Erderwärmung : Klimagase über der Arktis erreichen Rekordwerte

Über der Arktis hat sich die Treibhausgas-Dichte gegenüber der letzten Eiszeit verdoppelt. Forscher sind besorgt: Der Klimadiplomatie läuft die Zeit davon.

Jetzt ist es passiert: Erstmals in der Menschheitsgeschichte haben Forscher in der Atmosphäre eine Treibhausgas-Konzentration von 400 Teilen pro Millionen Teile Luft gemessen. Gleich an sieben Mess-Stationen registrierte die amerikanischen Ozean- und Atmosphärenforschungsbehörde Noaa in diesem Frühjahr in der Arktis neue Rekordwerte. In den vergangenen 650.000 Jahren hatte die Treibhausgas-Konzentration vor der industriellen Revolution nie über 300 ppm (Parts per Million) gelegen.

Treibhausgase sind wichtig für den Wärmehaushalt der Erde: Sie absorbieren einen Teil der vom Boden reflektierten Infrarotstrahlung, die sonst ins Weltall zurückgelangen würde. Es gibt deshalb einen direkten Zusammenhang zwischen der Anzahl der Treibhausteile in der Atmosphäre und den Erdtemperaturen: Zu wenig Treibhausgase lassen die Temperaturen eiszeitähnlich sinken. Während der letzten Eiszeit vor etwa 11.700 Jahren hatte ihre Konzentration deutlich unter 200 ppm gelegen, nicht einmal halb so viel wie heute. Die globalen Temperaturen waren damals so stark gesunken, dass die Gebiete vom heutigen Berlin bis nach Hamburg von einem dicken Gletscher überzogen waren.

Das lässt im Umkehrschluss zu, was ein zu starker Anstieg bedeutet. Vor Beginn der industriellen Revolution in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts lag die Atmosphären-Konzentration bei 280 Teilen Treibhausgas je Million Teile Luft. Mit dem Anstieg auf 400 hob sich die globale Durchschnittstemperatur um etwa einen Grad Celsius im Mittel. Wie eine Isolationsschicht schmiegten sich die Treibhausgase um die Erde. Immer weniger Wärmestrahlung kann so ins All entweichen und heizt deshalb den Planeten auf.

Brisante Schwelle für die Klimadiplomatie

Klimaforscher warnen, dass dieser schleichende Prozess das Antlitz der Erde radikal verändern wird. Sollte allein der drei Kilometer dicke Eispanzer auf Grönland schmelzen, könnte der Meeresspiegel um sieben Meter ansteigen. 17 Prozent der Menschheit lebt in Städten, die heute weniger als einen Meter über den Meeresspiegel herausragen. Seit Anfang des Jahrtausends beobachten Wissenschaftler bereits ein Abschmelzen des Schelfs.

"Die nördlichen Stellen unseres Messnetzes zeigen, was bald auf der ganzen Erde der Fall sein wird", sagt der Atmosphärenwissenschaftler Pieter Tans von der Noaa. Noch nämlich sind die Arktiswerte nicht der planetare Durchschnitt: Andernorts entziehen Pflanzen der Atmosphäre Kohlendioxid (CO2), um dieses per Photosynthese in Sauerstoff umzuwandeln. "Wir werden wahrscheinlich um das Jahr 2016 weltweite Durchschnitts-CO2-Konzentrationen von 400 ppm erreichen", prognostiziert der Noaa-Experte Tans.

Brisant dürfte diese Schwelle für die internationale Klimadiplomatie sein: Die Delegierten der UN-Klimakonferenz in Cancún hatten 2010 beschlossen, die globale Erderwärmung auf maximal zwei Grad begrenzen zu wollen. Das wurde von den Diplomaten mit einer Konzentration von 450 ppm gleichgesetzt. Auf dem folgenden Gipfel in Durban konnten sich die Unterhändler aber nur auf einen faulen Kompromiss einigen: Bis 2015 solle darüber verhandelt werden, wie dann Verhandlungen aussehen können, die zu einem neuen Welt-Reduktionsvertrag für Treibhausgase führen sollen. Aktuell aber kommen jährlich zwei bis drei ppm Treibhausgase hinzu. 2020, wenn der neue Vertrag vielleicht stehen soll, wäre bei fortschreitender Entwicklung die Konzentration bereits auf 410 ppm angestiegen. Bis 2050 wäre dann nur noch "Platz" für 40 ppm, ehe die Konzentration dann wieder sinken muss.

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Kommentare

82 Kommentare Seite 1 von 8 Kommentieren

Gewässer schützen

Wenn es wärmer wird, ist es wichtig, vor allem die Gewässer noch mehr zu schützen

Alte Leute schmeissen Medikamente in die Toilette, übrigens sind auch Friedhöfe Spndermülldeponien, weil die Leichen diese Medikamentenrückstände haben.

zu viel Dünger in der Landwirtschaft, und Müll überall, der sich langsam zersetzt und damit Gifte freigibt.

Ich kann es mir nicht vorstellen, dass es vor hundert Jahren nicht möglich gewesen wäre, aus einem Bach oder Fluß zu trinken.
Heute sehe ich da hinten eine Autowaschanlage, die ihren Ausfluß ins Wasser leitet, offensichtlich behördlich "einwandfrei", oder hier merkwürdige ölsschlieren im Wasser. Da sagt man igitt.

Da sehen sie das Problem

Ganz richtig. Das Problem sind die Menschen, die leider einfach nicht verstehen, dass unser Wasser sozusagen das Blut des Planeten ist und eben alles verbindet. Nur weil sie Landbewohner sind, denken sie es ist egal was mit den Meeren passiert zb. Aber von Menschen die gerade einmal bis an ihre eigene Zaungrenze denken zu erwarten so umfassend zu denken ist wohl leider eine Utopie. "Aus den Augen, aus dem Sinn" zählt eben immernoch, mir tut's nur um den Rest des Planeten leid.

hahaha

Seit 650.000 Jahren war die Konzentration nicht höher als 300 ppm. Hahaha - und jetzt haben wir alle Angst und müssen morgen sterben, wenn wir nicht an jede NGO und jeden Klimaheini zwanzig Millionen Ablass-Euro zahlen damit sie den bösen Fluch wieder weg nehmen.

Immer das gleiche, man nimmt sich einen Teilbereich und anhand dessen will man den Untergang auf den Tag herausrechnen. Man könnte auch sagen, da es in der letzten Woche sehr viel geregnet hat, wird die Regenwahrscheinlichkeit für die nächsten 52 Wochen bei 90 Prozent liegen. Das ist ungefähr die Aussage dieser Meldung.

"Recht spaßig" Ihr Statement wirklich...haben Sie Fakten,

Zahlen etc. die die von der Noaa gemessen, sehr aktuellen Daten subtstanziell entklräften können ?!

Außer Haha ha..?!

Es ist wie ein "Startschuß" der erfolgt, wenn ein Artikel zum Klimawandel erscheint, das sofort alles versucht wird ins lächerliche zu ziehen und zu verharmlosen...

Alles tacko gelle ? Ab in den SUV und dann mit 190 Sachen Richtung Süden etc...

ES geht hier nicht um Profite, Superreiche etc. sondern um Lebensgrundlagen, die uns alle angehen sollten, zumindest für die, die nicht der "nach mir die Sinflut Theorie angehören"...

Ein vernünftiger Umgang mit Resourcen, völlig unabhängig von der CO2/ Methan Problematik, sollte selbstverständlich sein, um zukünftigen Generationen auch noch "ein Stück vom Kuchen zu gönnen" und nicht gierig alles nur selbst zu "verfrühstücken"...

Aber Sie werden doch zugeben.....

....dass die Ironie wunderbar ist: "Sollte allein der drei Kilometer dicke Eispanzer auf Grönland schmelzen, könnte der Meeresspiegel um sieben Meter ansteigen. 17 Prozent der Menschheit lebt in Städten, die heute weniger als einen Meter über den Meeresspiegel herausragen."

Diese Kosten würden Harrisberg, Tschernobyl und Fukushima billig aussehen lassen. Hätten wir doch nur mit den A-Kraftwerken CO2 gespart!

;)

Man könnte mit den Allgemeinplätzen

moralinsauer Zeitgenossen ganze Bände füllen. Titel: Wir können doch nicht so weiter machen. Alternativ: Ich tue so als würde ich die Bedürfnisse der Urururenkel kennen. Alternativ auch: Ich bin der Mittelpunkt der Erde, wenn sich doch nur alle so verhalten würden wie ich, dann wäre die Erde gerettet. Es ist nur noch albern, grotesk und vor allem zu Heulen, weil sich ganze Ökoschickeria in die Taschen lügt und ihre eigene Bigotterie nicht mal ansatzweise erkennen kann.

Ich verfahre weniger Öl und es an die Wände zu kleben. Biosprit für dessen Anbau Regenwald und Anbaufläche für Nahrungsmittel zerstört wird und der anscheinend auch noch die Ozonschicht gefährdet.Grüner Strom welcher unbezahlbar wird. Windkraftanlagen die aus Rohstoffen bestehen, bei deren Förderung radioaktive Stoffe zu Tage kommen und einfach so in der Landschaft rum liegen. Solarmodule dessen Entsorgung nicht geklärt ist. Geschaffene Jobs die bereits jetzt schon wieder verloren sind. Tag ein Tag aus neue lächerliche innovative Konzepte um den Straßenverkehr angeblich umweltschonender zu gestalten. Ach ja und ein Atomaustieg (Nutzung und Forschung) der uns beruhigter schlafen lässt, da wir ja auch nur umzingelt sind von Staaten die Akws nutzen und bauen.

"Klimagase über der Arktis erreichen Rekordwerte":....

...."Klimagase über der Arktis erreichen Rekordwerte": "In den vergangenen 650.000 Jahren hatte die Treibhausgas-Konzentration vor der industriellen Revolution nie über 300 ppm (Parts per Million) gelegen."

http://en.wikipedia.org/w...

Es ist alles relativ zu sehen. Daher der verlinkte Graph. Was er genau besagt, ist schwer zu sagen, da wir das Wissen dazu nicht haben. Dass es aber höhere Konzentrationen CO2 bereits gab, ist sichtbar. Dass die Autoren sich auf 650.000 Jahre kaprizieren ist unehrlich, finde ich.

Der ausgewählte Zeitraum...

... wurde aufgrund der Klimatischen Ähnlichkeit gewählt. Wenn ich bereit bin bis in die Frühzeit der Erdgeschichte zurückzugehen werde ich natürlich höhere CO2-Werte finden. Da gab es allerdings auch keine Menschen die in dieser Umwelt hätten leben müssen. Solange sie die durchschnittstemperatur nicht auf über 30° C erwärmen wird es auf der Erde auch weiterhin höheres Leben geben. Das wird dann nur eben nicht menschlich sein.

Betrachtungssache

Klar, jenachdem welche Skala man wählt befinden wir uns sogar in einer Eis- oder Warmzeit. Auch kann man bei den Klimagaswerten nicht zu 100% sagen, welche Auswirklungen sie haben. Zwar haben sich diese Werte in der Geschichte immer proportional zu den Temperaturen entwickelt, aber ob dieser unnatürliche Anstieg einen Temperaturanstieg in gleicher Dimension nach sich zieht, ist reine Spekulation. Man kann ja auch nie sagen, welche Seiteneffekte eventuell auftreten (siehe das freisetzen von Methangasen). Erstens kommt alles anders, ....

Das Einzige, worüber man nicht streiten kann ist, dass der enorme Anstieg an Treibhausgasen vom Menschen verursacht wurde, und dass dieser eine Klimaerwärmung (in welcher Dimension und Geschwindigkeit auch immer) mit sich zieht, und dass versucht werden muss, dagegen anzukämpfen.

Natürlich...

....sind Prognosen immer etwas schwammig. Auch Forscher streiten sich noch über die genauen Zahlen. Nicht aber darüber ob der Mensch das Klima beeinflußt. Man streitet sich über den Umfang des Einflußes.

Wie ein Forrist schon schreib. Das Kind muß erst in den Brunnen fallen. Da Fakten die Meinung der Menschen nicht zu bewegen vermag, sehe ich recht schwarz für die Zukunft.

Ich für meinen Teil glaube nicht mehr an die Vernunft der Menschen. Einige Dissuksionsteilnehmer beweisen dies eindrücklich.

Dann sagen wir das Gleiche ....

....mit anderen Worten. Wenn man bei einer wichtigen Statistik, die für Nichtstatistiker gedacht ist zur Demonstration der eigenen Meinung verwendet, so wählt man sie oft so aus, dass sie die Eigene Meinung demonstriert. Das war so beim Hockey Stick. Das ist hier wohl auch so, da es durchaus Perioden höherer Temperatur gab in der Geschichte des Planeten, in denen höheres Leben stattfand. Mag sein, dass es dieses Mal anders abläuft, aber das müsste unterlegt werden. Aber es so flapsig zu tun, wie in Ihrer Antwort ist nicht sehr intelligent.

Verständnisproblem?

Besteht gerade ein Verständnisproblem meines Posts? Natürlich gab es bereits Perioden höherer Durchschnittstemperatur bei recht hoher Biodervisität. Das habe ich auch nie bestritten. Ich sagte explizit, dass es weiter komplexes Leben geben wird solange ein globale Durchschnittstemperatur NICHT erreicht wird. Kam das an? Gut.

MENSCHEN haben aber recht explizite Ansprüche an ihre Biosphäre. Und hier ist IHRE wunderbare Grafik auch schon an ihre Grenzen gestoßen. Der RELEVANTE Zeitraum für HOMO SAPIENS beträgt ZWEI Millionen Jahre. Nicht 500. Kam das an? Daher greifen SIE sich an die eigene Nase bevor Sie anderen vorwerfen unpassende Zeiträume zu wählen. Unpassender als der von Ihnen ausgewählte geht es kaum für die anthropologischen Konsequenzen des Klimawandels. Warum jetzt 650.000 Jahre gewählt wurden statt 2 Millionen? Weil in DIESEM Zeitraum der Zusammenhang zwischen Treibhausgasen und Temperatur durch die Eisbohrkerne recht genau bestimmbar war. Für alles andere fehlen die Daten. Der Zeitraum ist dabei allerdings ausreichend groß um Faktoren wie Sonnenaktivität, Wasserabsorption etc. vernachlässigen zu können da diese in solchen Zeiträumen zu stark variieren.
In diesem Zeitraum konnten die Daten zuverlässig erhoben werden DESHALB dieser Zeitraum. Ihre sonstigen Ausführungen zu globalen Standartwerten sind aus von mir weiter obeng enannten Gründen für ANTHROPOLOGISCHE PROBLEME irrelevant.
Wer hier wie (un)intelligent wirkt überlasse ich dem geneigten Leser zu entscheiden.

Das mit dem Grönlandeis und den sieben Metern ...

... würde ich gern mal vorgerechnet haben, liebe Wikipedia (...)

Bei einer angenommenen Durchschnittsmächtigkeit des Grönlandeises von 2,5 km und einer Flche von rund 1,75 Mill. km² liegen dort 4375000 km³ Eis, das wir mal volumenmäßig der Einfachheit halber in dasselbe Volumen Wasser schmelzen lassen, womit sich eine Zunahme des Gesamt-Ozean-Wasservolumens (rund 1,4 Mrd. km³) um 0,3125 Prozent ergibt. Büschen wenig, um die Elbphilharmoie zu fluten, oder?

Wirlich?

womit sich eine Zunahme des Gesamt-Ozean-Wasservolumens (rund 1,4 Mrd. km³) um 0,3125 Prozent ergibt. Büschen wenig, um die Elbphilharmoie zu fluten, oder?

Wenn ich mal ihre Prozentzahl ohne nachgeschlagen zu haben als richtig akzeptiere, dann ist das doch alles andere als wenig. Es bedeutet, dass der Meeresspiegel dann um 0,3% zunimmt. Nehmen wir mal als mittlere Meerestiefe 4000m an, dann wären dies schon 12m. Ok, bei der mittleren Meerestiefe müsste man mal einen exakteren Wert nachschlagen, aber man sieht schon, dass die Größenordnung stimmt.

Ist Ihnen eigentlich schon aufgefallen,

daß Ihre gesamte Argumentation auf haltlosen Unterstellungen aufbaut?
Sie sagen, der, der die Welt retten will, predige moralinsauer und führe gleichzeitig mit Biosprit, welches die Umwelt zerstören würde.
Woher möchten Sie denn bitteschön wissen, was intellektuell aufgeklärte Menschen, die sich ernsthafte Konzepte überlegen, tanken? Sie gehen davon aus, daß alles, wo "bio" draufsteht, von Ökos wie selbstverständlich sofort unreflektiert gekauft wird. Dabei sind diese Ökos meist intelligenter, als Sie es sich überhaupt vorstellen können.

Sie verfahren nach dem Motto: Die Welt ist scheiße, also mache ich mit, weil es ja nicht mehr drauf ankommt. Und dann auf umweltbewußte Menschen zu schimpfen ist natürlich leichter, als mal das eigene Hirn in Wallung zu bringen. Es könnte ja sein, daß Sie in Zukunft darauf verzichten müßten, mit dem Geländewagen zum Zigarettenautomaten zu fahren. Ups, habe ich da jetzt was unterstellt??

Gehen Sie doch nicht den Lobbyisten auf den Leim, die die Verschwörungstheorie von der bösen Klimalüge in Umlauf bringen:
http://www.sueddeutsche.d...

http://www.tagesanzeiger....