings zahlen diesen Preis die Tiere, die meist schon vorher unter unsäglichen Bedingungen "gelebt" haben und nun auch noch unter weiteren unnötigen Qualen teilweise erst stundenlang durch die Länder kutschiert werden, weil es sich ja lohnt und dann auch noch im Akkord unsachgemäß und häufig von nicht ausgebildeten Leuten getötet werden.

    Danke für den Artikel.

    14 Leserempfehlungen
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    bis auf ein einziges Wort: "unsachgemäß"

    Wie kann ein Tier (un)sachgemäß getötet werden?
    Sachgemäße Tötung kann es allein deshalb schon nicht geben, weil Sachen nun mal nicht lebendig sind. Tiere schon.

    Wollt ich nur anmerken ;-)

  6. Kapitalismus, Eurokrise, Altersarmut, %anstieg der Millionäre, Fettleibigkeit, Misstände auf Schlachthöfen, in 20 Jahren brauchen wir eine neue Welt, Immobilienblase, Verrohung der Sitten und des sozialen Miteinander....usw....

    Ist der Mensch wirklich das intelligenteste Wesen???

    Ich lese schon nicht mehr viel Nachrichten aber wenn ich dann mal reinschaue kommen mir da immer mehr Zweifel.

    Gruß aus Münster

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  7. "...Dessen Inhaltsstoffen gehören nunmal in einen gesunden Körper..."

    Genau dies ist falsch. Es gibt zig Vegetarier und Veganer, die keine Mangelerscheinungen haben. Die Inhaltsstoffe des Fleisches sind vielfältig über andere Nahrung zu kompensieren.

    Abgesehen davon, dass die Massentierhaltung, die für den enormen Fleischverbrauch notwendig ist, zig andere Probleme nach sich zieht wie CO2 Belastung, Rodung von Waldflächen für Kraftfutteranbau, Rückgang normaler Landwirtschaft für Kraftfutteranbau, Entsorgung von Fäkalien etc. Wenn für die Produktion von 1kg Fleisch rund 20kg Soja (+ Wasser etc.) benötigt werden, die man auch für die Ernähgung von Menschen einsetzen kann, sagt dass m.E. auch einiges aus.

    11 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Jammer"
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    ...trifft dies nicht mein Hauptargument: der Genuss von Fleisch muss mit all seinen Konsequenzen durchgeführt werden. Ich kann gut ein leckeres Cordon Bleu essen und gleichzeitig eine Dokumentation über Massentierhaltung sehen. Wir sollten einfach akzeptieren, dass, wenn wir schon Fleisch essen (oder andere Sachen des täglichen "Bedarfs" konsumieren), wir auch deren Herkunft und Herstellung akzeptieren müssen. Jammern und Heucheln hilft da gar nicht (keine persönliche Unterstellung).
    Auch das Argument des Umweltschutzes zieht nur bedingt, da jede Form der Nahrungsmittelherstellung mehr oder weniger in den Kreislauf der Natur eingreift und diesen schädigt. Vielleicht kennen Sie eine Vergleichstudie, die die Emissionen der Nahrungsmittelindustrie mit denen anderer z.B. Kraftstoffindustrie oder Energiegewinnung in einen Kontext setzt. Der Methanaustoß furzender Kühe wird ja auch gern ohne Kontext genannt.

    ...um eine Redaktions-Empfehlung zu bekommen? Einfach beleglos mit willkürlichen Zahlen gegen Fleischkonsum argumentieren? Mit einer der Gründe dafür, dass "Gutmensch" in breiten Kreisen mittlerweile leider ein Schimpfwort ist... Buchtipp hierzu: Colin Crouch, Postdemokratie. Hilft u.a. das Problem der Medien heutiger Zeit zu verstehen und somit zumindest, sich nicht bei jedem Artikel auf BLÖD-Niveau zu ärgern...

    Zurück zum Kernthema: 20 kg Soja für 1 kg Fleisch? Was soll das bitte für spezielles Fleisch sein?
    Hier ein Rechenbeispiel, bezogen auf Schweinefleisch: 1 Mastschwein verbraucht ca. 250 kg Futter bis zur Schlachtung. Davon sind ca. 20% Soja (also 50 kg). Geht man von einem Netto-Schlachtgewicht von 80 kg aus, wären das etwa 0,6 kg Soja pro kg Schweinefleisch (Faktor der Übertreibung runde 36). Tut mir leid, aber die Realität geht hier unbequemerweise nicht mit der Ideologie konform! Die Redaktion möchte ich im Interesse hoher journalisitischer Qualität daher bitten, solche Aussagen zukünftig erst nach inhaltlicher Überprüfung zu empfehlen.

    Im Übrigen: Esst bitte einfach weniger Fleisch! Schaut genau nach, wo es herkommt, macht den Braten wieder zu etwas Besonderem! Das wäre vom Großteil der 97% Nicht-Veganer und -Vegetarier auch ohne großen Aufwand leistbar.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP
  • Schlagworte Bundesregierung | Grüne | Bärbel Höhn | Rind | Tier | Zeitung
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